Das wird ja von den Befürwortern eines Verbotes von Prostitution auch als Argument angeführt: Was als Bevormundung ankommt ist der Tatsache geschuldet, dass anscheinend nicht wenige Prostituierte gar nicht mehr selbst einschätzen können, welchen Schaden sie sich mit Art und Umfangs ihres Gewerbes eigentlich zufügen.
Aber immerhin scheinst Du den Einsatz von entsprechend geschultem Personal (Aber durch wen? Den Bordellbetreiber, der damit am eigenen Ast sägt?) für nicht völlig vergebliche Liebesmüh zu halten.
Antworten
Ergebnis 391 bis 400 von 866
-
14.06.2013, 15:50
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
-
14.06.2013, 15:51Inaktiver User
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
-
14.06.2013, 15:51
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
seit 2010 liegt wohl ein Vorschlag eine Konzession von Bordellbetreibern zu verlangen in irgendeiner Schublade zu der das Familienminsterium den Schlüssel verloren hat.
Was meinst du damit genau?insbesondere die, psychologisch geschultes personal anzustellen/ stundenweise zu engagieren. nicht bloß zur krisenintervention, sondern vor allem, um ggf. die selbstwirksamkeitserwartung der "sexarbeiterinnen" positiv zu beeinflussen.
ja, der war pointiert, so richtigdas reflexionsvermögen des sich zur ausbeutung äussernden kunden war allerdings besonders bemerkenswert.
-
14.06.2013, 16:07
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
gemach. mein ansinnen läuft doch gerade nicht auf entmündigung, sondern "sapere aude" und so hinaus.
wie es kommt, dass die dame nachgerade stolz verkündet, ein limit von zehn zu haben, ist doch klar: das eigene wohlergehen wird in relation zu dem anderer ermittelt. so weit, so normal. gut, wenn man dabei mehr in den blick bekommt als den raum bis zur nächsten wand (das zur kognitiven dimension, zentral ist freilich die emotionale).
genau. denen bringt man nebenbei nahe, nicht auf masse zu setzen, sondern eher die preise zu erhöhen (oh sorry, die ergeben sich ja aus dem verhandlungsgeschick der einzelnen *hust*).Aber durch wen? Den Bordellbetreiber, der damit am eigenen Ast sägt?
ein bloßes bewusstsein der eigenen grenzen reicht nicht hin. diese wollen auch aktiv gewahrt werden.Geändert von meta_serif (14.06.2013 um 16:38 Uhr)
-
14.06.2013, 17:00
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Pauschal kann man nur darueber diskutieren ob es legitim ist, sexuelle Handlungen fuer Geld anzubieten oder nicht. In welcher Form und unter welchen Umstaenden das passiert ist dann ein anderes - viel umfassenderes - Thema.Für diejenigen, die es nicht ganz so extrem sehen, der Hinweis, dass man eigentlich nicht pauschal über Prostitution diskutieren kann.
Es ist auch ein Unterschied ob man in einer gut geheizten Bar am Tresen auf Kundschaft wartet oder an einer kalten, zugigen Strassenecke. Dennoch verkauft man letzlich seinen Koerper an jemanden, den man ohne das Honorar nicht rangelassen haette.Es spielt gewiss eine Rolle, ob man für einen Eskortservice arbeitet oder Flatrate-Sex ertragen muss.
Was ich dabei nie kapieren werde ist, warum so viele Maenner mit einer Frau schlafen wollen, die das nicht freiwillig macht. Das muss irgendwie ein ganz besonderer Kick sein. Ich kaeme mir ja bescheuert vor, wenn ich jemandem dafuer Geld geben muesste, dass er meine koerperliche Naehe ertraegt. Wenn ich mir so anhoere, wie abfaellig eine Bekannte von mir (ehemalige Prostituierte) ueber ihre fruehere Kundschaft spricht... als waere es Ungeziefer.
-
14.06.2013, 17:20Inaktiver User
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Jedenfalls wird eine Diskussion zwangsläufig schrill, wenn jede Form der Prostitution mit Menschenhandel, Demütigung, Misshandlung und brutaler Ausbeutung gleichgesetzt wird.
Schon dadurch, dass man die Formen der Prostitution unterscheidet - Pornofilmdarstellung hatte ich vergessen zu erwähnen - wird die Diskussion deutlich sachlicher, ideologische Extremhaltungen werden entlarvt und man kann über wirkliche Probleme und deren mögliche Lösung diskutieren.
Schlimmer, gesellschaftlich aber durchaus akzeptiert, wenn auch mitunter mit schiefen Blicken quittiert, finde ich Ehen zwischen 70jährigen Milliardären und 30-jährigen Frauen. Warum schlimmer? Weil der alte Sack einem den ganzen Tag auf den Keks geht, um es etwas leger zu formulieren. Weil er nicht nur für eine halbe Stunde, für zwei Stunden oder eine Nacht bezahlt, sondern die Frau mit Haut und Haaren kauft.Es ist auch ein Unterschied ob man in einer gut geheizten Bar am Tresen auf Kundschaft wartet oder an einer kalten, zugigen Strassenecke. Dennoch verkauft man letzlich seinen Koerper an jemanden, den man ohne das Honorar nicht rangelassen haette.
Dafür Geld zu verlangen bedeutet nicht Unfreiwilligkeit.Was ich dabei nie kapieren werde ist, warum so viele Maenner mit einer Frau schlafen wollen, die das nicht freiwillig macht. Das muss irgendwie ein ganz besonderer Kick sein. Ich kaeme mir ja bescheuert vor, wenn ich jemandem dafuer Geld geben muesste, dass er meine koerperliche Naehe ertraegt.
Mir kommt übrigens das rudelweise Herumstehen einsamer Männer, die in Discos und Bars Frauen mustern und dann für eine Nacht abschleppen, nicht sympathischer vor. One-Night-Stands dieser Sorte haben auch oft eine gewisse Beliebigkeit. Und wenn man "danach" oder spätestens am nächsten Morgen gar nicht mehr erwarten kann, dass der andere endlich verschwindet, dann hinterlässt das einen mindestens genauso üblen Nachgeschmack.
Dann eher Sexclub. Habe ich zwar noch nie gemacht, stelle ich mir aber ehrlicher und prickelnder vor.
(Das ist meine persönliche Meinung, und niemand ist verpflichtet es genauso zu sehen.)
Ich dachte mal, mich trifft der Schlag, als ein früherer Kollege von seiner Exfreundin als "Matratze" sprach. Solche Menschenverachtung ist nicht an Prostitution gebunden - und umgekehrt.Wenn ich mir so anhoere, wie abfaellig eine Bekannte von mir (ehemalige Prostituierte) ueber ihre fruehere Kundschaft spricht... als waere es Ungeziefer.Geändert von Inaktiver User (14.06.2013 um 23:01 Uhr)
-
14.06.2013, 17:30
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)

"nicht freiwillig" meint hier offenbar nichts weiter als "nicht kostenlos".Was ich dabei nie kapieren werde ist, warum so viele Maenner mit einer Frau schlafen wollen, die das nicht freiwillig macht.
drei der möglichen gründe:
1. er bekommt (wenn er glück hat und ordentlich zahlt) eine handwerklich und schauspielerisch hervorragende leistung geboten, ohne sich weiter anstrengen zu müssen.
2. er möchte sich von weitergehenden verbindlichkeiten freikaufen
3. er hat keine zeit/ nicht das geschick, sich ("für nebenher") jemanden zu angeln
hm, ja, schlechte psychohygiene. arme frau...Wenn ich mir so anhoere, wie abfaellig eine Bekannte von mir (ehemalige Prostituierte) ueber ihre fruehere Kundschaft spricht... als waere es Ungeziefer.
-
14.06.2013, 17:40Inaktiver User
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Das tut man letzlich auch, wenn man als Angestellter in einem handwerklichen Beruf arbeitet. Auch ein Model "verkauft" oder besser vermietet (da zeitgebunden) seinen Körper an den Fotografen ...
Die Frage ist doch, tut man das freiwillig und hat irgend jemand das Recht dies zu verbieten oder aufgrund eigener moralischer Bedenken zu verurteilen? Für mich persönlich hat Selbstbestimmung einen hohen Wert und sollte (solange niemand anderes zu schaden kommt) auch zugestanden werden.
-
14.06.2013, 17:52
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Du hast hier doch auch gelesen, was mancher Freier denkt. Dass die Prostituierte natürlich unter all denen, die sie im Laufe eines Tages an sich ranlassen muss, natürlich ihn, den einen, ganz toll findet und der Sex für beide selbstverständlich ganz berauschend war. Dies lässt sich gar nicht so selten in den einschlägigen Foren lesen.
Die andere Seite ist dann die, die rausrotzt, dass sie gefälligst springen soll und so tun soll, als wär alles klasse (durchaus die Erkenntnis, dass man in Wirklichkeit als Stück Dreck empfunden wird), schließlich hat man(n) ja bezahlt ... Entsprechende Benotungen machen dann die Runde.
-
14.06.2013, 17:53
AW: Angebot und Nachfrage: Sex (made in Germany)
Ein im Grunde richtiger Gedankengang. Nur: was heißt "freiwillig"? Genau das wurde hier doch schon in etlichen Beiträgen angesprochen (wenn ich mich recht erinnere). Der Punkt ist doch der, dass viele Frauen sich deshalb prostituieren, weil sie aus etlichen Gründen keine andere Möglichkeit sehen, zu (meistens bitter benötigtem) Geld zu kommen. Ich vermute mal, dass die Anzahl der Frauen, die sich aus positiven Gründen für Prostitution entscheiden, verschwindend gering ist. Und ich wäre sehr neugierig darauf, wer sich denn noch prostituieren würde (oder sich dazu zwingen lassen würde), hätte er/sie anderweitig weit bessere, in einem angenehmeren Rahmen stattfindende Verdienstmöglichkeiten.
Geändert von bruennette_2 (14.06.2013 um 17:57 Uhr)



Zitieren