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  1. Registriert seit
    19.08.2012
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    "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Hallo,
    obige Frage stelle ich mal in den Raum.Ich selbst übe seit nunmehr gut 25 Jahren
    (von Kinderpausen abgesehen) einen "klassischen Frauenberuf" aus, Pflege.
    Bereut habe ich diese Entscheidung,die damals nach der Geburt meines Sohnes
    und abgebrochenem Studium durch Beratung beim AA zustande kam( ich war nicht
    soo erpicht auf diesen Beruf anfangs), eigentlich nie.Was mich selbst ein wenig wundert.

    Immer wieder ertappe ich mich dabei,dass ich wahnsinnigen Respekt vor Frauen habe
    die in "Männerberufen" tätig sind, besonders im technischen Bereich,also Ingenieurinnen
    zB.Und als meine Tochter nicht studieren wollte,sondern vor 2 Jahren eine Ausbildung
    zur Erzieherin begann ( was sie unbedingt wollte!) enttäuschte mich das anfangs schon
    ein wenig.
    Andererseits werden ja gerade auch diese Berufe immens benötigt-es gibt viel zu wenig
    Fachkräfte.Und,wie ich finde, viel zu wenig Männer in diesen Bereichen.
    Ist das die Crux,würde sich das "Problem" dadurch lösen wenn mehr Männer in Frauen-
    berufen tätig würden ? Was die Bezahlung angeht( die sich doch schon verbessert hat,
    jedenfalls wenn man tarifgerecht entlohnt wird,aber weit hinter anderen Branchen liegt)
    und vor allem was die gesellschaftliche Akzeptanz, Ansehen der Berufe allgemein angeht ?!

    Neulich erfuhr ich das die Tochter von Bekannten,guter Realschulabschluss,auf eigenen
    Wunsch trotz Bedenken der Eltern eine Friseurlehre begonnen hat.
    Meine Reaktion war (insgeheim) doch ziemliche Verwunderung.....quasi noch eine
    Stufe "unter" dem Pflegeberuf -vor allem auch was die Bezahlung angeht.
    Männer die sich für den Pflegeberuf oder andere, eher "weiblich" besetzte Berufe
    entscheiden,werden oft doch oft belächelt oder es wird zumindest häufig hinter
    vorgehaltener Hand gelästert......
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

  2. Avatar von Latona
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Das hat Tradition. Schon in den Fabriken der Industriellen Revolution haben Frauen nur einen Bruchteil des Lohns bekommen, den Männer bekamen.

    Typische Frauenberufe finden sich meistens in den Branchen, in denen es keine starken Gewerkschaften gibt.
    Gewerkschaftliches Engagement ist etwas, das sich viele berufstätige Familienmütter nicht noch zusätzlich ans Bein binden wollen. Also ist es einfach, Frauen mit zu wenig Geld abzuspeisen.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  3. Avatar von Max
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen
    Immer wieder ertappe ich mich dabei,dass ich wahnsinnigen Respekt vor Frauen habe die in "Männerberufen" tätig sind, besonders im technischen Bereich,also Ingenieurinnen zB.
    ich finde das brauchst du nicht...

    ich selber arbeite im technischen Bereich... Maschinenbau... aber nur, weil es mir Spass macht und weil es genau das ist, was ich machen will... mir wäre niemals in den Sinn gekommen wäre einen Pfegeberuf ausüben zu wollen... das wäre einfach "nicht meins" ... genauso wenig wie ein eher künstlerisch kreativer Beruf (Frisörin, Floristin oder sowas in der Richtung). Na ja...sagen wir mal so... eigentlich mir geht es bei diesen Berufen ähnlich wie dir mit den technischen... ich habe Respekt vor allem Menschen, die das wollen... und vor allem können!

    Das die technischen Berufe höher angesehen sind liegt meiner Meinung nach daran, dass wir in unserer Gesellschaft auf "möglichst viel Kohle machen" ausgerichtet sind... und damit meine ich nicht mal den einzelnen Arbeitnehmer. Technische Berufe werden eben für die Wirtschaft eher gebraucht als die künstlerisch kreativen oder eben auch die Pflegeberufe...
    Das dumme an Halbwahrheiten ist, dass man meist die falsche Hälfte glaubt

  4. Avatar von VanDyck
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    @ Gezeitenfrau:

    Mall kurz OT ... zu deiner Signatur:

    https://www.youtube.com/watch?v=h6Eb0pBBdBQ

    Alles verändert sich, wenn du es veränderst ...

    Ja. Doch es geht ja noch weiter:

    ... doch du kannst nicht gewinnen,
    solange du allein bist.


    Und das hat schon wieder indirekt mit deinem Thema zu tun.

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Ich habe das Maus zurück geholt.
    The Green Mile

  5. Avatar von Opelius
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Immer wieder ertappe ich mich dabei,dass ich wahnsinnigen Respekt vor Frauen habe
    die in "Männerberufen" tätig sind, besonders im technischen Bereich,also Ingenieurinnen
    Männer die sich für den Pflegeberuf oder andere, eher "weiblich" besetzte Berufe
    entscheiden, werden oft doch oft belächelt oder es wird zumindest häufig hinter
    vorgehaltener Hand gelästert......
    Es gibt in der Tat eine Reihenfolge von Berufen, die angesehen sind, vorweg Feuerwehrmann.

    Direkt auf die Feuerwehrmänner, die von 95 Prozent der Umfrageteilnehmer am meisten geschätzt werden, folgen Kranken- und Altenpfleger (91 Prozent) und Mediziner (89 Prozent). Auch Kita- beziehungsweise Kindergartenmitarbeiter (87 Prozent) und Polizisten (86 Prozent) sind bei der Bevölkerung wohl gelitten.

    Versicherungsvertreter bilden Schlusslicht

    Unter dem schlechtesten Image hingegen leiden immer noch Versicherungsvertreter (elf Prozent), die seit Beginn der Umfrage das Schlusslicht der Rangliste bilden. Auch Werber (15 Prozent) und Politiker (19 Prozent) bekommen von den Bundesbürgern keine guten Noten. Im Mittelfeld halten sich indes Briefträger (68 Prozent), Soldaten (61 Prozent) und Anwälte (56 Prozent).
    Ranking: Das sind die angesehensten Berufe 2012

    Dass sich allerdings das Einkommensniveau nicht an dem Ranking wiederspiegelt, hat eine sehr lange Tradition. Auch Müllmänner genießen ein hohes Image, bekommen trotzdem kein gutes Gehalt. Aber seit den großen Streiks der Müllabfuhr in den 70er Jahren weiß jeder, dass man eher auch Banker und Rechtsanwälte verzichten kann als auf Müllmänner.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  6. Inaktiver User

    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Zitat Zitat von gezeitenfrau Beitrag anzeigen
    Hallo,
    obige Frage stelle ich mal in den Raum.Ich selbst übe seit nunmehr gut 25 Jahren
    (von Kinderpausen abgesehen) einen "klassischen Frauenberuf" aus, Pflege.
    Bereut habe ich diese Entscheidung,die damals nach der Geburt meines Sohnes
    und abgebrochenem Studium durch Beratung beim AA zustande kam( ich war nicht
    soo erpicht auf diesen Beruf anfangs), eigentlich nie.Was mich selbst ein wenig wundert.

    Immer wieder ertappe ich mich dabei,dass ich wahnsinnigen Respekt vor Frauen habe
    die in "Männerberufen" tätig sind, besonders im technischen Bereich,also Ingenieurinnen
    zB.Und als meine Tochter nicht studieren wollte,sondern vor 2 Jahren eine Ausbildung
    zur Erzieherin begann ( was sie unbedingt wollte!) enttäuschte mich das anfangs schon
    ein wenig.
    Andererseits werden ja gerade auch diese Berufe immens benötigt-es gibt viel zu wenig
    Fachkräfte.Und,wie ich finde, viel zu wenig Männer in diesen Bereichen.
    Ist das die Crux,würde sich das "Problem" dadurch lösen wenn mehr Männer in Frauen-
    berufen tätig würden ? Was die Bezahlung angeht( die sich doch schon verbessert hat,
    jedenfalls wenn man tarifgerecht entlohnt wird,aber weit hinter anderen Branchen liegt)
    und vor allem was die gesellschaftliche Akzeptanz, Ansehen der Berufe allgemein angeht ?!

    Neulich erfuhr ich das die Tochter von Bekannten,guter Realschulabschluss,auf eigenen
    Wunsch trotz Bedenken der Eltern eine Friseurlehre begonnen hat.
    Meine Reaktion war (insgeheim) doch ziemliche Verwunderung.....quasi noch eine
    Stufe "unter" dem Pflegeberuf -vor allem auch was die Bezahlung angeht.
    Männer die sich für den Pflegeberuf oder andere, eher "weiblich" besetzte Berufe
    entscheiden,werden oft doch oft belächelt oder es wird zumindest häufig hinter
    vorgehaltener Hand gelästert......

    Ist halt so:
    Pflegen ist nicht so angesehen wie technische Berufe - wird bei einer Frau als Teil ihres Wesens angesehen und quasi als Verlängerung ihres (angeblich angeborenen) Hätschel- Boppel- und Pflege-instiktes. Es gab bis vor kurzem die Meinung, dass Männer "sowas" nicht können - Kot, Erbrochenes ect wegzuputzen oder jemand zu windeln, weil das "bäh" ist, aber keine besondere Intelligenz erfordert oder irgendeine Herausforderung für tatkräftige Männer darstellt...
    Diese Art der Arbeit galt zwar als schwer, aber nicht als vollwertig...dementsprechend ist leider auch die Bezahlung.
    Pilot ist da schon was anderes - oder eben Arzt. Die sind angesehen, gut bezahlt (verglichen mit Krankenschwester ect)...die machen was her...aber eine, die die kranke Mutter pflegt?? Ist doch wohl selbstverständlich...und dafür auch noch GEld haben zu wollen...Frechheit, gell... So denken leider noch viele.
    Die Gesellschaft ist oft sehr hart in ihren Urteilen. Dabei haben pflegende Männer Tradition: man denke zB an die diversen Ritterorden, die barmherzig und krankenpflegerisch tätig waren.

    Auch konnte frau sich lange Zeit keine Männer als Kindergärtner/Altenpfleger oder so vorstellen - manche Frauen grinsen bei der Vorstellung und kommen schnell mit kliescheehaften Äußerungen wie "Weichei...". So stellt man sich selbst ein Bein - und den Männern, die ihre Ideale verwirklichen wollen, gleich mit.

    Mir geht es ähnlich wie Max:
    Ich bin froh, dass ich (zur Zeit) niemand pflegen muss - es ist nicht mein Ding und ich hätte mir sowas nicht ausgesucht. Meine Stärke liegt im Verkauf, in der Beratung..ich habe großen Respekt vor allen, die besser pflegen können als ich, egal, ob Mann oder Frau..

  7. Moderation
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    34.205

    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Kurze und traurige Antwort: Frauenberufe sind wenig angesehen, weil sie von Frauen gemacht werden. Das Ansehen eines Berufs oder einer Qualifikation verschlechtert sich proportional zu der Anzahl der Frauen, die dort arbeiten.

    Tätigkeiten, denen Frauen nachgehen, geltern per se als minderqualifiziert, und Frauen in ihrer Art der negativen Angeberei unterstützen das. Les mal ein Haushalts- oder Handarbeitsforum: Köche haben was gerlernt, aber jede Frau kann beliebig komplexe Sachen von Grund auf kochen! Modedesigner sind hochqualifizierte Leute, aber jede Frau kann all Klamotten von Büro bis Ballkleid aus Stoffen vom Ramsch selber schneidern! Frau hat 40 Jahre Erfahrung und führt effizient einen Großhaushalt? Sie wird dir erzählen, jede Sechzehnjährige, die nicht komplett faul und verblödet sei, könne das.

    Sich hinzustellen und zu sagen, "was ich mache ist mächtig große Medizin und keiner kann das so gut wie ich!" ist nicht hinreichend, aber m.E. notwendig damit die Qualifikationen von Frauen wahrgenommen werden.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Avatar von Opelius
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    16.397

    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Danke Wildwusel, das ist sehr treffend beschrieben. Weil Frauen ihr eigenes Können keineswegs als Kunst ansehen, haben ihre Hauptberufe zwar ein hohes Ansehen, aber sind vergleichsweise mies bezahlt. Auch der Organisationsgrad in Bereichen, in denen hauptsächlich Frauen arbeiten, ist mehr als mies. Männer haben auch einmal sehr schlecht verdient, aber sich gewerkschaftlich organisiert und dadurch angemessene Einkünfte erstritten.

    ich habe mal Karriere-Journal die bestbezahltesten Berufe gefunden:
    Ärzte, Chemiker, Geschäftsführer und Vorstände, Ingenieure, Unternehmensberater, Investmentbanker und Private-Equity-Manager, IT-Experten, Juristen, Marketing und Vertrieb, Politiker. Top Jobs 2013 - die zehn bestbezahlten Berufe | Monster.de
    Nur 4 der Berufe haben einen guten Ruf in der Gesellschaft, die anderen verdienen nur sehr gut.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  9. Inaktiver User

    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    So lange Frauen ihre bezahlte Tätigkeit eher als "Berufung" sehen denn als Beruf, sprich: Kohleerwerb, wird sich an der miesen Bezahlung nix ändern.

    In die schon genannten Gewerkschaften gehen Frauen dann eben auch so lange nicht, denn: Bedingungen und Verdienst erkämpfen geht viel zu sehr in die Bäh-nur-für-Kohle-Ecke.

    Dabei schmiert sich Leidensfähigkeit und gutes Gefühl so schwerlich aufs Butterbrot ...

  10. Inaktiver User

    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Kurze und traurige Antwort: Frauenberufe sind wenig angesehen, weil sie von Frauen gemacht werden. Das Ansehen eines Berufs oder einer Qualifikation verschlechtert sich proportional zu der Anzahl der Frauen, die dort arbeiten.

    Tätigkeiten, denen Frauen nachgehen, geltern per se als minderqualifiziert, und Frauen in ihrer Art der negativen Angeberei unterstützen das. Les mal ein Haushalts- oder Handarbeitsforum: Köche haben was gerlernt, aber jede Frau kann beliebig komplexe Sachen von Grund auf kochen! Modedesigner sind hochqualifizierte Leute, aber jede Frau kann all Klamotten von Büro bis Ballkleid aus Stoffen vom Ramsch selber schneidern! Frau hat 40 Jahre Erfahrung und führt effizient einen Großhaushalt? Sie wird dir erzählen, jede Sechzehnjährige, die nicht komplett faul und verblödet sei, könne das.

    Sich hinzustellen und zu sagen, "was ich mache ist mächtig große Medizin und keiner kann das so gut wie ich!" ist nicht hinreichend, aber m.E. notwendig damit die Qualifikationen von Frauen wahrgenommen werden.
    Viele Frauen haben einfach nicht kapiert, das Klappern zum Handwerk gehört. Das ist mit ein GRund, weswegen sie nicht so schnell Karriere machen. Kriegt ein Mann irgendwas gut hin, erzählt er davon und vor allem: er macht sich selbst nicht klein.
    Hat eine Frau was gut hingekriegt, teilt sie oft Erfolg "ohne HIlfe hätte ich das nie geschafft" und wiegelt ab.. "hach, das war doch gar nicht so schlimm...". Wir sind viel an der Misere mit schuld, nicht weil wir nicht so gut sind wie die Männer, sondern weil wir unser Licht unter den Scheffel stellen.

    Es gibt auch Gegenbeispiele:
    Und dann kommen da (zugegebenermassen wenige) Models daher und verdienen schier unglaublich gut.
    Qualifikation: sie sind schöner als andere, wissen, wie man sich am besten inszeniert und lassen sich besser stylen...

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