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  1. Registriert seit
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Zunächst mal: danke für die interessanten Antworten !

    Es ging mir beim Thema nicht nur um Pflegeberufe,sondern allgemein um Tätigkeiten
    bzw.Ausbildungen die auch heute noch überwiegend von Frauen ausgeübt werden.
    Also auch Verkäuferin, Hotelfachfrau, Hauswirtschaftsmeisterin usw.
    Und auch darum das einerseits immer gejammert wird:es gibt viel zu wenig Pflegefachkräfte,
    Erzieher/nnen usw.- jungen Frauen aber immer noch geraten wird" bloss nicht in einem
    Frauenberuf, besser was Technisch-Gewerbliches !"Das jungen Männern explizit geraten wird
    mal in einen Pflegeberuf oder in den Grundschul-oder Erzieher(innen)-Bereich zu gehen,
    habe ich dagegen so noch nie wahrgenommen!Irgendwas kann da ja nicht stimmen....
    Ich bin sicher es gäbe auch für diese Bereiche genügend geeignete Männer,wenn das
    Ansehen dieser Berufe ( und die Bezahlung!) besser würden.....
    Mein Partner ist in einem technischen Beruf und hat nur 3 Kolleginnen, dafür über 100
    männliche Kollegen.Die 3 beiden Frauen sind topp, besser als die meisten Männer dort meint er,
    gleichzeitig hält er aber zB. mancheTätigkeiten in der IT Branche, wo er früher tätig war, für
    recht überbewertet und auch überbezahlt- nur es gibt noch zu wenig qualifizierte Leute dort.
    Bei uns ist es umgekehrt: eher unterbewertet, was die Bezahlung und den "Status" angeht,
    aber noch weniger qualifizierte Leute- und das Problem wird in absehbarer Zeit noch heftiger !
    Nur mit Zuzug ist das nicht lösbar,denn dort fehlen längerfristig diese Leute (in der Pflege zB.)
    ja auch.Junge Leute werden kaum bereit sein eine entsprechende Ausbildung zu beginnen,
    wenn sich nicht drastisch etwas ändert, wenn diese Geschlechter-Klischees nicht abgebaut
    werden.
    Wenn schon ein Berufe-Forscher von der BA aus Nürnberg im Radio so tut als wenn quasi
    jeder Depp (er machte das ua. an "Rollstuhlschieben fest") in der Pflege zu ge-
    brauchen wäre,wenn er zB. einen so anspruchsvollen Beruf wie KFZ- Mechatroniker( womit
    ich nicht sagen will der sei ohne Anspruch,aber eben einen IQ von 150 braucht man sicher
    auch dort nicht) nicht ausüben könne, bzw. es keine solche Lehrstelle für ihn gäbe....
    Sehr lobenswert, so kriegt man Männer in diese Jobs !
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld


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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Zitat Zitat von Latona Beitrag anzeigen
    Das hat Tradition. Schon in den Fabriken der Industriellen Revolution haben Frauen nur einen Bruchteil des Lohns bekommen, den Männer bekamen.

    Typische Frauenberufe finden sich meistens in den Branchen, in denen es keine starken Gewerkschaften gibt.
    Gewerkschaftliches Engagement ist etwas, das sich viele berufstätige Familienmütter nicht noch zusätzlich ans Bein binden wollen. Also ist es einfach, Frauen mit zu wenig Geld abzuspeisen.
    Da ist allerdings was dran !
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    Aharon Appelfeld


  3. Registriert seit
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    @ Gezeitenfrau:

    Mall kurz OT ... zu deiner Signatur:

    https://www.youtube.com/watch?v=h6Eb0pBBdBQ

    Alles verändert sich, wenn du es veränderst ...

    Ja. Doch es geht ja noch weiter:

    ... doch du kannst nicht gewinnen,
    solange du allein bist.


    Und das hat schon wieder indirekt mit deinem Thema zu tun.

    VanDyck
    Danke für den LInk- hat immer noch was !
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    Aharon Appelfeld

  4. Avatar von Fourthhandaccount
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Ich habe mich mal umfassend mit dem Thema der Erwerbstätigkeit der Frau im Laufe der Geschichte auseinandersetzen müssen. Daher auch meine Kenntnisse darüber, dass es entgegen der Wahrnehmung sehr wohl üblich war, dass Frauen erwerbstätig waren.
    Diese Erwerbstätigkeit ist aber nicht vergleichbar mit dem, was wir heute kennen. Die Frau bekam früher ihren Lohn nicht selbst, oder wenn sie mehr oder weniger selbstständig arbeitete, hatte sie meist einen männlichen Gehilfen, der die Gelder eintreiben ging. Daher wurde die Frau und die von ihr ausgeführte Tätigkeit ganz anders gesehen, als die der als Händler, Kaufmänner etc. auftretenden Männer. Selbst in der Prostitution machte dies nicht halt - wenn dort auch häufig auf eigene Rechnung arbeitende Frauen anzutreffen waren.

    Wie ich schon schrieb, war das "Mitarbeiten" der Frau üblich, wurde als selbstverständlich und eben nicht als Arbeit angesehen. Sondern als das, wozu die Frau da war. Dem Mann zu dienen. Vergleicht man nun die von Dir aufgeführten Berufe, sind es typische Berufe, die aus Tätigkeiten entstanden sind, die früher die Ehefrau eines Händlers, Schankwirtes, eines Poststationbetreibers etc. innehatte. Zu den pflegerischen Tätigkeiten wurde schon geschrieben, dass in der Gesellschaft das Denken fest verwurzelt war und ist (!), dass Pflegen den Frauen in die Wiege gelegt worden ist. Erziehung auch. Daraus wird gefolgert, dass dies keine zu erlernende Tätigkeit im eigentlichen Sinne ist.

    Hinzu kommt die Diskrepanz "denkende" und "ausführende" Tätigkeit. Nicht vergessen, dass es diese auch bei typisch "männlichen" Berufen gibt. Der Müllmann wird eher nicht so hoch angesiedelt, wie der Planungsingenieur. Oder auch "nur" der Bauzeichner.

    Frauen haben irgendwo auf ihrem Weg versäumt, für ihre Belange zu kämpfen. Sie lassen sich mit Bezahlungen für Ganztagesjobs abspeisen, da würde kein Mann für aufstehen. Friseurin ist wohl das beste Beispiel. Dann wird eben keine mehr Friseurin, wie kann ich dieses Berufsbild mit der Bezahlung überhaupt ins Auge fassen? Da es aber so viele Mädels so unbedarft tun ...
    Die Arche wurde von Laien gebaut, die Titanic von Fachleuten | Unbekannt

    Hoffnung ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert | Nietzsche
    Kein Wunder, dass er in der Anstalt landete ...

  5. Avatar von Coco-Lores
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Zitat Zitat von heidpofferl Beitrag anzeigen
    Es war schwierig genug sich zu engagieren weil man die dazu benötigte Zeit ja aus der Freizeit abzwacken mußte (...) sobald es um Dinge ging die Anstrengung und offenes Eintreten für gemeinsame Interessen benötigte war der überwiegene Teil der Kolleginnen sehr rasch weg.
    na kein wunder, wenn man neben der arbeit auch noch die familie versorgt.
    darüber hinaus noch gewerkschaftsarbeit ist ein dicker brocken.

    ups, wurde schon oben erwähnt.
    Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina
    Geändert von Coco-Lores (29.05.2013 um 18:57 Uhr)

  6. Avatar von Fourthhandaccount
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Ja, sicher. Aber glaubt ihr wirklich, die Männer werden für unsere Rechte einstehen? Nein, sicher nicht. Also bleibt die andere Möglichkeit. Die Männer sind die Väter, da müssen sie mal 50 % ran. Warum setzen Frauen das nicht von Anfang an durch? Mein Verdacht - weil es einigen immer noch sehr bequem ist, in der zweiten Reihe zu stehen. Bis es zur Scheidung kommt. Dann wird es etwas unbequemer.

    Frauen anderer Generationen haben deutlich mehr einsetzen müssen, als ihre Bequemlichkeit und Freizeit.
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  7. Avatar von Opelius
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Ich habe jahrzehntelang in einem Bereich gearbeitet, der als typischer Frauenberuf gilt.
    Unser Verein hatte 240 Mitarbeiter, davon nur 30 Männer. In der Mitarbeitervertretung saßen 6 Männer und 2 Frauen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  8. Avatar von Fourthhandaccount
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Unfassbar. Da muss man dann auch sagen, Mädels, bitte, was läuft da schief?

    PS: Und dazu passt Deine Signatur. Die Frauen stolpern nicht ...
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  9. Registriert seit
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Es sind ja nicht nur die Kolleginnen mit Familie die sich nicht für ihr berufliches Leben intensiv einsetzen,es gibt ja auch welche ohne Familie und die sind auch nicht engagierter.Es ist sehr oft so dass eben mit dem Hinweis auf fehlende Zeiten( weil man ja noch viele andere Dinge zu tun hat)gar nichts gemacht wird und gehofft wird dass das irgendwer irgendwann irgendwo tut.
    Familie oder keine hat in meinen Augen sehr wenig mit der fehlenden Energie sich um die eigenen Belange zu kümmern zu tun.Es ist eher eine beliebte Ausrede,da stimme ich Fourthhandaccount zu;es wird eher darauf gewartet dass sich von selber die Dinge regeln.Warum auch,es ist ja keiner da der sich wehrt-oder fast keiner.
    Mich haben übrigens meine drei Kinder auch nicht gehindert mich gewerkschaftlich zu engagieren,ich hatte allerdings einen Partner der da mitzog und mich unterstützte.

  10. Avatar von Fourthhandaccount
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    AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!

    Erfahrungsgemäß sind die ohne Familie, sprich mit Mann, aber ohne Kinder, auch damit beschäftigt, 6 Monate des Jahres für das Finanzamt zu arbeiten. Sie haben auch keinen einfachen Job. Dennoch, Frauen müssen meiner Meinung nach deutlich mehr Verantwortung auf die Väter, die Ehemänner "abwälzen" und sich Freiräume erschauffeln. Und dies muss von Anfang an definiert sein.
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