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06.06.2013, 23:08Inaktiver User
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
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06.06.2013, 23:39
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
Was mich fasziniert ist, daß das auch andersrum läuft. Habe ich ja schon erwähnt, die Ausbildung, die ich gemacht habe, war noch zehn Jahre vor meiner Zeit nur für Mädchen. Zu meiner Zeit war der Frauenanteil 20%. Zwölf Jahre später wird der Job in der Tarifklassifizierung wesentlich aufgewertet und der Abschluß dem eines Uni-Absolventen gleichgestellt.
Ich habe den Eindruck, daß das Auftreten von Frauen nicht die Art von Signalen aussendet, die gesellschaftlich als "ich weiß was ich tue, und ich bin gut" gewertet werden, und zwar auf allen Ebenen. Und man kann nicht einmal sagen, "Frauen, legt euch ein anderes Auftreten zu", denn das wird leicht als unweiblich empfunden und dann wieder entsprechend als Rollenbruch benachteiligt. Wie frau es macht ist es verkehrt.
*Das* ist aber eine Stelle, wo m.E. Vorkämpferinnen helfen, die in einem Bereich (Team, Abteilung, Betrieb) eine brauchbare Art defininert haben, wie Frauen auftreten und Kompetenz zeigen können, ohne durch den Rollenbruch Verwirrung und Ablehnung zu erzeugen.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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07.06.2013, 00:31
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
Das mit dem polnischen Radio habe ich leider nicht mehr gefunden, aber dafür 50%. Die Seite zählt weibliche Sprecher auf Konferenzen. Jeder kann zählen und einfach per Email die Zahlen weiterleiten. Das thematisiert insbesondere die Vorbildfunktion die wildwusel anspricht. Mich nervt es auch immer wieder wenn Konferenzen oder Talkshows mit lauter Männerexperten gefüllt sind, die versuchen einem die Welt zu erklären. Irgendwie kann man das nicht mehr ernst nehmen.
Die Konferenzorganisatoren werden dann angeschrieben, mit Verlinkung auf Datenbanken (binders full of women
) in denen Expertinnen gelistet sind, die sie einladen können, zu egal welchem Thema. Je mehr verschiedene besonders frauenrelevante Themen eingereicht werden desto interessanter wird es. Der Blog ist noch recht neu.
Ganz gute Sache finde ich, auch wenn die Extrabehandlung nervt, aber scheinbar stehen die meisten ja auf den Schläuchen (die armen). Was will man machen.50 Prozent ist ein Projekt von Anne Roth und dokumentiert, dass und wie sehr Frauen* als Rednerinnen bei Konferenzen, Podien, bei Talk-Shows und anderen öffentlichen Veranstaltungen unterrepräsentiert sind. Rednerinnen und Redner werden pro Veranstaltung gezählt und als Prozent-Anteil veröffentlicht.
Außerdem gibt es hier Material über Initiativen, die das ändern wollen, über die Ursachen und über gute Beispiele. Gelegentlich finden Konferenzen, sie hätten keinen Änderungsbedarf und erklären das auch. Auch das wird hier dokumentiert.
Wer mitzählen möchte, ist herzlich eingeladen – eine Mail genügt. Das gilt auch für Hinweise auf besonders erschütternde Beispiele oder gute Ideen.
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07.06.2013, 00:38
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
...auf der Seite viel mir auf den ersten Blick das hier auf:
Als gäbs keine weiblichen Wissenschaftler in dem Sektor, und dann über Partizipation und Transparenz reden. Soviel Absurdität muss man erstmal hinkriegen.Partizipation und Transparenz in der Wissenschafts- und Forschungspolitik, 31. Mai 2013, Berlin
Es reden:
11 Männer, eine Frau, ein Moderator und eine Moderatorin = 14 Prozent Frauen
oder:
Gibt keine Belletristikschreiberlinen, nö und das obwohl doch jeder so gerne ruft: "die ganzen Frauen die Literatur studieren, selbst schuld wenn ihr nichts verdient". Es ist so langweilig, dass ich ganz schnell ins Traumland entschwinde.Piper Verlagsprogramm Belletristik/Hardcover Herbst 2013: 28 Titel insgesamt, davon 7 von Frauen = 25 Prozent
Gute nacht!Geändert von _Farmelli (07.06.2013 um 00:58 Uhr)
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07.06.2013, 01:06
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
unterschwellig?
Bei 60% weiblichen Examenabsolventen und 42% weiblichen Krankenhausärzten müssen die schon kräftig mit beiden Beinen auf der Leitung stehen. Frage wäre wie sie es mit verstopfter Leitung in die Position gebracht haben.
Achso, stimmt in leitender Position an den Unis sind nur 12% Frauen zu finden. Vielleicht brauchen die werten Herrn Chefärzte ne Sehverstärkung?
Heute kann man sich das Sehdefizit lasern lassen. Nennt sich Fortschritt. Heidenö, echt ne.
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07.06.2013, 08:48Inaktiver User
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
In meinen Augen hat das aber auch damit zu tun, dass "klassisches" weibliches Verhalten - also soziales Engagement, Kindererziehung, Pflege, tendentiell ausgleichendes Verhalten (?) - heute sehr negativ gesehen wird, vor allen Dingen bei Frauen und von Frauen selbst.
Ich habe mich als Frau noch niemals in der Opferrolle gesehen sondern empfinde vieles was ich an mir als "typisch weiblich" erlebe als Stärke. Ich arbeite auch in einem frauendominierten Bereich, aber verdiene gar nicht schlecht. Sicher kann man mir "vorwerfen", dass ich meine Ziele nicht vollends dem Mammon untergeordnet habe, aber was ist daran schlecht?
Ich glaube schon, dass wir derzeit eine extrem starke Bewertung von Erwerbstätigkeit haben, sehr sehr materiell orientiert sind und in der Tendenz zu Einzelkämpfer(inne)n werden.
Gut, ich bin vermutlich eher konservativ, finde Familie, Verbindlichkeit und Zeit für die Familie einen großen Wert. Und finde extrem viele Menschen extrem überbezahlt .... aber gerade diese fühlen sich oft als Opfer, denn es gibt ja immer eine(n) der noch mehr verdient.
Ich kenne diese Stellschraube im Kopf auch, aber genau diese führt meines Erachtens eher zu einem Auseinanderdriften der Gesellschaft, stetigem Wettbewerb und Verdrängung derer, die eben nicht mithalten können.
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07.06.2013, 09:03
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
Wer spricht, will verstanden werden. Das gilt in gewissem Rahmen auch für nonverbale Kommunikation. Jemand, der den Blick senkt, wenn man ihn (sie) ansieht, jemand der (die) lächelt, wenn man seine (ihre) Grenzen verletzt, jemand, der auf sachliches Lob mit Abwehr reagiert, kommuniziert, falls das Ziel ist, respektiert und ernstgenommen zu werden, nicht zielgerichtet. Ist das Ziel dagegen, unbedrohlich und harmlos zu erscheinen, ist die gewählte "Ausdrucksweise" die richtige.
Wenn beide Ziele gleichzeitig erreicht werden sollen, wie es eben die Gesellschaft von Frauen viel zu oft erwartet, ist das ein Problem. Man (frau) kann eben nicht gleichzeitig sagen "Ich bin wichtig, respektiere mich und nimm mich ernst" und "ich bin unbedeutend und stelle für niemanden eine Bedrohung dar."
Im Tierreich ist das leichter, weil es da im Allgmeinen nicht vorkommt, daß ein anderes Tier sowohl Räuber wie auch Beute wie auch potentieller Elter zukünftiger Junger ist.
Diese Mißachtung von allem, was sich nicht in harter Pekunie ausdrücken läßt, und die Abwertung von Solidarität heutzutage finde ich auch ausgesprochen bedrohlich und eine mißratene, zynische und faule Philosophie. Allerdings kann ich mit Blick auf den Status von Frauen in der Vergangenheit nicht sagen, daß sie spezifisch Frauen benachteiligt -- ich finde, sie benachteiligt uns alle. Gegen so eine Strom aus juristisch kodiertem Zeitgeist zu leben, ist eine große Herausforderung, und auch diese ist für Frauen doppelt schwer, denn für sie ist die Alternative oft nur eine andere, überlieferte Form der Fremdbestimmung, die, selbst wenn als Rebellion gedacht, nicht als solche wahrgenommen wird.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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07.06.2013, 09:19Inaktiver User
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
Da komme ich jetzt wieder nicht ganz mit.
Die Aussage "Ich bin wichtig, respektiere mich und nimm mich ernst" ist für mich eine grundlegend menschliche und die sollte jeder für sich in Anspruch nehmen.
Ich sehe auch überhaupt nicht, was an Grenzen setzen unweiblich sein soll?
In jeder Beziehung - ob als Partnerin, Mutter, Chefin oder Angestellte - muss man dies tun.
Die Aussage "Ich bin unbedeutend" empfinde ich ebenfalls nicht als typisch weiblich.
Wie kommst Du darauf? Oder verstehe ich jetzt etwas falsch?
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07.06.2013, 09:44Inaktiver User
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
Ich glaube solche Sätze meine ich mit der permanenten Opferrolle.
Für Frauen ist immer alles gleich nochmal doppelt schwer.
Puh, klar, das einem da die Lust vergeht, was zu bewegen.
Ich kann das nicht nachvollziehen.
Für mich war nie etwas doppelt so schwer wie (beispielsweise) für meinen Bruder.
Ich bin einfach ein anderer Mensch. Das ist alles.
Ich möchte da gerne mal raus aus dieser permanenten Opferrolle.
Wie war das noch: Männer haben's schwer, nehmen es leicht?
Aber ich glaube auch Männer entdecken gerade die Opferrolle zunehmend für sich.
Ich erinnere mich noch über die großen Beschwerden als eine zeitlang die TIEFs im Wetterbericht nach Frauen benannt waren und die HOCHs nach Männern. Ist nach Beschwerden von Frauen, die sich diskrminiert fühlten geändert worden. Ich dachte eigentlich: Mensch, so ein TIEF ist doch etwas starkes und kraftvolles, hätten sich doch genau so gut die Männer beschweren können.
Aber ich wette (einige) Frauen hätten sich genauso beschwert wenn es umgedreht gewesen wäre.
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07.06.2013, 10:45Inaktiver User
AW: "Frauenberufe" - warum so wenig angesehen ?!
Ich würde gar keinen Vergleich benötigen aber es wurde ja immer verkauft, daß Frauen viel besser wären in diesen Dingen, sei es Verhandlungsgeschick oder Organisationstalent. Und sie wären fairer im Umgang usw.
Ich hingegen stelle fest, daß dem mitnichten so ist.
Na ja behauptet wird viel und viele plappern einfach ein Ergebnis einer Studie nach, die sie nicht mal selbst im mindesten verstehen, schon gar nicht wie die Fragestellung und Interessenslage ist.Es gibt konkrete Zahlen die dokumentieren, dass Frauen nach wie vor 20 Prozent weniger verdienen als Männer in vergleichbarer Position. Das ist so und hat nichts mit Wahrnehmung zu tun.
Ich kanns nur nochmal sagen, nicht jeder Mann bekommt trotz selben Job das selbe Gehalt. Und auch das Gefälle von 20% ist so überhaupt nicht stimmig schon gar nicht über alle Betriebe hinweg.
Weißt Du wo es am meisten zu ungerechten Bezahlungen kommt? Bei den öffentlichten Berufszweigen. Gerade, die die am meisten für Gerechtigkeit tun könnten und das auch einfordern halten sich am wenigsten dran.
Frauen finden sich viel zu wichtig das ist mein Resümee.Du bist aber lustig. Frauen werden schlechter bezahlt, Frauenberufe sind weniger anerkannt und Frauen finden schwerer Zugang in höhere Etagen. Trotz hoher Qualifikation. Das liegt zum Teil durchaus an der gläsernen Decke, deren Existenz häufig abgestritten wird. Wenn Du das alles ausschließen möchtest, braucht man gar nicht drüber sprechen.
Ich könnte Dir genausoviele Negativbeispiele über Männerberufe aufzählen aber Frau sieht ja nur ihre Benachteiligung. Mir ist das ehrlich gesagt zu langweilig.
Trotz hoher Qualifikation erreicht auch nicht jeder Mann die Vorstandsetage. Was soll denn der Käse. Die gläserne Decke existiert doch für Männer genauso. Aber Frau meint sie wäre der Nabel der Welt und hätte Anspruch auf was weiß ich nicht alles.
Mir stinkts auch beispielsweise, daß Investmentbanker absahnen über meine Steuergelder saniert werden und ich nur einen Bruchteil dessen verdiene. Meine Güte ich könnte auch ständig jammern wie schlecht es mir geht, daß mein Job nicht anerkannt ist, daß ich nicht im Vorstand sitzte obwohl ich meine meine Qualifikation würde dafür ausreichen. Diese Anspruchshaltung, daß jeder für irgendwelche Managerposten qualifziert sein soll finde ich ist Ausdruck einer kindlichen Vorstellung.
Wir haben kein Geschlechtsproblem sondern ein Gesellschaftsproblem und dabei mischen alle kräftig mit.
Die Anerkennung was welcher Beruf wert ist passiert nicht ausschließlich geschlechtsspezifisch.
Solange Frau ihren Arsch nicht aus dem Loch bekommt und immer die Schuld bei Männern sucht wird sich nicht wirklich was ändern. Aber ist praktisch wenn man ein Feindbild hat dann muß man selbst nix machen und kann Forderungen aufstellen und rummosern.



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