+ Antworten
Seite 6 von 13 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 128
  1. gesperrt
    Registriert seit
    09.08.2012
    Beiträge
    7.668

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    weiterhin ihr eigenes Modell von Familie und Beruf in Einklang zu bringen versuchen.
    Was ist mit den frauen, die keine Familie wollen und trotzdem unter "vorsicht Bombe die Frau kann ein Kind bekommen" leiden und keinen Job bekommen?

    Passiert alltäglich.
    Ihr findet das ok, dass das praktiziert wird, weil jede Frau wirklich eine Gefahr für die armen Firmen ist?


  2. Registriert seit
    01.07.2003
    Beiträge
    2.277

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist mehr oder weniger das Credo des Buches. Sandberg sagt, dass Furcht an der Wurzel vieler selbst-errichteter Barrieren steht, die Frauen davon abhalten zu erreichen, was sie wollen: die Angst vor der falschen Entscheidung, die Angst vor Versagen, die Angst eine schlechte Mutter/Ehefrau zu sein.Und damit hat sie recht.
    Woher weiß Sandberg das, schreibt sie das? Hat sie Frauen gefragt oder sind das Spekulationen? Woher weiß sie, dass Frauen zwar wollen, aber sich nicht trauen?

    Sie scheint ihre eigene Laufbahn für so erstrebenswert zu halten, dass sie sich wohl nur schwer vorstellen kann, dass die überwiegende Mehrheit der Frauen nicht aus Angst, sondern aus mangelndem Interesse eine Karriere ablehnen, die das Opfer verlangt, das komplette Privatleben dem Job unterzuordnen.

    In diesem Zusammenhang finde ich es geradezu dreist, damit zu kokettieren, nur von acht bis achtzehn Uhr zu arbeiten. Wann hat sie denn dann das Buch geschrieben? Oder durfte das ihre Assistentin morgens um vier erledigen?


  3. Registriert seit
    22.02.2007
    Beiträge
    3.567

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    hier ein Artikel zum Thema

    Facebook-Managerin für Frauenkarrieren: Gegen die Bremse im Kopf - Beruf & Chance - FAZ

    Wie Sarah Blaffer Hrdy in ihrem Buch "Mutter Natur" zeigt, gibt es beim Menschen kein stereotypes "mütterliches" Verhalten, sondern viele verschiedene Strategien, das Leben mit Kindern zu leben (unter anderem seit kurzem durch bewußten Verzicht auf Kinder). Die Auswahl der Strategie wird (unbewußt) durch gesellschaftliche Randbedingungen und individuelle Prädispositionen beeinflußt. Zu letzteren gehört das Gefühl, wie ein Leben mit Kindern gelebt werden sollte (als individuelles Bedürfnis).

    Das ist es auch, was Anne-Marie Slaughter meinte mit ihrem "Why women still can't have it all":

    Why Women Still Can?t Have It All - Anne-Marie Slaughter - The Atlantic

    Wer eine wirkliche Karriere plant, wird dafür viele Jahre 80 und mehr Stunden pro Woche arbeiten müssen. Wer sich zusätzlich nicht damit begnügen will, seine Kinder an Arbeitstagen eine Stunde pro Tag zu sehen, benötigt daher einen Tag, der deutlich mehr Stunden hat als 24. Die beiden Bedürfnisse, eine arbeitsintensive Karriere und (viel) Zeit für seine Kinder zu haben, lassen sich nicht parallel verwirklichen. Weder als Mann noch als Frau. Das ändert sich auch nicht durch optimale Betreuungssituationen. Der Einsatz von Dritten ist eine organisatorische Lösung, keine emotionale.

    Solange also beruflicher Aufstieg durch zeitliches Engagement erzeugt wird und der Tag nur 24 Stunden hat, werden Männer und Frauen, die auch viel Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen, vor einem Dilemma stehen. Frau Slaughter z.B. hatte einen Mann, der sich viel Zeit für die Kinder nahm. Einen Beruf, in dem sie viel Geld verdient (und sich daher Betreuung mühelos kaufen kann). Ihren Kindern ging es gut. Trotzdem war sie unzufrieden. IHR fehlte etwas.

    Daher muß die Abwägung, welche Zeit für was eingesetzt werden soll, jeder Mann und jede Frau selbst treffen. Frau Sandberg kann also nur Vorbild für Frauen sein, die eine ähnliche Wichtung der Bedürfnisse Familienzeit und Karriere vornehmen. Für all die anderen stellt ihr Leben keine wirkliche Alternative dar. Ihr Buch ist wichtig, aber nicht verallgemeinerbar.

    Aus dem Artikel: Sandberg nennt es „die wichtigste Karriereentscheidung einer Frau“, wen sie als Lebenspartner wählt. Ziel sei es, jemanden zu finden, der 50 Prozent der Arbeit im Haushalt mache und nicht nur davon rede. Sie selbst habe mit ihrem Mann Dave Goldberg nach einigem Ringen ein solches Gleichgewicht erreicht. Goldberg ist Vorstandschef des Internetunternehmens Survey Monkey, das Paar hat zwei Kinder, die fünf und sieben Jahre alt sind. Sandberg sorgte vor einiger Zeit mit dem Geständnis für Aufsehen, dass sie jeden Tag um 17:30 Uhr das Büro verlässt, damit sie mit ihrer Familie zu Abend essen kann. Nicht so gern spricht sie offenbar darüber, wie viel Hilfe sie von Hausangestellten in Anspruch nimmt. Eine entsprechende Frage in dem „Time“-Gespräch wollte sie nicht beantworten.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  4. gesperrt
    Registriert seit
    09.08.2012
    Beiträge
    7.668

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Wer eine wirkliche Karriere plant, wird dafür viele Jahre 80 und mehr Stunden pro Woche arbeiten müssen. Wer sich zusätzlich nicht damit begnügen will, seine Kinder an Arbeitstagen eine Stunde pro Tag zu sehen, benötigt daher einen Tag, der deutlich mehr Stunden hat als 24. Die beiden Bedürfnisse, eine arbeitsintensive Karriere und (viel) Zeit für seine Kinder zu haben, lassen sich nicht parallel verwirklichen. Weder als Mann noch als Frau. Das ändert sich auch nicht durch optimale Betreuungssituationen. Der Einsatz von Dritten ist eine organisatorische Lösung, keine emotionale.

    Nun, es war jahrtausendelang normal, dass sich dritte um Kinder gekümmert haben: die Großeltern. Die Hausfrau gab es erst seit den 50ern (und davor nun lassen wir das...) und das bevorzugt nur in Westdeutschland.

    Sie ist ein Wohlstandsrelikt.

  5. Inaktiver User

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von Tessa Beitrag anzeigen
    Woher weiß Sandberg das, schreibt sie das? Hat sie Frauen gefragt oder sind das Spekulationen? Woher weiß sie, dass Frauen zwar wollen, aber sich nicht trauen?
    Eigene Erfahrung und ein Haufen an stats.

    Sie scheint ihre eigene Laufbahn für so erstrebenswert zu halten, dass sie sich wohl nur schwer vorstellen kann, dass die überwiegende Mehrheit der Frauen nicht aus Angst, sondern aus mangelndem Interesse eine Karriere ablehnen, die das Opfer verlangt, das komplette Privatleben dem Job unterzuordnen.
    Vergebung aber was fuer ein Bloedsinn, Strang lesen hilft. Ich habe bereits weiter vorn erklaert, dass die angloamerikanische "career" nicht ist, was wir im deutschen unter "Karriere" verstehen. Ebenso habe ich bereits gesagt, dass es eben nicht Sandberg's Aussage ist, jeder muesste und koennte nur mit grossem Erfolg im Beruf gluecklich werden.

    In diesem Zusammenhang finde ich es geradezu dreist, damit zu kokettieren, nur von acht bis achtzehn Uhr zu arbeiten. Wann hat sie denn dann das Buch geschrieben? Oder durfte das ihre Assistentin morgens um vier erledigen?
    8 bis 18 Uhr sind zehn Stunden - arbeitest du so lange? Und wie lange arbeitet die Assistentin? Gibt es irgendwo einen Hinweis, dass die auch bis 1800 Uhr arbeitet?

  6. Inaktiver User

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    [...] Der Einsatz von Dritten ist eine organisatorische Lösung, keine emotionale.
    Danke!

  7. gesperrt
    Registriert seit
    09.08.2012
    Beiträge
    7.668

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Nicht so gern spricht sie offenbar darüber, wie viel Hilfe sie von Hausangestellten in Anspruch nimmt. Eine entsprechende Frage in dem „Time“-Gespräch wollte sie nicht beantworten.[/I]

    Hans
    Was ist daran so hervorhebungswert...würde ich auch machen, wenn das Geld dazu reicht.

  8. Inaktiver User

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    .

    Liebe tomirke,
    ab einem gewissen level gibt es networking und diese jobs werden sich untereinander zugeworfen.z.b. Mc kinsey unterhält so ein netzwerk und jeder ,der mal dort gearbeitet hat ,kann global durch diese art von network jobs bekommen,die nicht mal ausgeschrieben werden,nehm ich mal an ?
    Ich weiss nicht, wieso hier so getan wird als sei dieses Netzwerk etwas, was manchen bevorzugten in die Wiege gelegt wird. Natuerlich gibt es ein McKinsey-Alumni Netzwerk. und natuerlich gibt es ab einem Gewissen Level nur noch einen ueberschaubaren Kreis von Leuten, die sich untereinander kennen, weil man eben schon mit ihnen gearbeitet hat.

    Nur muss man da ja auch erst mal hinkommen.

    Einen Job bei McKinsey gibt es auch nicht so einfach. Erfolgreich dort sind auch nicht alle.

    Fuer all das muss man nun mal auch Koennen haben und beweisen.

    Gerhard Schroeder zum Beispiel kam aus einer Arbeiterfamilie mit einer alleinerziehenden Mutter. Das er Bundeskanzler wurde hatte sicher nichts mit seiner Herkunft und einem angeborenem Netzwerk zu tun..

  9. Inaktiver User

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sandberg stammt aus kleinen, juedischen Verhaeltnissen.
    [...]
    Die Mutter war Lehrerin und der Vater praktiziert als Augenarzt in einer Privatpraxis. Mit Schwerpunkt auf kosmetischen Korrekturen am Augenlid. Das klingt nach gehobener Mittelschicht oder Oberschicht, aber keinesfalls nach "kleinen Verhältnissen".


  10. Registriert seit
    22.02.2007
    Beiträge
    3.567

    AW: Sheryl Sandberg erhöht den Druck auf die Frauen

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Nun, es war jahrtausendelang normal, dass sich dritte um Kinder gekümmert haben: die Großeltern. Die Hausfrau gab es erst seit den 50ern und das bevorzugt nur in Westdeutschland.

    Sie ist ein Wohlstandsrelikt.
    Nein, das ist so nicht richtig.

    Die nicht arbeitende Hausfrau, die sich um Kinder und Haushalt kümmerte, gab es seit etwa 1750, zuerst im Großbürgertum. 1950 war sie in voller gesellschaftlicher Breite vorhanden (in Deutschland und Westeuropa/USA).

    In den Zeiten davon haben sich AUCH dritte um die Kinder gekümmert. Mal mehr, mal weniger. Bei den Nomadenvölkern z.N. fast ausschließlich die Mütter, im Frankreich des 18. Jh z.B in erster Linie bezahlte Ammen.

    Da bis zur Moderne die allermeisten Frauen im Haus (oder auf angrenzenden Feldern) gearbeitet haben, waren die Kinder im "Berufsleben" der Frauen (und vieler Männer) präsent. Und da die Anforderungen an Kindererziehung vielfach minimal waren, reichte die Anwesenheit aus zum "Kümmern".

    Heute stellen Kinder vor allem einen emotionalen Wert dar (nicht umsonst heißt eine einflußreiche soziologische Familientheorie "value-of-children-theory"). Dieser erschließt sich für viele Frauen aber nicht nur durch die pure Existenz von Kindern, sondern durch das Leben mit Kindern. Manchen Männern geht es ebenso. Für diese ist echte Karriere (wenn sie dies wollen) und Familie prinzipiell unvereinbar. Für andere ist sie prinzipiell vereinbar, in Deutschland stehen "nur" häufig lebenspraktische Probleme dagegen.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

+ Antworten
Seite 6 von 13 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •