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  1. Avatar von Brausepaul
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Kinderbetreuung gut und schön, aber es ist immer was, und es kann nicht sein dass man als Elternteil das Gleiche im Job zu leisten hat wie jemand ohne Kind. Das seh ich als Aufgabe der Gesellschaft, das anzuerkennen, dass du halt egal wie engagiert du bist immer mal ausfallen wirst, weil keine Krippe dein Kind mit Fieber oder Brechdurchfall betreut, und wenn du selbst noch so perfekt organisiert bist.
    Na ja, das ist aber eine ziemlich einseitige Sicht.
    Wir haben z.b. einen Anteil von über 50% beiden Teilzeitmüttern.
    Das ist verdammt viel und führt regelmäßig zu Ärger.
    Oder wie eine kinderlose Kollegin mal etwas provokant zu einer Mutter sagte "Ich bin nicht dafür da ständig deine Termine wahrzunehmen und Überstunden zu machen, nur weil du dein Karriere/Mutter Ding durchziehen willst. Du kannst es dir aussuchen ich nicht."

    Rücksicht ist gut und notwendig, aber gibt auch Grenzen.
    Familienplanung ist eine freiwillige Entscheidung. Es darf nicht so weit gehen, dass andere dafür (im Übermaß) die Zeche zahlen, zumal auch nicht jede(r) freiwillig kinderlos ist.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -

  2. Inaktiver User

    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von Brausepaul Beitrag anzeigen
    Familienplanung ist eine freiwillige Entscheidung.
    Das ist richtig - trotzdem ist es gesellschaftliche Aufgabe, das zu unterstützen. Schau mal in die Verfassung...

    Aber da haben wir doch das Problem: sind jetzt die Mütter Schuld oder nicht eher ein System, was unerwartete Überstunden als ganz normal vorraussetzt, ohne dafür Springer oder was auch immer einzuplanen?? Ständige Überstunden sind für mich ein Zeichen eines schlechten Managements, und vielleicht wär es sinnvoller daraus Arbeitsplätze zu generieren.

    Genau wie ich mich nämlich an die Vereinbarungen in meinem Arbeitsvertrag halte, so viel Geld für so viele Stunden, genauso hat sich auch der Arbeitgeber dran zu halten. Ich forder ja auch nicht einfach mal so mehr Geld - wieso soll ich dann einfach so immer mehr arbeiten als vereinbart?

    Und: wo sind denn die dazugehörigen Väter?? Alle außerstande auch mal ein Kind abzuholen??

  3. gesperrt
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber doch nicht, weil man drei oder fünf von vierzig oder fünfzig Jahren nicht vollzeit arbeitet?

    Das muss man doch einfach mal hinterfragen. Für mich gälte das nur, wenn Mütter nach der Geburt des ersten Kindes nie mehr wieder im erlernten Beruf arbeiten würden - und nicht wie zumindest in meinem Umfeld die allermeisten nach ein paar Jahren zumindest wieder halbtags arbeiten. Wieso ist das totes Bildungskapital, wenn ich "nur" 25 oder 30 Wochenstunden arbeite - wer definiert denn so einen Schwachsinn????

    Ich glaube auch nicht, dass das unser größtes Problem ist.

    Nicht wenige Frauen haben große Unlust den Wahnsinn mitzumachen: Kinderbekommen, auf der Verantwortung sitzenbleiben, Kinder ohne Vater aufziehen, Selbst versorgen und weniger Rente und dann auch noch schief von allen beurteilt werden, wenn man zurück in den Job geht, hardcoreblicke an der supermarkttheke, weil alle beurteilen, wie man das Kind im Griff hat. Gemaule von den Nachbarn wegen Babygebrüll...etc...

    Unser komplettes Rentensystem ist allerdings darauf ausgerichtet, dass die gleiche Anzahl der Leistungsträger für die gleiche Anzahl an Leistungsempfänger in die Rentenkasse einzahlt. Ähnliches gilt für die gesetzliche Krankenkasse. Wenn diese Nebenkosten immer mehr steigen, wandern immer mehr Arbeitsplätze ins Ausland ab.

    Dieses Gleichgewicht kippt durch die sinkende Geburtenrate. Genau deshalb ist es auch für die Politik interessant, Kinder zu bekommen auf irgendeine Art und Weise interessant zu machen. Das allerdings einseitig nur bei Frauen zu praktizieren halte ich für...verbesserungswürdig.


    Eine Lösung habe ich allerdings nicht. Ich weiß überhaupt gar nicht, wie und warum oder wieso das Versorgermodel für Männer so interessant ist. Weil ich es nicht nachvollziehen kann, wo das Problem liegt.

    Geändert von _Farmelli (05.01.2013 um 20:52 Uhr)

  4. Avatar von Brausepaul
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber da haben wir doch das Problem: sind jetzt die Mütter Schuld oder nicht eher ein System, was unerwartete Überstunden als ganz normal vorraussetzt, ohne dafür Springer oder was auch immer einzuplanen?? Ständige Überstunden sind für mich ein Zeichen eines schlechten Managements, und vielleicht wär es sinnvoller daraus Arbeitsplätze zu generieren.
    Es geht nicht um Schuld, sondern darum für alle vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen.
    Bei uns ist es die hohe Anzahl von Müttern. Wären es - sagen wir mal - nur 25% liesse sich das noch managen.
    Und neue Arbeitspätze ... tja, in einem Konzern kann man da sicher flexibler sein, aber bei einem realativ kleinen mittelständigen Unternehmen, dass ohnehin kämpfen muss, kann man nicht einfach neue Stellen schaffen.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -

  5. Inaktiver User

    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber doch nicht, weil man drei oder fünf von vierzig oder fünfzig Jahren nicht vollzeit arbeitet?
    .
    Das Problem ist, fuerchte ich, nicht mal drei oder vier von vierzig Jahren. Das Problem ist doch haeufig, dass du eine kostspielige Ausbildung machst (die gibt es ja nicht umsonst), dann drei Jahre arbeitest, dann ein Kind kriegst. Drei Jahre aussetzt, in dieser Zeit sich eventuell das zweite anmeldet, also noch mal drei Jahre aus dem Job raus, das sind dann schon sechs Jahre. Frauen haben es eh schwerer (sagt die OECD) nach der Uni/Ausbildung einen Job zu kriegen, jetzt steht da eine Mitt-Dreissigerin mit zwei Kindern und einer sechs-jaehrigen Pause im Nacken. Die Wahrscheinlichkeit, qualifizierte Arbeit zu finden ist relativ gering. Und damit ist natuerlich die teure Ausbildung, die nie oder kaum genutzt worden ist, fuer die Katz' gewesen. Und das ist ein volkswirtschaftliches Problem.

    Kinderbetreuung gut und schön, aber es ist immer was, und es kann nicht sein dass man als Elternteil das Gleiche im Job zu leisten hat wie jemand ohne Kind. Das seh ich als Aufgabe der Gesellschaft, das anzuerkennen, dass du halt egal wie engagiert du bist immer mal ausfallen wirst, weil keine Krippe dein Kind mit Fieber oder Brechdurchfall betreut, und wenn du selbst noch so perfekt organisiert bist.
    Das sehe ich anders. Eingestellt wird jemand als Arbeitskraft, nicht als Mutter oder Vater, selbstverstaendlich hat der/diejenige das gleiche zu leisten wie jemand ohne Kind. Es kann nicht mein Problem das andere Menschen Kinder Brechdurchfall haben; es kann auch nicht meine Aufgabe sein, mehr oder weniger regelmaessig die Arbeit eines anderen mitzumachen, weil dieser andere Kind haben und Karriere machen wollte. Das ist genau der Punkt wo ich sage: Wenn man beides will, dann muss man Fremdbetreuung in Anspruch nehmen. Oder eben nur eines von beidem machen.

    Und nur um das klarzustellen, "mal" einzuspringen ist kein Problem. "Mal" wird auch fuer mich eingesprungen, weil ich einmal im Jahr eine Grippe habe. Aber das ist eben einmal im Jahr.

    Wenn man Kinder hat, dann aendert sich grundsaetzlich etwas. Ich begreife eigentlich nicht, wie man dann erwarten kann, dass alles so weiter laufen soll wie bisher - und das Umfeld soll das moeglich machen, ob es will oder nicht.

  6. Inaktiver User

    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn man Kinder hat, dann aendert sich grundsaetzlich etwas. Ich begreife eigentlich nicht, wie man dann erwarten kann, dass alles so weiter laufen soll wie bisher - und das Umfeld soll das moeglich machen, ob es will oder nicht.
    Aber das meine ich doch: das löst man aber nicht durch immer noch mehr Fremdbetreuung, das ist total kurzsichtig und funktioniert nicht.

    Es gibt x völlig normale Kinderkrankheiten wo dir die Fremdbertreuung null und nix hilft, daher bin ich ja dafür die ersten Jahre auszusteigen. Eben weil das alles nicht planbar und nicht organisierbar ist - wieso tut man denn dann ständig als wenn das alles lösbar wäre, hätten wir nur genug Krippenplätze???

  7. gesperrt
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    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und nur um das klarzustellen, "mal" einzuspringen ist kein Problem. "Mal" wird auch fuer mich eingesprungen, weil ich einmal im Jahr eine Grippe habe. Aber das ist eben einmal im Jahr.

    Wenn man Kinder hat, dann aendert sich grundsaetzlich etwas. Ich begreife eigentlich nicht, wie man dann erwarten kann, dass alles so weiter laufen soll wie bisher - und das Umfeld soll das moeglich machen, ob es will oder nicht.

    du vergisst etwas: die Rente, die du einzahlst mit deinem Job, damit bezahlst du die Rente deiner Großeltern. Die Kinder, die da heranwachsen, werden deine bezahlen.

    Es ist nicht so weit hergeholt, nett zu ihnen zu sein. Die zahlen nämlich höchstwahrscheinlich deine Rente ohne, dass sie auch nur einen Cent davon zurückbekommen, was sie da einzahlen.



    Es würde mich freuen, wenn mich jemand vom Gegenteil überzeugen könnte


  8. Registriert seit
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    AW: Mütterquote im Job?

    Minstrel, wie meinst du das genau? Bei wem setzen die Männer weniger durch? Beim Arbeitgeber oder familiär?
    Sowohl als auch. Zumindest behaupten viele, die ich kenne, sie hätten gern mehr Zeit für ihre Familie. Es scheitert aber an der Umsetzung.

    mE brauchen Männer hier mehr Unterstützung und Vorbilder. Und vermutlich sind "Quotenmütter" als Vorbilder eben genau nicht geeignet.


  9. Registriert seit
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    AW: Mütterquote im Job?

    Vergessen wird dabei jedoch, dass jedes Modell fuer die Frau bedeutet "Schluss mich Karriere" weil eben alles ein "Arbeiten light" ist - soll heissen ein 100% einbringen in den Job inclusive Ueberstunden, Fortbildung, etc eben nicht geht wenn ein Kind da ist.
    Sehe ich nicht so. Kommt aber wohl auch drauf an, was man unter "Karriere" versteht. Was bedeutet denn Karriere für Dich?

  10. Inaktiver User

    AW: Mütterquote im Job?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Ich weiß überhaupt gar nicht, wie und warum oder wieso das Versorgermodel für Männer so interessant ist. Weil ich es nicht nachvollziehen kann, wo das Problem liegt.
    Meine Sicht aus der Praxis, im Job (jetzt wieder Vollzeit) und drei Kindern: weil die Anforderungen im Job enorm gestiegen sind - und weil sich Kinder eben nicht so planen und organisieren lassen wie viele meinen.

    Das heißt, es ist ständiger Druck und Stress, wenn zwei Jobs und Kinder und Haushalt vereinbart werden müssen und man ständig alles abstimmen muss und zittern dass ja nicht wieder irgendwas ist was die sorgfältige Planung komplett über den Haufen schmeisst - und umso entspannter, wenn einer eben seine Energie ganz dem Job widmet und der andere dafür Kinder und Haushalt übernimmt. Zumindest solange die Kinder noch klein sind, es spricht ja keiner von dauerhafter Nur-Hausfrau-Tätigkeit.

    Wer das nicht will, der hat halt Stress - aber das Gejammer darüber hab ich echt satt. Man kann halt nicht alles haben im Leben, das ist der Denkfehler, Kinder und Karriere und noch ein entspanntes Dasein.

    Jeder zahlt für seine Entscheidung den Preis, komischerweise höre ich aber dieses Gejammer nie von Eltern, die beruflich mal eine Zeit zurückstecken für Kinder, sondern nur von denen die auf nix verzichten wollen.

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