Ich schlage mal folgendes vor:
Wann immer an Eurem Arbeitsplatz demnächst ein Mann ankündigt, ein Kind zu bekommen, fragt Ihr ihn:
"Herzlichen Glückwunsch. Das ist ja schön. Kommst Du denn dann wieder?"
"Wann kommst Du denn dann wieder?"
" Und hast Du vor, zu reduzieren?" oder wahlweise
"Und zu wieviel % kommst Du wieder?"
"Hast Du denn schon einen Krippenplatz für das Kind?"
Wann immer Ihr bei einem Bewerbungsgespräch mit einem Mann um die 30 dabei seid, sagt Ihr hinterher:
"Ich denke, er passt prima. Allerdings - in dem Alter - man muss halt damit rechnen, dass er bald Kinder bekommt. Da müssen wir dann gucken ob/wie wir das überbrücken können."
Wenn ein Vater für eine Beförderung vorgeschlagen wird, sagt Ihr:
"Ja, ich denke das ist eine gute Besetzung. Es ist halt - naja - er hat Kinder. Wie hat er das eigentlich mit der Betreuung organisiert? Kinder in dem Alter sind ja häufiger mal krank."
Und bitte: sagt das alles möglichst ernsthaft und sachlich.
Wenn in unseren Köpfen ankommt, das beide zuständig sind, kommt es vielleicht auch bald in der Realität an.
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Thema: Mütterquote im Job?
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07.01.2013, 18:30
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07.01.2013, 18:34
AW: Mütterquote im Job?
Nö, aber wenn er ein Kind zeugt, dann sollte bei ihm das gleiche Ausfallrisiko bestehen, wie bei jeder Frau.
Die Geburt und der Mutterschutz drumherum sind nicht das Problem, das sind nur ein paar Monate, das hält jedes Unternehmen aus. Danach: das wird zum Problem. In Dänemark z.B. da hat ein Vater verdammt hohes Risiko, dass er einfach so ausfällt. Die machen das andauernd. Länger.
Null Problem für die Unternehmen.
Warum ist es hier so schlimm?
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07.01.2013, 18:45
AW: Mütterquote im Job?
Genau so! Perfekt!Wir hatten kürzlich die Stelle eines Kollegen neu zu besetzen, es haben sich aber nur jüngere Frauen beworben, und die wir genommen haben ist auch noch verlobt. Meinte meine (kinderlose!) Chefin: egal, wenn wir einen Mann nehmen und der geht in Erziehungsurlaub stehn wir ja auch nicht besser da.
Ich habe kürzlich eine neue Mitarbeiterin angestellt und es war doch tatsächlich die Personalerin (!!!), die nach dem Bewerbungsgespräch auf das Kinderrisiko hingewiesen hat. Fand ich sehr unprofessionell. Meine Chefin hat es auch sofort abgebügelt. Und ich konnte grad verkündigen, ich sei übrigens (zum zweiten Mal) schwanger
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07.01.2013, 19:04
AW: Mütterquote im Job?
Hat er aber nicht. Tut mir leid, ist blöd kann ich verstehen. Aber es ändert nichts. "Sollte" ist kein Argument. Es ist schon vieles getan worden. Das meiste davon finde ich gut. Aber 100%ige Gleichheit (in dem Bereich) geht halt nicht. Da stellt die Biologie ein Bein. Ob man bzw. Frau nun will oder nicht.
Ich halte es auch aus wenn man mir 10 mal mit nem Kochlöffel auf den Kopf haut. Ich will das trotzdem nicht und halte mich von Leuten fern, die dies machen könnten.Die Geburt und der Mutterschutz drumherum sind nicht das Problem, das sind nur ein paar Monate, das hält jedes Unternehmen aus.
Was ich sagen will ist: Der Mutterschutz bringt keine Firma um, bereitet aber Aufwand. Weil die Arbeit trotzdem gemacht werden muss. Also neu strukturieren, andere Mitarbeiter mehr arbeiten lassen usw. Einmal kein Problem. Aber nun stell Dir einen Betrieb mit 30 Angestellten vor und 10 davon sind im Mutterschutz. DAS zu kompensieren ist Aufwand und teuer.
Ist verständlich, wenn ein Arbeitgeber diesen Stress vermeiden möchte, oder? Zumal der Rattenschwanz danach nicht kalkulierbar ist. Arbeitet sie dann Teilzeit? Ab wann? Halbes Jahr? 3 Jahre? Wie zuverlässig?
Da kommt einiges zusammen, was betriebswirtschaftlich schon Bedeutung hat. Das meine ich nicht als Vorwurf. Aber die Biologie macht nun mal Unterschiede, die Folgen haben. Die Folgen sind doof aber das macht sie nicht weg.
Weil der Staat mehr Last auf die Arbeitgeber verteilt als in Dänemark. Und der Arbeitgeber sagt dann "Nö, tu ich mir nicht an. Geht auch anders". Deutschland hat für Mütter einiges getan, damit Mutter zu werden leichter ist. Sie haben nur das "danach auch bleiben" vergessen. Dänemark hat viele Sozialkonstrukte nicht, die es in D gibt. Deshalb müssen dort die Väter mehr mit ran. Weil es keine Wahl gibt. Die haben wir aber hier.Warum ist es hier so schlimm?
Klingt radikal aber... streich alle Förderprogramme, Mutterschutz usw. zusammen. Dann wird die Geburtenrate auf 0.1% sinken. Aber ich wette von diesen 0.1% werden Väter gleich viel machen (außer gebären und stillen) wie Frauen. Weil sie Kinder unter anderen Voraussetzungen bekommen, die keine Wahl lassen und kein Spielraum. Da bekommt man Kinder nicht um auf komplette Familie zu machen, sondern weil es der absolute Herzenswunsch von beiden ist. Nicht "weil es dazu gehört".
Sieht man auch gut in asiatischen Ländern. Die Arbeitsbedingungen sind um ein vielfaches schlechter, soziale Sachen kaum vorhanden... aber die Geburtenrate dort explodiert und Frauen machen gleichzeitig "Karriere" wie der Mann.Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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Schau auf deine Haut und lies
Such wo meine Zunge war
Such mein Lied in deinem Haar
Willst Du mein Gefühl verstehen
Mußt Du Dich in Dir ansehen
Schließ die Augen und Du siehst ich bin in Dir
(c) ASP
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07.01.2013, 19:08
AW: Mütterquote im Job?
Doch doch...die Wahrscheinlichkeit, dass er in Elternzeit geht KANN genauso hoch sein wie bei einer Frau. Wenn Mann will und beide sich abwechseln, jeder ein Jahr Elternzeit und gut ist.
Geht alles. Siehe dieses Beispiel von schnellschnell
Wir hatten kürzlich die Stelle eines Kollegen neu zu besetzen, es haben sich aber nur jüngere Frauen beworben, und die wir genommen haben ist auch noch verlobt. Meinte meine (kinderlose!) Chefin: egal, wenn wir einen Mann nehmen und der geht in Erziehungsurlaub stehn wir ja auch nicht besser da.
Genauso gehts.
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07.01.2013, 19:16
AW: Mütterquote im Job?
Ja und?... der Vater kann doch genauso gut sagen er geht jetzt in Elternzeit. Wo ist der Unterschied.
... deine Logik! Erst die freie Wirtschaft mit der sozialen vermischen und jetzt FrontalBeispiele aus ExKommunistischen Ländern mit immer noch kommunistischer Verfassung.... aber die Geburtenrate dort explodiert und Frauen machen gleichzeitig "Karriere" wie der Mann.
Das kannst du auch in Ostdeutschland und allen ex-kommunistischen Ländern beobachten. China ist da ganz weit vorn. Meist wegen einer flächendeckenden Arbeitsplatzgarantie und Betreuung. Siehe Ex-DDR.
Das liegt allerdings garantiert nicht an weniger Gesetzen.
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07.01.2013, 19:20
AW: Mütterquote im Job?
Was fällt denn für Dich unter "Mutterschutz", Satyr? Unter Mutterschutz im engeren Sinne versteht man nur das Wochenbett. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass so eine Geburt kein Spaziergang ist und man nicht wirklich 2 Tage danach wieder arbeitsfähig ist...streich alle Förderprogramme, Mutterschutz usw. zusammen
Für wie viele Wochen nach der Geburt wäre denn dE eine Krankschreibung akzeptabel? (Es gibt ja schliesslich auch andere Ausfallrisiken über mehrere Wochen.)
Wie gross ist denn diese Wahrscheinlichkeit, dass sich der eigentliche Mutterschutz (d.h. das Wochenbett) von 10 ! Frauen beim selben Arbeitgeber über mehrere Wochen überschneidet??Aber nun stell Dir einen Betrieb mit 30 Angestellten vor und 10 davon sind im Mutterschutz.
Das sind nahezu CH-Verhältnisse (nix für den Mann, 14 Wochen bezahlt für die Frau, davon lediglich 9 Wochen Beschäftigungsverbot).Streich alle Förderprogramme, Mutterschutz usw. zusammen. Dann wird die Geburtenrate auf 0.1% sinken.
Die zusammengefasste Geburtenziffer (ZGZ) entspricht der durchschnittlichen Anzahl Kinder, die eine Frau im Verlauf ihres Lebens zur Welt bringen würde, wenn die altersspezifischen Fruchtbarkeitsverhältnisse eines bestimmten Kalenderjahres zukünftig konstant bleiben würden.
2011: 1.52
Das sind ähnliche Zahlen, wie aus D bekannt.
So einfach ist der Zusammenhang aus Förderung und Wirkung nicht. Da kommt es auch darauf an, wie das System insgesamt gestaltet ist und welche Erwartung die Bürger an staatliche Leistung vs. Eigenleistung haben. Das ist auch zwischen Deutschland und Dänemark nicht vergleichbar.
Meiner unmassgeblichen Meinung nach ist Deutschland ein besonders unglücklicher Mischfall aus dem System Skandinavien (hohe Bereitschaft, Steuern zu zahlen, hohe Erwartung an Transferzahlungen/staatliche Leistungen) und zum Beispiel GB (geringe Bereitschaft, Steuern zu zahlen, geringe Erwartungen an den Staat), resultierend in der Erwartung, dass der Staat alle gesellschaftlichen Probleme lösen möge - wenn möglich durch finanzielle Anreize/Vergünstigungen, aber ohne die Bereitschaft, selbst einen Beitrag dazu zu leisten.
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07.01.2013, 19:22
AW: Mütterquote im Job?
Das Risiko ist natürlich da. Aber es wird nie so hoch sein wie bei einer Frau. Alleine weil ein Mann nicht stillen kann, viele Frauen diese Phase aber nicht verpassen möchten. Dazu kommen eben die ganzen sozialen Konstrukte, von der Politik. Erweiteter Kündigungsschutz, Anspruch auf Teilzeit, "Arbeitsplatzgarantie" usw. usw.
Das war sicher alles gut gedacht, ich verstehe schon den Sinn dahinter. Aber ein Arbeitgeber sieht da nur was alles auf ihn zu kommt. Welche Kosten das verursacht und in wieweit das langfristiges Planen verhindert und das da viele Unsicherheiten für ihn drin stecken.
Vieles davon gibts eben bei Männern nicht. Ergo, weniger Risiko. Da kann sich einiges ändern das sicher auch zum umdenken führt. Aber restlos wird das Risiko nie 50:50 verteilt sein, weil die Biologie am Ende bleibt.
Da sind eher VÖLLIG neue Lebensmodelle gefragt, die den Fokus drauf legen finanziell abgesichert sein zu können, ohne dabei in ein Modell gezwungen zu werden. Aber das ist eh nur Utopie von mir.Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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07.01.2013, 19:29
AW: Mütterquote im Job?
Da fängts doch schon an. Er hat meist die kürzere Elternzeit und NUR die. Die Frau fällt länger aus. Zwar berechtigt aber das im Kontext "Risiko" egal.
Sozialgesetzen und fehlende Wahlfreiheit. Doch, wie kannst Du Dir so sicher sein, das es nicht daran liegt? In fast allen Ländern ohne vergleichbare Sozialgesetze ist die Geburtenrate UND die erwerbstätigenrate von Frauen relativ hoch. Ich finde da drängt sich schon ein Zusammenhang auf.Das liegt allerdings garantiert nicht an weniger Gesetzen.
(Was nicht heißt das ich das für D will.. aber mal drüber nachdenken was man anders machen kann um sich zumindest in dem Teilbereich anzunähern, fände ich nicht verkehrt.)Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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07.01.2013, 19:38
AW: Mütterquote im Job?
Das habe ich nie bezweifelt. Ich will das auch nicht ändern. Es gehört nur zu den Dingen die ich meinte, das für einen AG bei einer Frau das Risiko der Ausfallzeit (inkl. länge) höher ist. Biologisch begründet.
Naja, wie lange hat ein Mann das "Recht" wegen Kind auszufallen? Wenn das Risiko gleich sein soll, muss es halt gleich sein, quasi.Für wie viele Wochen nach der Geburt wäre denn dE eine Krankschreibung akzeptabel? (Es gibt ja schliesslich auch andere Ausfallrisiken über mehrere Wochen.)
Je nach Branche und Firmengröße nicht sooooo gering. Ich kenne das aus der Praxis der Firma eines Freundes.Wie gross ist denn diese Wahrscheinlichkeit, dass sich der eigentliche Mutterschutz (d.h. das Wochenbett) von 10 ! Frauen beim selben Arbeitgeber über mehrere Wochen überschneidet??
Für welches Land meinst Du jetzt? Für Dänemark hatte ich mal andere Zahlen gelesen. Aber wenn man dazu die Einwohnerzahl in Dänemark mit der in D vergleicht, ist 1,52 schon recht gut.Die zusammengefasste Geburtenziffer (ZGZ) entspricht der durchschnittlichen Anzahl Kinder, die eine Frau im Verlauf ihres Lebens zur Welt bringen würde, wenn die altersspezifischen Fruchtbarkeitsverhältnisse eines bestimmten Kalenderjahres zukünftig konstant bleiben würden.
2011: 1.52
So einfach ist der Zusammenhang aus Förderung und Wirkung nicht. Da kommt es auch darauf an, wie das System insgesamt gestaltet ist und welche Erwartung die Bürger an staatliche Leistung vs. Eigenleistung haben. Das ist auch zwischen Deutschland und Dänemark nicht vergleichbar.Japp, stimme ich zuMeiner unmassgeblichen Meinung nach ist Deutschland ein besonders unglücklicher Mischfall aus dem System Skandinavien (hohe Bereitschaft, Steuern zu zahlen, hohe Erwartung an Transferzahlungen/staatliche Leistungen) und zum Beispiel GB (geringe Bereitschaft, Steuern zu zahlen, geringe Erwartungen an den Staat), resultierend in der Erwartung, dass der Staat alle gesellschaftlichen Probleme lösen möge - wenn möglich durch finanzielle Anreize/Vergünstigungen, aber ohne die Bereitschaft, selbst einen Beitrag dazu zu leisten.
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Sie verwechseln Ehrlichkeit und Toleranz, mit Oberflächlichkeit und Arroganz...
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