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  1. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    Das Unheil kommen sehen ... Das war her auch so. Über Jahre mit dem Sch***-Reflux. Ich hab damals eine Reihe onkologischer Fachbücher betreut.
    Aber wir haben es nicht in der Hand. Irgendwie muss man damit leben. Im Moment und danach.

    Dabei zu helfen - ihm, aber auch dir - gehört auch auch zu den Aufgaben der Psychoonkologie.

    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  2. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Das Unheil kommen sehen ... Das war her auch so. Über Jahre mit dem Sch***-Reflux. Ich hab damals eine Reihe onkologischer Fachbücher betreut.
    Aber wir haben es nicht in der Hand. Irgendwie muss man damit leben. Im Moment und danach.

    Dabei zu helfen - ihm, aber auch dir - gehört auch auch zu den Aufgaben der Psychoonkologie.


    Es ist alles wie ein böser Traum.
    Oft denke ich, jetzt muss gut sein, bitte....

    Ihm geht es auch so.
    Er hat gegoogelt, was ich mir verbiete mittlerweile.
    LG Ivi

  3. Avatar von Soda
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Wie man selber als Erkrankter darauf besteht, es zu schaffen....gute Frage. Vielleicht nicht jeden Funken Optimismus von mir im Keim ersticken. Das wäre ein guter Anfang!

    Die Möglichkeit, jetzt ein E-Bike zu kaufen nicht als völlig absurd hinstellen.
    Mit weniger Kraft durch die Behandlung wäre das eine gute Sache. Fahrrad fahren ist/war eines seiner liebsten Hobbies.
    liebe Ivonne

    als aussenstehende sehe in diesen beiden aussagen zwei probleme.

    1. du möchtest optimistische gedanken verbreiten bzw. wünscht dir, dass dein mann auf optimistische funken von dir anspringt - aber ER hat nun mal diese diagnose, bei der niemand wissen kann, wie lange sie ihn weiter leben lässt. mit deiner aussage implizierst du, dass er doch bitte aufhören soll, vom worst case auszugehen und stattdessen dich in deiner haltung zu bestätigen, dass noch nichts verloren ist. damit es DIR besser geht, mit ausrufezeichen (von dir).

    2. DU möchtest jetzt ein e-bike anschaffen, weil ER doch so gern rad fährt? aber er will gar keins, und damit hast du auch ein problem?

    vielleicht liegt es an mir, aber aus deinen beiträgen lese ich nur „ich‘s“
    Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher.
    Charlie Rivel

  4. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    Zitat Zitat von Soda Beitrag anzeigen
    liebe Ivonne

    als aussenstehende sehe in diesen beiden aussagen zwei probleme.

    1. du möchtest optimistische gedanken verbreiten bzw. wünscht dir, dass dein mann auf optimistische funken von dir anspringt - aber ER hat nun mal diese diagnose, bei der niemand wissen kann, wie lange sie ihn weiter leben lässt. mit deiner aussage implizierst du, dass er doch bitte aufhören soll, vom worst case auszugehen und stattdessen dich in deiner haltung zu bestätigen, dass noch nichts verloren ist. damit es DIR besser geht, mit ausrufezeichen (von dir).

    2. DU möchtest jetzt ein e-bike anschaffen, weil ER doch so gern rad fährt? aber er will gar keins, und damit hast du auch ein problem?

    vielleicht liegt es an mir, aber aus deinen beiträgen lese ich nur „ich‘s“
    Genau. Die vielen "ich's".
    Ist mir selber aufgefallen, dass ich (!) mich in all diesen Bereichen, was (seine!) Krankheit angeht, viel zu sehr einbringe.

    Es tut uns beiden gerade besser, wenn ich (sorry dafür) etwas auf Distanz gehe und mich wieder mehr um meinen eigenen Kram kümmere. Es sind SEINE Ängste!

    Ich werde mir selber ein E-Bike zulegen.
    Klingt in meinen Ohren unglaublich roh, aber es ist gesünder für uns beide.
    LG Ivi

  5. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    Wir waren bei der Psychoonkologin.

    Die neue Erkenntnis ist, dass manche Patienten durch den Tumor eine Depression entwickeln.

    Die Depression war schon da, bevor der Tumor festgestellt werden konnte...das gibt es.


    Mein Mann schont mich nicht, wie mehrfach geschrieben und wie auch die PO vermutete. Er lässt alle seine Ängste ungefiltert bei mir und das macht mich langsam aber sicher wütend.

    Ich verkenne seine Situation nicht. Sie ist oberbescheiden.

    Ich (sorry) lebe Seite an Seite mit ihm, arbeite nicht mehr um nur für ihn dazusein.

    Von außen betrachtet: Das ist Zuviel des Guten.

    Seine Depression, um das klarzustellen, steht in keinem Verhältnis zur Schwere der Erkrankung, abgesehen von der schockierenden Diagnose.
    Die Ärzte machen bisher alle Mut, dass der Krebs geheilt werden kann, da früh entdeckt und noch nicht gestreut.

    Auf meine Frage, was ER sich von mir wünscht kam "Dass du nicht so deprimiert bist wegen mir!"

    Danke an alle, die bisher dazu geschrieben haben.
    Mich würde interessieren, ob jemand Erfahrung mit Depression bei Krebs hat.

    Gestern erst meinte er, er wolle nicht mehr leben, einschlafen und nicht mehr aufwachen..

    Mitgefühl oder Wut....ich weiß es nicht.
    Meine Reaktion war böse. Ich fragte, ob er eine Einweisung in die Psychiatrie möchte.
    Und dass er sich nicht so anstellen soll. Schließlich hat er keine Schmerzen, andere Krebspatienten müssten unendlich leiden..er ist müde, man nennt es Fatigue, das ist schon alles.

    Heute plagt mich mein schlechtes Gewissen.

    In drei Tagen beginnt seine Behandlung.
    Geändert von Ivonne2017 (05.08.2019 um 10:07 Uhr)

  6. Avatar von twix25
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    Liebe Ivonne,

    im engen Umfeld gab es auch eine Krebsdiagnose mit Depression, die unsres Erachtens vorher schon da war

    Es war kaum mehr erträglich.

    Ich musste mich da rausziehen, was zu großen Konflikten führte.

    Innerhalb einer Ehe stelle ich es mir bis an die Grenze der absoluten Belastbarkeit vor
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"


  7. Registriert seit
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Heute plagt mich mein schlechtes Gewissen.

    In drei Tagen beginnt seine Behandlung.
    Deine Reaktion mag "böse" gewesen sein, aber auch absolut menschlich! Die Situation ist für euch beide derzeit sehr schwierig. Insofern ist es sicher mehr als sinnvoll, wenn ihr beide weiterhin in Behandlung bleibt, er bei der Psychoonkologin, du bei deiner Therapeutin. (Ich hoffe, ich bringe da gerade nichts durcheinander ... Du bist doch deinerseits auch bei einer Therapeutin in Behandlung, oder?) Dann kann jeder einen Teil seiner Sorgen bei einem "professionellen Helfer" abladen und muss den anderen nicht damit "belasten".

    Des Weiteren bleibt abzuwarten, wie sich die psychische Situation deines Mannes mit Beginn der Krebstherapie entwickelt. Vielleicht trägt das auch zu einer Verbesserung bei, weil dann ja endlich aktiv etwas gegen den Krebs unternommen wird und er sich möglicherweise nicht mehr so hilflos ausgeliefert fühlt.

    Ist schon echt eine bescheidene Situation, in der ihr da gerade seid


  8. Registriert seit
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein



    Ist das nicht eh egal, was jetzt zuerst da war? Krebs, Depression?

    Ivonne, kennst du die Thesen von Kühler-Ross zu Phasen von Trauer?
    Das gilt auch für Krankheit...

    Wut/Aggression ist eine davon.

    Du bist stocksauer. Wütend. Enttäuscht. Auf deinen Mann. Auf das Schicksal. Auf dich selber (dass du früher/vorher nicht....)

    DAS ALLES IST VOLLKOMMEN NORMAL (soll kein schreinen sein, finde die Fett nicht )

    Und all das hält die Angst im Zaum.
    Das funktioniert nach "Teufel mit Beelzebub" austreiben.

    Wut, Enttäuschung etc. fühlen sich bei vielen Menschen irgendwie leichter an. Sind besser auszuhalten als Angst.
    Weil man, wenn man stocksauer ist, dass der sich so hängen lässt, "lieber tot" wäre, nicht mittut und kämpft und sich anstrengt und das obwohl die doch sagen, es gäbe Chancen und Hoffnung....
    Weil man dann nicht so die Angst spüren muss, dass alles nichts hilft und der tatsächlich stirbt



    Das ist echt bei 19 von 20 Menschen eine übliche Reaktion.

    Dass dein Mann so reagiert, wie er reagiert. Das hängt sicher von seiner Persönlichkeit ab. Vielleicht war er noch nie so der große Optimist? Sicher auch von einer Vorerkrankung (Depression).
    Ehrlich, da muss ich ihm ein bisschen beispringen. Da ist er echt bedient. Erst die Sch.Depression und dann der Sch.Krebs.
    Stell dir doch mal vor, er hätte als Vorerkrankungen einen anderen Krebs gehabt. Da wäre offensichtlich, dass der vielleicht grad nicht mehr kann.

    Aber, das hat auch mit eurer "Rollenverteilung" in eurer Ehe zu tun
    Er kann sich hängen lassen, WEIL du das nicht tust. Good Cop, bad Cop, wenn du verstehst....


    Könnt ihr denn gar nicht zusammen reden über eure beider Ängste? Ich stelle mir das total anstrengend und auch einsam vor, wenn ich denke, ich bin todkrank und panisch und dann soll ich "Zuvericht" und so
    Weint ihr mal zusammen?

    Wie gesagt, alles normal.
    Aber ich finde, du brauchst mehr Zeit und er auch. Das auf die Reihe zu kriegen, emotional, das geht nicht innerhalb von ein paar Wochen. Das ist ein traumatischer Schock. Das ist doch noch alles total neu und komplett überfordernd.
    Also, dass man da erstmal lieber gleich tot wäre, verstehe ich irgendwie!

    Aber. Man wächst da rein. Ich denke, sobald die Therapien beginnen ändert sich das. Dann merkt er 1. dass das Leben weiter geht. Auch am Chemotropf. Es geht weiter. Routinen stellen sich ein und beruhigen die Nerven. Und beschäftigen einem.
    2. Wird er (hoffenltlich!!!) bald Infos bekommen, dass die Behandlung anschlägt. Und das gibt Auftrieb, Hoffnung und Perspektive.

    Dir rate ich, dich hier oder live beim Therapeuten auszukotzen. Schluck das nicht runter. Schrei es raus. Fahr mal weg - nicht nur mit dem E-Bike. Richtig. 2 Wochen Sonne. Organisiere ihm Betreuung/Bespaßung (erw. Kind????/Schwester/Mama) und mach mal blau. Dann packst du es auch wieder besser

  9. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    Danke euch.
    Meine Befürchtung ist, dass es dann noch weiter abwärts geht mit seiner Psyche. Chemo und Bestrahlung sind sicher sehr belastend für den Organismus. Alleine die Klinikumgebung wirkt schon auf jeden gesunden Menschen bedrückend. Das alte Gemäuer kenne ich gut. Er kennt es auch, weil mein Vater dort behandelt wurde und gestorben ist.

    Auch ohne diesen background wäre alles düster genug. Mein Schmerz ist, abgesehen von meiner berechtigten Angst um ihn, dass kein Funken Optimismus bei ihm ankommt. Stimmt, ich würde mich dann besser fühlen. So eine Nullreaktion zieht mich in seine persönliche Hölle auf die Dauer.

    Sein Anspruch an mich ist, ich möge bitte stets gutgelaunt sein und bei ihm sein.


    Eine mir bekannte Frau in ähnlicher Situation bucht für sich alleine immer wieder Kurzurlaube und geht weiter zur Arbeit. Das bringe ich leider nicht fertig.

    Er soll jetzt und während der Therapie essen sagen die Ärzte und das klappt nicht, wenn ich nicht da bin. Das hat er lange genug unter Beweis gestellt

    Das ist der Hauptgrund, weshalb ich daheim bin bei ihm.

    Meine Therapeutin ist der Meinung, dass er es nur mit mir schafft. Damit kann sie recht haben, ich bin mir nur nicht mehr so sicher, ob ich das alles noch bis ans Ende aller Tage ertragen kann.

    Danke fürs Lesen, jetzt hab ich mich ausgeheult

    Kommen sicher wieder bessere Zeiten.
    LG Ivi


  10. Registriert seit
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    AW: Psychoonkologe ja oder nein

    ui, da springen mir sofort ein paar nicht hilfreiche Überzeugungen ins Auge

    "nur wenn du da bist"

    hat deine Thera das so gesagt? oder eher so "sie können und wollen ihn sehr unterstützen"

    Was ist das für ein Essens-Thema? (isst nur in deinem Beisein, lange genug unter Beweis gestellt)

    du sagst "das bringe ich leider nicht fertig".

    NOCH nicht. Sage ich.

    Zur Zeit seid ihr beide komplett überfordert und von der Rolle. Jegliche Routine/Erfahrung/Basis auf der man stehen kann ist irgendwie weg.

    Aber nicht für immer. Das wird wieder anders. Einfach, weil immer alles wieder anders wird.

    Vielleicht hilft es dir, dir zu denken "jetzt im Moment/August ist das alles so grauenvoll." Aber das bleibt nicht so. Das wird auch wieder anders."

    Kannst du schlafen?

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