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  1. Registriert seit
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Zitat Zitat von Ebayfan Beitrag anzeigen
    Ich war auch mal Angehörige. Es hat einfach irgendwann keine Hoffnung, keinen Ausweg mehr gegeben. Methadon und eine andere Ernährung hätte man zumindest mal versuchen können. Zumindest Methadon hätte wenigstens lindernd gewirkt. Aber in der Beziehung wurden wir auch ziemlich im Regen stehen lassen. Es war einfacher, den Patienten mit Valium ruhig zu stellen. Das war wohl weniger aufwendig? Für den Arzt, nicht für uns.
    Ja, es ist furchtbar, wenn man bei so einem Prozess weitgehend hilflos zusehen muss. Ich habe allerdings auch dir Erfahrung machen dürfen, dass man schon alleine mit dabei sein, begleiten, betüdeln, reden, nicht abhauen (...) viel helfen kann. Wahrscheinlich oft mehr helfen kann als wenn man den Betroffenen noch x schulmedizinischen Behandlungen und / oder x experimentellen Alternativtherapien unterzieht.

    Ansonsten ist eine vollumfängliche, bestmögliche Schmerztherapie (und dazu kann meines Erachten gerne auch das einen oder andere Beruhigungsmittel gehören, ich würd's für mich jedenfalls so wollen ...) im Endstadium natürlich ein Muss. Einem Arzt, der uns diesbezüglich im Regen stehen lässt, hätte ich heftig auf die Füße getreten. Glücklicherweise war das in dem Hospiz, in dem meine Bruder seine letzten Monate verbrachte, nicht erforderlich. Es tut mir leid, wenn ihr da andere Erfahrungen machen musstet.

    Mir hat eher die in D'land leider nicht bzw. nur unter der Hand zulässige Option auf Sterbehilfe gefehlt. Die oft als ach so tolle Alternative gepriesene palliative Sedierung fand ich nämlich ganz furchtbar. Aber das ist ein anderes, viel zu komplexes und viel zu persönliches Thema, als dass man das hier diskutieren könnte.

    Zitat Zitat von Ebayfan Beitrag anzeigen
    Ich will sowas wirklich nie wieder erleben!
    Ich werde ähnliches wieder erleben, denn in absehbarer Zeit werde ich meine Eltern in den Tod begleiten. So ist das halt.

  2. Inaktiver User

    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Zitat Zitat von Simpleness2 Beitrag anzeigen
    Es gibt sie aber nun mal tatsächlich die Lobbyisten, welche unangemessen stark Einfluß in der Politik nehmen, aus reiner Profitgier.
    In diesem Fall hat britwi aber einen Punkt getroffen. Methadon, das nicht als alleinige Therapie sondern nur als Wirkverstärker eingesetzt wird, ist für die Pharmaindustrie doch im Grunde genommen eine feine Sache.

    Ganz zynisch ausgedrückt: Wenn die Patientin mit dem Glioblastom nach wenigen Monaten stirbt, dann ist mit ihr kein Geld mehr zu verdienen. Wenn sie nach drei oder fünf Jahren ein Rezidiv hat, und ein weiterer Zyklus mit Chemo und Bestrahlung durchgeführt wird, dann klingelt die Kasse.

    Das heißt nicht, dass es den unangemessenen Einfluss von Lobbyisten nicht gibt. Aber häufig sind die Zusammenhänge eben doch komplizierter, als man auf den ersten Blick denkt.

    Das ist u.a. immer mal wieder Thema in Sendungen in ARD und ZDF. Und deren seriösen Journalismus zweifle ich nicht an.
    Das vielleicht nicht. Aber über Expertenwissen im Bereich Medizin(statistik) verfügen sicher die wenigsten Journalisten und die wenigsten Fernsehzuschauer. Die Informationen sind am Ende doch immer stark verkürzt und vereinfacht.

    Die Kontroverse um die Dokumentation "Heilung unerwünscht..." ist manchen vielleicht noch in Erinnerung.

  3. Inaktiver User

    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Zitat Zitat von Ebayfan Beitrag anzeigen
    [...]bei einem Golfhamster[...]
    Das nimmt langsam pathologische Züge an. Müssen wir uns Sorgen machen?

    Hoffentlich findet die Pharmaindustrie in absehbarer Zeit ein Heilmittel gegen Golf-Fixierung im terminalen Stadium.

  4. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Bei der Sportkameradin mit dem Glioblastom,hatte ich das Gefühl, die Behandlung lief nach Schema F ab. Erst A, dann B, dann C ... Sobald irgendwas eingetreten ist, ging es weiter. Die Kontrollen dienten den Zweck, zu erkennen, wann die nächste Maßnahme gestartet wird. Deswegen kann es der Industrie egal sein, ob es schneller oder langsamer geht. Sie schöpft es früher oder später komplett ab. Bei dem einen in 2, dem anderen in 8 Jahren.

    Nur die Heilung hätte das Geschäft verdorben.

    Unser Hamster hatte leider Brustkrebs.

    Golf ist bloß mein Zweitsport. Eiskunstlauf mag ich lieber. Golf kann ich besser. Ich brauche kein Heilmittel dagegen, beides sind meine Heilmittel. Ohne hätte man mich unter der Brücke vom Boden kratzen können.

  5. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Das Schema F, wie Du es nennst, ist zumindest heutzutage die durch Studien gesicherte leitliniengerechte Therapie, d.h. die Therapie, die sich als die wirksamste erwiesen hat.

    Bei vielen Tumorentitäten ist es so, dass ein Rezidiv mit dieser und jener Wahrscheinlichkeit auch nach kurativ intendierten Primärtherapie zu erwarten ist. Kurativ intendierte Primärtherapie ist die in einem frühen Stadium in Heilungsabsicht durchgeführte Behandlung. Häufig Chirurgie Plus/minus Bestrahlung plus/minus Chemotherapie (plus eventuell, wenn man ein target hat, eine zielgerichtete Therapie wie ein Antikörper oder ähnliches).

    Das Krankheitsstadium wird übrigens international identisch nach definierten Kriterien festgelegt. Das liegt nicht im Ermessen des einzelnen Behandlers.

    Auch in ganz frühen Stadien kann es sein, dass einzelne mutierte Zellen übrig bleiben, wachsen und mit der Zeit ein Rückfall da ist. Dann wird wieder behandelt und zwar nach Schema F, das bedeutet z.B: hat der Patient auf eine Therapie angesprochen und blieb lang rückfallfrei, bekommt er evtl. das anfängliche Therapieprotokoll noch einmal oder er bekommt Protokoll B. Zeigen seine Tumorzellen in der Analyse bestimmte Mutationen oder Marker, dann gibt es evtl. etwas dazu oder ein anderes Protokoll. Und so geht das weiter.

    Das hat mit Erfahrungswerten, die belegt werden konnten, zu tun, und darauf fußen auch wieder die Zuklassungen für bestimmte Chemotherapie(plus/minus)-Protokolle für die einzelnen Therapielinien (Erst-, Zweit-, Drittlinien- etc. Behandlung).

    Und Heilung funktioniert nicht bei allen Tumorerkrankungen. Auch nicht bei ähnlich schweren Erkrankungen wie Rheuma.

    Ich war Angehörige. Mehrfach und sowohl bei Krebserkrankungen als auch bei bösen Autoimmungeschichten. Und ich habe im Job hauptsächlich mit onkologischen Themen zu tun.

    Vor diesem Hintergrund kann ich sagen: Ich möchte nicht von einem Onkolgen betreut werden, der das Schema F ignoriert.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  6. Avatar von marylin
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Ja, die Behandlungen laufen nach "Schema F" ab in gewisser Weise, Therapie A ist eben die Therapie der Wahl, wenn die Verlaufskontrolle zeigt, dass ein Progress aufgetreten ist, kommt Therapie B... das läuft nach festgelegten Guidelines ab, Erstlinientherapien, Zweit- und Drittlinientherapien sind im Grunde festgelegt - basierend auf Erfahrungen, welches Medikament eben die 1. Wahl ist und was hilft, wenn Therapie 1 versagt.

    Wenn mehr Krebskranke lange leben, haben wir ja mehr Kranke - da können Pharmaindustrie, Kliniken und Apotheken lange dran verdienen. Und die Pharmaindustrie forscht auch an Medikamenten, die ein Glioblastom (u.a.) in Schach hält.

    Ich glaube, in Zukunft wird es immer mehr darum gehen, dass die Medikamente auf die Mutationen wirken, die manche Krebserkrankungen begünstigen. Ich glaube, wenn die Forschung jetzt rasant weiter geht, kann man wirklich vielen Patienten helfen.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  7. Avatar von Sandra71
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Zitat Zitat von Ebayfan Beitrag anzeigen
    Man muss das nur wissen und den Arzt überzeugen. Das sollte im Notfall machbar sein. Ich würde das denn auch noch mit einer ketogenen Ernährung kombinieren. Dazu gibt es nämlich auch Hinweise, aber keine Studien. Zuckermangel soll ganz ähnlich wirken, bzw. die gesunden Zellen schützen, die kranken stressen. Aber auch das ist nicht nachgewiesen.

    Viele wollen das aber nicht hören.
    Jeder soll das machen, was er für richtig hält, aber er sollte auch im Hinterkopf behalten, dass es vielleicht nix nützt, sondern ggf. sogar schadet.

  8. Avatar von Sandra71
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Satz "...dürfte eigentlich nicht mehr leben." ist natürlich Unsinn.
    Statistisch gesehen ist das durchaus korrekt...und darauf wird sich diese Aussage vermutlich beziehen.

    Zitat Zitat von Ebayfan Beitrag anzeigen
    Meine Sportkameradin hätte schon tot sein sollen, als wir uns kennenlenten. Sie hatte auch ein Glioblastom. Aber bei ihr bekam man es operativ nie ganz weg. Es wurde immer was weggeschnitten, sie bekam Chemo, dann wieder und nochmal. Bis sie abgemeldet wurde und nicht wiederkam. Ich weiß nicht, ob sie überhapt noch lebt. Es müssen jetzt ca. 8 Jahre nach der ersten Diagnose sein.
    Dass jemand 8 Jahre mit einem Glioblastom überlebt, ist extrem unwahrscheinlich.

    Und du hast sie ja offensichtlich ein paar Jahre vorher schon nicht mehr gesehen...damit könnte sie in die Statistik fallen.

    Zitat Zitat von Ebayfan Beitrag anzeigen
    Ich war auch mal Angehörige. Es hat einfach irgendwann keine Hoffnung, keinen Ausweg mehr gegeben. Methadon und eine andere Ernährung hätte man zumindest mal versuchen können. Zumindest Methadon hätte wenigstens lindernd gewirkt. Aber in der Beziehung wurden wir auch ziemlich im Regen stehen lassen. Es war einfacher, den Patienten mit Valium ruhig zu stellen.
    Valium bei Krebs im Endstadium?

    Da hätte ich aber mal ganz fix den Arzt gewechselt...

  9. Inaktiver User

    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Zitat Zitat von Sandra71 Beitrag anzeigen
    Statistisch gesehen ist das durchaus korrekt...und darauf wird sich diese Aussage vermutlich beziehen.
    Nein, das ist statistisch gesehen eine ganz unglückliche Formulierung. Bei zufälligen Vorgängen sind immer mal wieder große Abweichungen in die eine oder andere Richtung zu erwarten.

    Um das an einem anderen Beispiel zu illustrieren: Es laufen einem sehr selten Menschen über den Weg, die kleiner als 1.50 m oder größer als 2.05 m sind. Aber es würde natürlich niemand den Satz formulieren, dass es solche Menschen "eigentlich nicht geben dürfte". Seltene Ereignisse sind selten, aber eben nicht ausgeschlossen.


    Ich habe irgendwo ein Buch von einer Frau gesehen, die eine sehr aggressive Krebserkrankung deutlich länger überlebt hat als der Durchschnitt. Der Untertitel war in etwa: "Wie ich die Statistik der Onkologie ins Wanken brachte." Da wankt natürlich gar nichts.


    Für Ärzte ist es sicher extrem heikel, mit Patienten über Lebenserwartungen und Prognosen zu sprechen. Im vorliegenden Fall (bei einem Glioblastom) wäre es sicher unethisch, falsche Hoffnungen zu schüren. Der Rat, sich zu verabschieden und noch eine schöne Zeit zu verleben, ist grundsätzlich gut und richtig. Aber die Überlebenszeit von über zwei Jahren ist trotzdem kein "Wunder". Dass man gelegentlich auch solche Fälle beobachten kann, ist durchaus im Rahmen des Erwartbaren.

  10. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Zitat Zitat von Sandra71 Beitrag anzeigen
    Jeder soll das machen, was er für richtig hält, aber er sollte auch im Hinterkopf behalten, dass es vielleicht nix nützt, sondern ggf. sogar schadet.
    Natürlich. Aber jeder kennt seinen Körper selbst am besten und ist für ihn verantwortlich.

    Zitat Zitat von Sandra71 Beitrag anzeigen
    Dass jemand 8 Jahre mit einem Glioblastom überlebt, ist extrem unwahrscheinlich.

    Und du hast sie ja offensichtlich ein paar Jahre vorher schon nicht mehr gesehen...damit könnte sie in die Statistik fallen.
    Ich traf sie erstmals rund 3 Jahre nach der Diagnose. Da meinte sie bereits, sie müsse eigentlich schon so gut wie tot sein, man hätte ihr nicht mehr als 5 Jahre prophezeit. Da ging es ihr aber ziemlich gut. Nach der ersten OP. Wir sind dann 3 Saison zusammen Eis gelaufen. In der 2. war sie am besten, in der 3. baute sie konditionell ab. In der 4. konnte sie wegen einer Fußverletzung nicht, wir hatten aber noch Mailkontakt. Im Jahr drauf hat ihre Familie sie abgemeldet. Da konnte sie es nicht mehr selbst. Das ist jetzt ein Jahr her.

    Wir vermuten, dass sie wahrscheinlich im 8. Jahr irgendwann verstorben ist. Wir wissen es aber nicht. Möglicherweise liegt sie noch als Pflegefall bei ihrer Familie zuhause.

    Man kann kaum den Kontakt zu jemandem halten, der zur weit entfernt wohnenden Familie zurückkehrt und seine Sprache verliert.


    Zitat Zitat von Sandra71 Beitrag anzeigen
    Valium bei Krebs im Endstadium?

    Da hätte ich aber mal ganz fix den Arzt gewechselt...
    Er war dem Krankenhauspersonal lästig, weil er öfter beim Toilettengang stürzte, sie stellten ihn ruhig und als er nachhause kam, war er süchtig nach den "Schlaftabletten". Es war nicht sein Arzt, es war das KH. Was willst du machen, 2 Monate vor dem Ende? Eine Entzugstherapie?

    Der Arzt hat mit den Schultern gezuckt und verschrieben, was das KH eingeführt hat. Er wusste besser als wir, wie das endet. Er hat mir auch ziemlich exakt gesagt, wie lange es noch dauern wird. Er nannte eine Spanne und genau am Mittelwert war es so weit.

    Und finde mal einen Arzt für solch einen Patienten. Diesen hatte der Pflegedienst vermittelt. Unserer hatte die Praxis geschlossen.

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