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  1. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Natürlich! Forschung ist wichtig. Und man muss was daran verdienen können, denn sonst gibt es keine Investoren. Eine gute Balance ist einfach nötig. Es wäre wünschenswert, wenn Studien ohne große Gewinnerzielungsaussicht über das Forschungsbudget der Universitäten ablaufen könnten. Man könnte auch darüber nachdenken, mit bereits zugelassenen Medikamenten kleinere, preiswertere Vorstudien durchzuführen, um vorzufühlen, ob ein Projekt eine Perspektive hat. Denn bei bereits zugelassenen Medikamenten sind auch die zu erwartenden Nebenwirkungen überschaubarer.

    Ich habe übrigend auch Pharmaaktien. Weil ich Forschung wichtig finde und weil ich sie auch für gewinnbringend halte. Aber letztendlich steckt da auch die Hoffnung dahinter, dass es was gibt, sollte ich selbst mal eine fiese Erkrankung bekommen. Was und wann das sein könnte, kann ich vorher nicht wissen. Und wenn doch nicht, gibt es wenigstens Dividende, die ein langes Leben versüßt.

    Aber aus diesem Grund finde ich es eben auch wichtig, dass solche Ansätze verfolgt werden, auch wenn es eher ein finanzieller Nachteil wäre. Denn wir sind alle Menschen und das Leben endet früher oder eben später.

    Und wenn so eine kleinere Vorstudie ergibt, dass ein altes Medikament wahrscheinlich hilft, soll man nicht rumzicken, sondern es versuchen.

  2. Avatar von marylin
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Es wäre wünschenswert, wenn Studien ohne große Gewinnerzielungsaussicht über das Forschungsbudget der Universitäten ablaufen könnten.
    Solche Studien gibt es ja, viele sogar
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  3. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    @Ebayfan

    Universitätskliniken und andere Zentren, die für bestimmte Erkrankungen führend sind, sind an den großen Studien beteiligt, allein aufsetzen und durchführen kann eine Uni eine zulassungsrelevante Studie nicht. Zulassungsrelevante Studien sind auch international und laufen in mehreren Zentren, außerdem fußen sie, außer bei sehr seltenen Erkrankungen, für die es von der Zulassung her spezioelle Regelungen gibt, auf den Daten von hoch dreistelligen under vierstelligen Patientenzahlen. Woher soll eine Uni die nehmen?

    Abgesehen davon, dass die Universitätskliniken allein gar nicht im Stande wären, "eigenmächtig" solche Studien organisatorisch zu stemmen, reichen die Budgets und auch die nötige Manpower nicht aus.

    Zulassungsrelevannte Studien sind so teuer (wie marylin schon schrieb) und so kompliziert aufzusetzen, dass einem schon beim Lesen der Kopf schwirrt. Es geht mit dem Design an. Dann die PatientenrekrutierungL: die Patienten der Armen müssen möglichst dieselben Charakteristika in Bezug auf die Erkrankung und die Demographie, Vor- und Begleiterkrankungen, Vorbehandlungen und das Ansprechen darauf und und und aufweisen. Wie wird randomisiert, welche Subgruppen werden für die Subgruppenanalysen definiert ...

    Die Entwicklung des Studiendesigns ist komplex: Wieviele Patienten brauche ich, um eine einigermaßen stichhaltige Aussage über die Wirksamkeit machen zu können (das wird alles vor der Rekrutierung des ersten Patienten festgelegt). Nach wievielen Ereignissen ist der Zeitpunkt für die erste protokollgemäße Zwischenauswertung zu setzen ...
    Der Prof. an der Uniklinik kan das nicht aufsetzen. Dazu sind hochgradig spezialisierte Fachleute notwendig. Für die Auwertung erst recht.

    Die Ethikkommision, die Versicherung der Patienten, das Monitoring, die Verblindung ... alles kompliziert und teuer.
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  4. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Dann muss man es vereinfachen und die Krankenkassen, die davon letztendlich am meisten profitieren, mit ins Boot holen. Denn wer profitiert neben den Betroffenen am meisten von solchen Innovationen? Die Krankenkassen!

    Es geht ja um Medikamente, die bereits zugelassen sind. Nicht um neue.

  5. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Das ist alles nicht so einfach mit "da muss man ..." abgetan.

    Mit den Zulassungen/Zulassungserweiterungen haben die Kassen erst einmal nichts zu tun, sondern die Zulasungsbehörden (USA: FDA, Europa: EMA).

    Auch Zulassungserweiterungen müssen geprüft werden. Anekdotische Berichte über ein paar Hanseln reichen nicht aus, um eine Wirksamkeit zu belegen.

    Der Gemeinsame Bundesausschuss bewertet dann (auf Basis der Stuiden), ob ein sogenannter Zusatznutzen für das Medikament besteht (also, ob es "besser" ist, als die, die es schon gibt). Das wiederum wirkt sich auf die Kostenübernahme aus. Der Zusatznutzen muss belegt sein - und daran scheitern jährlich einige Wirkstoffe, d.h. sie werden nicht bezahlt.

    [Bei Orphan Drugs, Medikamenten für extrem seltene Erkrankungen, gibt es Sonderregelungen, soweit ich weiß.]
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  6. Avatar von Simpleness2
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Im Falle von Methadon muss nichts mehr neu erfunden werden. Es bedarf keiner Zulassung, aus meiner Sicht, weil es als Drogenersatztherapie bereits lange auf dem Markt ist. Hier dürften doch eigentlich die Studien an Krebspatienten ausreichend sein.

  7. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Man muss das nur wissen und den Arzt überzeugen. Das sollte im Notfall machbar sein. Ich würde das denn auch noch mit einer ketogenen Ernährung kombinieren. Dazu gibt es nämlich auch Hinweise, aber keine Studien. Zuckermangel soll ganz ähnlich wirken, bzw. die gesunden Zellen schützen, die kranken stressen. Aber auch das ist nicht nachgewiesen.

    Viele wollen das aber nicht hören.

  8. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Zitat Zitat von Simpleness2 Beitrag anzeigen
    Im Falle von Methadon muss nichts mehr neu erfunden werden Es bedarf keiner Zulassung, aus meiner Sicht, weil es als Drogenersatztherapie bereits lange auf dem Markt ist. Hier dürften doch eigentlich die Studien an Krebspatienten ausreichend sein.
    Aus dem Bauch heraus würde man das sagen. Aber es ist rechtlich nicht drin.

    Die Berichte über die an Krebs Erkrankten sind keine methodisch korrekten Studien und es gibt nun mal (noch?) keine Zulassung als Schmerzmedikation oder in einer anderen Indikation.

    Ein Arzt darf zwar in Ausnahmen außerhalb der Indikation etwas verordnen (off-label use), aber ohne, dass ein wirklich belegter Hintergruind existiert, wird es kaum jemand tun. Auch der Hersteller darf keine Off-label-Anwendungen propagieren, sonst macht er sich strafbar.
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  9. gesperrt Avatar von Ebayfan
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Aber der Arzt könnte argumentieren, dass er das Mittel gegen Schmerzen gibt. Und sich, zusammen mit seinem Patienten, über die Heilung oder Verbesserung freuen.

    Eine Schmerzbehandlung wird bei Krebs wohl keiner ernsthaft infrage stellen.

    Da muss man eben etwas kreativ werden. Das geht aber nur, wenn man von der Möglichkeit weiß.

  10. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Methadon als Krebsmedikament

    Methadon wird nur gelegentlich in der Palliativmedizin eingesetzt, weil der Wirkstoff (Levomethadon) nicht gut steuerbar ist. Ob es für die Schmerztherapie überhaupt zugelassen ist, schau ich nachher mal nach.

    Und Berichte über 80 Patienten sind halt auch verdammt wenig, vor allem sind es nur Berichte und es gibt kein methodisch korrektes Vorgehen. Der Rest, der gemnannt wird, ist sowieso bloß Zellkultur (also das, was studientechnisch bestenfalls unter Präklinik läuft).
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