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  1. Avatar von Lilou157
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    AW: Stammzelltransplantation Kind

    Zitat Zitat von HPumpernickel Beitrag anzeigen
    Dieses kontrollieren wollen, alles entscheiden zu wollen, was Deine Lieben machen und lassen haben, ja sogar zu fühlen haben, steht Dir das zu? Wenn ja, warum glaubst Du das? Weil Du dieses Lebensschicksal hast? Mag sein. Aber welches Lebensschicksal hat Dein Sohn und welches hatte Deine Mutter?
    Zitat Zitat von HPumpernickel Beitrag anzeigen
    Eigentlich ist es so ähnlich wie mit der Trauer, Du möchtest gerne die Kontrolle darüber haben, wie andere mit ihren Empfindungen umgehen, wenn sie Dir/Euch begegnen.
    Pumpernickel, darf ich noch mal nachfragen hierzu, ich würde es gern verstehen und tu’s aber nicht. Und ich kann deine Fragen oben nicht beantworten, weil ich sie nicht verstehe.

    Warum kontrollieren weil ich dieses Lebensschicksal habe, mein Sohn, meine Mutter? Wo habe ich irgendeine Kontrolle wegen/durch/über mein Lebensschicksal?
    Du sprichst von Kontrolle, die ich über alle ausüben möchte, ich fühle exakt das Gegenteil, den kompletten Kontrollverlust über mein Leben, mein Umfeld, Hampelmann des Schicksals.

    Ich fühle es nicht so als ob ich irgendeine Kontrolle über irgendwen ausübe, im Gegenteil, ich meide jeden Konflikt.
    Mit meinen Kindern (natürlich nicht bei allem), aber bei Themen wie der Oma, ich umgehe das Thema so weit es nur irgendwie geht, trotzdem kommt es halt manchmal unweigerlich hoch. Und mit anderen.

    Ich fühle es nicht so, dass ich die Trauer meines Sohnes kontrolliere, ich gehe ja gar nicht auf seine Ablehnung ein, unterbricht er das Gespräch, ist es so, nimmt er Fotos ab ist es so, will er nicht mit ans Grab, ist es so. Kontrollieren würde ich doch seine Trauer wenn ich ihm dies aufdrängen würde.
    Tue ich aber nicht, ich habe nur von meinem inneren Empfinden dazu geschrieben und das kann ich nicht kontrollieren. Das tue ihm aber nicht verbalisieren. Ja spüren tut er es sicher, er weiss ganz sicher dass er mir weh tut. Und ich zeige auch durchaus Schwäche zu Hause. Aber ich bin ein Mensch und kein Roboter und kann meine Gefühle nicht abstellen, damit meine Kinder sie nicht spüren wenn sie falsch sind
    Wo aber habe ich Kontrolle über die Gefühle meines Kindes, die entgleiten mir seit 18 Monaten und Kontrolle darüber habe ich seitdem nie gefunden.

    Es triggert mich was du zur Kontrolle schreibst, dass ich Kontrolle über alle ausübe. Ich würde es mir absolut wünschen mehr Kontrolle zu haben, übers Leben, übers Geschehen, über Gefühle, über Kontakte zu anderen. Aber ich fühle nicht, dass ich die habe und ich fühle mich komplett hilflos und machtlos gegenüber allem und jedem.

  2. Avatar von Lilou157
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    AW: Stammzelltransplantation Kind

    Sprachlose Verzweiflung trifft vieles auf den Punkt.
    "Wir können für unsere Kinder nicht jeden Tag die Sonne scheinen lassen,
    aber bei Regen können wir den Regenschirm halten"

    (E. Gombault)


  3. Registriert seit
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    AW: Stammzelltransplantation Kind

    Guten Morgen Lilou,
    ich habe Dir eine PN geschickt,
    viele Grüße vom Pumpernickel

  4. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Stammzelltransplantation Kind

    Erst habe ich mich ja nicht getraut, die Worte von jemand anderem zu erklären, aber jetzt versuche ich es doch, weil ich (vermutlich) in eine ähnliche Richtung empfinde.

    Ich denke Pumpernickel könnte meinen - und ich denke das auch - dass du gerne die totale Kontrolle hättest und umso verzweifelter, umso mehr du das Gefühl hast, sie nicht zu haben.


    Und ich denke jeder versteht das auch, aber du blockierst dich und im Zweifel auch andere damit und genau da könnte ein Therapeut besser ansetzen als wir hier in dem Forum.



    Ich kann gut verstehen, dass du es herzlos und unerträglich findest, dass dein Sohn "das Opfer" seiner Oma nicht anerkennt und dankbar ist und positiv von ihr spricht und sich gemeinsam erinnert. Aber du kannst es nicht kontrollieren und ihn auch nicht in deinem Sinne beeinflussen. Sein Umgang damit ist ein anderer und für ihn vermutlich hilfreich, er spaltet es ab, weil er es gerade emotional nicht bewältigen kann.


    Du würdest ihn gerne in sterile Watte packen um jede Gefahr und vor allem Infektionen von ihm fernzuhalten - du tust es nicht (weil du weißt es geht nicht und es wäre auch insgesamt nicht gut), aber es kostet dich unglaublich viel Überwindung. Du würdest auch gerne jede andere externe Gefahr kontrollieren, du weißt aber, dass du es nicht kannst, aber es macht dich fertig.

    Auch dass niemand (kein Arzt) dir eine klare Handlungsanweisung geben kann und dir versichert, "wenn du das alles tust, dann kann nichts passieren und alles wird gut". Nein du musst täglich selbst entscheiden, welchen potentiellen und tatsächlichen Gefahren du dein Kind aussetzt. Und du hast jeden Tag Angst eine falsche Entscheidung zu treffen und verantwortlich zu sein. Und jeden Tag können 1.001 Sache passieren, die deinen Sohn negativ beeinflussen.




    Ich kann mir nicht mal im Ansatz vorstellen, wie schwer das ist und welche unglaubliche Kraft dich das kostet - und den Rest deiner Familie auch.


    Aber ich könnte mir vorstellen, dass es leichter würde, wenn du mehr akzeptieren kannst, dass ein Großteil der Dinge passiert ohne dass du sie kontrollieren kannst und du auch den Wunsch aufgibst, sie kontrollieren zu wollen und das wird kaum ohne therapeutische Hilfe funktionieren, denn das ist zum einen gegen deine Natur und zum anderen gegen alles, was du die letzten Jahre praktiziert hast und was ja auch letztlich zum Erfolg geführt hat. Aber ich habe Angst, wenn du so weiter machst und neben dem tatsächlichen Stress auch noch weiter mit dieser unglaublichen Anspannung lebst, dann zerbrichst du irgendwann daran.


    Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie du es schaffen kannst, selbst entspannter zu sein, Dinge mehr passieren zu lassen, deinem Sohn Stück für Stück mehr Verantwortung für sein eigenes Leben zu ermöglichen und mal wieder richtig tief durchzuatmen.

    Aber ich würde es mir von Herzen für dich wünschen.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  5. Avatar von Lilou157
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    AW: Stammzelltransplantation Kind

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie du es schaffen kannst, selbst entspannter zu sein, Dinge mehr passieren zu lassen, deinem Sohn Stück für Stück mehr Verantwortung für sein eigenes Leben zu ermöglichen und mal wieder richtig tief durchzuatmen.
    Ich lasse Dinge schon mehr passieren, schrittweise, ganz langsam.
    Es bleibt mir kaum was anderes übrig, mit meinem kleinen Sohn, der es einfordert zu leben. Es kommen andauernd neue Freiheiten hinzu, auch wenn ich sortiere: Kindergeburtstag auf Eislaufpiste draussen durfte er hin, Kindergeburtstag in Indoorhalle drinnen nicht, Adventsmarkt in der Schule werden wir nicht hingehen, kleiner Weihnachtsmarkt draussen werden wir zu Nichtstosszeiten hingehen, ...

    Neue Freiheiten ... heute morgen kam eine Mail vom Fussballclub, ab nächster Woche ist das Training in der Halle, bis März!, darauf war ich nicht vorbereitet, letzten Winter war das Training durchlaufend draussen, ich fühle mich erstmal komplett geplättet und down. Seine grosse Leidenschaft, er spielt mit so einer Begeisterung und Freude, er hat so lange darauf hingekämpft, ich kann es ihm eigentlich, nach nur 7 Wochen, gar nicht wieder nehmen, das wäre für ihn die ultimative Oberbestrafung.Aber volle Halle, drinnen, verschwitzte oder verschnupfte Kindern, Eltern, geht eigentlich gar nicht, für mich.
    Neue Herausforderungen erdrücken mich erstmals total, lösen pure Hysterie aus. Ich möchte/werde mich aber für ihn damit auseinandersetzen, mit den Aerzten reden ...
    So kommt eins zum andern. Wir sind schon so viel weiter, auch wenn das nicht so scheint. Aber das geht nicht mit Meilenschritten, ich schaffe nur einen kleinen Schritt nach dem nächsten
    "Wir können für unsere Kinder nicht jeden Tag die Sonne scheinen lassen,
    aber bei Regen können wir den Regenschirm halten"

    (E. Gombault)

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