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  1. Inaktiver User

    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Zitat Zitat von StephW Beitrag anzeigen
    Palliativ heißt schlicht und einfach, dass keine Heilung möglich ist. Das heißt nicht, dass der Mensch in nächster Zeit stirbt.
    So ist es, ich glaube, das haben manche schlichtweg nicht verstanden.

    Meine Chemo war auch Palliativ angesetzt. Das war für mich kein Grund, darauf zu verzichten, da sie meine Überlebenszeit deutlich verlängern kann. Und glücklicherweise war im letzten CT nichts mehr zu sehen.
    Wenn die palliative Chemotherapie das leben verlängern kann, kann es - auf den Einzelfall bezogen - sehr sinnvoll sein, sie durchzuführen. Heilung ist nicht immer das einzige Ziel, das man erreichen kann.
    Richtig. Ein fortgeschrittener Krebs wird in den meisten Fällen nicht zu heilen sein ..... Aber ihn in Richtung chronische Krankheit zu drücken, mit der der Patient noch viele Jahre gut leben kann, ist der Weg, der sich bei vielen Krebsarten bietet. Nicht nur durch die Chemo - auch wenn sie nach wie vor die Säule darstellt - sondern auch durch andere neue Therapieverfahren.
    Geändert von Inaktiver User (21.07.2014 um 09:57 Uhr)

  2. Avatar von Malina70
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    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Zitat Zitat von Tabitha Beitrag anzeigen
    Wenn man die Kraft dazu noch hat...
    Meine Mutter war zum Zeitpunkt der Diagnose schon so schwach, das schon ein kurzer Ausflug eine große Anstrengung war.
    Ihre letzten Kräfte hat sie dafür aufgebraucht allen vorzuspielen, es wäre alles normal. Sie wollte nicht, dass irgend jemand ausserhalb des engsten Familienkreises erfährt, dass sie Krebs hat.
    Klar, aber dann ist es für einen selbst zumindest auch vermutlich fassbarer. Man fühlt ja, wie die Kräfte schwinden. Aber wenn man sich an sich fit fühlt, so wie Strunhuhn schreibt,dann stell ich mir das auch sehr irreal vor. Und dann würde ich versuchen, noch so viel wie möglich zu machen, so lange es eben geht.

    Ich finde es aber auch schlimm, wenn man mit der Krankheit nicht offen umgehen kann. Ich glaube, das kostet noch mal extra Kraft, die man besser für andere Dinge verwendet. Aber ich glaube oft, der Mensch stirbt, wie er gelebt hat. Sprich, die Dinge, die einem zu Lebzeiten wichtig sind, werden es wohl bis zuletzt bleiben.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  3. Avatar von Malina70
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    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Ich finde auch, palliative Chemo ist eine ganz individuelle Abwägungssache. Es kommt auf den Einzelfall und den einzelnen Menschen an. Da würde ich nie jemandem sagen, mach oder mach nicht. Für manch einen können auch drei oder vier Monate ein Zeitraum sein, für den es sich lohnt, noch mal eine Chemo auf sich zu nehmen. Für andere kommt das nicht in Frage.

    Ich hab meine Entscheidung getroffen, was ich noch machen will und was nicht. Aber ich bin sicher, dass viele andere in meiner Situation anders entschieden hätten - und das ist genauso okay.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  4. Inaktiver User

    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    hallo meine liebe Strunzhuhn!

    klar kann ich dir von krebspatienten erzählen, die es "geschafft" haben, trotz schrecklicher diagnose.

    ich war in reha und habe dort menschen kennen gelernt, die sich bester gesundheit erfreuten.
    die waren zum 3. mal in reha, weil das von der krankenkasse gezahlt wurde und die dort 3 wochen vom alltag abstand nahmen u n d kontakt mit anderen krebspatienten hatten.
    mehr kann man sich garnicht mit diesem thema auseinander setzen.
    nix mit kopf in den sand, sondern permanente konfrontation.

    und klar hast du alles recht der welt, den löffel nicht abzugeben.
    worin besteht denn sonst der sinn des lebens?
    doch im leben!
    hole dir ne zweit- oder gar drittmeinung ein.

    rede auch mit anderen ärzten über krebs.
    mein hautarzt konnte mir jedenfalls mehr informationen geben, als so mancher anderer arzt.

    lass' dich nicht unterkriegen.
    man k a n n MIT krebs leben.

    alles GUTE für DICH!

  5. Avatar von PeggySue
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    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Zitat Zitat von Sprachlos Beitrag anzeigen
    Ich würde meinen, ein seriöser Mediziner sagt so etwas überhaupt nicht, gerade weil sich für den Einzelfall gar nichts aus der Statistik ablesen lässt.
    Da gibt es sicher Unterschiede, manchmal ist das Ende absehbar, manchmal eben nicht. Bei meiner Freundin traf es zu, man gab ihr vier Wochen und sie starb nach vier Wochen. Für sie war es okay zu wissen was ihr bevorsteht, sie konnte so alles in Ruhe regeln, auch ihr Begräbnis.

    Ich kann leider mit keiner mutmachenden Geschichte aufwarten. Das einzige woran ich wirklich glaube ist, dass gute Gedanken Gutes bewirken. Ich denke an dich Strunzhuhn und wünsche dir alles Gute.
    Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen.

    * * * * *
    Recherchen haben ergeben, dass manche Leute gar keine Laktose brauchen
    um intolerant zu werden.



  6. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Bei allen positiven Geschichten hier sollte man aber auch im Hinterkopf behalten - wer trotz guter Gedanken an Krebs stirbt ist kein Versager und hat sich nur zu wenig bemüht - oft ist die Krankheit eben stärker.


    Trotzdem erleichtert man sich selbst und den anderen die letzte Zeit, wenn man es schafft diese positiv anzugehen und das Lebens das man hat zu genießen - und das gilt für alle von uns, auch für die Gesunden.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  7. Inaktiver User

    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Liebes Strunzhuhn, Du bist mir hier beim Lesen schon oefter begegnet und ich mag Deine offene, direkte Art. Mit einem Posting hattest Du mich sehr beruehrt und es geht mir seitdem nach:
    Hand halten ist die Hölle auf Erden, auch vom geliebtesten Menschen.

    Bitte absolut nichts, was einengt. Die liebevolle Hand auf dem Arm wiegt eine Tonne und stiehlt die Luft. Zu nahe am Bett stehen engt ein und raubt Atemluft. Mehr als eine Person im Zimmer, jeder Gegenstand zuviel auf dem Nachttisch lösen Klaustrophobie aus.
    Ich fands furchtbar, das meinem Mann auf einen Zettel gekritzelt kommunizieren zu müssen, weil alle seine Gesten doch nur helfen und trösten sollten - genial, wie mein geliebter Mensch aber ist, hat er sofort verstanden, hat auch jede überflüssige Person aus dem Zimmer geschmissen und gnadenlos um das Bett herum aufgeräumt, damit nichts das Blickfeld einschränkt und beim Atmen (= Schwerstarbeit) stört.
    Ich hatte mich gefreut, Dich nach dieser schweren Zeit wieder so munter und kraftvoll hier lesen zu koennen. Und nun das.
    Es ist schon vertrackt, manchmal wollen Patienten solche Prognosen wissen und der Arzt windet sich und es ist nichts rauszuholen. Aber wenn man gar nicht gefragt hat, kriegt man's vor den Bast geknallt, bevor man noch seinen Schild hochhat.

    Ich habe fuer Dich eine mutmachende Geschichte aus dem Brustkrebsforum. Dort bekam eine Frau die Prognose, noch drei Monate zu haben. Aber 32 Monate nach dieser Hiobsbotschaft erscheint ihr Buch ueber ihren Kampf: Susanne Burkhardt: "Drei Monate: wie ich alle Prognosen in den Wind schlug und mit Humor und Geduld die Statistik der Onkologie zum Wanken brachte". Es ist eine erstaunliche und sicher auch aussergewoehnliche Geschichte. So viel Energie, Wille und Galgenhumor schlaegt einem entgegen. Vielleicht koenntest Du Dich Dich darin wiederfinden.

    Wie geht's Dir inzwischen? Wie sollst Du Dich sortieren? Wenn man koerperlich und innerlich nicht dazu bereit ist, fuehlt sich so eine Botschaft voellig surreal an. Eine Statistik bist Du jedenfalls nicht. Und die Aeusserung eines einzelnen Arztes ist nicht unbedingt die Wahrheit.

    Ich wuensche Dir, dass Du die fuer Dich richtige Haltung findest und ganz viel Power.

  8. Inaktiver User

    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Susanne Burkhardt: "Drei Monate: wie ich alle Prognosen in den Wind schlug und mit Humor und Geduld die Statistik der Onkologie zum Wanken brachte".
    Nichts für ungut ..... Aber wenn ich so was lese, kräuseln sich mir die Fußnägel hoch .......

    Es freut mich sehr für Frau Burkhardt, wenn sie in der Langzeit-Remission ist ..... Aber "die Statistik der Onkologie" hat sie damit sicher nicht ins Wanken gebracht. Sie ist ein positiver statistischer Ausreißer, und mit so etwas der Statistik wohl bekannt.

    Ich finde diese Argumentation "Einfach ein bißschen positiv denken, Yoga machen und Himbeeren essen, dann wird das schon" ganz ehrlich nur eins: Menschenverachtend. Denn für das absolute Gros der betroffenen Patienten bringen diese Ratschläge nichts, außer einer - vermeintlichen - "Erkenntnis": "Du bist selbst schuld, weil Du nicht positiv genug warst."

    Einige Leute haben Glück / günstige Umstände / weniger aggressiven Krebs / sprechen extrem gut auf eine Behandlung an / haben den Onkologen hinsichtlich der Schwere der Erkrankung mißverstanden / eine Fehldiagnose oder ein verwechseltes CT ..... Die meisten haben es nicht. So ist das leider.

  9. Avatar von Malina70
    Registriert seit
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    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Dem kann ich mich nur anschließen.

    Ich gehe erst davon aus, dass ich so pi mal Daumen in die Statistik falle, also kein positiver Ausreißer bin. Denn die Statistiken enstehen ja nicht im luftleeren Raum. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich nach fünf Jahren noch lebe, liegt bei 5-10%. Das hat mir niemand gesagt, das kann ich leicht nachlesen. Anderthalb Jahre sind rum, zwei werde ich wohl auch noch schaffen. Ob mehr, wird sich zeigen. Und selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich zu den paar Prozent gehöre, weiß ich, dass die meiste Betroffenen das Glück nicht haben.

    Klar, jeder Überlebende hat seine Theorien, warum gerade er überlebt hat. Ich hätte die im Fall des Falles wohl auch. Aber zugleich ist mir klar, dass das erst mal nix aussagt. Es lässt sich weder beweisen, noch auf andere übertragen in dem Sinnee, wenn Du nur das oder das machst, dann wird das schon. Von daher steh ich diesen ganzen Rezepten auch sehr sehr skeptisch gegenüber. Ich denke, man sollte das tun, womit man sich wohlfühlt und womit man im Zweifel auch gut sterben kann. Und dann muss man eben abwarten.
    Es bringt in meinen Augen gar nix, auf Teufel komm raus Himbeeren zu essen oder auf einmal alles mit Humor zu nehmen, wenn man vorher nicht so sonderlich humorvoll war oder nun einen Meditationskurs an der VHS zu besuchen, wenn man so gar nicht der kontemplative Typ ist. Der Weg, den man geht, muss einfach zu einem passen. Und am besten fährt man wohl, wenn man auf die Ressourcen zurückgreift, die man vorher schon hatte.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  10. Inaktiver User

    AW: "Ihnen bleiben nur noch wenige Monate" - keine Lust, den Löffel abzugeben

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen



    Richtig. Ein fortgeschrittener Krebs wird in den meisten Fällen nicht zu heilen sein ..... Aber ihn in Richtung chronische Krankheit zu drücken, mit der der Patient noch viele Jahre gut leben kann, ist der Weg, der sich bei vielen Krebsarten bietet. Nicht nur durch die Chemo - auch wenn sie nach wie vor die Säule darstellt - sondern auch durch andere neue Therapieverfahren.
    liebe lorelei,
    wenn ein arzt einem sagt ,man hätte weniger als ein jahr ,dann gehe ich mal davon aus ,dass man dann auch mit einer palliativen chemo nicht 3 jahre hätte,sonst würde der arzt das auch nicht so sagen. in so einem fall kann man eine palliative chemo machen oder lassen,es handelt sich eben nicht um so viel mehr lebenszeit und die frage ist dann auch ,wie wäre die lebensqualität mit oder ohne diese chemo?eben nicht so viel besser ,ist leider oft der punkt...
    insofern habe ich mich an die aussage dies arztes in bezug auf strunzhuhn gehalten.
    es ist natürlich in vielen fällen ganz anders und da hast du völlig recht ,da wird diese palliativchemo zur erheblichen verlängerung eingesetzt,aber dieses hier ist der thread von strunzhuhn.
    Geändert von Inaktiver User (21.07.2014 um 13:13 Uhr)

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