hallo zusammen,
dass ich mal hier im *gebrauchten*-forum auftauche; allerhand!![]()
doch ich glaube, ich bin hier richtig, um mich mit eurer hilfe mal ein wenig zu sortieren.
heute war die hochzeit meiner stieftochter (26 j.).
mit meinem immernochgöga () war ich von 1987 bis 2002 zusammen; von 1987 bis 1998 haben mein stiefsohn und meine stieftochter bei uns gewohnt, bis 2000 nur noch die stieftochter, dann gingen beide erwachsen ihre eigenen wege.
als nur noch wir und unser gemeinsamer sohn (jahrgang 1991) überblieben, ging die ehe langsam aber sicher den bach runter.
2002 fing mein mann eine affäre an (übers internet ja ja), worauf nach einigen monaten die trennung von mir aus folgte, weil der gute sich ja so gar nicht entscheiden konnte *hüstel*...
nun gut, seit 2003 habe ich einen wunderbaren lieben partner, der für mich und meinen sohn das beste ist, was uns passieren konnte. meinen mann habe ich nach der trennung nicht eine sekunde vermisst; bei den stiefkindern ließ es recht schnell nach.
mein leben ist so anders heute: nur 1 kind, eine glückliche partnerschaft, mein studium...
ich will die uhr keine sekunde zurückdrehen.
tja, dann nun die story heute:
meine stieftochter rief vor 10! tagen an, um ihren kleinen halbbruder zur hochzeit einzuladen. ich bin mir nicht zu hundert prozent sicher, ob sie mich am liebsten gar nicht dabei haben wollte und mich mehr oder weniger nur darum zum standesamt (immerhin) eingeladen hat, weil ich halt gerade am telefon war?!?
das wollte ich mir auf keinen fall entgehen lassen!![]()
nun war es so, ich kam natürlich mit meinem sohn und zwei allerbesten freundinnen, die das mädchen auch seit 20 jahren kennen (und außerdem endlich mal die neue von meinem immernochgöga sehen wollten).
letztere würdigte mich keines blickes; dafür bin ich nach der trauung fröhlich zu ihr hin und habe ihr die hand gedrückt.
mein immernochgöga sah aus wie der tod auf raten; klapperdürr, voll gestresst, schwatzte aber ganz lieb mit mir und meinen freundinnen.
jetzt kommt der hammer: die leibliche mutter des mädchens blieb der trauung fern!![]()
nur ihr ehemann und ihre beiden kleinen stiefkinder waren da sowie ihre eltern.
na ja, letztendlich habe ich mich von allen nett verabschiedet (ganz doll freundlich waren die ex-schwiegereltern meines mannes, also die eltern von der nicht anwesenden brautmutter, die mich ja auch sei 20 jahren kennen), auch von dem ehemann der abwesenden mutter, dem ich von herzende kommende grüße an seine frau ausgerichtet habe und der mich dann *kicher* in den arm nahm (MEINE sensation des mittags).
dann sauste ich mit meinen zwei freundinnen ab. meinen sohn musste ich mehr oder weniger notgedrungen da lassen; er hatte die ganze zeit vorher wie eine klette an meiner seite geklebt mit seinen 16 jahren *staun* und fragte dann noch, warum ich nicht mit ins restaurant käme.
hab' mich son bisschen rausgeredet und war wech.
ja, wie fühle ich jetzt?
ich schwanke zwischen
- erleichterung, dass ich mir das patchwork-hardcore-theater nicht länger antun musste
- gekränkter eitelkeit, weil die neue, die seit fünf jahren mit meinem mann zusammen ist, da jetzt als alleinige brautmutter aufläuft
- traurigkeit, weil 15 jahre stiefmutter-dasein möglicherweise keinen nachhaltigen eindruck hinterlassen haben
- wut, weil ich meinen sohn alleine da lassen musste, der so was von keine lust hatte und wenn überhaupt nur mit mir dahin wollte
- dankbarkeit, weil ich auf jeden fall einen würdevollen abschied hingelegt habe
schwierig, schwierig...
was meint ihr?![]()
dass heute dann noch post im briefkasten von meinem anwalt war (weil ich endlich die scheidung eingereicht habe), fand ich irgendwie noch ganz witzig obendrauf.![]()
Antworten
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26.06.2007, 20:12
weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
Geändert von Henne65 (28.06.2007 um 08:50 Uhr)
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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26.06.2007, 22:06Inaktiver User
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
Hallo Henne, wir kennen uns noch nicht.
Tja, ich würde sagen, Du reagierst auf ein ziemliches Durcheinander mit "durcheinanderen" Gefühlen, die ja auch noch ganz frisch sind.
Ich vermute, in wenigen Tagen wird das Nachdenken über den "Abgang" und über das Bleibenwollen Deines Sohnes etc. zurücktreten und Du wirst vielleicht Dich in Gedanken auf Deine Stieftochter konzentrieren und auf Eure gemeinsame Zeit...
Könnte ja zu etwas Positivem, Neuen hinführen?
Aber ich schiesse jetzt echt ins Blaue! Auf jeden Fall halte ich Deine gemischten Gefühle für völlig normal,-klingt so wie "Träne im Knopfloch und Nelke im Auge"...
Liebe Grüsse, T.
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27.06.2007, 07:31
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
hallo tarasjugina, danke für deine antwort!
Zitat von Inaktiver User
nein nein, mein sohn hat ja nix verkehrt gemacht, er hat bis gestern abend schön mitgefeiert und ist guter dinge wieder zu hause eingetrudelt.
was meine stieftochter angeht, mmmh, ich denke, sie wird mich irgendwann anrufen (ich habe ihr gestern ein volles fotoalbum mit bildern aus 15 gemeinsamen jahren geschenkt), aber mit ihrer entscheidung, mich als einzige nahestehende person nicht zur hochzeitsfeier einzuladen, muss sie nun auch leben; die gedanken kann und werde ich ihr nicht abnehmen.
ich muss ja der ehrlichkeit halber erwähnen, dass ich mir in den letzten fünf jahren auch kein bein ausgerissen habe, sie zu sehen.
von daher sehe ich einen abschied gestern, der okay ist.
meine gedanken bleiben jetzt da, wo sie hingehören, bei meinem schatz, meinem sohn und meiner magisterarbeit, die bis dezember erledigt sein will.
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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27.06.2007, 08:03
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
Hallo Henne,
liest sich für mich als ob Du jetzt endlich ein Kapitel in einer Biographie beendet hast.
Ist dies nicht ein schönes Gefühl?
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27.06.2007, 08:19
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
doch kywalda, das ist schon schön.
Zitat von kywalda
es war nur ein wenig komisch gestern, weil ich dieses kapitel eigentlich vor über vier jahren in frieden abgeschlossen habe.
na ja, menschlich wohl...
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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27.06.2007, 08:21Inaktiver User
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
Liebe Henne65,
Zitat von Henne65
hätte sie da nicht mehr Grund Dir zu grollen - wir Mütter sind doch ein bisschen mehr verantwortlich fürs Gefüge als die Töchter? Weil wir die Alten, Erfahrenen sind und aus dem Wissen, welchen Schmerz es bereitet zur Seite getan zu werden, handeln können. Die Jungen sind da in unserer Hand.
Und grollen tust Du ihr - so lese ich es klar heraus. Sie hat Dich eben nicht eingeladen, weil Du ihr nicht nahestehend bist und warst und umgekehrt - vielleicht mal von urlangen Vorzeiten abgesehen, aber um so mehr muss sie sich von Dir verlassen gefühlt haben.
Mit ihrer Nichteinladung ist sie klar den bestehenden Verhältnissen gefolgt, nämlich dass Du Dich als nahestehende, familiäre Verantwortung (Stiefmutter, nach 15 Jahren hätte man da schon fast Mutter sagen können) von ihr entfernt hattest. Finde ich in Ordnung von ihr.
Insofern finde ich es eher taktlos von Dir ihr ein volles Fotoalbum zu schenken mit 15 Jahren Gemeinsamkeit - eben schon lange vorbei und Du hast sie praktisch wohl als Stieftochter (nach 15 zusammenlebenden Jahren praktisch schon fast Mutter) ja wohl ziemlich verlassen - eher kein Bein ausgerissen um sie zu sehen. Klingt wirklich nicht nach nahestehend.
Ich hoffe Du bist mir nicht böse, dass ich das so deutlich schreibe!
Viel Glück bei Deiner Magisterarbeit! LG herbstblatt2
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27.06.2007, 08:21Inaktiver User
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
Ich habe grade sowas halbwegs Ähnliches erlebt ...
Mein Freund hat aus seiner geschiedenen Ehe zwei Kinder, aus der nächsten Beziehung dann noch einen Sohn. Vor ein paar Wochen hat nun seine Tochter geheiratet.
Anwesend waren Brautmutter und der "neue" Ehemann, der die Tochter im Alter von 6 Jahren "übernommen" hat - und mein Freund mit mir. Zum Altar geführt wurde die Braut von Papa Nr. 2 - mein Freund als leiblicher Papa wurde vorher gefragt, ob ihm das was ausmachen würde ... (es HAT ihm ziemlich viel ausgemacht, aber das würde er nie zugeben). Der Halbbruder war NICHT eingeladen, aber ein gleichaltriger Cousin (zu dem die Braut genausoviel oder wenig Kontakt hat wie zum Halbbruder - und DAS fand mein Schatz auch ziemlich daneben) ...
Die Fotografin hatte ein Problem mit der Symmetrie auf den Brautfotos - weil da nun auf einer Seite zwei "Elternpaare" standen (ich selbst hatte mich dezent abseits aufgehalten, aber wurde lautstark zu den Eltern "befohlen" - die Braut und die gesamte Sippe mögen mich sehr und umgekehrt) ...
Ich glaube, es ist für die Kinder aus unseren Patchwork-Familien nicht so ganz leicht, mit diesen Familienverhältnissen auch wirklich zurechtzukommen ... und da "vergisst" man schon mal Jemanden - oder verhält sich im Eifer des Gefechts ungeschickt - und ahnt nicht, dass man dabei verletzte Menschen (an denen ihnen durchaus 'ne Menge liegt !) hinterlässt ...
Ich als Braut hätte mich (wenn schon!) dann von meinen BEIDEN Papas zum Altar führen lassen - aber ausser mir ist niemand auf diesen Gedanken gekommen. Immerhin hat der Priester in seiner Rede auch auf beide Väter Bezug genommen - es war also nichts zu "verheimlichen".
Vielleicht kein Trost für Betroffene ... aber ein Gedankenansatz?
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27.06.2007, 08:24
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
herbstblatt, ich bin dir nicht böse.
Zitat von Inaktiver User
aber *wir mütter*? na ja, sie hat schließlich ein leben lang eine mutter, auch wenn sie bei mir groß geworden ist.
ich sehe es anders als du.
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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27.06.2007, 08:27
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
ach je kleinertiger, das ist ja auch patchwork-hardcore!
Zitat von Inaktiver User
du hast sicher recht, es ist für die jungen patchwork-erwachsenen nicht einfach.
ich bin auch schon wieder friedlich; siehe oben.
So wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Schmerzen und die Tränen vom vergangenen Jahr des Menschen Seele reifen. (chinesisches Sprichwort)
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27.06.2007, 08:27Inaktiver User
AW: weiß nicht so recht, was ich fühlen soll...
Wie auch immer,
mich würde so ein Erlebnis auch aufwühlen und die Vergangenheit aus dem Grabe emporsteigen. Im günstigsten Fall sortiert sie sich in uns aktuell und wir werden ein Stück ruhiger.
LG herbstblatt2


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