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    Ich würde ihm so gern helfen...

    Nachdem ich mich nun stundenlang durch dieses Forum gelesen habe und dabei auf sehr vernünftige Kommentare gestossen bin, die wirklich neue Denkanstösse geben können, habe ich mich entschlossen, mein Problem zu beschreiben. Dies wird allerdings ein halber Roman. Man bitte mir dies zu verzeihen, aber die Sichtweise aller Beteiligten, ist für konstruktive Lösungsvorschläge meiner Meinung nach notwendig.

    Vor 2,5 Jahren (Dezember 2004) habe ich meinen Schatz auf einer Skiausfahrt kennengelernt. Ich wollte mir damals nur ein schönes Wochenende machen, mein Selbstbewußtsein aufpoliern. Ich war damals ca. 2 Monate von einer kurzfristigen Beziehung mit einen verheiraten Mann getrennt, der emotional einfach nicht von seiner Nochfrau losgekommen ist.

    Es wurde ein wunderschönes Wochenende mit viel Romantik und einer wunderschönen Nacht. Man beschloss sich wiederzusehen und verabredete sich fürs Kino. Davor gingen wir noch gemeinsam essen und dabei teilte er mir dann mit, dass er verheiratet ist, zwei erwachsene Stiefkinder hat, sich im Oktober endgültig von seiner Frau getrennt hat, momentan aber noch dort wohnt, weil seine neue Wohnung noch nicht bezugsfertig ist.

    Ich war nach dieser Eröffnung wie vor den Kopf gestossen, sollte sich das Beziehungsdrama, welches ich gerade hinter mir hatte, wiederholen. Ich habe mich dann aber doch entschlossen das ganze einfach auf mich zukommen zu lassen und die Zeit die wir haben zu geniessen.

    Er ist dann ca. 3 Wochen später nach Weihnachten von zu Hause ausgezogen. Anfang Januar lernte ich seine Eltern und Geschwistern kennen und wurde von der Familie sofort herzlich aufgenommen. Im April 2005 das erste Gespräch mit seiner Nochfrau über eine Scheidung. Im Oktober 2005 wurde die gemeinsame Eigentumswohnung verkauft, um die Schulden zu tilgen. Frau und Tochter wollten die Wohung unbedingt behalten, da die Tochter noch zur Schule ging und die Nochfrau nur auf 400-EUR-Basis arbeitet, eine Illusion. Die Nochfrau hatte wegen der fehlenden Einnahmen enorme Schwierigkeiten eine neue Wohnung zu finden und kam letzendlich in der Wohnung von Bekannten unter ca. 80 km entfernt. Dadurch wurden Mutter und Tochter getrennt, denn die Tochter stand kurz vor dem Abitur und wollte auf keinen Fall die Schule wechseln. Da sie meinen Schatz für die Misere verantwortlich machte, zog sie dann bei ihrem Freund und seiner Mutter ein.

    Von diesem Zeitpunkt an, war scheidungstechnisch Sendepause. Telefonanrufe seiner teilweise betrunkenen Nochfrau bzw. SMS mit Beleidigungen gab es immer wieder (für mich sogar nachvollziehbar). Im Januar 2006 kam dann ein Schreiben vom Anwalt der Nochfrau mit total überzogenen Forderungen für den Getrenntlebendenunterhalt, seine Nochfrau hatte ihren 400-EUR- Job verloren und ist somit arbeitslos. Mein Schatz bekam damit den ersten Vorgeschmack dessen, was ihm bei einer Scheidung bevorsteht.

    Im April 2006 nachdem etwas Gras über die Sache gewachsen war, gab es ein erneutes Gespräch, eventuell doch eine gütliche Scheidung zu erreichen und seine Frau davon zu überzeugen sich endlich eine Arbeit zu suchen.

    Im Februar 2007 kam es nun zur nächsten Kathastrophe. Mein Schatz hat seine Stieftochter in der Steuererklärung als aussergewöhnliche Belastung eingetragen, dass hat die junge Dame vollständig in den falschen Hals bekommen und wochenlang nicht mehr mit ihm geredet. Zudem hat er nun herausgefunden, dass sich seine Nochfrau nicht sonderlich bemüht eine Arbeit zu finden, sondern lieber das Leben geniesst.

    Wo nun das Problem liegt. Er hat letztes Wochenende unsere Beziehung telefonisch beendet. Wenn er es mir persönlich hätte sagen wollen, wäre er womöglich wieder schwach geworden. Am Donnerstag ist er dann zu mir gekommen, hat seine komplette Wohnung ausgeräumt und mir alles gebracht. Ich bin erschrocken als ich ihn sah, blass wie der Tod, die Augen ohne jegliches Leben und er hat einen Eisblock um sich errichtet, durch den dringen weder ich, noch seine Eltern, noch seine Geschwister, noch seine Freunde. Er blockt grad alles ab. Wir haben dann noch lange geredet. Mein Schatz kotzt sein Leben an. Der nicht endend wollende Konflikt mit seiner Nochfrau und die Angst, dass eine gütliche Scheidung nicht möglich ist, sondern um jeden Pappbecher und jedes Stückchen Papier bis zum bitteren Ende gestritten wird. Die Angst durch diese Scheidung seine Stieftochter, die er über alles liebt zu verlieren, die momentane finanzielle Belastung. Dadurch, dass seine Frau nicht gewillt ist zu freiwillig zu arbeiten, bleibt von seinem Gehalt nicht mehr viel über. Und wenn er Pech hat, wird sich auch für sehr lange Zeit nicht ändern. Das ist für ihn eine unbefriedigende Situation. Er kann davon leben, aber große Sprünge machen kann er davon nicht und irgendwelche Rücklagen für noch schlechtere Zeiten bilden geht schon gar nicht. Er lebt in einem Loch von Wohnung, was anderes kann er sich nicht leisten, er konnte sich aber auchh nie vorstellen zu mir zu ziehen. Er konnte sich auch nie eine dauerhafte Beziehung vorstellen. Er muß das Wissen haben, jeder Zeit gehen zu können. Er hat noch nie alleine gelebt und momentan ist dies sein einzgiger Wunsch. Er möchte sich alleine in sein Loch verkriechen, um herauszufinden, was er wirklich will. Er spürt, dass er in dieser Situation unserer Beziehung einfach nicht gerecht werden kann. Er sagt, ihm fehlen einfach die Gefühle bei mir zu bleiben. Die erste Verliebtheit ist vorbei und was momentan an Gefühlen übrig ist, reicht ihm nicht. Halblebig möchte er sie einfach nicht fortsetzten. Er wünscht sich, wir können in Kontakt bleiben und meint, villeicht ändern sich seine Gefühle wieder, wenn er endlich einen Schlußstrich unter sein altes Leben ziehund er durch die Einsamkeit gezwungen ist endlich überhaupt zu handeln. Es hat die ganzen Probleme verdrängt, es ist ja auch viel einfacher, meine Wärme und Zärtlichkeit zu geniessen und Dinge zu unternehmen, wie sich mit dem Scherbenhaufen Leben auseinanderzusetztn.

    Das versteht mein Kopf auch sehr gut, aber mir bricht, das Herz, wenn ich daran denke ihn nicht mehr zu sehen, zu spüren, mich Geborgen zu fühlen. Er hat soviel für mich getan, dass ich um ihn kämpfen will, nur bin ich momentan nicht in Lage auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.

    Wer hat sowas auch schon mitgemacht und kann mir raten wie ich mich verhalten soll.

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    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    Möchtest du ihm helfen? Was er will, scheint mir klar:

    Zitat Zitat von sonnentanz
    Er sagt, ihm fehlen einfach die Gefühle bei mir zu bleiben. Die erste Verliebtheit ist vorbei und was momentan an Gefühlen übrig ist, reicht ihm nicht. Halblebig möchte er sie einfach nicht fortsetzten.
    Möchtest du nicht eher dir helfen? Magst ihn nicht aufgeben? Ich lese:

    Das versteht mein Kopf auch sehr gut, aber mir bricht, das Herz, wenn ich daran denke ihn nicht mehr zu sehen, zu spüren, mich Geborgen zu fühlen.
    Er hat soviel für mich getan, dass ich um ihn kämpfen will,
    Er möchte in Ruhe gelassen werden. Ganz brutal, das kannst du jetzt im Gegenzug für ihn tun.

  3. Inaktiver User

    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    Hallo,

    sehe ich absolut genau so.

    Wenn du ihn jetzt los laesst, liebst du ihn. Das ist das, um was er dich gebeten hat.

    Gib ihm Raum , seine Sache zu klaeren.

    Wenn er dann wieder Luft zum Atmen hat, kommen ja vielleicht die Gefuehle fuer dich wieder zum Vorschein.

    Bedraenge ihn nicht, sonst bist du ihn fuer immer los.

    gruss
    chrissi

  4. User Info Menu

    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    Danke für deine Ehrlichkeit.

    Mir ist auch klar, dass ich ihn gehenlassen muß, um ihn eventuell zurückzubekommen.

    Das fällt mir nur unheimlich schwer, weil es ja nicht so ist, dass wir während unserer Beziehung riesen Zoff hatten. Im Gegenteil, er sagt, es ist alles wunderschön und harmoniert. Nur die seelische Belastung blockiert gerade seine Gefühle, aber sind dafür Partner nicht eigentlich da. In schönen Zeiten kann jeder, wichtig ist es, dass man sich auch in schlechten Zeiten auf den Partner verlassen kann.

    Ich hätte mir eben gewünscht, dass wir dies gemeinsam durchstehen und er nicht als einsamer Streiter gegen Windmühlen kämpft.

    Manchmal frage ich mich, ob es so nicht wirklich besser ist, denn nun bricht nur das Herz, aber wir haben uns nicht weh getan, können uns in die Augen schauen und unterhalten. Wer weiß, ob seine Scheidung nicht unsere Beziehung so belastet hätte, dass er nicht nur geschieden ist, sondern auch unsere Beziehung.

    So bleibt, das Füncken Hoffnung, dass alles wieder gut wird.

  5. User Info Menu

    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    Hi Sonnentanz,

    ich finde, die meine Vorredner haben recht. Ich kann es übrigens nachvollziehen, dass es für Dich nicht leicht ist, jemanden eine schwere Zeit alleine durchstehen zu lassen.

    Aber - und das sage ich jetzt mal aus meiner (männlichen) Sicht - manchmal braucht man einfach Zeit für sich und muss die Dinge mit sich selber ausmachen. Und da will mancher Mann (auch ich ticke so) einfach nur in Ruhe gelassen werden. Er hat es Dir ja auch recht deutlich gesagt.

    Wäre ich dieser Mann, dann würde ich mich über folgendes Verhalten freuen: Wenn Du mir sagst, dass Du meinen Wunsch respektierst, dann hast Du mir schon viel geholfen. Wenn Du mir dann noch sagst, dass Du trotzdem immer für mich da bist und mir das Gefühl gibst, dass ich - wenn ich denke, dass ich das brauche - in Dir eine Vertrauensperson habe, dann wäre das für mich absolut klasse.

    Weißt Du, ich habe manche Freunde, die ich inzwischen nur noch ein, maximal zweimal im Jahr sehe. Ich bezeichne diese Menschen aber immer noch als meine besten Freunde, weil ich weiß, dass ich immer zu Ihnen kommen kann und ich dort ein offenes Ohr und ehrliche Worte finde. Und das sogar dann, wenn wir mal für ein halbes Jahr kein Wort miteinander gewechselt haben.

    Aber das Gefühl, jemanden zu kennen, der einem gesagt hat, dass man immer und mit allem zu ihm kommen kann, wenn man das möchte, ist eine der Dinge, die diese Freundschaft am Leben erhalten.

    Das sind natürlich - wie immer - Meinungsäußerungen und als solche immer subjektiv. Aber vielleicht hilft es Dir ja ein bisschen. Übrigens schließt das nicht aus, dass Du Dich alle viertel Jahr mal unverbindlich bei ihm meldest. Bloß jede Woche wäre mit Sicherheit für mich zu viel.

    Grüße,
    Thomas

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    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    Also ne Kopfkissen,
    so kann ich das nicht stehen lassen. Da bin ich anderer Meinung.

    Die Liebe gehen lassen weil er seine Dinge allein auf die Reihe bringen will ist ok. Muss man akzeptieren.
    Nur garnicht dass ich dann wenn er mich braucht immer für ihn da bin.

    Einen Freund gehen lassen weil er seine Dinge allein auf die Reihe bringen will ist ok.
    Eine Freundschaft, eine gute, hält sowas aus.

    Auf einen "Freund" der nur einmal im Jahr anruft, uind dann was braucht.......... das ist nicht mehr lange mein Freund.

    Ob eine Liebe sowas aushält, eher nicht, weil er ja gegangen ist. Und hinsitzen und warten..............ob er wieder kommt..... und wenn er kommt...... nur weil er Sorgen hat, Hilfe braucht............und dann wieder geht?

  7. Inaktiver User

    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    Ich sehe es wie meine Vorredner. Du musst ihn gehen lassen. Sich in ihn hinein zu versetzen fällt nicht sehr schwer. Er hat den Kopf mehr als voll, ist in einer sehr schwierigen Lebenskrise. Er kann dir jetzt nicht geben, was du suchst oder brauchst. (Dich kann ich natürlich auch verstehen .)

    Wenn du ihn wirklich liebst, dann musst du ihm den Abstand gewähren. Und wenn er dich liebt, dann kommt er zurück, ganz bestimmt.

  8. gesperrt

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    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    Nimm hin, was er gesagt hat.

    Leider kann man niemanden mit Gewalt dazu bringen einen zu lieben (könnte man das, wäre ich die Erste im Karateverein).

    Es gibt nichts Scheusslicheres als unerfüllte Liebe.

    Aber scheinbar ist dieser Mensch nicht der, der Deine Gefühle verdient.

    Jemand der in so einer Situation steckt wie Dein Freund, kann auch gar nicht bereit sein für eine neue Beziehung.

    Versuch ihn gehen zu lassen, vielleicht habt ihr irgendwann einmal eine neue Chance.

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    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    Es ist ja nicht die erste Beziehung, die zu Ende geht, aber bei den anderen war durch eindeutiges Handeln meinerseits oder auch von Seiten des Partners aus klar, dass die Beziehung zu Ende ist, weil man so unterschiedliche Lebensauffassungen hat und sich am Alltag aufgerieben hat, dass man übereinkam sich zu trennen. Ein anderer Partner hat mir gesagt, dass er nun seine Traumfrau gefunden hat und deshalb nicht mehr mit mir zusammensein kann. Auch da war das Ende definitiv. Da hab ich auch meinen Stolz.

    Aber Aussagen, wie ich lieb dich nur noch/ oder doch noch halbherzig, bedeuten ja, dass er mich zu 50 % nicht liebt und zu 50% noch liebt. Und es schön ist, dass wir so gut harmonieren, soviel Zärtlichkeit und Wärme in unsere Beziehung ist und er dies vermissen wird, aber im nächsten Satz sagt, dass er jetzt allein sein will. Das macht mich einfach krank, dass will nicht in meinen Kopf. Deshalb bin ich auch einfach nicht bereit ihn aufzugeben, mach mir das Leben durch die Ungewissheit selber schwer, will selber aber auch nicht den Kontakt zu ihm herstellen, aus Angst ihn dann endgültig zu verlieren. Uns so lebe ich nun eben mit der Hoffnung, ihr werdet es Illusion nennen, dass alles wieder gut wird, wenn ich ihm nur Zeit gebe. Unser letztes Treffen ist schon wieder eine Woche her, für mich natürlich eine Ewigkeit. Gestern zum Vatertag habe ich ihm die erste völlig belanglose Sms geschickt und ihm einen schönen Vatertag gewünscht. Es kam auch eine genauso belanglose Antwort zurück, dass auch er mir einen schönen Tag wünscht. viel lieber würde ich ihm ja schreiben, dass ich ihn vermisse, oder ob er mich schon anfängt ein bisschen zu vermissen, aber ich fühle, dass ich damit mehr kaputt mache, denn die Antwort will ich ganz bestimmt nicht hören.
    Wir sind nicht für die Gefühle verantwortlich, die uns überkommen, wohl aber für die Folgen, die wir daraus entstehen lassen (Autor unbekannt)

  10. User Info Menu

    AW: Ich würde ihm so gern helfen...

    ich kann dich sooooooooo gut verstehen weil ich in der gleichen situation bin...ich bin auch total leer und hilflos und komme durch die wand die mein freund aufgebaut hat nicht durch! ist aber auch unglaublich was unsere gesetze zulassen, manche frauen brauchen nur reich heiraten und haben danach auch ohne arbeiten zu gehen( obwohl keine kinder vorhanden sind oder sonstige verpflichtungen, es wird halt nur ein wenig herum gejammert ) ausgesorgt! was dann mit ihrem ex oder deren neuen frauen geschieht interessiert doch dann niemanden mehr....im gegenteil man kann als die zweite partnerin noch die andere finanziell mit unterstützen damit sie ja nicht ihren eigenen popo bewegen muß!
    mal ganz von der ungemeinen psychichen situation abgesehen die die neue beziehung mehr als belastet eben sosehr das ein man wie dein freund nicht mehr ein noch aus weiß...
    ganz liebe grüße in verbundenheit

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