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  1. User Info Menu

    Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin vor kurzem in eine Beziehung mit einem Mann gestartet, der bereits ein Kind hat (ist jetzt 4). Und natürlich gibt es ganz viele "Standard-Tipps" für Stiefmütter, wie "Immer nachsichtig sein", "Sich nicht für die Zweitmutter halten", "Wissen, dass man immer an 2. Stelle stehen wird", etc.

    Ich würde hier gerne mal die Menschen lesen, die als Kind eine schöne Beziehung zu ihrer eigenen Stiefmutter hatten – und warum das so war. Was hat diese Frau getan/gelassen? Wie hast sie euch eine Freude gemacht oder Sympathiepunkte gesammelt?

    Und wenn ihr mögt, natürlich auch: was hat sie sehr falsch gemacht?

    Erfahrungsberichte interessieren mich sehr. Auch natürlich von aktuellen Stiefmüttern, die mir Tipps geben möchten, die sie selbst gerne gewusst hätten zum Start 😌

    Ich freue mich über jede Geschichte!

    Liebe Grüße
    Birdsong

  2. Moderation

    User Info Menu

    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Hallo, ich bin nicht ganz Deine Zielgruppe. Aber vielleicht ist trotzdem was fuer Dich dabei:
    Die Eckdaten sind, denke ich, nicht ganz, was Dir vorschwebt. Ich war knapp Teenie als meine Eltern sich trennten. Sie hatten kein gemeinsames Sorgerecht, sondern das lag, einvernehmlich, bei meiner Mutter, da mein Vater ans andere Ende des Landes zu meiner Stiefmutter zog und gemeinsames Sorgerecht (damals?) unpraktisch gewesen waere (wenn mein Vater zu allem formell haette sein Einverstaendnis geben muessen). Daher gab es keine "Papawochenenden" und schon gar kein "Wechselmodell" mit Kinderzimmer dort und so. Sondern laengere Ferienaufenthalte.

    Was hat meine Stiefmutter gut gemacht? Sie hat uns Raum gegeben, gerade am Anfang. Es war natuerlich schwierig, sich "zu gewoehnen", wenn man mal 2 Wochen da ist, und dann wieder 2-3 Monate lang nicht. Sie war im uebrigen der Trennungsgrund. Ich war alt genug, das zu verstehen, allerdings auch alt genug, die Verantwortung fuer die Ehe meiner Eltern bei meinem Vater zu sehen und nicht bei ihr. Ich habe ihr insgeheim schon manchmal "schlechten Stil" vorgeworfen, aber ich hatte damals schon keinen Sinn fuer die Wendung "sich in eine Ehe draengen", insofern habe ich ihr da keine Vorwuerfe gemacht.
    Naja, jedenfalls hat meine Stiefmutter sich anfangs wirklich rar gemacht. Mir war dabei gar nicht so wichtig, unbedingt Exklusivzeit mit meinem Vater zu verbringen, aber ich fand den Umgang mit ihr anfangs schon schwierig, weil ich mich in einer Art Loyalitaetskonflikt zu meiner Mutter sah (die allerdings nie schlecht ueber die Stiefmutter gesprochen hat und das groesstenteils "ausklammerte"). Das gute Auskommen war, immer schon, hautsaechlich Chemie. Meine Stiefmutter ist nett und witzig und ich kann und konnte mich einfach gut mit ihr unterhalten. Und mit den Jahren wurde das halt immer freier und ungezwungener, als alle sich an die Situation gewoehnten.
    Bei grossen Familienereignissen setzt sie sich, mental und manchmal auch buchstaeblich, sofort "in die zweite Reihe". Bei meiner Hochzeit sagte sie noch ausdruecklich, meine Eltern sollten da meine Eltern sein und sie muesse nicht auf jedem Foto vorne mit dabei sein (natuerlich gibt es auch Bilder von mir/uns nur mit meinem Vater und ihr.) Bei der Taufe meines Aeltesten war das wieder so, und bei der Taufe des Kleinen mussten wir da gar nicht drueber reden. Trotzdem ist sie eine begeisterte Grossmutter (und wird von den Kindern auch so gesehen).

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass die raeumliche Distanz zwischen meinen Eltern fuer mich (!) sehr hilfreich war. Ein Wechselmodell haette ich (!) furchtbar anstrengend und ungemuetlich gefunden. So konnte ich mein Leben sehr gut "in Schubladen stecken", wenn man so will. Und die Aufenthalte bei Vater und Stiefmutter waren halt Ferien und immer ein bisschen besonders.
    Dadurch blieb natuerlich unheimlich viel Konfliktpotential aus, zwischen den (Stief-)Eltern und uns Kindern und auch zwischen den Eltern selber. Insofern fuerchte ich, dass meine Erfahrung nicht so sehr hilfreich fuer moderne Stiefmuetter ist.

    Aber letztlich wuerde ich sagen: Seht Euch als Menschen, als neue Bekannte, irgendwann vielleicht als "angeheiratete" Verwandte, die entweder normal miteinander umgehen (muessen), oder sogar sehr gut miteinander auskommen. Behalte im Auge, dass das eben ein Stueck weit auch Chemie ist, die nur begrenzt beeinflusst werden kann. Und lass vielleicht immer mal wieder "raushaengen", dass Dir Deine "Stellung" in der Eltern-Kind-Gruppe bewusst ist, ich habe das immer als entlastend empfunden.
    Viel Erfolg!
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

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    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Hallo Birdsong,

    toll, dass Du Dir derartige Gedanken machst!

    Ich hätte mir von den jeweiligen Stiefmüttern meiner Kinder gewünscht:

    Das abgewechselt wird zwischen Zeiten mit allen zusammen und Zeiten, die nur Papa und den Kindern vorbehalten ist.

    Das auf der Weihnachts/Geburtstagskarte nicht jedesmal die jeweilige Stiefmutter mit unterschreibt
    Gerne natürlich dann, wenn es eine gewachsene Beziehung ist!

    Dass es eine Art Ritual gibt: 1 Wochenende oder 1 Woche im Jahr, wo nur Papa und die Kinder Urlaub machen-der auch je nach Alter der Kinder mit diesen besprochen und geplant wird

    Dass es, wenn es um Unterhalt geht, um die Kinder geht und das Finanzielle der jeweilig aktuellen Lebenssituation der Eltern und deren Kindern geht und die Stiefmutter sich da raushält-zumindest dann wenn Geld nicht sehr knapp ist.

    Das o.g ist bei uns leider nie so gewesen und ich hätte es mir als Exfrau und Mutter unserer Kinder sehr gewünscht.

    Meine Kinder kannten es nur so von ihrem Vater und den Stiefmüttern, bzw seit einigen Jahren nun der! Stiefmutter.
    Der ich anfangs noch recht wohlgesonnen war, was aber mit den Jahren leider immer weniger wurde.

    Natürlich spielt der Vater auch eine Rolle und je mehr er sich bemüht, seinen Erstgeborenen zugewandt zu bleiben, (ohne sich vereinnahmen zu lassen), umso besser

    Alles Gute

    Flau, super liest sich das, wie es bei Euch gelebt wurde
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

  4. User Info Menu

    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Erst Mal ist es ein Vorteil, wenn die Stiefmutter älter als die Stiefkinder ist. Aber wenn die Tochter Deines Partners 4 ist, dann ist das wohl gegeben.

    Sachen, die ich an meiner Stiefmutter nicht ertragen konnte:

    1. Dass sie jünger ist als ich. Und nein, ich habe kein Problem mit meinem Alter.

    2. Dass sie am liebsten die (fast) erwachsenen Kinder ihrer Mannes ungeschehen machen wollte.

    3. Dass sie sich, unseren Vater und ihre Kinder als eine Einheit sah. Auch wenn wir sehr selten zu Besuch waren (etwa 1-2 Tage im Jahr) durften wir nicht in unserem alten Elternhaus wohnen und wenn "die Familie" ausging wurden wir nicht einbezogen.

    4. Dass wir jede Weihnachten riesige glitzernde Weihnachtskarten bekamen mit einem Photo von ihr mit "ihrer" Familie. Unser Vater mittendrinnen.

    Was ich an ich mochte: sie war witzig und frech und wollte von uns so viel wie möglich Klatsch über die ganze Verwandtschaft haben und alle Freunde unseres Vaters

    Bei so einem kleinen Mädchen von 4 Jahren wäre ich einfach erst mal nett und lustig und würde es auch verstehen, wenn sie bei den ersten paar Malen Uebernachten Angst hat, weil ihre Mutter nicht da ist. Kein Problem, dann fährt sie jemand nach Hause. Das kommt bei so kleinen Kindern gut an, wenn man Verständnis zeigt.

    Nie über ihre Mutter schlecht reden, egal was vorgefallen ist oder wenn sie es sogar selber tut (wenn sie mal besser reden kann, so mit 14 oder so).

    Ihr das Gefühl geben, dass Du sie als Kind gerne magst und sie besonders originell, begabt oder lustig findest. Viel Loben und Dich freuen, wenn ihr mal Zeit zusammen habt.

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    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Hallo Birdsong,

    vielleicht aus zwei Perspektiven:

    meine Stiefmutter kam dazu, als ich neun war. Mein Papa hat mich großgezogen, d.h. sie wurde dann auch sehr schnell Teil meines Lebens als sie zusammengezogen sind. Was lief gut: sie hat mich sehr schnell auch als Teil ihrer Familie begriffen, auch noch als mein jüngerer Bruder dazu kam. Natürlich gab und gibt es einen Unterschied zwischen ihrem leiblichen Kind und mir, aber wir waren eine Familie. Sie hat meine Mutter immer akzeptiert, ich habe nie Animositäten zwischen den beiden gespürt. Sie hat insbesondere bei Frauensachen mir zur Seite gestanden - also die Lücken gefüllt, die mein Papa nicht so konnte. Sie hatte meist ein offenes Ohr. Wenn ich sage „meist“, dann gab es natürlich auch Reibereien, wobei ich in der Nachschau nicht genau weiß, ob die nicht auch aus einem Crash von Persönlichkeiten in der Zeit aus der Pubertät herrühren und nicht nur aus Patchwork. Ich habe mich aber immer sicher gefühlt, nie unwillkommen oder ungeliebt.

    Ich lebe jetzt selber im Wechselmodell, mein Exmann ist seit drei Jahren mit seiner Lebensgefährtin zusammen, die beiden haben ein gemeinsames Kind, das jetzt 1,5 ist. Und auch bei meinen Kindern und seiner Lebensgefährtin funktioniert es gut. Was sich zwischen meiner Situation und der meiner Kinder ähnelt: meine Kinder sind Teil auch ihrer Familie, sie hat für die beiden ein offenes Ohr und sie akzeptiert, dass es mich gibt. Wir kennen uns auch durch Familienfeiern, zum ersten Mal habe ich sie bei kurz vor der Konfirmation meines Großen kennengelernt. Sie ist eine total Nette, fröhlich, viel Humor und man sieht, dass sie meine Kinder gern hat. Gerade im Wechselmodell ist die Präsenz des anderen Elternteils ja noch deutlicher und damit muss man umgehen können, sie kann das anscheinend. Ich glaube, damit ist schon viel geholfen.
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.

  6. User Info Menu

    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Ach toll, vielen lieben Dank euch für eure ausführlichen Antworten und Einblicke in euer Leben! Das hilft mir sehr weiter. Ich habe zwar ein Buch zum Thema, aber das ist sehr...sachlich. Die Gefühle, die Kinder haben, wenn sich eine Stiefmutter so oder so verhält, werden dort leider ausgeklammert. Ich finde aber, dass man diesen Einblick braucht, um es gut zu machen.

    Ich habe sehr viel aus euren Texten mitgenommen. Sich seiner Rolle klar sein und diese aktiv ansprechen/leben um dem Kind die Unsicherheit zu nehmen, finde ich super. Genau wie, ihm Sicherheit zu bieten, es spüren lassen, dass man es als Teil der Familie ansieht.

    @Annkathrin, das klingt wirklich furchtbar :( aber ich finde es toll, dass du trotz allem auch etwas nettes an ihr gefunden hast, obwohl sie sich so offensiv in dein Leben gedrängt hat. Und danke für den Tipp mit dem Nach-Hause-Fahren, wahrscheinlich hätte ich das unnötig schlimm eingeschätzt, wenn das passiert, aber du hast ja Recht.

    @twix25: Das klingt nach einer schwierigen Beziehung. Einiges hätte ich sicher auch falsch gemacht. Z.B. die Weihnachtskarte: wie soll man es als Stiefmutter denn anders lösen, wenn man dem Kind zeigen möchte, dass man an es denkt? Eine eigene Karte schicken?

    Der Wunsch danach, dass sich die Stiefmutter aus dem finanziellen möglichst raus hält, kann ich sehr verstehen. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schwierig. Wenn die Eltern entscheiden, dass nur der 400 Euro teure Schulranzen für das Kind denkbar ist und man dadurch selbst nicht mit dem Mann in den Urlaub fahren kann, ist das schon eine Sache, wo ich mir dann wenigstens das "Recht auf Einwand" wünschen würde.

    Eine Sache frage ich mich – wahrscheinlich, weil ich selbst keine Kinder habe und dafür das grundlegende Verständnis fehlt. Ich möchte es aber gerne verstehen und hoffe, jemand erklärt es mir sachlich und freundlich 🙂 warum ist "Exklusivzeit" zwischen getrenntem Elternteil und Kind so wichtig? In meinen naiven Augen addiere ich doch als Stiefmutter einen weiteren "Spaßfaktor" dazu, wenn ich dem Kind zugewandt bin und in der Zeit mit den beiden einfach alles mitmache und mich freue, mit den beiden unterwegs zu sein – ohne mich reindrängen zu wollen. Was ist daran so schlimm, wenn ich mitkomme? Wenn Eltern zusammenbleiben hat das Kind ja auch keine Exklusivzeit mit den jeweiligen Elternteilen. Und klar, wenn ich eine bestimmende, nervige Person bin, verstehe ich das. Aber wenn man zurückhaltend und nach 'ihren Regeln' dabei ist? Ist das wirklich so schlimm?

  7. Inaktiver User

    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Es kommt drauf an wie alt das Kind ist und wie die Trennung abgelaufen ist.

    Eine Trennung ist immer schwierig für ein Kind, weil es Angst hat vergessen zu werden.

    Exklusivzeit ist daher schon wichtig aber muss auch nicht sein, wenn das Kind sich mit der next auch wohl fühlt...

    Das kommt immer auf das jeweilige Kind an.

    Aber prinzipiell sollte (in deinem Fall) der Vater immer signalisieren, das du nicht wichtiger bist als das Kind...

    Halte dich im Hintergrund. Keine Erziehung am Kind...... Und sprich niemals schlecht über die Mutter (egal wie doof sie ist)

  8. User Info Menu

    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Wolltest Du, dass immer seine Fußballkumpels dabei sind?
    An Weihnachten?
    An Deinem Geburtstag?
    Bei Deiner Abschlussfeier?
    An Deinem Mittagessen?

  9. User Info Menu

    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Zitat Zitat von Alma_Svensson Beitrag anzeigen
    Wolltest Du, dass immer seine Fußballkumpels dabei sind?
    An Weihnachten?
    An Deinem Geburtstag?
    Bei Deiner Abschlussfeier?
    An Deinem Mittagessen?
    Natürlich nicht ;-) wobei Fußballkumpels mit Sicherheit laut sind, den Mann für sich vereinnahmen und man sich als fünftes Rad am Wagen fühlt. Und: sie sind nicht Familie.

    Aber das ist ja kein richtiger Vergleich – wenn man zurückhaltend ist, das Kind in den Mittelpunkt stellt und die beiden auch Mal alleine loslaufen und Quatsch machen lässt, ist das doch eine ganz andere Sache, oder? Belehrt mich weiter gerne :-)

  10. Inaktiver User

    AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?

    Keiner will dich belehren ;)

    Ich finde es super, daß du dir darüber Gedanken machst.

    Patchwork kann funktionieren aber ist immer mit viel Kommunikation verbunden.

    Du kümmerst dich um das Kind.... Fühlst dich mit der Zeit auch verantwortlich.... Und hast trotzdem die A.... Karte ;)

    Wenn die Eltern aber eine funktionierende elternebene haben, kein emotionaler Ballast mehr von der paarebene da ist.... Dann ist das schon die Hälfte geschafft.

    Als next, ist man die neue in der ursprungsfamile.

    Es ist ein Balance Akt.

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