@TE, ich bin offiziell Stiefkind seit 28 Jahren (vorher war meine Stiefmutter 2 Jahre lang meine Pflegemutter)
Ich hab zu ihr vom ersten Tag an "Mami" gesagt, da waren mein Vater und sie noch gar nicht liiert. Meine biologische Mutter war "Mama"
Emotional gesehen ist meine Stiefmutter meine richtige Mutter.
Ich liebe so einiges an ihr. Sie hat nie einen Unterschied gemacht zwischen ihren leiblichen Kindern und ihren Stiefkindern. Weder was ihre Zuwendung an ging noch bei formellen Angelegenheiten (z.b. als es darum ging, einen Teil des Erbes ihrer Mutter unter ihren Kindern aufzuteilen)
Sie hat die Dinge gemacht, die eine Mutter halt so macht. Sorgen aanhören, Hausaufgaben kontrollieren, zum Arzt fahren, gemeinsame Unternehmungen. Sie hat mir alles beigebracht, was ich zum Start in ein selbständiges Leben brauchte. Sie hat mich zeitweise finanziell unterstützt.
Sie ist diejenige, die ich mit als eine der ersten die ich ins Vertrauen ziehe, wenn was ist
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Ergebnis 11 bis 17 von 17
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23.01.2021, 13:01
AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?
LG Blueberry82
mit Mini-Blue seit dem 27.05.2020










Die Welt besteht aus Optimisten und Pessimisten - letztlich liegen beide falsch, aber der Optimist lebt glücklicher
Wer etwas will, was er noch nie hatte, muss tun, was er noch nie getan hat.
Die reinste Form des Wahnsinn ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert (Albert Einstein)
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23.01.2021, 13:17
AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?
Birdsong, ich schrieb schon : Das abgewechselt wird zwischen Zeiten mit allen zusammen und Zeiten, die nur Papa und den Kindern vorbehalten ist.
Es hängt bestimmt auch sehr vom Verhältnis ab und in Eurem Fall auch dass das Kind noch so klein ist.
Meine waren größer und bekamen zu oft eine neue Frau vorgesetzt, da sollte dann gleich auf Familie gemacht werden
Das funktioniert nicht!
Als es dann zur wirklich dauerhaften Partnerin kam, wäre es schön gewesen, wenn die Kindern auch mal hätten über "früher" sprechen könne, Fotoalben gucken, "weisst du noch oder wie war das denn"
Und die Weihnachtskarte ebenso - wenn das kleine Kind nun mit Euch als Paar eine Zweitfamilie bekommt, die stabil bleibt, ist auch das etwas anderes!!
Ich finde es eh nicht schlecht, wenn auch in intakten Familien mal etwas mit Mama/Papa allein gemacht wirdEs wird Zeit für eine neue Signatur
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23.01.2021, 14:29
AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?
Ich schreibe aus Beobachtung und Familienerfahrung heraus, nicht aus eigener Stiefkind/-mutter- Erfahrung.
doch natürlich - das ergibt sich in Familien doch selbstverständlich, dass man immer mal wieder nur mit einem Elternteil ist. Wenn es viele Geschwister sind, dann vielleicht nicht - aber immer beide Elternteile???
Wenn du das mit dieser zurückhaltenden Haltung machst, ohne dich zurückgesetzt zu fühlen, wird es keine Probleme geben. Es ergibt sich dann doch von ganz alleine, dass die beiden mal auf den Spielplatz gehen, während du einkaufst, kochst oder etwas für dich machst. Es geht ja nicht darum, dass ihr nie zu dritt einen Ausflug machen sollt.Eine Sache frage ich mich – wahrscheinlich, weil ich selbst keine Kinder habe und dafür das grundlegende Verständnis fehlt. Ich möchte es aber gerne verstehen und hoffe, jemand erklärt es mir sachlich und freundlich 🙂 warum ist "Exklusivzeit" zwischen getrenntem Elternteil und Kind so wichtig? In meinen naiven Augen addiere ich doch als Stiefmutter einen weiteren "Spaßfaktor" dazu, wenn ich dem Kind zugewandt bin und in der Zeit mit den beiden einfach alles mitmache und mich freue, mit den beiden unterwegs zu sein – ohne mich reindrängen zu wollen. Was ist daran so schlimm, wenn ich mitkomme?
Es gibt aber Nexten, die immer dabei sein müssen, "um ihren Platz zu zeigen". Das ist dann schon weniger gesund.
Und zwei Erwachsene mit einem Einzelkind ist immer eine Art "Dreiecksverhältnis" - da ist dann von der Next schon wirklich Zurückhaltung gefragt. Und auch Eltern, die nicht getrennt sind, lösen diese Situation immer wieder auf. Es ist weder gut, wenn das Kind nur so mitläuft, noch, wenn sich ständig zwei Erwachsene um ein Kind drehen.
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23.01.2021, 16:22Inaktiver User
AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?
Ich schreibe jetzt mal, was ich an Stiefvätern gut fand.
Gut angefühlt hat es sich, wenn es ein ganz normales, freundlich zugewandtes Verhältnis gab. Also kein großes Trara um mich, aber Wohlwollen und einen sich sicher anfühlenden Platz. Meine (zwei) Stiefväter sind zu weiteren Erwachsenen in meinem Leben geworden, auf die ich mich als Kind verlassen konnte. Das Verhältnis war in einem Fall emotional enger und im anderen Fall sehr, sehr lange distanzierter. Aber beides war in Ordnung, weil es geklärt war.
Die Stiefväter haben mich in ihre Interessen einbezogen, damit haben sie meine Aufmerksamkeit bekommen und darüber haben wir eine Verbindung aufgebaut. Also ich durfte beim Reifenwechsel helfen und beim Bau eines Meerschweinchgeheges in Faser-Kunstoff-Verbundtechnik für meine Viecher oder habe mit ihnen zusammen Science Fiction Filme angeschaut (und wurde von ihnen beschützt, wenn es mal zu spannend wurde) und dann darauf aufbauend haben wir auch mit viel Spaß zusammen weiter rumphantasiert. Sie haben aber, glaube ich, nichts gemacht, wozu sie eigentlich gar keine Lust hatten, also jetzt nicht lustlos "Fang den Hut" oder Kaspertheater mit mir gespielt, nur damit das Kind Spaß hat. Sondern sie haben dann eher versucht, mir Tippkick oder Skat nahezubringen.
Im Alltagsleben waren sie ganz normal hilfsbereit, heißt, es wurde mal bei den Hausaufgaben geholfen, ein Essen zubereitet, wenn man als Kind Hunger hatte, ein verklemmter Reißverschluss repariert o.ä. Aber ich habe auch Aufgaben von ihnen bekommen, was ja auch zeigt, dass man ernst genommen wird und einem etwas zugetraut wird. Und sie haben es direkt gesagt, wenn sie etwas an meinem Verhalten störte, eher sachlich und klar, nicht emotional aufgeladen. Da war nicht meine Mutter zwischengeschaltet, und so konnte jeweils ein eigenes Verhältnis zueinander entwickelt werden. Das dauerte natürlich eine gewisse Zeit und man ist ja damit auch nie fertig.
Die Stiefväter sind authentisch geblieben und sie hatten wohl auch keine Erwartungen an unser Verhältnis zueinander, wollten nicht von mir geliebt oder anerkannt oder was auch immer werden. Es war nichts besonderes im Zusammensein, aber genau deswegen fühlte es sich gut und richtig an, glaube ich.
Ob und was im Hintergrund eventuell zwischen meiner Mutter und den Männern über mich gesagt und besprochen wurde, weiß ich nicht. Ich habe davon nie etwas gespürt.
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24.01.2021, 01:59
AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?
Du willst den vierten, fünften Schritt vor dem ersten machen.
Bevor Du darüber nachdenkst was eine gute Stiefmutter ausmacht, lernt euch erst mal kennen. Wie tickt der andere, was wollen wir, wie wollen wir leben, wo wollen wir leben, wollen wir überhaupt zusammen leben, welche Regeln gibt es für unser zusammenleben, wer macht was im Haushalt, so ganz stinknormale Beziehungsdinge.
Dann schau Dir an wie ER mit seinem Kind umgeht, gibt es von seiner Seite aus Regeln für das Kind, worauf legt er Wert bei der Erziehung seines Kindes, wie setzt er dies um, setzt er überhaupt irgendwas von dem um, wo schläft das Kind bei Übernachtungen und wo der Vater, wie ist der Umgang mit der Kindsmutter.
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24.01.2021, 02:57
AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?
Das mit der Exklusivzeit der Kinder mit ihrem Vater, das scheint ein brisantes Thema zu sein.
Mein Vater musste seiner Frau vor der Hochzeit versprechen, dass er sich nie mit einer seiner Töchter ohne ihr Beisein trifft. Sie hatte wohl Angst, wir könnten schlecht über sie reden oder uns Privilegien einräumen, die sie nicht wollte (keinen 400 Euro Rucksack aber vielleicht eine Handtasche?).
Aber wir wollten sie am Anfang nicht immer dabei haben. Wir kannten sie ja fast nicht! Und, das war nur ein paar Mal. Bei einem kleinen Kind denke ich, dass es beruhigend für es ist, wenn es erst mal viel mit einer Person alleine ist, die sie schon kennt (in eurem Fall mit ihrem Vater). Er verbringt ja Zeit mit ihr, damit die Beziehung nicht zerreisst. Und das geht besser mit den beiden alleine. Nicht den ganzen Tag aber ein Spaziergang und die Enten füttern oder in den Zoo gehen - alles Sachen die sie mit 4 sicher ganz toll findet.
Und dann kommen sie wieder nach Hause und ihr seit wieder zu dritt. Aber, dass sie spürt, sie ist nicht nur bei Euch beiden zu Gast, sondern sie ist da, um ihren Vater zu sehen. Das setzt Dich aber nicht herab. Vielleicht ist sie auch so an weibliche Begleitung gewohnt, dass sie will, dass Du manchmal mitkommst. Das ist dann total ok wenn ihr das so lieber ist.
Meine Stiefmutter war z.B. viel gesprächiger als mein Vater so dass, wenn ich nichts zu besprechen hatte, lieber beide zusammen gesehen habe. Sie war auch nicht so streng und kritisch mir gegenüber wie mein Vater (dem ich es nie recht machen konnte).
Am liebsten war es den beiden, ich bin mit einem Freund aufgekreutzt und es hatte sowas an sich wie: 2 Paare gehen mit einander zum Essen aus.
Jetzt finde ich es schade, dass ich keinen Kontakt mehr zu meiner Stiefmutter habe, seit mein Vater gestorben ist. Da ist so viel, was mich interessiert, wie es ihm in den 30 Jahren mit ihr ging. Aber, sie will nicht. Kann ich auch nichts machen. Mit einer Halbschwester komme ich ganz gut aus, mit der anderen habe ich kein Kontakt.
Ach ja, wenn ihr etwas warten könnt, selber ein Kind zu haben, das würde total gut kommen. Wenn sie 6 ist und in die Schule kommt, das wäre ein besserer Zeitpunkt als gerade jetzt. Und wenn Du Dich mit der Mutter gut verstehst, das ist sowiso das A und O einer solchen Beziehung. Das wäre ganz prima.
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24.01.2021, 10:26
AW: Was mochtet ihr an eurer Stiefmutter?
Ich glaube, ich verstehe das mit der Exklusivzeit nun besser, danke euch. Wahrscheinlich ist bei mir einfach die Frage zu präsent gewesen, warum denn ein Treffen mit mir schlechter ist als ohne mich. Aber darum geht es ja gar nicht.
Und natürlich verstehe ich, dass ich nicht direkt auf "heile Familienwelt" machen darf und auch nicht auf Teufel komm raus immer dabei sein muss. Vor allem, wenn das Kind den Wunsch nach Zeit allein mit seinem Vater äußert. Klar würde ich mich dann raushalten.
@Hummelbein: wir kennen uns schon seit 6 Jahren jetzt, ich kenne sein Kind seitdem es geboren ist und wir sind (mit Unterbrechungen) ein 3/4 Jahr zusammen. zusammen. Nun kommt in Kürze der Punkt, an dem wir uns einander "neu" vorstellen, ich hab es jetzt länger nicht sehen dürfen, bis die Beziehung "stabil" ist.
@Lea1958: das sind tolle Beispiele, die du da anführst. Sowas finde ich auch schön, dem Stiefkind einfach etwas von dem mitgeben, was man selber kann und die Eltern vielleicht nicht. Ich weiß z.b. dass beide nicht Schach spielen können – dann lernt sie das vielleicht von mir


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