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Thema: Lügen wegen der Kinder
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17.07.2020, 12:30
AW: Lügen wegen der Kinder
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22.07.2020, 18:37
AW: Lügen wegen der Kinder
Hallo an alle,
erstmal vielen Dank für die vielen Antworten und Gedanken, die ihr euch alle gemacht habt.
Sicherlich kann ich hier immer nur einen Ausschnitt aus unserem Leben geben, und dass daraus viele Rückschlüsse auf mich oder mein Leben gezogen werden, das ist dann halt so. Auch kann ich nicht die ganzen letzten 5 Jahre hier erläutern, da manchmal, etwas kurz gegriffen, der Eindruck entstehen könnte, dass weder ich noch sonstwer sich in dieser Zeit entwickelt hätte. Das ist natürlich nicht der Fall, gerade Patchwork braucht Zeit und wächst auch nur dann. Allerdings stimmt es schon, dass mein Partner (und ich bestimmt auch) dennoch immer wieder ähnliche Strukturen aufweisen, wie zB das Lügenproblem. Die Hinweise auf eine altwährendes Muster haben mir schon geholfen, denn ganz ehrlich, es ist auch sehr verwirrend immer wieder auf Lügen zu treffen, und es kann einen sehr verunsichern. Denn ich selbst verstehe solche Lügen überhaupt nicht, ich finde sie machen das Leben schwerer und zerstören unnötig Vertrauen.
Wie auch immer wollte ich einige Sachen klarstellen
- dass ich mich nicht selbst um mein Baby gekümmert hätte, oder keine Konsequenzen gezogen hätte, stimmt nicht. Während der Hochzeit der Corona Pandemie, als alle Hotels, Pensionen etc geschlossen waren, man in unserer Stadt nur mit Genehmigung Auto fahren durfte, ich nicht zu meiner Familie konnte (Ausland), habe ich meine "Quarantänebubble" verlassen (zu der natürlich auch die Kinder gehören, und in dieser Zeit hatte niemand Kontakt mit anderen) und bin für 10 Tage zu einer Freundin gezogen, die natürlich auch mir unbekannte Kontakte hat, aber zumindest nicht gerade 2 Wochen gefiebert hat. Über Ostern, für mich ein sehr wichtiges Familienfest. Weil die Kinder wie gesagt nicht 2 Tage länger bei der Ma bleiben konnten (sie hatte keine Pläne, keine Arbeit, nichts). Mein Partner sagte mir, er kann sich gegen sie nicht durchsetzen. Ok. Aber deswegen hier ein Bild von mir als hilflose, hysterische Frau zu zeichnen... naja.
- ich habe seit 2 Jahren eine eigene Wohnung (auch wenn nicht allzuoft genutzt) allerdings mit dem Beginn der Schwangerschaft untervermietet, an eine Freundin in Not. Ist natürlich auch finanziell eine Entlastung. Ich hatte überlegt die Wohnung nach Ankunft des Babys ganz aufzugeben, das werde ich wohl erstmal nicht.
- ich habe meinen Partner nicht erpresst, ein Kind zu bekommen. Ich wäre nur nicht länger bei ihm geblieben, da ich mir wirklich Kinder wünsche. Meine Kinderlosigkeit hätte ich ihm sonst wohl sehr übel genommen. Da er mir von Anfang am erzählte, dass er sich auch noch Kinder mit mir vorstellen kann, hat er dann halt Nägel mit Köpfen gemacht. Dazu hat er sich entschieden. Nach 5 Jahren und dem ganzen Patchworkgehampel hätte ich nicht länger auf ihn gewartet, und das wird er wohl gemerkt haben.
- ich glaube weiterhin, dass sich Beziehungsdynamiken ändern. Deswegen habe ich auch der Mutter geschrieben - es wird noch ein weiteres Familienmitglied dazu kommen. Ich habe ihr angeboten, sich über "unsere" Familie auszutauschen. Wie gesagt, ich habe ihre Kinder auch 50% der Zeit. Aber sie scheint kein Interesse daran zu haben - was für mich auch ok ist. Für manche ist Patchwork halt eine Einbahnstraße, what to do. Jetzt weiß sie allerdings, dass ich mich für mein Kind einsetzen werde und nicht jeden Quatsch kommentarlos hinnehme, auch wenn mein Partner vll nicht "stark" genug ist.
- es kam die Frage, ob es kulturelle Unterschiede gibt. Sicherlich einige, aber nicht anders als wenn zwei Partner zusammen finden. Wir kommen alle aus Nord/Westeuropa.
- es ist mir noch mal wichtig zu sagen, dass ich den Besuch des Kindes gar nicht verbieten wollte, sondern nur die Eltern über meine Schwangerschaft informieren, damit diese, gerade aus Albanien zurückkehrend, eine gut informierte Entscheidung treffen können. Das mein Partner dies nicht tat, zeigt mir einfach nur ganz deutlich, dass *er* auf jeden Fall verhindern wollte, dass das Kind ggf *nicht* zu uns kommt. Dh ja, wieder die eigenen Interessen über die meinigen gestellt.
Ich danke ganz herzlich der Moderation, die es immer wieder geschafft hat, auf mein Grundanliegen zurück zu kommen, wenn es zu oft darum ging, mich als Person zu bewerten. Mein Grundanliegen war die Schwierigkeit der Rücksichtnahme in einer Patchworksituation, und das nutzen von Lügen/nicht-Informationen meines Partners.
Das sind meines Erachtens schon typische Patchwork- und Beziehungsprobleme, weswegen ich das hier gepostet habe. Mir ist schon klar dass solche Geschichten auch ein bisschen wie Seifenoper sind und verschiedene Reaktionen hervorrufen. Allen die mir (und dem Baby) Mut zusprechen auf jeden Fall ganz herzlichen Dank, das tat mir gut. Auch den vielen eingebrachten Perspektiven vielen Dank, dieser Austausch soll ja auch zum Nachdenken anregen.



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