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  1. Registriert seit
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    Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Hallo an alle ,

    meine Frage ist weniger familiär-emotional als mehr sozialrechtlicher Natur, aber ich habe sie in dieses Forum reingestellt, weil möglicherweise die/der eine oder andere davon bereits betroffen war.

    Mein Mann hat aus erster Ehe eine Tochter, die im Frühjahr 18 geworden ist und im Sommer mit Realschulabschluss die Schule verlassen hat. Seitdem geht sie keiner "Beschäftigung" nach, also keine Ausbildung, kein Praktikum kein soziales Jahr, kein Job, keine Bewerbung - NICHTS. Dies alles ohne Grund (wie z. B. eine Krankheit) - es passiert einfach so nichts.

    Bisher lebt sie bei ihrer Mutter. Der Kontakt zu ihrem Vater (= mein Mann) und mir ist leider recht spärlich trotz mehrfacher Versuche von uns. Gleichwohl freuen wir uns, wenn wir Zeit mit ihr verbringen können.

    Ihre Mutter hat aus späterer Beziehung zwei weitere Kinder und will/muss nunmehr aus ihrer Wohnung ausziehen. Wir haben davon mehr so nebenbei erfahren. Der Auszug wird voraussichtlich zum Ende dieses Monats stattfinden. Es ist wohl noch nicht klar, ob ihre Mutter mit den anderen beiden in unserer Stadt bleiben oder in eine andere Stadt umziehen wird. Es scheint nur klar zu sein, dass meine Stieftochter nicht mit ihrer Mutter umziehen wird, egal, wohin deren Reise geht.

    Wo sie dann wohnen soll/wird? Keine Ahnung - das war ihre Antwort auf unsere Frage.

    Wie sie eine eigene Unterkunft zahlen will? Ebenfalls keine Ahnung - sie weiß nur, dass sie Hartz IV nicht will (leider hat mein Mann da nicht gefragt, wie sie gedenkt, ihr Leben im Allgemeinen zukünftig finanziell zu bestreiten...).

    Daran anschließend zum Eigentlichen:

    Ihr Anspruch auf Kindesunterhalt erlischt mit Ablauf dieses Monats (4 Monate nach Schulabschluss ohne weiteren Werdegang). Unsere Versuche seit mehr als 1,5 Jahren, sie hinsichtlich des weiteren Lebensweges zu unterstützen, zu begleiten, zu beraten, wurden durch sie abgeblockt. Angebote, z. B. im Betrieb ihres Vaters zur Überbrückung zu arbeiten, wurden abgelehnt. Mein Mann hat ihr inzwischen die Einstellung der Zahlung des Kindesunterhalts zu Beginn 2019 angekündigt (das war der Versuch, sie anlässlich fehlender Mittel zu etwas zu "zwingen", so bitter dieser Weg auch ist).

    Nun habe ich erfahren, dass zwar keine familien-, aber durchaus trotzdem sozialrechtliche Ansprüche gegen die Eltern bestehen können. Ihre Mutter ist schlicht zahlungsunfähig, also wird man ihren Vater und demnach ggf auch mich anschauen. Ihr Vater ist ebenfalls nicht wirklich zu einer Unterstützung in der Lage. Ggf, so las ich, kann man dann ein Kind zwingen, bei seinen Eltern zu wohnen(Kost und Logis vor Hartz IV).

    Mein Mann und ich stehen beide im Mietvertrag unserer Wohnung. Ich möchte nicht, dass seine Tochter bei uns einzieht. Hierzu wäre ich für eine fehlende Diskussion dankbar , denn ich habe berechtigte Gründe hierfür. Mein Mann steht einem Einzug auch eher ablehnend gegenüber.

    Meine Frage: Wäre ich rechtlich verpflichtet zu dulden, dass das Kind meines Mannes zu uns zieht?

    Ich danke allen, die mir mit rechtlichen Erfahrungen helfen können, egal mit welchem Ergebnis.

    Gruß noctem


  2. Registriert seit
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    689

    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Ich hab leider keinen Rechtsrat, aber mich würde interessieren wie Du die Situation einschätzt. Würde die Tochter den Einzug einklagen, wenn Du ihr sagst sie könne nicht bei euch wohnen und soll sich was eigenes suchen?
    Gib mir Imperativ!

  3. Avatar von Beachnoodle
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    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Komisch dass ihr Unterhaltsanspruch erlischt?
    Bist du da ganz sicher? Woher hast du diese Info? Üblich ist doch bis 25 Jahre bzw. Auch erst wenigstens nach einer erfolgreich abgeschlossener Ausbildung?
    Hier kann doch von beiden keine Rede davon sein. Volljährig heisst ja nicht automatisch finanziell unabhängig.
    Er kann also nicht einfach den Unterhalt einstellen.
    Seine Zahlungsfähigkeit als „ nicht wirklich“ zu beurteilen ist subjektiv.
    Es gibt klare Gesetze, die regeln was er zahlen muss basierend auf seinen Einkünften.

    Sie hat zwar Realschulabschluss aber damit kann Sie sich ja nicht unterhalten.
    Ich würde Sie sofort zum Arbeitsamt schicken.
    Dort Neigungsfindung, Eignung, Praktika besprechen.
    Bei Euch Einziehen und nur so Abhängen?
    Den Zahn muss ihr der VATER ziehen. Und zwar schnell und nachdrücklich.
    ggf. Soll sie Übergangsweise ein Job als Ungelernte annehmen.
    Geht zum Anwalt und lasst Euch beraten.
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer
    Geändert von Beachnoodle (05.11.2018 um 17:09 Uhr)

  4. Avatar von Sandra71
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    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Zitat Zitat von Beachnoodle Beitrag anzeigen
    Komisch dass ihr Unterhaltsanspruch erlischt?
    Das ist schon richtig.

    Zumindest, so lange das volljährige Kind nichts in Richtung Ausbildung (kann auch ne schulische sein) unternimmt.

    Wer nur faulenzt, hat keinen Unterhaltsanspruch.

    Das mal zur Theorie.


  5. Registriert seit
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    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Den Zahn ziehen ist manchmal leichter gesagt als getan. Die junge Dame ist da ja sehr resistent.

    Ich hab nicht wirklich einen Rat, werde aber dem Thema gespannt folgen. So ähnliches findet grad in der Verwandschaft statt und die Betroffenen sind am Ende mit ihrem Latein.


  6. Registriert seit
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    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Soweit ich weiß, kann sie sich entweder eine Wohnung vom Unterhalt suchen ( wobei ich auch nicht weiß, warum der Anspruch plötzlich nicht mehr da sein sollte), den Anspruch hat sie an beide Eltern oder muss bei einem Elternteil wohnen.

    Es gibt die Möglichkeit zu sagen- es ist für uns unzumutbar, mit dem volljährigen Kind zusammen zu leben. Ist das hinreichend belegt hat sie unter Umständen Anspruch auf ALG II.

  7. Avatar von Sandra71
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    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Zitat Zitat von noctem Beitrag anzeigen
    Nun habe ich erfahren, dass zwar keine familien-, aber durchaus trotzdem sozialrechtliche Ansprüche gegen die Eltern bestehen können. Ihre Mutter ist schlicht zahlungsunfähig, also wird man ihren Vater und demnach ggf auch mich anschauen. Ihr Vater ist ebenfalls nicht wirklich zu einer Unterstützung in der Lage. Ggf, so las ich, kann man dann ein Kind zwingen, bei seinen Eltern zu wohnen(Kost und Logis vor Hartz IV).
    Grundsätzlich ist dein Mann zur Zeit nicht unterhaltspflichtig, weil seine Tochter sich nicht in Ausbildung befindet, ABER: Anspruch auf eine vom Amt bezahlte Wohnung besteht erst ab 25, und wenn ihr mit ihr unter einem Dach leben würdet, bildet ihr eine Bedarfsgemeinschaft und seine Tochter hätte ggf. keinen Anspruch auf Leistungen.

    Ich würde mich an eurer Stelle mal anwaltlich beraten lassen.


  8. Registriert seit
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    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiß, kann sie sich entweder eine Wohnung vom Unterhalt suchen ( wobei ich auch nicht weiß, warum der Anspruch plötzlich nicht mehr da sein sollte)
    Der Anspruch ist an eine Ausbildung geknüpft.


  9. Registriert seit
    02.07.2018
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    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Zitat Zitat von Sandra71 Beitrag anzeigen
    Grundsätzlich ist dein Mann zur Zeit nicht unterhaltspflichtig, weil seine Tochter sich nicht in Ausbildung befindet, ABER: Anspruch auf eine vom Amt bezahlte Wohnung besteht erst ab 25, und wenn ihr mit ihr unter einem Dach leben würdet, bildet ihr eine Bedarfsgemeinschaft und seine Tochter hätte ggf. keinen Anspruch auf Leistungen.

    Ich würde mich an eurer Stelle mal anwaltlich beraten lassen.
    Besteht die Bedarfsgemeinschaft nicht erstmal mit der Mutter, wenn sie dort bisher gelebt hat? "Will nicht mit" ist ja kein Argument, wenn man nicht durch ene Ausbildungs- oder Arbeitsstelle an einen Ort gebunden ist.

  10. Avatar von Sandra71
    Registriert seit
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    AW: Einzug von Kind des Partners (sozialrechtlich) "dulden"?

    Zitat Zitat von astronaut Beitrag anzeigen
    Besteht die Bedarfsgemeinschaft nicht erstmal mit der Mutter, wenn sie dort bisher gelebt hat? "Will nicht mit" ist ja kein Argument, wenn man nicht durch ene Ausbildungs- oder Arbeitsstelle an einen Ort gebunden ist.
    Das weiß ich ja eben nicht.

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