Liebe Community,
Meine Situation ist sicher ähnlich wie bei einigen hier in diesem Forum.
Ich würde gerne die Meinung von Personen hören, die vielleicht schon einen Schritt weiter sind.
Hier ist meine Situation kurz zusammen gefasst:
Vor einem Jahr habe ich ( seit 3 Jahren getrennt, Scheidung dieses Jahr, 1 erwachsenes Kind, dass eigenständig lebt)über neue Projekte einen Kollegen kennen gelernt. Wir waren fachlich und persönlich sofort auf einer Wellenlänge und wickeln bis heute Projekte gemeinsam erfolgreich ab. Man könnte sagen, dass wir beruflich ein Dreamteam sind und auch als solches wahrgenommen werden.
Wir haben uns angefreundet und uns auch privat unterhalten, aber nie gemeinsam etwas unternommen zu diesem Zeitpunkt. Der Kollege hat sich mir relativ schnell anvertraut, dass seine Frau und er sich seit 2 Jahren einig sind, dass die Ehe gescheitert ist, aber keiner so richtig den 1. Schritt in die offizielle Trennung macht.
Die Familie hat für ihn oberste Priorität und das Familienleben war wohl auch immer sehr schön und eng, also auch mit Oma, Opa, Tanten, Nichten, etc, Familienfeiern, Urlauben, aber die Paarbeziehung ist irgendwann auf der Strecke geblieben. Man hat so weiter gemacht, aber jeder ist rein privat seine eigenen Wege gegangen, die Ehefrau mit einem großen Freundeskreis und einigen Hobbies und er mit viel Arbeit und viel Engagement für die gemeinsamen Kinder ( 18, 23, 26 Jahre alt).
Nach einigen Wochen gab es einen Todesfall in seiner Familie, der ihn den Boden unter den Füßen weggezogen hat. So sind wir uns näher gekommen, weil ich seinen Arbeit in dieser Zeit fast vollständig übernommen habe und ich irgendwie Seine Vertrauensperson geworden bin.
Zu diesem Zeitpunkt war ich schon hoffnungslos verliebt in den Kollegen, habe es aber nicht gesagt. Sondern war beruflich und privat für ihn da.
Kurz darauf hat er die Hosen runter gelassen und gesagt, dass er sich verliebt hat und unsere gemeinsame Zeit/Affäre begann.
Und nun kommt das eigentliche Problem, also meins:
Die Wochenenden stehen nach wie vor im Zeichen der Familie. Seine Frau und er haben sich geeinigt und auch die Kinder informiert. Die beiden älteren Kinder studieren in anderen Städten, nur der jüngste, 18 jährige ist noch im Haus. Er hat riesige Schuldgefühle den Kindern gegenüber und versucht alles in deren Sinne zu regeln.
Am Wochenende ( haben noch kein gemeinsames WE verbracht) beschränkt sich unsere Kommunikation auf SMS. Die Familie soll nichts von mir erfahren, da er Angst hat, dass seine Kinder mich zukünftig niemals akzeptieren werden. Dies kann ich irgendwo auch nachvollziehen, da ich ja nicht der ursächliche Trennungsgrund bin, dies aber von anderen so aufgefasst werden könnte.
Momentan finden viele Gespräche mit den Kindern statt, es geht immer um den Trennungsgrund. Und die Kinder werfen ihrem Vater vor, dass er die Familie kaputt gemacht hat. Er rechtfertigt sich bis ins kleinste Detail und führt Gespräche, die meiner Meinung nach nicht mit erwachsenen Kindern in der Tiefe geführt werden sollten. Es sind wahre " therapiegespräche".
Ich halte mich da völlig bedeckt und raus und will ihm die Zeit geben, die er braucht.
Andererseits finde ich das Verhalten befremdlich, dass er die Absolution seiner Kinder haben muss.
Ich stehe in der Aufmerksamkeitsrangfolge derzeit ganz weit hinten, zumal wir auch aus beruflichen Gründen nicht öffentlich zueinander stehen können. Ich habe großes Verständnis für seine Situation, möchte aber auch nicht auf unbestimmte Zeit in dieser Warteschleife hängen.
Wie sehr ihr das? Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen?
Danke Euch, lg Apfelsine
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 240
-
11.06.2017, 10:12
Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
-
11.06.2017, 10:22
AW: Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
Mach Dir nichts vor, Du bist eine typische Affärenfrau. Seine Familie ist ihm überaus wichtig. Die Anerkennung seiner erwachsenen Kinder immens wichtig. Und in der Firma müsst Ihr Euer Verhältnis verheimlichen.Andererseits finde ich das Verhalten befremdlich, dass er die Absolution seiner Kinder haben muss.
Ich stehe in der Aufmerksamkeitsrangfolge derzeit ganz weit hinten, zumal wir auch aus beruflichen Gründen nicht öffentlich zueinander stehen können. Ich habe großes Verständnis für seine Situation, möchte aber auch nicht auf unbestimmte Zeit in dieser Warteschleife hängen.
Was erwartest Du?Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
11.06.2017, 10:37
AW: Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
Opelius, danke für deine Antwort. Ich erwarte derzeit eher nichts. Ich schaue, wie sich die Dinge entwickeln.
Ich achte jedoch darauf, ob er die Dinge umsetzt, die er mir mitgeteilt hat. Z.B. Gibt es eine Timeline für ihn, für den Umzug in eine eigene Wohnung. Also diese Timeline hat er sich selbst gesetzt. Weiterhin gibt es einen Plan, dass wir beruflich nicht mehr so eng zusammen arbeiten. Also nach wie vor in der gleichen Firma, aber in anderen Bereichen. Er hat die Möglichkeit dies zu steuern.
-
11.06.2017, 10:48
AW: Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
Und damit bist Du abhängig, was er von seinen Versprechen umsetzt.
Das geht allen Affärenfrauen so. Sie warten, dass ER sich entscheidet.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
11.06.2017, 11:02
AW: Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
Glaubst du ihm? Für mich klingt es wie jede Affäre. Weiss die Frau wirklich davon? Ich denke nicht. Erzählen kann er ja viel. Bleibt er über Nacht bei dir? Fahrt ihr zusammen in Urlaub?
-
11.06.2017, 11:10
AW: Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
Das wird die Zeit dann wohl zeigen. Die Entscheidung ist ja bereits gefallen. Jetzt geht es darum, wie tolerant ich in der Umsetzungsphase bin, dies war ja auch die Frage meines Postings. Vielleicht sehe ich das ja zu entspannt.
-
11.06.2017, 11:14Inaktiver User
AW: Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
Was ist denn nun der Trennungsgrund, wenn Du es nicht bist?
-
11.06.2017, 11:18
AW: Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
@ ICE: ja, ich glaube ihm. Ich habe Dokumente gesehen, in denen es um die Umschreibung des Hauses im Rahmen der Trennung geht. Und er übernachtet auch bei mir. Urlaub ist schwierig, aber dies mehr aus beruflichen Gründen, da wir dann gleichzeitig fehlen.
-
11.06.2017, 11:20
-
11.06.2017, 11:20
AW: Wieviel Toleranz in der Abnabelungsphase?
Der Trennungsgrund ist die fehlende Gemeinsamkeit und dass die beiden sich auseinander gelebt haben. Ich bin wohl der finale Auslöser, so könnte man das nennen, denke ich.


Zitieren
