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    Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    Hallo,
    zunächst bitte ich darum, nicht auf mich einzudreschen. Auch Mitleid erwarte ich nicht, nur eine Beurteilung meiner Situation. Vielleicht war oder ist jemand in einer ähnlichen Situation.
    Ich bin mit meinem Mann 22 Jahre verheiratet. Kennengelernt haben wir uns vor 29 Jahren.
    Bis zum Oktober 2015 war ich ihm treu, aber schon viele Jahre unglücklich. Wir hatten keine wirkliche Partnerschaft mehr. Keine oder nur sehr wenige gemeinsame Interessen. Wir haben als Familie funktioniert. Aber als Paar nicht mehr existiert.
    Dann habe ich den größten Fehler begangen. Anstatt die Probleme anzugehen und eventuell zu lösen, meinem Mann eine echte Chance geben, um mich dann eventuell sauber zu trennen, falls es wirklich nicht mehr geht, habe ich mich in einem Seitensprungportal angemeldet. Ich weiß, das ist unverzeihlich. Aus heutiger Sicht verstehe ich mich selbst nicht mehr.
    Dort habe ich einen Mann kennengelernt, Zehn Jahre älter als ich und seit 36 Jahren verheiratet. Seine Situation gleicht meiner. Auch seit vielen Jahren nicht mehr glücklich. Er sagt, er sei sozusagen vergessen worden, war halt da. Nur noch ein Nebeneinander kein Miteinander, aber ein funktionierender Alltag.
    Im Mai 2016 haben mein Mann und ich uns getrennt. Er ist ausgezogen. Vier Wochen später ist die Frau von meinem "Neuen" ausgezogen.
    Er hat noch davor noch versucht, seine Ehe zu retten. Ist mit ihr vor ihrem Auszug zwei Wochen in den Urlaub gefahren. Dann haben sie sich aber doch getrennt.
    Vor knapp drei Monaten war er zum ersten Mal bei mir Zuhause und hat meine Söhne kennengelernt, die bei mir leben.
    Aber weder er noch ich, haben unsere Ehen wirklich aufgearbeitet.
    Er steht nicht zu mir. Seine Familie weiß natürlich, dass es mich gibt. Er hat seiner Frau 3 Monate nachdem wir uns kennengelernt haben erzählt, dass es mich gibt. Also vor ungefähr einem Jahr. Ich war noch nie bei ihm Zuhause. Er sagt, seine Frau und seine beiden Töchter haben immer noch einen Hausschlüssel und würden sozusagen aus- und eingehen. Zudem wohnt seine Mutter in einer Wohnung im selben Haus. Ich kenne niemand aus seinem Freundeskreis. Es ist bekannt, dass es mich gibt, aber er sagt, dass er sich dafür schämt, was er getan hat. Er möchte von niemandem, den er kennt, mit mir gesehen werden. Er könne das (noch) nicht.
    Meine Ehe habe ich natürlich auch noch nicht aufgearbeitet. Die letzten Tage denke ich darüber nach, ob mein Mann und ich nicht noch einen allerletzten Versuch starten sollen. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht glaube, dass er mich noch liebt. Er hängt aber an seinem alten Leben. Sagt, dass er sich immer eine harmonische Familie gewünscht habe, dass er sich gewünscht hat. dass er und ich irgendwann zusammen mal Oma und Opa werden. Ich liebe ihn wohl auch nicht mehr, stelle mir aber vor, dass wir eventuell aus unseren Fehlern lernen können, dass wir gestärkt aus dem allem herausgehen und dass die Liebe dann wieder kommt. Die Trennung von meinem Freund wäre sehr schmerzhaft, aber diese Beziehung hat so wohl keine Zukunft. Er kann sein altes Leben nicht loslassen. Dazu muss ich sagen, dass er mit seiner Frau gut auskommt. Sie kommen immer mal wieder als Familie zusammen. Nicht er und seine Frau allein, aber zusammen mit den Töchtern zum Essen etc. Bitte jetzt nicht falsch verstehen. Ich ziehe die Rückkehr zu meinem Mann nicht in Betracht, weil es mit meinem "Neuen" nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, sondern, weil mein Mann nicht wirklich eine Chance bekommen hat, die, die ich am Anfang beschrieben habe. Die Probleme zusammen anzugehen, anstatt davonzulaufen.
    Ich ziehe es durchaus in Betracht, dass ich am Ende ganz allein dastehe.
    Das alles hört sich jetzt wahrscheinlich sehr abgeklärt an. Aber ich bin so unglücklich, weine viel. Weiß einfach nicht mehr, was richtig ist. Deshalb bitte ich um Eure Meinung. Wie ihr das von "außen" seht.
    Danke jetzt schon dafür.

  2. Inaktiver User

    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    Ihr verhaltet euch wie in der Ehe...

    Das liegt sicher am Warmwechseln. Altes nicht aufgearbeitet und schon Neues beginnen. Klappt selten.

    Und wie du siehst, dein Freund hat Probleme mit seiner Entscheidung...

    Eine Weile dauert es eben so lange Beziehung zu verarbeiten....

    Ihr könnt nur immer wieder reden. Mich persönlich würde es total abnerven wie dein Freund reagiert.

  3. Inaktiver User

    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    Wie ist denn der Kontakt zu deinem Mann?

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    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    @durutti_reloaded
    Schwierig, wir treffen uns hin und wieder zum Essen, um organisatorische Dinge (Söhne, Haus etc.) zu besprechen. Da gehen wir gut miteinander um und kommen durchaus klar.
    Er schreibt mich aber per WhatsApp immer mal wieder an und setzt mich unter Druck. Er sei so allein (dazu muss ich sagen, dass er inzwischen bei einem Forum angemeldet ist und sich auch schon mit anderen Frauen getroffen hat), er habe keine Perspektive mehr, er habe sich alles anders gewünscht, ich allein sei schuld an allem usw. Das macht mir sehr zum Schaffen, zieht mich jedesmal tagelang runter.

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    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    Frag dich nicht was richtig oder falsch ist, sondern,
    Womit würdest du dich denn am wohlsten fühlen.

  6. Inaktiver User

    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    Zitat Zitat von Wintersonne1965 Beitrag anzeigen
    Er schreibt mich aber per WhatsApp immer mal wieder an und setzt mich unter Druck...er habe keine Perspektive mehr, er habe sich alles anders gewünscht, ich allein sei schuld an allem usw. Das macht mir sehr zum Schaffen, zieht mich jedesmal tagelang runter.
    Ist das erst seit der Trennung so? Sorry, aber das hört sich nicht gerade danach an, als ob er um eine Chance bittet bzw. sie auch annehmen würde.

  7. Inaktiver User

    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    Nu ja Wintersonne was hast du denn erwartet von deinem Mann? Luftsprünge?

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    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    @Nudele
    Am wohlsten würde ich mich damit fühlen, wenn mein Mann und ich wirklich alles gegeben hätten. Dann bräuchte ich kein schlechtes Gewissen haben. Ich mache mir die größten Vorwürfe, dass ich davongelaufen bin, statt zuerst nach Lösungen zu suchen. Gäbe es meinen Freund nicht, würde ich das wohl angehen. Die Trennung von ihm würde furchtbar weh tun. Aber meinem Mann und seiner Frau haben wir das ja auch angetan. Deswegen möchte ich auch nicht jammern. Ich habe mich selbst in diese Lage gebracht.

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    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    @derutti_reoladed
    Doch ich glaube, die würde er schon wollen. Aber ich bin nicht sicher, ob es dabei um uns geht, oder um das Gesamtpaket. Die Familie, das versorgt sein usw. Ich habe auch Angst davor, in einem Jahr wieder gleich weit zu sein. Dass wir wieder mit großen Vorsätzen starten und dann wieder in das alte Muster zurück fallen.

  10. Inaktiver User

    AW: Aufarbeitung - Leben neu ordnen

    Zitat Zitat von Wintersonne1965 Beitrag anzeigen
    @Nudele
    Am wohlsten würde ich mich damit fühlen, wenn mein Mann und ich wirklich alles gegeben hätten. Dann bräuchte ich kein schlechtes Gewissen haben...Aber meinem Mann und seiner Frau haben wir das ja auch angetan. Deswegen möchte ich auch nicht jammern. Ich habe mich selbst in diese Lage gebracht.
    Was "weinst" du jetzt genau nach? Und ganz pragmatisch: Was hättest du mehr geben können, wenn kaum noch Gefühle da sind?

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