eigentlich gehöre ich wahrscheinlich nicht so ganz in dieses Forum, denn der Mann, um den es gerade geht, ist von mir "gebraucht", mein Ex also... aber ich weiß nicht so recht, wo es sonst rein passen würde...
Ich weiß auch gerade nicht, ob ich eine wohlformulierte Frage habe, habe eher das Gefühl, gerade so ein Chaos zu verspüren, dass ich gerne etwas sortieren würde. Also... mein Ex und ich haben gemeinsam drei fast erwachsene Kinder. Wir sind schon seit 8 Jahren getrennt, leben beide schon seit einigen Jahren in anderen Beziehungen und verstehen uns immer noch ganz gut. Da ich mich von ihm getrennt habe und mich ständig latent "schuldig" fühle, versuche ich natürlich auch eine möglichst kooperative Ex zu sein. Unsere Kinder haben bei mir und meinem Partner gelebt, wir haben den ganzen Pubertäts- und sonstigen Stress mitgemacht. Was für unsere Beziehung auch alles andere als einfach war. Mein Partner hat selber keine Kinder, hätte sich zwar auch welche gewünscht, aber mit drei Halbstarken fühlte er sich dem nicht gewachsen. Zwischenzeitlich stand unsere Beziehung auch schon auf der Kippe, da wir kaum Zeit für uns als Paar hatten. Mein Ex lebt seit Jahren mit seiner Partnerin zusammen, die auch keine Kinder hat (aber auch gerne welche hätte) und erzählt mir nach jedem zweiten Kinderwochenende, wie froh er darum ist, dass ich mich so gut um die Kinder kümmere (ja, so pubertierende Zwillingsmädels sind manchmal nicht leicht zu handhaben).
Mein Sohn ist vor ein paar Wochen ausgezogen und die Mädels sind bis zum Sommer im Ausland. Für diejenigen, die Patchwork selber erlebt haben, ist es vielleicht verständlich, dass wir diese Zeit gerade ziemlich genießen... da eine unserer großen Schwierigkeiten daraus resultierte, dass die Mädels meinen Freund ablehnten (der dann regelmäßig eine Sinnkrise bekam, da er letztendlich seine ganze Energie in diese Familie investierte, deshalb auf eigene Kinder verzichtete und ihm diese Ablehnung weh tat) und uns beiden immer wieder erzählten, wie toll doch der Papa sei etc. war es auch eine Überlegung, ob die Mädels nicht nach ihrer Rückkehr zu ihrem Vater ziehen. Tja... heute erzählt mir mein Ex freudestrahlend, dass sie Nachwuchs bekommen.
Und nun sitze ich hier und bin ganz durcheinander. Einerseits gönne ich es ihnen ja. Aber andererseits finde ich es irgendwie auch... unfair. Mein Sohn sieht das ganz gelassen (ist ja cool, so ein kleines Geschwisterchen - unsere beider Familien sind recht kinderreich und die Großen kümmern sich liebevoll um die Kleinen und werden dementsprechend vergöttert). Wie es die Mädels auffassen werden, weiß ich nicht. Aber für uns heißt das, dass die beiden wieder bei uns wohnen werden. Schon während ich das aufschreibe, habe ich ein schlechtes Gewissen und frage mich, wie muss das ankommen? Ich klinge wahrscheinlich wie die letzte Rabenmutter. Aber ich habe tatsächlich manchmal gedacht, dass ich auch viel lieber ein nettes Wochenende mit den beiden verbringen würde, mit ihnen shoppen gehen, einen Kaffee trinken, "Frauengespräche" führen und sonst was nettes machen, als mir täglich die Zickereien anzuhören, wie blöd dieses und jenes ist, weil man morgens nicht rechtzeitig aus dem Bett kommt und gestresst ist, wie blöd es doch bei uns ist, weil da gelegentlich die Erwachsenen auch was wollen und was fordern (wie z.B. Mithilfe, weniger Krach etc.) oder schlicht und einfach die ständigen Streitereien untereinander, die man zwar inhaltlich überhören kann, denn es geht meistens um irgendwelche Konkurrenzstreitigkeiten und wenn man nachhakt, versucht, dem "Problem" auf den Grund zu gehen, erfährt man, dass sie gar kein Problem haben, im Gegenteil, sie haben sich wahnsinnig lieb, die aber eine ständige, manchmal nervaufreibende Geräuschkulisse darstellen. Dann frage ich mich, wie die Mädels damit klarkommen werden, dass der Papa plötzlich jemanden anderen hat, der seine ganze Aufmerksamkeit beansprucht? Werden sie womöglich noch mehr Stress machen?
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20.01.2014, 16:33Inaktiver User
Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
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20.01.2014, 17:10Inaktiver User
AW: Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
Liebe daisymiller,
Ich hab 1 Tochter, die ich gerne im Alter von 13 - 19 (ja, so lange!) zur Adoption frei gegeben hätte.... mal zwei mag ich mir gar nicht vorstellen!
Wie alt sind Deine Töchter? Machen sie ein Auslandsschuljahr? Oft kommen Teens ja wie verwandelt, viel reifer und "erwachsener" zurück. Da drück ich schon mal die Daumen.
Die "Umsiedlung" zum Vater: Ist das besprochen worden mit Deinem Ex und den Töchtern oder war das bisher nur so eine Idee von Dir und Deinem Lebensgefährten?
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20.01.2014, 17:23
AW: Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
Hallo Daisy
Eines vorweg: ich habe keine Kinder, wollte nie welche und meine Beziehung mit einem Vater ist unter anderem (grosses Thema) an seinen beiden Kindern gescheitert.
Also, ich kann Deinen Freund verstehen, dass er sich fragt, wofür er sich da überhaupt so gross involviert, wenn ihn Deine beiden Töchter immer noch nicht leiden können. Es geht ja nun schon ein paar Jahre so und bisher scheint sich an diesem Problem nichts geändert zu haben.
Dass Dein Ex jetzt wieder Vater wird, heisst doch nicht, dass Eure Töchter nicht auch bei ihm wohnen können. Wer hat sich darüber Gedanken gemacht, wo die Mädchen wohnen sollen? Dein Ex und Du oder Dein Freund und Du?
Irgendwie klingt Dein Post so, als ob Dein Freund und Du das entschieden habt. Wenn ich Deine Traurigkeit lese, habe ich das Gefühl, dass es wohl eher nur eine Wunschvorstellung Deines Freundes und Dir war. Denn wenn sich Dein Ex dafür ausgesprochen hätte, dass die Mädels bei ihm wohnen, wäre doch alles klar. Er hat sich damit einverstanden erklärt und da es seine Kinder sind, finde ich es auch Dein gutes Recht, da mal eine Entlastung zu haben. Ihr hattet doch auch 3 Kinder, ging auch. Warum sollte es bei Deinem Ex nicht gehen??
Und wieso macht Ihr keine 50/50-Reglung? Das gibt Euch auch mehr Spielraum für eine harmonische Beziehung. Und gibt Deinem Ex auch die Möglichkeit, mehr mit seinen Mädels zu tun zu haben und auch noch ausreichend Zeit für das Baby zu haben.
Wussten die Mädels auch von Deinem Plan? War also alles schon vorher geplant und jetzt ist seine neue Freundin schwanger und das ist ein Problem?
Wie alt sind Deine Mädchen? Ich würde mit Deinen Mädchen mal klare Worte reden. Entweder sie passen sich an, respektieren Deinen Freund und streiten sich nicht ständig, wo sie doch angeblich so gute Freundinnen sind, oder sie ziehen in eine Wohnung bei Dir in der Nähe. Da hast Du sie in der Nähe, aber sie wohnen nicht mehr bei Euch.
Ob Deine Kinder damit Probleme haben oder nicht, kann Dir doch egal sein. Oder hast Du Deinen Sohn damals gefragt, ob er sich noch Geschwister wünscht? Wohl eher nicht... Und ältere Geschwister sind sehr oft eifersüchtig auf die Jüngeren. Das hält aber niemanden davon ab, mehr Kinder in die Welt zu setzen. Zudem, Deine Mädchen konkurrieren ja nicht mit dem Baby. Die haben ja ganz andere Bedürfnisse als z.B. Neugeborene und 6-jährige. Der 6-jährige will tagsüber mit dem Papa spielen. Deine Mädchen brauchen ihn als Gesprächspartner und als Helfer bei Schulaufgaben....
Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen, auch wenn ich mir die Erfahrung als Mutter fehlt, was sich wohl auch etwas bemerkbar macht...
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20.01.2014, 17:43Inaktiver User
AW: Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
wie alt sind denn die deine mädels?
und wieso können sie jetzt nicht mehr zu ihrem vater???
wenn du nachwuchs bekommen hättest, wären sie doch trotzdem bei dir geblieben???
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20.01.2014, 20:28Inaktiver User
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20.01.2014, 22:03
AW: Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
Meine Frage ist auch, wie alt die Mädchen sind.
Und sind sie insgesamt 1 Jahr im Ausland? - Gemeinsam oder nur gleichzeitig und getrennt?
Und auch von mir: War das mit dem Wohnen beim Papa nur eine Idee oder schon besprochen mit deinem Ex?
Und:
Ich kann dich sehr gut verstehen. Im Patchwork mit meinem Partner lebten nicht nur seine 3 sondern auch meine Tochter.
Deine Idee, dich jetzt erst mal zu sortieren vor dem Hintergrund dieser neuen Information, die dir scheinbar eine schöne Perspektive nimmt, finde ich gut und notwendig. Oft kommt es ja anders, als wir mal geplant oder gewünscht haben. Vielleicht entsteht aber auch etwas ganz Neues, jetzt noch nicht Sichtbares...
Herr, gib mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Verleihe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden!
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Reife ist der Zustand kurz bevor die Verrottung einsetzt
(...geklaut...)
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20.01.2014, 22:54
AW: Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
Ich kann mir vorstellen, daisy, dass dein Gewissen meldet, wenn du den Wunsch nach Umsiedlung der Mädls hier kundtust

Kann dich aber gut verstehen. Der nette Wochenendelternteil zu sein, ist ein cooler Job. Ich war ebenfalls mehr als 17 Jahre die Alltagmutter für meine Tochter. Ihr Vater ein zwar engagierter, aber trotzdem der Freizeit vorbehaltener Vater. Mit 17 1/2 wollte Töchterchen ihrerseits das Leben bei ihrem Vater (mit Partnerin und noch kleinem Stiefbruder) kosten. Nun ich hatte kein Problem damit und konnte ihren Wunsch nach Entfernung gut nehmen.
Unserer Beziehung hat das nicht mehr zusammenleben nicht geschadet, wie du vermutest, dass Gegenteil war der Fall.
Auch wenn der Vater deiner Mädls nun noch ein Baby ins Haus kriegt, trotzdem könnten seine Töchter bei ihm leben. Will er das, wollen die Mädls das?
Auch du hast Entlastung für dich selbst und deine Beziehung verdient. Da kannst du ruhig reinen Gewissens mal Verantwortung abgeben.Durchsage:
"Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."
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20.01.2014, 23:35
AW: Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
Liebe daisymiller,
im Leben nie werde ich es verstehen, dass man mit einem Partner,
den die eigenen Kinder ablehnen, zusammenzieht.
Dich scheint die "Sinnkrise" Deines Freundes weit mehr zu tangieren
als die Tatsache, dass Deine Mädels offenbar mit ihm nicht zurechtkommen.
Dass er wegen Deiner Kinder auf eigene Kinder verzichtet hat, das war,
so hart es klingen mag, seine eigene Entscheidung. Deinen Kindern daraus
einen subtilen Vorwurf bzw. ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen
ist sicherlich nicht angebracht. So hast Du das zwar nicht dezidiert geschrieben,
aber für mich klingt es dennoch danach.
Ich finde es ganz normal, dass man seine Kinder auch in denAber für uns heißt das, dass die beiden wieder bei uns wohnen werden.
Aber ich habe tatsächlich manchmal gedacht, dass ich auch viel lieber ein nettes Wochenende mit den beiden verbringen würde, mit ihnen shoppen gehen ... als mir täglich Zickereien anzuhören ...
anstrengenden Phasen erträgt. Wärt Ihr (Du und der KV) nicht getrennt,
dann käme der Gedanke, dass sie woanders wohnen, doch auch nicht auf,
oder?
War es für Euch denn schon beschlossene Sache, dass sie beim Vater wohnen
sollen, wenn sie zurück sind?
Und wissen die Mädels denn von Euren Plänen oder ist das als "Überraschung"
gedacht?
Haben sie jemals geäußert, beim Vater wohnen zu wollen?
Vielleicht werden sie ja auch mehr Stress haben??Werden sie womöglich noch mehr Stress machen?
Diese Überlegung fände ich weitaus wichtiger.
Manche im Teenie-Alter stecken Halbgeschwister gut weg (wie Dein Sohn),
andere dagegen fühlen sich in die zweite Reihe versetzt.Geändert von schafwolle (21.01.2014 um 07:18 Uhr) Grund: Wort ausgebessert
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21.01.2014, 00:22
AW: Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
So jung werden sie nicht mehr sein, wenn sie sich so lange im Ausland aufhalten. Und mit ca. 16 ist es durchaus möglich, allein zu wohnen, wenn es in der Nähe der Eltern wohnen. Kenne eine Familie, wo die Tochter (17) mit ihrer Tochter (1) gegenüber der Mutter wohnt. Sie leben sozusagen in Ruflautstärke (von Balkon zu Balkon).
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21.01.2014, 07:42Inaktiver User
AW: Ex und Kinder und dann ändert sich noch mehr...
und ich dachte schon, es läge nur an meinen mangelnden Muttergefühlen
. Nein, im Ernst, meine Mädels sind eigentlich sehr "erwachsen" und verantwortungsbewusst, ich bin oft auch sehr stolz auf sie. Aber dann können sie auch so ätzend sein. Die eine ist eine absolute "Drama-Queen", steigert sich oft in Kleinigkeiten hinein, heult hysterisch herum (kürzlich hatte sie Stress mit ihrer Schwester - über 10 000 km hinweg! Sie sind momentan auf verschiedenen Kontinenten!) und schickte mir heulend Nachrichten, dass die "blöde Kuh ihr Leben ruiniert und sie jetzt gar keine Lust mehr hat und nur noch nach Hause möchte!" Wenn man so etwas dann morgens auf dem Sprung zur Arbeit bekommt (moderne Kommunikationswege machen es ja möglich) und das Geschluchze im Ohr hat, dann fühlt man sich den halben Morgen gestresst. Oder die andere, die so ziemlich allen gegenüber "bockig" auftritt, mit Vorliebe erzählt, dass sie ja gar nicht mehr heim will und zwar die Schwester und mich "vollspamt", aber sich seit Wochen nicht bei meinem Freund meldet und bei ihrem Vater nur dann, wenn sie Geld braucht. Ein Verhalten, was ich zwar einerseits verstehen kann (Kind ist unsicher, grenzt sich ab, schmollt, wartete auf Bestätigung etc.), was ich auf der anderen Seite aber auch total nervig finde. Ihr Vater nimmt es gelassen, es kommt zwar manchmal ein dummer Spruch, Tochter regt sich dann auf, Vater schickt trotzdem Geld und hat das Gefühl, ach, das kleine Monster wird schon werden und er hat sie trotzdem lieb. Aber mein Freund fühlt sich zurückgewiesen und ausgegrenzt und dann kommt dieses Gefühl "und dafür opfere ich mich auf??"
die beiden sind jetzt 16 geworden und ich habe auch die Hoffnung, dass einiges besser wird. Aber wie gesagt, gerade das doofe Verhalten der einen, die sich so ablehnend verhält, macht es weder für meinen Partner noch für die Partnerin meines Ex einfach...
Die "Umsiedlungsidee" kam von mir. Wenn es Stress gab, kam eine von ihnen ständig damit, dass sie von uns die "Schnauze voll" hätte, dass es beim Papa je eh viiiiel besser wäre etc. Irgendwann meinte ich, dann könnte sie sich doch mit dem Papa absprechen und zu ihm ziehen. Und dann haben mein Ex und ich darüber gesprochen und uns überlegt, ob das eine Option wäre. Die Begeisterung bei ihm hält sich in Grenzen. Er weiß, was Kindererziehung bedeutet (hat sich in den frühen Jahren sehr viel um die Kinder gekümmert), dann sind gewiss Rahmenbedingungen bei mir wahrscheinlich für Teenager viel günstiger. Wir wohnen etwa 40 km auseinander, er auf dem Land in einem kleinen Dorf, das nächste Gymnasium ist etwa 8 km entfernt in einer nicht wirklich einladenden Kleinstadt. Ich wohne in einer Uni-Stadt, die zu den schönsten Regionen Deutschlands gehört, mit einem vielfältigen Freizeitangebot und natürlich einem ganz entscheidenden Vorteil - den ganzen Freunden der beiden.


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