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    Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    Hallo liebe Community,

    Vielleicht koennt ihr mir mal ein paar Denkanstoesse und/oder Tipps zu meiner Situation geben...

    Ich bin seit ca. 10 Jahren mit meinem Lebensgefaehrten zusammen, welcher von einer frueheren Beziehung einen 13 jaehrigen Sohn hat, welcher jedes zeite Wochende, sowie in die Schulferien bei uns verbringt und sonst bei der Mutter lebt. Mein Partner und ich haben ausserdem zusammen eine 5 jaehrige Tochter.

    Kurzfassung: Sohn, sitzt fast 24/7 vor der Spielkonsole und Vater unternimmt nichts dagegen aus Angst dann auf seine Besuche verzichten zu muessen. Vorschlaege fuer Aktivitaeten werden vom Sohn nicht erbracht und Vorschlaege unsererseits von ihm nicht angenommen. Vielleicht hat jemand Tipps oder Ratschlaege diesbezuegl.?

    Langfassung/Details:
    Leider ist es so das der Junge schon seit einiger Zeit waehrend seiner Besuche bei uns die meiste Zeit entweder vor seinem iPad, Playstation oder PC sitzt und sehr wenig Kommunikation, Interaktion oder gemeinsame Aktivitaeten stattfinden. Wird er gefragt was er denn machen moechte oder ob er bei Aktivitaet XYZ mitmachen moechte heisst es meist: "Nein danke, bin zu muede/keine Lust etc.". Seine Aufenthalte bei uns erinnern mich an Hotelgaeste, die das Zimmer, Essen und free WiFi gestellt bekommen aber sonst nichts mit dem "Hotelmanagern" zu tun haben muessen. Mein Partner ermahnt nur sehr selten, dass er sich doch mal vom Bildschirm weg bewegen sollte. Seine Begruendung mir gegenueber: "Ich sehe ihn nur so selten, da will ich nicht mit ihm streiten. Und er soll doch gerne her kommen". Ich denke mein Partner hat Angst, dass der Junge bei Kritik oder Verboten ganz wegbleibt und nicht mehr zum Papa kommen moechte. Auch werden immer Entschuldigungen gesucht warum die Situation so ist wie sie ist z.b. "Oh, so sind die Jugendlichen/oh das ist das Alter/Oh, Jungs sind eben so/Oh, die Mutter hat ihn so oder so erzogen etc.". Es stimmt zwar das die Mutter den Sohn wohl auch sehr gerne lange vor der Kiste sitzen laesst, aber es ist schade, das dies jetzt bei uns so weiter gefuehrt wird. Auch wird von meinem Partner oft als Argument aufgefuehrt "Wenn der Junge bei uns wohnen wuerde, dann gaebe es sowas nicht, dann waere alles anders". Der grosse Traum meines Partners ist natuerlich das der Junge vollzeit bei uns wohnt, aber ich bin von der Idee wenig angetan... da ich die Wochenenden mit ihm jetzt nicht als eine sehr tolle oder spassige Zeit sehe, ist meine Elan fuer so ein Vorhaben natuerlich etwas verhalten. In den letzten Schulferien war der Junge dann auch bei uns fuer 1 Woche und sass natuerlich nur auf dem Sofa, waehrend der Vater auf der Arbeit war. Ich haette ihn da schon gar nicht zu uns geholt, wenn die Haupt-Bezugsperson sowieso nicht praesent ist! Leider wurde es zwischen den Eltern so ausgemacht. Aktivitaeten/Vorschlaege von mir wurden waehrend dieser Zeit leider vom Sohn abgelehnt. Hierbei haette ich ihm wahrsch. die Spielkonsole verbieten sollen... fuehlte mich aber allein auf weiter Flur da keine Unterstuetzung vom Partner. Als boese Stiefmutter steht ja keiner gerne da.

    Ich bin jedoch froh, dass mein Partner mich in meiner Erziehung zu meiner Tochter unterstuetzt und sie keine Computerspiele spielt und nur etwa 2x pro Woche TV schauen darf (ca halbe Stunde). Hierbei scheint mein Partner keine Probleme zu haben gewisse Regeln aufzustellen und zu enforcen. Das klappt auch sehr gut und die 5jaehrige ist vielseitig an verschiedenen Aktivitaeten interessiert (basteln, Playmobil, Spielkueche, Radfahren etc).

    Ich bin jedenfalls unzufrieden mit der Situation, da ich mir ein schones Familienleben anders vorstelle. Da viele Diskussionen mit meinem Partner nichts gebracht haben soweit und sich nichts aendert (siehe seine Argumente oben) bin ich kurz davor zu sagen "ok, dann geht das eben so weiter und ich ignoriere es eben. Wenn die Eltern es so wollen, ok, muss ich es eben so akzeptieren". Was meint ihr dazu? Bin fuer Tipps und Anregungen sehr dankbar!

    Anna

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    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    Dein Mann unterstützt Dich in der Erziehung Eurer Tochter, da läuft es ja, wie Du Dir vorstellst, dass man ein Kind erziehen soll.

    Der 13jährige ist nur Sohn von Deinem Mann, da kannst Du nicht bestimmen, wie er erzogen werden soll. Die Feigheit Deines Mannes gegenüber seinem Sohn ist zwar beachtlich, aber die Angst den Sohn zu verlieren offensichtlich ausgeprägt.

    Du möchtest mit der ganzen Familie etwas machen (Dein Mann, sein Sohn, Eure Tochter und DU), aber das trifft so offensichtlich nicht auf die Wünsche des Teenagers. Das solltest Du akzeptieren, denn erstens sind alle Teenager ziemliche Nervensägen, halten aus Prinzip recht wenig von Familienleben - und das ist nicht ganz unwichtig, es ist nicht Dein Sohn.

    Du möchtest ein schönes Familienleben - Harmonie und so. Vergiss es, zumindest der Halbwüchsige hat daran kein Interesse und sein Väter will ihn nicht dazu zwingen. Das ist nicht nur das Problem von Patchworkfamlien, das geht anderen Familien ähnlich. Wenn Du das gelassener angehst, dann entspannt sich die Lage, Du wärest nicht so frustriert und dankbar für jeden Moment, der funktioniert.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Inaktiver User

    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    Zitat Zitat von funnybird8100 Beitrag anzeigen
    Kurzfassung: Sohn, sitzt fast 24/7 vor der Spielkonsole und Vater unternimmt nichts dagegen aus Angst dann auf seine Besuche verzichten zu muessen.
    Liebe Anna, im Grunde hast Du schon alles gesagt.
    Solange der Vater sich emotional erpressbar fühlt, wird sich nichts ändern.
    Wenn er nicht bereit ist, seine Angst abzulegen, wird dem Sohn in Zukunft noch mehr einfallen, seinen Vater in den Griff zu bekommen.
    Allein der Vater hat es in der Hand, an der Situation etwas zu ändern. Du kannst nichts versuchen, außer dem Vater klar zu machen, dass sein Verhalten und das seines Sohnes Konfliktpotential birgt, unter dem der Sohn letztlich am meisten zu leiden hat.
    Auch wenn es vordergründig so ist, dass Du damit Probleme hast. Es ist schwer für Dich mit anzusehen, wie ungesund das Vater-Sohnverhältnis ist, aber da bist Du machtlos.
    Durch diese modernen Medien wird es den Eltern und Kindern so leicht gemacht, ihr Leben zu verpfuschen. Es ist einfach nur traurig.
    Kümmere Dich um Dein Töchterchen und mache es besser. Du bist sensibilisiert.

  4. Inaktiver User

    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    Es stimmt zwar das die Mutter den Sohn wohl auch sehr gerne lange vor der Kiste sitzen laesst,
    Stimmt es wirklich? Oder ist es "wohl" so, also eine reine Vermutung, gestützt auf die Eigenaussage des Jungen.
    Es könnte auch sein, dass die Mutter den Sohn konsequent NICHT spielen lässt - und er gerade deshalb die Laschheit und Unfähigkeit des Vaters, nein zu sagen, ausnützt, inklusive kleinerer Flunkereien bezüglich was er zu Hause bei der Mutter alles dürfe.

  5. Inaktiver User

    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    @ opelius und horus

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    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    @mushunt & opelius
    Vielen Dank fuer eure Einschaetzung. Ihr habt wahrscheinlich recht, ich sollte mich wohl eher raushalten - wenn der Vater nicht bereit ist etwas zu aendern dann wird wohl alles dabei bleiben wie es ist. Finde es halt sehr schade, das es so sein muss. Manchmal finde ich jedoch aergerlich das die 5jaehrige sonst nix von ihrem Bruder mitbekommt und selbst sagt "Der X sagt immer nein wenn ich mit ihm was machen will und sitzt nur vor dem ipad". Irgendwie schon schade fuer alle.

    @horus
    Natuerlich bin ich nicht praesent wenn der Junge bei der Mutter ist und muss mich auf die Ausfuehrungen Anderer und die des Jungens beziehen bezuegl seines Spielekonsums. Wie dem auch sei, als Mutter waere ich gaenzlich unzufrieden, wenn das Kind beim Vater die ganze Zeit auf dem Sofa in den Bildschirm guckt. Sollte mich wohl eher darauf konzentrieren was bei uns passiert, als was bei der Mutter evtl passiert.
    Geändert von funnybird8100 (11.01.2014 um 05:48 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    Ich würde es durchaus noch einmal mit dem Partner thematisieren.
    Eure Tochter wird älter und irgendwann wird ihr Interesse für diese Art der Freizeitbeschäftigung vorhanden sein. Sie wird sich vielleicht zum Halbbruder auf die Couch setzen und zuschauen und Du musst dann sehen, wie Du sie dort "weginteressierst". Das wird immer schwieriger werden.
    Wenn die Tochter dann sagt, Bruder darf aber auch, warum darf ich nicht, seid Ihr in einer sehr anstrengenden Argumentationskette.

    Ich an Deiner Stelle würde mich schlau machen in Bezug auf Internet-/PC-Spiele-Sucht bei Jugendlichen und wenn ich dann ausreichend Informationen habe, mit meinem Partner reden. Eventuell würde ich auch eine Beratungsstelle aufsuchen (mit dem Partner).

    Das eine ist die emotionale Erpressungsangst Deines Partners, aber er hat auch eine Verantwortung seinem Sohn gegenüber. Vielleicht ist ein Gespräch zwischen ihm und der Kindesmutter mal möglich? Und was nutzt es emotional dem Vater, wenn der Sohn zwar jedes zweite Wochenende körperlich anwesend ist, aber sich zu einem PC-spielesüchtigen Jugendlichen entwickelt, der nicht mehr in der Lage ist am sozialen Leben teilzunehmen?

    Ich konnte und kann mir nicht vorstellen, sichtbare Probleme die mein "Stiefkind" hatte oder hat, aus meinem Leben auszuklammern, nach dem Motto: Das ist Sache meines Mannes. Ich lebe mit meinem Mann zusammen und meine moralische und emotionale Haltung, verpflichten mich hinzuschauen und anzusprechen, wenn es in meinem unmittelbaren sozialen Umfeld zu Problemen kommt.

  8. Inaktiver User

    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich konnte und kann mir nicht vorstellen, sichtbare Probleme die mein "Stiefkind" hatte oder hat, aus meinem Leben auszuklammern, nach dem Motto: Das ist Sache meines Mannes. Ich lebe mit meinem Mann zusammen und meine moralische und emotionale Haltung, verpflichten mich hinzuschauen und anzusprechen, wenn es in meinem unmittelbaren sozialen Umfeld zu Problemen kommt.
    Oh wie schön, endlich mal jemand, der nicht die Meinung vertritt "Das ist nicht dein Kind, das geht dich nichts an!!!".

    Ich bin selbst ein sog. "Stiefkind". Für mich und meinen Bruder war von Anfang an klar, dass unsere damals noch nicht eheliche LG unseres Vaters genauso "erziehungsberechtigt" uns gegenüber ist wie unser Vater. Was soll denn auch das sonst für eine Art Familie sein? Die Stiefmama darf kochen, unsere Wäsche waschen und bügeln, uns zum Arzt kutschieren, Vokabeln abhören, Schulfaufführungen besuchen und alles, was eine (Stief-)mama eben sonst noch so alles macht, aber bitteschön uns nicht sagen, was wir tun oder was wir nicht tun sollen, weil sie ja nicht unsere richtige Mama ist?

    Finde ich sehr undankbar.

    Wenn die TE und ihr Partner jetzt erst ein paar Wochen zusammen wären, ok, dann sollte sie sich noch aus der Erziehung raushalten. Aber sie ist doch schon seit 10 Jahren die Frau an seiner Seite. Da darf man doch mal einen Ton sagen. Ist doch auch ihr Haushalt, oder? Ich kann schon verstehen, dass es ihr sauer aufstößt, dass ihr regelmäßiger Besucher nur vorm Bildschirm hängt und quasi nur körperlich anwesend ist.

    Für mich liest es sich auch fast so, als dürfte der Junge bei seiner "richtigen"Mutter nicht so viel rumdaddeln und nutzt das jetzt beim Papa aus. Oder er hat ein ernsthaftes Suchtproblem, und dann sollte m.M. nach der Vater das schonmal thematisieren. Er hat ja auch eine Fürsorgepflicht.

    Kann er da nicht mal mit der Mutter des Jungen drüber sprechen? Wie sie das handhabt? Nach über 10 Jahren nach der Trennung sollte so ein Gespräch zwischen den Elternteilen doch möglich sein?

  9. Inaktiver User

    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    Natürlich ist ein dreizehnjähriger Junge anders drauf als ein fünfjähriges Mädchen. In acht Jahren wirst du es bei deiner Tochter mit ähnlichen Verweigerungshaltungen zu tun bekommen, die bleibt ja nicht immer Mamas kleines Mädchen. Ich kenne es auch so, dass das Interesse an gemeinsamen Aktivitäten da rapide abnimmt, auch ist der Altersunterschied ja sehr groß und so oft sehen sich die Kinder nicht, ich finde es nicht so verwunderlich, dass die beiden nicht so viel miteinander zu tun haben. Anders wär schöner, klar.

    Und wenn ihr versucht, Absprachen zu treffen, so und so viel Zeit kann er spielen und danach macht ihr was, das er auch mit aussuchen kann und von dem alle was haben? Wird halt nicht so leicht, die Interessen und Bedürfnisse von zwei Kindern in so unterschiedlichem Alter zu treffen. Und nichts ist nerviger, als bei einem Ausflug einen gelangweilten Teenie mit mürrischem Gesicht hinter sich herzuschleppen. Verabredet er sich denn nicht mit Freunden oder bekommt Besuch? Vll. sind die aller eher in der Gegend der Mutter angesiedelt? Da kann ich mir auchvorstellen, dass die Wochenenden bei euch für ihn nicht so spannend sind. Kinder in dem Alter wollen doch weniger mit Mutti/Stiefmutti und Vati was machen als eher mit Gleichaltrigen, oder?

    VG
    Juliette

  10. Inaktiver User

    AW: Lebenspartner & sein Sohn: Tipps/Rat?

    @horus
    Natuerlich bin ich nicht praesent wenn der Junge bei der Mutter ist und muss mich auf die Ausfuehrungen Anderer und die des Jungens beziehen bezuegl seines Spielekonsums. Wie dem auch sei, als Mutter waere ich gaenzlich unzufrieden, wenn das Kind beim Vater die ganze Zeit auf dem Sofa in den Bildschirm guckt.
    Ja - und hast du echt das Gefühl, der Junge erzählt seiner Mutter, er habe während des ganzen Papa-Wochenendes an der Konsole gezockt?

    Wenn meine Vermutung stimmt und er dem Vater vorflunkert "aber zu Hause darf ich das auch!" um ihn schwach zu machen (ist die gleiche Manipulationsmethode, wie wenn Jugendliche argumentieren "aber alle Freunde dürfen auch erst um zwei Uhr nachts nach Hause kommen!", was bei näherer Überprüfung auch kaum je zutrifft), dann kannst du sicher sein, dass er bei der Mutter nichts vom Zocken erzählt.
    Das nennt man, die beiden Elternteile gegeneinander ausspielen. Beherrschen Kinder jeden Alters meisterlich - und funktioniert umso besser, wenn die Eltern getrennt sind, schlechte Gewissen im Spiel sind und die Eltern kaum miteinander reden.

    Ich weiss das sehr gut - hab das auch versucht, da Scheidungskind. Hat nur nie funktioniert, weil eben meine Eltern auch nach der Trennung miteinander geredet haben und sich nie haben gegeneinander instrumentalisieren lassen.

    Ich sehe da den Vater in der Pflicht: mit der Mutter zusammensitzen, die PC-Spiel-Situation klären, eine gemeinsame Regel fürs PC-Spielen aufstellen und diese dann konsequent in beiden Haushalten durchziehen. Bedingt halt eine gewisse Stärke und Selbstsicherheit seitens des Vaters, sich nicht via schlechtes Gewissen manipulieren zu lassen und sich nicht auf die eigene Bequemlichkeit zu verlassen (er muss ja nicht den Hauptteil der Erziehung leisten und die Folgen der Inkonsequenz ausbaden, also kann er es sich leisten, es schleifen zu lassen, weil das für ihn bequemer ist).

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