Hallo,
meine Schwester möchte in nähere Zukunft mit ihrem Partner zusammenziehen.
Die Tage hat sie schon einmal die „Fühler“ hinsichtlich „wer bezahlt was und wie viel“ ausgestreckt. Da sie in ihrem Bekanntenkreis keine Gesprächspartner hat die in ähnlicher Situation sind bat sie mich hier mal nachzufragen:
Mein Schwester:
- hat zwei Kids (11 + 17 Jahre) die bei ihr leben
- arbeitet 30 Stunden die Woche ca. 1.300 Nettoverdienst
- erhält Unterhalt vom Exmann für die zwei Kids
Ihr Partner:
- hat ebenfalls zwei Kids (10 + 12 Jahre) die bei der Mutter leben
- Scheidung läuft
- Arbeitet Vollzeit ca. 4.000 Nettoverdienst
- Zahlt Unterhalt für seine beiden Kids
Beim Zusammenziehen müsste ein recht große Wohnung angemietet werden, ihre beiden Kids sollten jeweils ihr eigenes Zimmer bekommen, die Kinder vom Partner ein gemeinsames.
Ihre momentane finanzielle Situation ist eher mauh, Miete, Auto abbezahlen, Sprit zur Arbeit, aber es geht, sie schränkt sich sehr ein. Sie wohnt zur Zeit in einer 3-Zimmer Wohnung in der die Kids jeder sein eigenes Zimmer hat und sie hat sich eine Schlafcouch im Wohnzimmer eingerichtet.
Sie hat wohl Bedenken da das finanzielle Gefällt zwischen ihr und dem Partner durch die Gehälter nach dem „zusammenziehen“ für sie immer spürbarer sein würde und sie sich dadurch minderwertiger fühlen würde.
Der Partner zahlt zwar den Unterhalt hat aber keine weiteren Zusatzkosten für seine Kids.
Da ihre Kids bei ihr wohnen fällt „monatlich“ auch noch eine Menge an Extras an, Ausflüge, Schulsachen, Taschengeld, Gitarrenunterricht u.s.w., Kinder kosten nun mal Geld ;-)
Der Partner hat seine Kinder alle 14 Tage an einem Sonntag, mehr wollen die Kids zur Zeit nicht. Keine Übernachtungen. Kein gemeinsamer Urlaub.
Wie kann man das fair lösen, wie habt ihr das geregelt?
Vorab schon einmal Danke für eure Meinungen.
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29.03.2012, 08:26
Die Finanzen - Zusammenziehen
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29.03.2012, 08:37
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
Dann sollte sie ihr Leben so einrichten, dass sie für ihre Kosten selbst aufkommt - also keine teurere Wohnung bzw. den Anteil davon, als sie sich leisten kann. Für die Miete und Lebenshaltungskosten kann man einen Schlüssel zugrunde legen. Wir haben früher immer die Privatzimmergrößen berechnet (Gemeinschaftsteil außen vor gelassen) und für die Lebenshaltungskosten Kinder mit 50% angesetzt. Also in diesem Fall das 11-jährige als Kind und das 17-jährige als Erwachsenen.
Dann kann man noch einen Essensanteil für die Besuchskinder grob festlegen, auch wenn der nicht so richtig ins Gewicht fällt.
Ich selbst habe schon in verschiedenen Zusammenhängen so gelebt und nie Probleme damit gehabt. Die kamen erst, als ich angefangen habe, meinen Mann inkl. seiner Kinder mitzufinanzieren.
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29.03.2012, 09:50Inaktiver User
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
Ich sehe es wie Fiella, egal ob mit Kind oder ohne.
Jede/r sollte sich einfach nur das leisten, was er /sie selbst(!) leisten kann. Und nicht eigene Ansprüche auf die Leistungsfähigkeit anderer bauen, denn der/die andere fühlt sich irgendwann häufig ausgenutzt.
Wie sieht denn der beteiligte Mann die Lage ? Welche Vorstellungen/Erwartungen hat die Schwester ganz konkret ?
Gruß, Elli
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29.03.2012, 10:03
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
... und diejenige mit weniger Einkommen fühlt sich minderwertig, wenn sie vom anderen lebt. Ich war auch schon mal die mit deutlich weniger Geld und habe dann nach dem gleichen Muster darauf geachtet, dass ich nicht von seiner Substanz lebe. So fühlte ich mich frei und handlungsfähig.
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29.03.2012, 10:16
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
Grundsätzlich sieht sie das auch so.
ABER, eine größere Wohnung kann sie sich eigentlich nicht leisten, jedes weitere Zimmer kostet mehr Geld. Beim Zusammenziehen müsste es dann aber schon 4-5 Zimmer sein, denn ist würde ja ein Schlafzimmer und ein weiteres Zimmer für seine Kids benötigt.
Und eigentlich kann sie gar nichts an Kosten aufstocken, es geht einfach nicht.
Aber natürlich ist es j auch so, dass er zur Zeit in einer sehr günstigen 2 Zimmerwohnung lebt und durch das Zusammenziehen auch mehr Miete bezahlen müsste, was ihm aber durch das höhere Gehalt rein geldtechnisch leichter fallen würde als ihr.
Sie befürchtet durch das „zusammenwohnen“ und das starke Gehaltsgefälle würde im gemeinsamen gelebten Alltag viel deutlicher zu spüren sein, dass sie sich dies und das eben nicht leisten kann, von Extras mal ganz zu schweigen.
Sie meint es fühle sich alleine nicht so „schäbig“ an sehr wenig zum Leben zu haben aber es wäre wohl doch ein anderes Gefühl wenn man seine mickrigen Einkünfte dann so offenlegen müsse, beim zusammenziehen.
Momentan bezahlt jeder seins, bei Ausflügen, Kinobesuche, essen gehen (was sehr selten der Fall ist). Aber es ist auch so, dass er häufig bei ihr mit isst und sämtliche Einkäufe von ihr bezahlt werden. Vielleicht ist sie auch enttäuscht dass er noch nie z.B. einen Korb voller Lebensmittel oder Knabbersachen mitbringt.
Ich als Patentante eines ihrer Kids mache das z.B abundan oder ich übernehme jedes Frühjahr die Sandalen für die Kids.
Ich glaube sie wurde etwas hellhörig als er in einem der Gespräche als Argument aufführte ja abundan auch Sonderausgaben für die Kids tätigen müsse, was sich allerdings in zweijähriger Beziehung auf 1 x Sportanzug beschränkte, laut seiner und ihrer Angaben.
Und sie hat leider auch keine Anhaltspunkte wie man das am fairsten regelt, für BEIDE Seiten versteht sich
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29.03.2012, 10:22
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
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29.03.2012, 10:29
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
ich glaube den groessten gefallen tust du deiner schwester wenn du ihr vom zusammenziehen abraetst.
empfiehl ihr doch mal das lesen des strangs "nexten talk" . . da sind echte praktiker dabei.
luciernago
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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29.03.2012, 10:29
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
Hallo Massashi,
da gebe ich dir Recht, kaum zu glauben aber wahr, sie hat zur Zeit kein Internet.
Daher trat sie mit ihrer bitte an mich hier mal das Anliegen zu schildern, ich werde eure Meinungen dann mit ihr besprechen und ihr bei ihrem nächsten Besuch bei mir mein Internet zum Lesen der Beiträge zur Verfügung stellen.
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29.03.2012, 10:32
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
Ja so sehe ich dass auch, empfinde es aber zur Zeit noch als etwas übergriffig, mein Bauchgefühl sagt ähnliches.
Sie ist eben ein sehr stolzer Mensch die ihr Leben wirklich sehr gut und selbstbestimmt regelt, ich finde es jedenfalls toll wie sie das alles "wuppert".
Vielleicht wäre ja auch die Frage gut, woran erkenne ich ob jemand gerne gibt? Gerne teilt u.s.w.
Wo finde ich was zu strangs "nexten talk"???Geändert von PH69 (29.03.2012 um 10:35 Uhr)
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29.03.2012, 10:47
AW: Die Finanzen - Zusammenziehen
Ich glaube, in jeder Partnerschaft müssen Geben und Nehmen sich die Waage halten. Es kann auch sein, dass jemand Geld gibt und der Partner ihm Entscheidungen abnimmt, ein schönes Zuhause gibt, was auch immer. Das Geben und Nehmen kann also auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden.
Wenn jemand - wie in einem anderen Strang, da ging es aber nicht um Zusammenziehen - behauptet, er habe immer gegeben, der Partner nur genommen, so halte ich das schlicht für unglaubwürdig bzw. sich selbst gebenüber für unehrlich.
Auch die Reaktionen auf die gleiche Situation sind sehr individuell.
Fiella schreibt oben: "und diejenige mit weniger Einkommen fühlt sich minderwertig, wenn sie vom anderen lebt."
Es gibt auch ganz andere! Nämlich solche, die Ansprüche haben und Forderungen. Und einfach verärgert sind, wenn der Partner da nicht mitmacht. Die sich keinesfalls schlecht damit fühlen.


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