Hallo Ihr Lieben,
aus aktuellem Anlass brauche ich mal Eure Meinungen und Denkanstöße.
Bin mit meinem Freund seit über 3 Jahren zusammen, aus beruflichen Gründen führen wir seit 2 Jahren eine Fernbeziehung, sehen uns in der Regel aber jedes Wochenende, meist bei mir. Meine Kinder sind 10 u. 18 und leben wechselweise bei mir und ihrem Vater (50/50). Zu meinem Freund hat mein Sohn inzwischen ein sehr enges Verhältnis.
Die Kinder meines Freundes sind 11 u.13 und leben 500 km weit weg bei ihrer Mutter. Mein Freund sieht sie nur in den Ferien, sie sind dann bei ihm und/oder den Großeltern. Da die Kids per Direkt-ICE in "meiner" Stadt ankommen, sind sie und mein Freund am WE nach dem Ankommen/vor dem Abfahren meist bei mir. (Allerdings meist nur, wenn meine Kinder bei ihrem Vater sind, sonst habe ich nicht genügend Schlafplätze). Danach fahren sie mit zu meinem Freund und verbringen dann ihre Ferien dort. Ich habe das mit meinen Kindern besprochen, die wissen, dass die Kinder dann in ihren Zimmern campieren, sie kennen sich auch. Wir unternehmen gemeinsam was, kochen, spielen und inzwischen hat sich auch schon eine engere Beziehung entwickelt. Gerade das Mädchen (11) ist sehr offen und anhänglich. Der Sohn ist etwas distanzierter, aber in der Regel freundlich, aber auch hin und wieder eifersüchtig auf mich. Ich bin ihm gegenüber freundlich, großzügig, interessiert, laß ihn aber auch, wenn er sich zurückzieht und lieber in der Nähe seines Papas ist. Die Stimmung ist bis auf Zeckereien unter den Geschwistern meist entspannt und feundlich.
Nun das "Problem". Es gab schon von Anfang die Entdeckung, dass der Sohn Dinge von uns "mitgehen" liess. Zweimal habe ich es mitbekommen, ihn unter vier Augen damit konfrontiert und ihm erklärt, dass das nicht geht, wir ihn gerne hierhaben, aber ich nicht dulde, dass er unser Vertrauen missbraucht. Er hat es abgestritten, obwohl die Dinge in seinem Koffer vergraben waren. Daraufhin erzählte mir mein Feund, dass es die Probleme auch schon bei den Großeltern gegeben hätte. (Mittlerweile wissen wir auch von solchen Vorfällen aus seiner Schule, zu Hause...)Er hat sich dann das nächste Mal entschuldigt. Ich hatte mir vorgenommen und so auch mit meinem Freund abgesprochen, dass wenn das nochmal passiert, sie nicht mehr kommen können .Leid tut mir das für die Tochter, die wirklich an mir hängt und sich für ihren Bruder schämt, dass ich sie dann in "Sippenhaft" nähme. Ich hatte das aber "offiziell" noch nicht angekündigt.
Nun ist es inzwischen so, dass mein Feund immer Koffer- und Taschenkontrolle vor Abfahrt macht und wir bis jetzt nichts mehr gefunden haben. Ich allerdings kleine "Lager"(unterm Bett,in der Bettwäsche) gefunden habe, die er meiner Meinung nach dann nach der Kontrolle in den Koffer umlagern wollte (Spielzeug, Parfüm u. Schmuck meiner Tochter). Wir haben auch schon einzelne Geldscheine und Münzen in der Tasche gefunden, wo nicht mehr zu ermitteln war, wo die herwaren. Er erzählt auch im Laufe desTtages so viele seeehr fantasievolle und in sich widersprüchliche Dinge, dass ich ihm schon kaum noch was glauben mag. Hanbüchene Behauptungen und Gesprächsbeiträge ignoriere ich im Moment.
Inzwischen fühle ich mich unwohl, wenn er da ist. Weil er auch allein durch die Zimmer streift (wenn wir andern gerade alle in einem anderen Zimmer sind), in Schränke kuckt und ich ihn auch schon halb unterm Bett liegend gefunden habe, wo dann Süßigkeiten lagen. Er bedient sich an den Vorräten, auch an den Süßigkeiten, von denen er weiß, sie gehören ihm nicht ... Langsam werde ich ein bissel paranoid, fotographiere Schubladeninhalte, verstecke Sparbüchsen meiner Kinder. Aber ich finde das sehr anstrengend und extrem nervend. Ich will das nicht und kenne das nicht von Freunden meiner Kinder. Mein Freund findet es auch schrecklich, hat schon oft mit ihm geredet. Der Sohn streitet dann generell alles ab und fühlt sich zu Unrecht beschuldigt.
Wie gesagt, eindeutigen Diebstahl haben wir nicht mehr entdeckt, aber ich mißtraue ihm und bin ständig am Gucken, ob er ausgebeulte Hosentaschen hat oder ob irgendwo was fehlen könnte. Im direkten Umgang ist er immer sehr höflich und zuvorkommend, hilfsbereit.
Den Kontakt auf das Terrain meines Freundes zu beschränken hatten wir schon überlegt, wäre aber logistisch für mich und ihn sehr aufwendig. Mein Freund holt sie vom Zug hier ab, und müßte dann nochmal 150km zu sich fahren. Eine Direktverbindung in "seine" Stadt gibt es nicht, sie müßten dann noch mit dem ganzen Gepäck umsteigen, dass geht (noch) nicht.
Den Sohn hätte ich weiter ungern hier, die Tochter sehr gern - geht natürlich nicht. Zudem bin ich mir auch nicht sicher, ob er das absichtlich macht, um seinen Vater und mich nicht mehr zusammen sehen zu müssen, vielleicht will er ja auch gar nicht zu mir. Wenn er sich aber verabschiedet, sagt er immer, wie schön es war und wie gern er hier ist (den Eindruck habe ich auch!)
Bin ratlos. Finde ich sehr schwierig. Soll ich kontrollieren? Ist das die Rolle des Vaters? Thematisiert man das gleich zu Beginn des Besuchs, erst am Ende, nur bei Verdacht oder immer? Gar kein Zwischenstopp mehr hier? (will ich aber im Prinzip nicht, auch gegenüber meinem Freund)
Was denkt Ihr?
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Ergebnis 1 bis 10 von 92
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19.02.2012, 12:32
Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Geändert von regenblau (19.02.2012 um 12:36 Uhr) Grund: Entwirrung eines Satzes
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19.02.2012, 13:00
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Regenblau,
sehr schwierige Situation
Zu klären wäre es von den Eltern, wieso er klaut und wie lange das schon geht. Er ist im Alter, wo man Grenzen überschreitet um (auch) zu prüfen, ob er genug geliebt wird.
Ich glaube nicht, dass es am fehlenden Rechtsempfinden liegt, ich vermute die Ursachen in der Trennungsverarbeitung der Eltern. Ich hatte das mit einem meiner Kinder auch mitgemacht. Eine Aufarbeitung der Trennung mit psychlogischer Unterstützung hat das Problem gänzlich gelöst.
Die Klauerei ist nur ein Sypmtom eines ihn plagendes Problems.Das Leben is zu kurz, um es zu vergeuden.........
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19.02.2012, 13:19
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
@Ping-Pang-Pong
Genau, das glaube ich auch. Die Trennung ist fast 8 Jahre her. Die Mutterbeziehung ist aber sehr problematisch und er hat auch noch andere Probleme...Mein Freund bemüht sich um Einfluß (Kontakt zu Schule, Beratungsstelle...) aber die Mutter ist Borderlinerin und ist sehr unstet, unzuverlässig und manipulativ. Das ist "deren" Baustelle, ich weiß.Die Klauerei ist nur ein Sypmtom eines ihn plagendes Problems.
Wichtig für mich ist, wie ICH bei MIR den Kontakt gestalte. Ich finde das auch wichtig für ihn, so als "Gegenmodell" nicht schon wieder jemand, der ihn, wenns schwierig wird, sofort fallen lässt...
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19.02.2012, 14:14Inaktiver User
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Schwierige Situation, regenblau.
Welche Maßnahmen schweben denn deinem Freund noch vor ? Das mit der Taschenkontrolle ist ja reichlich schräg, wenngleich unvermeidlich. Und ich denke mal, das kann das Bürschchen locker umschiffen....
Dein Engagement und dein Verständnis für das Verhalten des Jungen in allen Ehren, aber für mich wäre es ein absolutes No-go, wenn ich meine Wertsachen und die meines Kindes in meiner eigenen Wohnung verstecken/kontrollieren müsste. Welches "Vorbild" ist das denn für deine eigenen Kinder ?
Die Sache mit dem klauen ist ja offenbar nichts Neues (hat mit dir als Person wohl auch nichts zu tun), sondern ist von Anfang an das Problem.
Ich würde mir ehrlich gesagt doch eine andere Lösung überlegen, als dass der Freund mit seinen Kindern in deiner Wohnung übernachtet. Und sei es durch einen Service der Bahn, der den Kindern beim umsteigen hilft, dass sie direkt in die Stadt des Vaters mit der Bahn fahren und nicht bei dir einen Zwischenstopp einlegen müssen.
Schweissausbrüche aushalten, was jetzt wohl wieder fehlen könnte ? Wäre nix für mich, das gebe ich offen zu.
Gruß, ElliGeändert von Inaktiver User (19.02.2012 um 14:22 Uhr)
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19.02.2012, 14:35
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Ich bin ganz anderer Meinung als Elli.
Regenblau,
es ist schwierig, aber ich würde das Kind nicht noch zusätzlich "bestraffen". Kannst du irgendwie eine diplomatische Lösung finden, damit die Kinder bei euch sind, aber nicht übernachten?
Oder ganz offen mit dem Jungen sprechen, wenn er was von deinen Sachen möchte, soll er dich einfach fragen und ihr findet dann eine gemeinsame Lösung?
Schaffe einelebbare Lösung für den Jungen und dich, alles andere ist Sache der Eltern.Das Leben is zu kurz, um es zu vergeuden.........
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19.02.2012, 14:41
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Hallo Regenblau,
ich denke wie Elli.
Das Vertrauen in den Sohn deines LG ist durch die Klauereien - verständlicherweise - gestört.
Ganz schwierig, da wieder Vertrauen aufbauen zu können.
Der Junge hat ein Problem - naheliegend, dass es mit der Trennung der Eltern zusammenhängt. Nur: Ihr löst das "Problem" nicht durch Taschenkontrollen.
Die Initiative, das "Problem" zu lösen, muss alleine von den Eltern ausgehen, sprich, eine psychologische Betreuung sollte in Erwägung gezogen werden.
Ich wäre an deiner Stelle nicht bereit, diese Besuche unter diesen Umständen weiterhin zu dulden! Mir würde es grauen, ich würde mich sehr unwohl fühlen.
Überleg doch mal, du musst IN DEINER WOHNUNG Wertsachen verschließen... schrecklich. Bestimmt überträgt sich das Mißtrauen schon auf deine Kinder - oder wie stehen die dazu?Chris
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19.02.2012, 14:54
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Ich würde ihn die Folgen mal direkt spüren lassen, sprich: Tochter kommt zu euch und Sohn bleibt zu Hause.
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19.02.2012, 15:01
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Sie müssen hier nicht übernachten. Mein Freund würde sie von mir aus vom Bahnhof abholen und die 150km zu sich fahren. Aber dann würde ich die Tochter eben "mitbestrafen". Aber Zusammensein ginge dann nur bei ihm und ich würde dann vllt. für das WE mit zu ihm fahren, damit wir das WE auch noch für unser Zusammensein haben. Aber es wäre total viel Fahrerei.
Da hast Du recht, die finden das auch nicht so toll.
Zitat von Chris13
Aber während der letzten 3 Besuche hat er sich augenscheinlich unter Kontrolle.
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19.02.2012, 15:05
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Finde ich auch keine schlechte Idee.
Warum mußt du/ihr unbedingt beide Kinder gleich behandeln? Sie verhalten sich ja auch unterschiedlich.
Gleichzeitig könnte man dann dem Sohn vielleicht noch zusätzliche Hilfe anbieten, wie man sein Problem lösen kann, z.B therapeutische Hilfe. Da die Klauerei ja schon häufiger und an verschiedenen Stellen vorgekommen ist macht es sicher Sinn in dieser Richtung etwas zu unternehmen.
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19.02.2012, 16:38Inaktiver User
AW: Vertrauen zu Sohn meines Freundes gestört
Ich denke mal, das wird in dem Fall nicht gehen. Die Kinder sind ja bei der TE, weil sie ab dort direkt den ICE nehmen nach Hause zur Mutter bzw. von dort kommen und am nächsten Tag mit dem Vater weiterfahren. Wo soll der Sohn dann bleiben/übernachten, wenn nur die Tochter in die Wohnung der TE darf ?
Wer ist "man" ? In dieser Richtung etwas zu unternehmen ist wohl alleine Sache der Eltern. Der TE sind da die Hände gebunden.
Gruß, ElliGeändert von Inaktiver User (19.02.2012 um 16:43 Uhr) Grund: Ergänzung


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