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    Hallo Liebe Community!

    Ich weiß jetzt gar nicht, ob mein Thema hier rein passt oder doch eher ins Familien/Kinder-Forum...

    Jetzt schreibe ich mal hier, man kann es ja noch verschieben...

    Meine Situation ist folgende:
    Ich bin seit ein paar Monaten mit einem alleinerziehendem Vater zusammen, er hat eine 11-jährige Tochter, die schon immer bei ihm lebt, Kontakt zur Mutter besteht nur über die Tochter. Aufgezogen hat er das Kind mit einer anderen Frau.

    Wir kommen alle eigentlich ganz gut miteinander aus, bis eben auf die normalen Problemchen, die eben mit Kindern mal auftreten, aber alles nicht so schlimm und vor allen eben normal. Die Tochter mag mich, ich mag sie, manchmal kommt natürlich auch ein kleines bisschen Eifersucht bei der Tochter auf, an anderen Tagen freut sie sich wenn ich da bin und wir miteinander Quatsch machen. Ist normal, denke ich. Wir geben uns auch Mühe, dass das Kind nicht das Gefühl bekommt, irgendwie an den Rand gedrängt zu werden und nicht mehr genug vom Papa zu haben.
    Das klappt ganz gut und ich habe selbst auch für mich ein gutes Gefühl innerhalb dieser Gemeinschaft.
    Und mein Freund und ich mögen uns natürlich auch sehr und er ist mir sehr, sehr wichtig geworden.

    Zur Zeit haben wir natürlich noch getrennte Wohnungen, so lange geht die Beziehung ja noch nicht.

    Eigentlich alles gut.

    Bis auf einen Punkt.
    Mein Freund lebt leider aufgrund diverser Fehlentscheidungen in der Vergangenheit in recht bescheidenen Verhältnissen und es sieht nicht so aus, als würde sich das in absehbarer Zeit nochmal bessern. Ich meine, die beiden kommen klar. Er geht arbeiten und die beiden kommen über die Runden. Er hat Schulden, kann aber die Schuldner bedienen, soweit geht alles seinen geregelten Gang.

    Ich arbeite auch voll, bin auch nicht reich, lebe aber für meine Bedürfnisse ganz ok. Ich kann mir auch nicht jeden Wunsch erfüllen aber wer kann das schon. Ich für mich alleine komme mit meinem Geld jedenfalls zurecht.

    Momentan ist ja auch alles finanzielle voneinander getrennt, keine Probleme bisher also.

    Allerdings bin ich mit 38 Jahren auch nicht mehr ganz jung und wenn ich jemals noch ein Kind haben möchte, dann sollte ich langsam mal in die Gänge kommen...
    Es ist natürlich alles noch früh, wir sind ja erst ein paar Monate zusammen, aber grundsätzlich könnte ich mir vorstellen, mit diesem Mann ein Kind zu bekommen. Und er auch mit mir. Nicht sofort, vielleicht nicht dieses Jahr, aber eben mal ganz grundsätzlich.
    Wovor wir aber beide zurückschrecken ist die finanzielle Situation. Er hat das schonmal angesprochen, momentan vermeidet er das Thema aber. Er ist sicherlich genauso ratlos wie ich.

    Würde ich mich gegen ein eigenes Kind in meinem Leben entscheiden, dann würden wir einfach so weitermachen wie bisher, die Finanzen getrennt halten und alles ist gut.

    Den Gedanken, mit meinen eigenen bescheidenen Mitteln ein Kind großzuziehen mit einem Mann, der sich da finanziell kaum einbringen kann und der sich ja auch noch um seine große Tochter kümmern muss, macht mir Angst.

    Ich weiß, es kann mir auch keiner sagen was ich machen soll.
    Aber war jemand schonmal in so einer Situation?
    Wie habt ihr entschieden?
    Sicherlich, was bringt all das schöne Geld, wenn man nicht miteinander glücklich ist.
    Aber egal ist Geld ja auch nicht. Man braucht es eben.
    Und ich würde meinem Kind auch etwas bieten wollen.
    Versteht mich nicht falsch. Ich erwarte nicht von einem Mann, dass er mir ein angenehmes Leben in Wohlstand ermöglicht ohne mein Zutun. Da hätte ich an anderer Stelle in meinem Leben zugreifen müssen.

    Aber ich habe Angst, dass wir uns, wenn wir alles zusammenwerfen, uns zusammentun, vielleicht heiraten, ein gemeinsames Kind bekommen - also dass uns das alle wirtschaftlich runterziehen würde und wir dann vielleicht gar nicht mehr klar kommen.

    Ich sehe keine Lösung, ich weiß nicht, welche Entscheidung sinnvoll ist.
    Ich hätte gerne noch ein Kind. Ja. Aber in guten Verhältnissen.
    Und ich möchte nicht meinen Freund verlassen, weil er mir "zu arm" ist.
    Ich drehe mich im Kreis.

    Langer Text. Vielleicht liest es doch jemand...

    Viele Grüße
    Laspezia

  2. gesperrt

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    Also ich würde nicht aufgrund von bescheidenen finanziellen Mitteln auf Kinder verzichten.

    Es gibt immer eine Lösung. Wenn du erst einmal ein Kind hast und wenig Geld, wirst du öfter mal improvisieren müssen.

    Eine Freundin von mir, die fast zeitgleich ein Kind bekommen hat, habe ich meine Auto -Kindersitze geschenkt, habe ihr gut erhaltene Babykleidung gegeben. Dann hat sie immer bei ebay geschaut. Die Großeltern haben den Schultornister gekauft. Etc. etc.

    Es hat sich immer eine Lösung gefunden:

    Heute ist die Kleine 9 und hat sich ganz toll entwickelt, ist immer nett angezogen, freut sich im Alltag über Kleinigkeiten und auf Geburtstage und Weihnachten, weil es da größere Geschenke gibt. Alles ganz prima. Wenn ich mir vorstelle, meine Freundin hätte diese Süße nicht geboren...die Welt hätte sie echt vermisst.

    Vermutlich wirst du weiter arbeiten müssen, aber das sollte ja kein Problem sein mit dem Elterngeld. Oder?

    In Bezug auf seine Tochter: Wenn ihr euch jetzt schon so gut versteht, wird ein Geschwisterchen, das Band noch enger zwischen euch allen.
    Alles wird gut. Bestimmt!!

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    50 Lebensjahre haben mich vor allem gelehrt, dass das Leben nicht planbar ist...

    Du bist mit deinem Freund glücklich.
    Du verstehst dich mit seiner Tochter gut.

    Mehr ist im Moment nicht wichtig.
    Wenn ihr ein Kind wollt, wirst Du schwanger - oder vielleicht auch nicht.
    Schon das ist nich zu 100 % planbar.
    Wenn Du schwanger wirst, wird sich eine Lösung finden.
    Dem Kind etwas bieten wollen höre ich so oft von überlegenden jungen Menschen.
    Was soll das eigentlich sein?
    Ein Kind braucht Liebe, Nahrung, Kleidung, Geborgenheit.
    Eure Mittel reichen mit Sicherheit für die materiellen Grundbedürfnisse aus.
    Kinder sind glücklicher mit Eltern, die sich kümmern und Zeit haben, als mit dem neuesten Laptop.
    Kindern macht ein Nachmittag mit "Mensch-ärgere-dich-nicht" viele Jahre lang mehr Spaß als ein Nachmittag im Freizeitpartk.
    Musikunterricht gibt es kostengünstig bei der VHS und der Sportverein ist üblicherweise auch erschwinglich.
    Fahrräder kann man auf dem Flohmarkt oder im Fundbüro gut und günstig finden.

    Also trau dich, wenn die Beziehung weiter gut läuft und ihr beide weiter das Gefühl habt, dass ein gemeinsames Kind gut für euch wäre.

  4. Inaktiver User

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    Hallo Laspezia,

    ich kann Dich da sehr gut verstehen, bei meinem freund und mir ist es auch ein bischen so.
    Er hat auch Schulden und ist sehr oft knapp bei Kasse.
    Ich wünsche mir auch ein Kind mit ihm, zwar erst in 2-3 Jahren, aber das mein Einkommen dann wegfällt macht mir auch sehr Angst.
    Und man bekommt ja auch kein Kind um dieses nach einem Jahr in die Kita zu geben, weil man dann wieder arbeiten muss.

    Er hat auch schon eine Tocher, hat sich jetzt gerade mit der KM auf einen Unterhalt von 100 Euro geeinigt, aber wenn die es am Kopf kriegt muss er wohl auch mal den ganzen Unterhalt von ca 300 euro bezahlen, was schon ein entscheidender Einschnitt in die Finanzen bei ihm wäre.

    Meine Hoffnung ist einfach nur, das er in den 2-3 Jahren den Großteil der Sachen abbezahlt hat und die Situation sich dahingehend entspannt.

    Weisst Du bei Deinem Partner denn in welchem Umfang die Schulden sind und ob es eine Chance gibt das sich das in nächster Zeit besser?

    Lg
    Lilly

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    AW: ...noch ein Flicken dazu?

    Ich habe auch mit einem "armen" Mann ein Kind bekommen und ihn noch dazu geheiratet. Am Anfang haben wir die Finanzen zusammengeschmissen. Da er aber aus erster Ehe auch schon Kinder hat, war das für mein Leben und Gefühl im höchsten Maße ungünstig. Also habe ich ein 3-Konten-System durchgesetzt, mit dem ich sehr zufrieden bin. Die gemeinsamen Kosten werden nach einem verabredeten Schlüssel gemeinsam getragen, alles andere regelt jeder für sich selbst.

    Ich empfehle dir daher, dass du, solltet ihr zusammen wohnen (und Kinder haben), finanziell unabhängig bleibst, 1. dadurch dass du weiter arbeiten gehst und 2. dadurch dass du dir genau überlegst, wieviel du von deinem Einkommen in den gemeinsamen Alltag steckst.

    Zu Thema Kind überhaupt bei wenig Geld bin ich genau bigbeats Meinung. Und zum Thema zuhause bleiben wegen eines Kindes teile ich Lilly_2010s Meinung überhaupt nicht. Mein jüngstes Kind wurde fremdbetreut seitdem es 8 Wochen alt war, und es ist quicklebendig, selbstbewusst und hat eine super Bindung zu uns Eltern und Geschwistern.

  6. gesperrt

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    Wenn die Leute immer auf die passenden Umstände gewartet hätten, Kinder zu bekommen, wäre die Menschheit ausgestorben.

    Selbst in Kriegszeiten, Pestzeiten, Vertreibungen sind Kinder geboren. Da ist es doch in unserem relativ glücklichen Land echt möglich Kinder zu bekommen...

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    Danke für eure Mut-machenden Worte!

    Ich weiß wohl, dass Geld nicht alles ist und ein Kind andere Dinge, Herzensdinge, viel nötiger braucht.

    Es ist vielleicht auch ein persönliches Thema von mir aufgrund meiner Kindheit, da war beides nicht im Übermaß vorhanden, weder Geld noch Geborgenheit, und deswegen machen mir unsichere finanzielle Verhältnisse einfach Angst, es fällt mir manchmal einfach schwer, dann optimistisch in die Zukunft zu blicken und darauf zu vertrauen, dass sich schon alles fügt. Obwohl in der Realität ja meistens gar nicht der schlimmste anzunehmende Fall eintritt.

    Ich habe einfach Bammel und bekomme schnell Existenzangst, auch wenn das aus objektiven Gesichtspunkten vielleicht im Einzelfall auch alles nicht so schlimm ist.
    Natürlich haben die Menschen schon immer Kinder bekommen und bekommen sie auch heute noch, auch in weitaus schlimmeren Situationen.
    Vielleicht fehlt es mir da an Lockerheit und ich möchte da was planen und abgesichert haben, was sich gar nicht planen lässt. Die Zukunft lässt sich eben nicht planen.

    Die genaue Höhe seiner Schulden weiß ich nicht. Ich weiß, dass ein Auto abbezahlt werden muss und dass Renovierungskosten für die Wohnung bezahlt werden müssen und dass es sich um mehrere Zehntausend Euro handelt. Also nicht gerade wenig.

    Da er aber aus erster Ehe auch schon Kinder hat, war das für mein Leben und Gefühl im höchsten Maße ungünstig. Also habe ich ein 3-Konten-System durchgesetzt, mit dem ich sehr zufrieden bin. Die gemeinsamen Kosten werden nach einem verabredeten Schlüssel gemeinsam getragen, alles andere regelt jeder für sich selbst.

    Ich empfehle dir daher, dass du, solltet ihr zusammen wohnen (und Kinder haben), finanziell unabhängig bleibst, 1. dadurch dass du weiter arbeiten gehst und 2. dadurch dass du dir genau überlegst, wieviel du von deinem Einkommen in den gemeinsamen Alltag steckst.
    Das klingt ganz gut. Aufgrund meiner mal mehr und mal weniger starken Existenzängste (obwohl ich über ein normales, durchschnittliches Einkommen verfüge), wäre es mir eh recht, wenn man nicht alles zusammenwerfen würde. Und deshalb würde ich auch niemals komplett aufhören zu arbeiten.

    Für ein Kind wäre ich aber eigentlich schon ganz gerne 1-1,5 Jahre da, solange es noch ganz klein ist.

    Ich weiß, dass meine Bedenken einerseits nicht ganz unangebracht sind, andererseits auch von mir selbst ein wenig gepusht werden, auch wenn ich das gar nicht bewusst mache.

    Es tut mir jedenfalls gut zu hören, dass andere sich auch durchgewurschtelt haben.
    In meinem Freundeskreis verstehen die das nicht so ganz, die sind aber auch ganz anders aufgestellt und haben einen sicheren Backround.
    Bei mir stehen halt keine Eltern im Hintergrund, die im schlimmsten Falle eben mal finanziell unter die Arme greifen. Da ist nix und da wird auch nie was sein.

    Und bei ihm ist es im Endeffekt genauso.

    LG
    Laspezia

  8. gesperrt

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    Niemandes Existenz ist "gesichert".

    Jeden Tag kann irgendetwas passieren, was das Leben komplett auf den Kopf stellt.
    Eine Scheidung reicht und dann sind alle schönen Berechnungen und Sicherheiten vorbei.

    Und wenn eine schwierige Situation aufkommt, vertrau auf Dich!!!

    Wenn ein Problem auftaucht, räumst du es weg. Warum solltest du dann nicht wissen, was zu tun ist, wenn irgendwie mal was ist??

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    Du hast schon Recht.

    Irgendwie stehe ich mir einfach nur selbst im Weg, was?

    Wenn ein Problem auftaucht, räumst du es weg. Warum solltest du dann nicht wissen, was zu tun ist, wenn irgendwie mal was ist??
    Keine Ahnung. Bisher bin ich ja auch klar gekommen und habe auftauchende Probleme bewältigt.
    Das stimmt.

    LG
    Laspezia

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    AW: ...noch ein Flicken dazu?

    und deswegen machen mir unsichere finanzielle Verhältnisse einfach Angst, es fällt mir manchmal einfach schwer, dann optimistisch in die Zukunft zu blicken und darauf zu vertrauen, dass sich schon alles fügt. Obwohl in der Realität ja meistens gar nicht der schlimmste anzunehmende Fall eintritt.
    Ich kann dich verstehen. Dadurch dass ich auch als Kind in grosser finanziellen Armut aufgewachsen bin machte mir finanzielle Unsicherheit auch viel Angst. Ich wollte daher nie ein Kind als ich dann Studentin war. Zuerst guter Job, dann Kinder. Ich wollte ihnen bieten was ich nie hatte. Keine Reichtuemer, aber eben ein bisschen mehr als weitergegebene Kleider und der ewige Satz: Das koennen wir uns nicht leisten. Mein Plan ist viele Jahrzehnte aufgegangen und dann brach alles zusammen und es geht doch. Aber diese Gelassenheit musste ich erst einmal erlangen.

    Klar kann man sagen: Es kann ja immer was passieren und ihr seid dann von heute auf Morgen bitterarm. Das stimmt auch, das Leben geht nicht nach Schema F.
    Aber es ist was anderes wenn man konkret weiss dass es finanziel nicht geht. Da wird die Frage: Kind ja oder nein zur Existensangst.

    Aber auch da gilt, das Leben ist unvorhersehbar. Es ist nur die Frage wieviel Mut man hat sich auch dem Optimismus zu stellen.
    Die Entscheidung wirst du alleine treffen muessen und unter Umstaenden auch auf die Schnauze fallen. Du wirst vieles im Leben noch bereuen. Aber deine Kinder nicht.

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