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  1. Inaktiver User

    Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Ich hatte gestern eine längere Diskussion mit meiner Mutter über das Thema, wieviel muss man als Neue darüber wissen, wie eine frühere Beziehung des Partners lief und warum sie nicht mehr funktionierte.

    Ich weiß nicht, wie das Miteinander, das Alltagsleben meines Freundes mit seiner Ex-Frau sich gestaltete, woran sie Spaß miteinander hatten, worüber sie gestritten haben, wie der Umgang miteinander war. Und ich frage auch nicht danach. Mein Freund erzählt nichts gezielt darüber, hin und wieder berichtet er aus einer Situation heraus von guten, angenehmen Erlebnissen, die er mit seiner Ex-Frau hatte. Es fällt höchstens mal ein Halbsatz über das, was nicht gut lief zwischen den den beiden. Und ich berichte ebenso wenig über meine frühere Ehezeit.

    Meine Mutter ist der Meinung, das muss man wissen, das hat was mit Offenheit zu tun, über diese Dinge zu reden. Wer nicht mit dem neuen Partner darüber spricht, hält sich bedeckt, verbirgt etwas. Ihrer Meinung nach kann sich keine Basis für eine neue Beziehung entwickeln, wenn man die Vergangenheit des anderen nicht genau kennt. Für sie sieht es so aus, dass wir beide eigentlich gar keine verbindliche Beziehung miteinander wollen.

    Ich sehe das anders, ich finde, man muss nicht unbedingt viel über die alten Beziehungen wissen. Es hat direkt nichts mit der neuen Verbindung zu tun, diese wird sowieso anders sein. Vielleicht würde das Wissen sogar im Umgang miteinander hemmen. Und ich empfinde es als einen guten Charakterzug, sich nach einer Partnerschaft weiterhin loyal zu verhalten, was heißt, nichts über Probleme und Schwierigkeiten unnötig nach außen zu kommunizieren. Und andersherum geht es natürlich auch nicht, man kann dem neuen Partner ständig etwas von dem oder der Ex vorschwärmt. Nach und nach wird aus den kleinen Puzzleteilen sowieso ein ungefähres Bild entstehen.

    Ich würde gern wissen, wie andere das sehen. Es das wichtig, etwas über die alten Beziehungen zu wissen? Sollte man neugierig darauf sein?

  2. User Info Menu

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Ich glaube nicht dass es darum geht viel über die Ehegeschichten zu wissen.
    Wichtiger sind die Lernerfahrungen und Konsequenzen die aus dieser Zeit kommen.

    Was nehme ich aus dieser Beziehung mit?
    Was habe ich dabei über mich selbst, meine Bedürfnisse, Wünsche und Reaktionen gelernt?
    Was möchte ich auch in einer neuen Beziehung so leben?
    Was möchte ich zukünftig nicht mehr erleben?
    Gibt es regelrechte schwere Traumata wie Gewalt, Vertrauensmissbrauch oder Betrug?

    Und welche Altlasten können noch nachwirken?
    Also Binnenverhältnis zwischen den Ex-Partnern, Scheidungskonflikte, Rechtsstreitigkeiten, finanzielle Verpflichtungen etc.
    Alles was auch in die neue Beziehung hinein strahlen könnte oder den neuen Partner mitverantwortlich machen könnte.

    Eine unverbindliche Beziehung wäre es meiner Meinung nach, wenn die Vergangenheit einfach ausgeblendet wird und man sich ab und zu trifft und einfach eine gute Zeit hat. Also keinen Alltag, keine Verpflichtungen und keine Zukunftsperspektiven miteinander lebt. Dann wäre es auch egal ob die Ex gerade mit einem Sorgerechtsstreit droht oder dein Freund noch den Kredit fürs Haus in den nächsten zehn Jahren abträgt.
    Wollt ihr gemeinsam leben, gemeinsam etwas aufbauen für einander da sein, dann würden mich die oben genannten Fragen schon aus Selbstschutz heraus interessieren.

  3. Inaktiver User

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Was hat Deine Mutter mit Deiner Partnerschaft zu tun?
    Ich käme ehrlich gesagt nicht auf die Idee, so etwas mit meiner Mutter zu besprechen....

  4. Moderation

    User Info Menu

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Zitat Zitat von wildebeest Beitrag anzeigen
    Was nehme ich aus dieser Beziehung mit?
    Was habe ich dabei über mich selbst, meine Bedürfnisse, Wünsche und Reaktionen gelernt?
    Was möchte ich auch in einer neuen Beziehung so leben?
    Was möchte ich zukünftig nicht mehr erleben?
    Gibt es regelrechte schwere Traumata wie Gewalt, Vertrauensmissbrauch oder Betrug?

    Und welche Altlasten können noch nachwirken?
    Also Binnenverhältnis zwischen den Ex-Partnern, Scheidungskonflikte, Rechtsstreitigkeiten, finanzielle Verpflichtungen etc.
    Alles was auch in die neue Beziehung hinein strahlen könnte oder den neuen Partner mitverantwortlich machen könnte.
    Da stimme ich dir uneingeschränkt zu. Vieles ist jedoch etwas, was jeder Partner für sich entscheidet, hat dann weniger mit dem neuen Partner zu tun. Habe ich z. B. entschieden, wie ich Beziehung leben möchte und lebe sie mit einem neuen Partner, würde ich meinen, dass hier bereits eine Veränderung (für mich) stattgefunden hat. Sollte eine Situation entstehen, die ich grundsätzlich nicht mehr erleben möchte, findet in dem Moment ein Gespräch mit meinem neuen Partner statt - was in der vorherigen Beziehung war, ist in diesem Moment in meinen Augen kein Gesprächsthema.

    Selbstverständlich sind rechtliche Nachwirkungen Thema in der neuen Beziehung, hat aber in meinen Augen nichts mit der alten Beziehung (= Verhältnis Mann/Frau) zu tun. Hier meine auch ich, dass es Dinge gibt, die den neuen Partner nichts angehen und man dem alten Partner zu Loyalität verpflichtet ist.

    Was stellt sich deine Mutter denn so vor? Eine Lebenbeichte? Ich halte es aber so wie Wolkentier; es gibt Dinge, die ich mit meiner Mutter nicht bespreche - meine Partnerschaft gehört dazu.
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  5. User Info Menu

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Skribifax, das kann ich nachvollziehen.
    Nach dem Motto, mein(e) Ex ist Schuld ich kann einfach nicht anders...das finde ich auch nicht angemessen.

    Was ich wirklich voll und ganz wissen will sind bindende Verpflichtungen. Das habe ich einmal erlebt, dass soetwas erst nach einem halben Jahr Beziehung auf den Tisch kam (oh Schatz ich habe da noch drei Ex-Frauen mit drei Kindern zu versorgen...). Dazu gehören auch Abmachungen, die die Ex-Partner in Bezug auf Kinder oder Besitz abgesprochen haben, auch wenn diese rechtlich nicht bindend wären.

    Legitim finde ich es über die Lernerfahrungen zu sprechen: was einem z.B. Treue bedeutet wenn man in seiner Vergangenheit Betrug erlebt hat. Das heißt aber nicht, dass ich mich über den zehn Affairen meines Ex-Manns auslasse.

    Genau schräg finde ich aber eine vollkommene Geheimniskrämerei. Habe ich auch mal erlebt. Wir waren in einem langen WoEn in einer europäischen Großstadt, er kannte sich extrem gut aus, ich kommentierte dies und fragte, woher die gute Ortskenntnis hat (vielleicht hatte er ja nächtelang den STadtführer auswendig gelernt), da kam nur ein geheimnisvolles Lächeln und ach, findest du das wichtig? Da kam ich mir auch blöd vor.

  6. Inaktiver User

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Ich sehe es wie meine Vorschreiberinnen.

    Rechtliche Verpflichtungen müssen sofort und ganz klar auf den Tisch.

    "Beziehungstechnisch" interessieren mich vergangene Beziehungen nur soweit, dass ich erkennen kann, was jemand aus seinem bisherigen Leben mitbringt, was er daraus "gelernt" hat. Das mit dem "gelernt" klingt doof finde ich,aber ich denke, jeder weiss was gemeint ist.

    Als Mensch und Person interessiert mich eine Ex unmittelbar nicht. Ich möchte auch keine "Lebensbeichte" mit allen Details. Weder abgeben noch anhören.

    Gruß, Elli

  7. Inaktiver User

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was hat Deine Mutter mit Deiner Partnerschaft zu tun?
    Ich käme ehrlich gesagt nicht auf die Idee, so etwas mit meiner Mutter zu besprechen....


    ich habe früher fast alles mit meiner mutter besprochen (leider schon lange verstorben)

    und meine töchter halten es genauso mit mir.

    das ist ein vertrauensbeweis

  8. Inaktiver User

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    ich finde, alles was man sich in einer "neuen" partnerschaft von früher erzählt, sollte zumindest gewollt sein und nicht auf ein drängen hin.

    über grundsätzliches jedoch sollte offen geredet werden.

  9. Inaktiver User

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was hat Deine Mutter mit Deiner Partnerschaft zu tun?
    Ich käme ehrlich gesagt nicht auf die Idee, so etwas mit meiner Mutter zu besprechen....

    Hallo Wolkentier, das ist sicher von Mutter-Tochter-Verhältnis zu M-T-V verschieden, oder?
    Finde ich nicht ungewöhnlich - gar nicht.
    suzie w

  10. Moderation

    User Info Menu

    AW: Wieviel muss/will man wissen über die Ex?

    Zitat Zitat von wildebeest Beitrag anzeigen
    Legitim finde ich es über die Lernerfahrungen zu sprechen: was einem z.B. Treue bedeutet wenn man in seiner Vergangenheit Betrug erlebt hat. Das heißt aber nicht, dass ich mich über den zehn Affairen meines Ex-Manns auslasse.
    Ich glaube, wir sehen das in etwa gleich. Natürlich ist alles, was für die neue Beziehung wichtig ist, Gesprächsthema. Dazu gehören natürlich Verpflichtungen, die der Partner (noch) hat. Ich verstehe auch nicht, weshalb ich nicht sagen soll, dass ich mit der alten Beziehung Unrlaub in Venedig, Barcelona oder im Schwarzwald gemacht habe. Das hat für mich im Grunde auch nichts mit der alten Beziehung zu tun, denn ich war ja auch da.

    Wenn gefragt wird, sollte auch eine vernünftige Anwort kommen. Die kann natürlich auch sein, dass man darüber nicht sprechen will. Wenn das nicht jede zweite Antwort ist, kann man das in meinen Augen auch gut akzeptieren. Wer nichts von sich preisgibt, kann man mit so einem Menschen eine vertrauensvolle Beziehung haben?
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