@Karla
Probleme: viele der Probleme kommen letztendlich aus meiner letzten Beziehung. Mein Ex war extrem auf mich fixiert, ist für mich umgezogen und jeden Tag weit gependelt, ich war die wichtigste Bezugsperson und er hat mich auch SEHR verwöhnt. Nicht (nur) im finanziellen Sinn, sondern auch weil er mit seinen GEfühlen sehr offen umgegangen ist. Ich *hust* was man allgemein als "Attention-Whore" bezeichnet. Ich brauche überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit, das war bei ihm kein Problem, schon allein weil er ja jeden Abend heimgekommen ist.
Da ist es verständlicherweise für mich eine ziemliche Umstellung: plötzlich (zum ersten Mal) allein wohnen und eben NICHT jeden Abend und ununterbrochen Zuspruch kriegen. Für andere ist das keine Sache, für mich ist das ein Problem. Ich bin es gewöhnt abends jemandem erzählen zu können was so los war, das sich jemand um mich kümmert und dass ich mich auch um jemanden kümmern kann. Dazu kommt, dass mir körperliche Nähe einfach wichtig ist, nicht primär sexueller Natur (wobei das jetzt auch nicht gerade unwichtig ist), sondern einfach die Tatsache, dass da noch jemand andere ist. Und das dann halt nur einmal in der Woche ist für mich schwierig.
Dann ist mein Gebrauchter von Natur aus nicht so gesprächig, zumindest nicht von selbst. Wenn man wissen will was in ihm vorgeht, dann muss man sehr hartnäckig sein - er hat noch nicht ganz begriffen, dass ich mich tatsächlich für ihn interessiere, was er macht und seine Vergangenheit etc. Er fragt bei mir immer nach und hört interessiert zu und wenn er dann selbst was von sich erzählt, dann tut ihm das laut eigener Aussage gut, aber es fällt ihm schwer. So ein Verhalten bin ich nicht gewöhnt, auch das ist für mich manchmal ein Problem.
Letztendlich sind die 2 Probleme:
1. zu wenig Zeit für meinen Geschmack. Andererseits hab ich in der letzten Beziehung auch schon Wochenendbeziehungsphasen gehabt und hab mich damit arrangiert. Da denke ich auch, dass wenn erstmal die Hormone und die erste Verliebtheit abflauen, dass das nicht mehr so schlimm ist.
2. mangelde Kommunikation. Ich will alles diskutieren, es schaut lieber was passiert und lässt sich überraschen. ABER wenn ich ihm erkläre warum ich ein Thema wirklich dringend diskutieren will und dass es mir wirklich wichtig ist, dann tut er das auch. Er ist lernwillig und lernfähig. Aber genauso wie ich nicht innerhalb von einem Jahr von Attention-Whore zu TEilzeit-Freundin werde, kann er nicht vom recht verschlossenem Einzelkämpfer zum Kommunikationsass werden.
Lesen zum Thema - das wird meine Vermutung auf leichten Vaterkomplex bestätigen. Aber wozu? Ich hab mich bisher für die unterschiedlichsten Männer interessiert, er war der erste in der Altersklasse der es mir angetan hat. Einfach weil er ein wunderbarer Mensch ist. Aber davon wird kein Buch was wissen.
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Thema: Der Gebrauchte und ich
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27.07.2010, 21:45
AW: Der Gebrauchte und ich
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27.07.2010, 21:48Inaktiver User
AW: Der Gebrauchte und ich
Ja, so etwas ähnliches würde wohl jede Mutter sagen.
Vom Alter her könnte ich deine Mutter sein und kann mich trotzdem ganz gut in dich hinein versetzen, denke ich.
Ich finde es schön, dass für dich Beziehungen einen solchen Wert darstellen und du etwas dauerhaftes möchtest.
Nur mit ihm sehe ich das für dich leider nicht.
Ich glaube das er dich liebt und mit dir gerne neu beginnen würde.
Die Realität sieht nur leider so gar nicht danach aus.
Was sagt er denn zu der Frist, die du ihm gesetzt hast, dass seine Frau ausziehen soll. Und wie soll das aussehen? Kann sie für sich selbst sorgen auch materiell? Wie würden seine Kinder auf die neue Situation reagieren? Willst du bei ihm einziehen? Fragen über Fragen und alle tragen nicht dazu bei das Ganze einfacher zu gestalten.
Ich bin der Meinung, wenn du es nicht schaffst nur die schöne Zeit mit ihm zu geniessen ohne gro0e Zukunfstpläne, solltest du, so hart es auch ist, die Notbremse ziehen
ideih
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27.07.2010, 21:54
AW: Der Gebrauchte und ich
@wildebeest -
Darauf kannst du dich verlassen. Das bin ich mir selbst schuldig. Ich mache mich nicht nochmal so abhängig von einem Mann. Ausland ist fest, es bringt mir zwar nix für meine Laufbahn, aber ich will das für mich machen. In der Zeit können wir beide darüber nachdenken was wir wollen und ich werde ihm das auch deutlich sagen. Ich bin zu vielen, vielleicht zu vielen Zugeständnissen bereit, weil ich überzeugt bin, dass er es wert ist. Aber sowas wie die zweite Frau von meinem Onkel - sowas mache ICH nicht mit. Mir ist auch persönlich sehr wichtig nie langfristig finanziell abhängig zu sein - wenn man gerade Elternzeit hat oder so okay - aber dauerhaft auf keinen Fall. Ich gehe meinen Weg. Mir wäre sehr recht wenn er dabei wäre, aber die Bedingungen müssen verhandelbar sein.
Deine Hypothese ist interessant. Aber er hat gleich am Anfang mit mir reinen Tisch gemacht, von seinen Exen erzählt und auch die Beziehung zu seiner Frau erläutert. Und letzteres haben mir meine Spioninnen (seine TÖchter) auch bestätigt. Ich bin im Prinzip nicht die erste Freundin, aber die erste offizielle. Selbst wenn es so eine Abmachung mit seiner Frau gäbe - er würde sicher nicht meine recht enge Beziehung zu seinen Mädels unterstützen wenn er eigentlich darauf hofft, dass ich bald wieder verschwinde.
Mal davon abgesehen war das auch Teil der ersten Gespräche - dass er zwar nicht weiß wie das mit uns funktionieren soll, aber dass WENN er eine Beziehung führt, er es dann auch ernst meint und zumindest hofft, dass es langfristig hält.
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27.07.2010, 22:02
AW: Der Gebrauchte und ich
Die Frist habe ich erstmal mir MIR gesetzt. Wenn sich gegen Ende des Jahres zeigt, dass er sich nicht selbst GEdanken macht, dann werde ich ihn darauf hinweisen, wenn das nicht reicht, dann war es das. Ich werde weder Zwang ausüben noch betteln. Entweder er will mich oder halt nicht. Das wäre schmerzhaft aber besser ein Ende mit Schrecken etc
Kann sie für sich sorgen - jein. Sie war jetzt jahrelang daheim aber sie ist jetzt (endlich) auf der Suche weil er ihr klargemacht hat, dass er spätestens wenn die Kinder aus dem Haus sind nicht mehr bereit ist sie komplett zu finanzieren. Sie ist auf JObsuche, hatte auch mindestens ein Vorstellungsgespräch. Kleine Schritte, aber immerhin etwas.
Seine Töchter wären mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit begeistert wenn ich einzöge. Sie haben auch von selbst mir erzählt, dass sie denken dass es für beide Elternteile besser wäre, wenn ihre Mutter lernen würde mal selbstständig zu leben. Der sohn ist da schwieriger - aber der ist nur 2mal im Jahr in den Semesterferien daheim. Damit kann man sich arrangieren.
Will ich bei ihm einziehen? Ja. Sicher nicht sofort - schon allein weil ich erst aus der Uni raus sein will. Danach ist Ausland dran und es ist nicht unwahrscheinlich, dass ich im Referendariat eh nicht hier in der Nähe bin. Aber dann möchte ich am Wochenende auf jeden Fall zu ihm fahren. Und sollte ich hier bleiben können, dann würde ich auf jeden Fall zu ihm ziehen wollen. Wie sonst merkt man ob die Beziehung dauerhaft funktionieren kann? Vielleicht nerven mich seine Angewohnheiten nach 3 Monaten. Das will ich lieber so bald wie sinnvoll möglich testen.
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27.07.2010, 22:22
AW: Der Gebrauchte und ich
Danke für die Zusatz-Infos.
Es ehrt dich, dass du dich ein wenig "schämst" für dein besonders starkes Aufmerksamkeits-Bedürfnis. Aber - *hust* wenn ich das so lese, dann ist das eigentlich ein Punkt, der vielen Männern (und Frauen) kräftig auf den Keks geht. Finanziell unbedingt unabhängig und emotional nicht in der Lage, allein zu leben, weil jemand da sein muss?
Sorry, aber das ist nach allgemeiner Auffassung gar keine gute Voraussetzung für einen gelingenden Alltag.
Umso heftiger denke ich, das Ausland birgt "Gefahren". Du bist ungern allein, du wirst dir Gesellschaft suchen. Sicher nicht nur weibliche.
Weil du das ja auch irgendwie brauchst. Das meine ich jetzt nicht wertend, sondern ich schätze dich einfach so ein. Ich glaube, viele jüngere Leute müssen das alleinsein (und damit zufrieden sein) erst lernen. Leider habe ich es spät gelernt, und mir dadurch manches im Leben angetan (Stichwort "Zugeständnisse", die mir gar nicht gut taten).
Ich überlege, wie man sich das vorstellen muss: Du liebst ihn. Aber er hat eventuell doofe Angewohnheiten (die hat er garantiert, aus deinem Blickwinkel
, ist doch normal). Meinst du, deshalb kann die ganze Beziehung nicht dauerhaft funktionieren? Sehe ich ganz anders.
Man liebt denjenigen.
Man erzieht möglichst nicht an ihm herum.
Man lebt damit, wie er tickt.
Natürlich nicht, wenn er ein Serienmörder ist.
Oder ausschließlich Bier und Schnaps als Getränk akzeptiert oder sonstwas Schräges.
LGThe original Karla
est. 2006











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27.07.2010, 22:59
AW: Der Gebrauchte und ich
Mir ist bewusst, dass diese Aufmerksamkeitsbedürnis ein Fehler von mir ist; ich arbeite dran ;-) Andererseits sehe ich meine Schwester, die ist das krasse Gegenteil. Die schafft es jetzt mit Ende 20 zum ersten Mal jemand an sich ranzulassen. Extreme sind nie gut, auch deswegen muss Ausland sein. Ich bin im letzten halben Jahr ein gutes Stück unabhängiger geworden, aber komplett abnabeln muss sein. Wobei ich mir um meine Treue wenig Gedanken mache. Ja, ich brauch Gesellschaft, aber die muss weder männlich noch sexuell motiviert sein. Ich brauche keinen Trostsex, sondern mal zwischendrin ne Umarmung. Klar können Fehltritte passieren, aber ich rechne nicht damit. Ich war auch in der Endzeit der letzten Beziehung "brav" obwohl da nicht mehr viel mit Beziehung war, einfach weil das nicht meine Art ist.
Und natürlich hat er Fehler, ich auch. Vielleicht zeigt sich langfristig dass unsere Fehler uns inkompatibel machen. Vielleicht aber auch nicht. Ich finde eine Beziehung basiert immer auf Kooperation, das hat nichts mit Erziehen zu tun. Ich akzeptiere, dass er manchmal Abstand braucht und dass er nicht alles bis ins kleinste Detail diskutieren will. Und er muss akzeptieren, dass ich Wichtiges diskutieren MUSS. Wir lernen beide daraus und so stelle ich mir eine Beziehung vor.
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28.07.2010, 06:27
AW: Der Gebrauchte und ich
Ich verstehe seine Familienkonstellation noch nicht richtig.
Beim Lesen deines ersten Postes habe ich ihn mir älter vorgestellt,
du schriebst später: Er ist 48 (okay, du bist ja erst 24
).
Ich nehme mal an, seine Frau ist in ungefähr im gleichen Alter, also Mitte Vierzig. Er hat schon länger Freundinnen, wieso lebt die Frau noch im Haus? Warum sind sie noch nicht geschieden? Beide sind doch im besten Alter, noch mal neu anzufangen. Bei einem Paar um die 60, wie ich zuerst dachte, etwas vollkommen anderes - andere Generation, andere Werte etc...
Und warum stellen sich die Mädchen gegen ihre Mutter? Sehr ungewöhnlich, wie ich finde. Ist es denn überhaupt ihre Mutter, oder auch schon die zweite Frau, mit der die Mädchen nichts zu tun haben wollen?
Ich denke, du bist noch so verdammt jung und solltest verdammt aufpassen... Hatte er immer schon Studentinnen als Freundinnen?
Kitty
Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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28.07.2010, 07:26
AW: Der Gebrauchte und ich
Nein, es ist tatsächlich ihre Mutter. Und es ist nicht so dass sie sich massiv gegen sie stellen. Aber sie ist sehr schwierig und macht es den Mädels nicht grad leicht - die sind dadurch total Papabezogen. Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht erwartet, dass die beiden mich akzeptieren, aber sie kannten mich halt schon vor der Beziehung und das machts es glaub ich einfacher.
Seine Exen waren teils auch von der Uni - ist auch klar! Er arbeitet dort und dann fährt er heim - wo würde er sonst Frauen kennenlernen? Aber er ist kein Serientäter, der sich regelmäßig Studentinnen für Vergnügungen aussucht.
Warum sind die beiden nicht geschieden. DAS ist auch eine Frage die ich mir immer wieder stelle. Ich denke da spielen verschiedene Sachen mit rein. Einerseits sicher, dass er sie unterstützen wollte. Andererseits ist es nun auch so, dass Kinder bei uns häufig der Mutter zugesprochen werden und eher selten einem voll berufstätigen Vater - daran wäre er zerbrochen; besonders weil es nicht unwahrscheinlich ist, dass sie in ihr Geburtsland zurückgegangen wäre.
Aber zweifellos ist da auch ein Stück Faulheit und Konfliktscheue dabei; er hat mal in die Richtung erklärt, dass eben die Minusseiten der räumlichen Trennung überwogen hätten, auch weil es eben anscheinend bisher keine andere Frau gab, mit der er eine Zukunft gesehen hätte.
Genauso wenig verstehe ich allerdings seine Frau. Wobei die jetzt immerhin nach Jobs sucht und sich wohl auch nach einer Wohnung umsieht *aufholzklopf* Aber ich hätte auch nicht dort bleiben wollen, vor allem weil ich über die Töchter weiß, dass sie zumindest bei einer der Exen einen Verdacht hatte.
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28.07.2010, 11:10
AW: Der Gebrauchte und ich
Du begibst dich in ein festes Familiensystem hinein. Da noch einen Platz zu ergattern, ist sicher schwierig. Wenn Du mit dem zufrieden bist, was man bereit ist dir zu geben-aber das bist du ja nicht.
Und so wie du es hier darstellst, haben sich schon andere Studentinnen (was ich schon per se für sehr merkwürdig halte). daran die Zähne ausgebissen.
Und ich glaube auch, dass ihn seine Frau vor anderen Frauen schützt. Sobald die Mädels mehr von ihm wollen als hin und wieder Sex und ein paar Aktivitäten, zieht er sich zurück.
Steckt hinter deiner Unzufriedenheit eher, dass du ganz einfach spürst, dass er sich nicht wirklich auf dich einlässt?
Für mich klingt deine Position nach Austauschbarkeit. Es ist genau so, wenn Männer nur auf Asiatinnen oder Afrikanerinnen abfahren. Die Frauen werden degradiert und austauschbar.
Und noch etwas: Ich habe selber schon ein Leben mit Ehe und Familie. Ich glaube, das Thema hat er durch. Klar. Mit dem Mund kann er ganz viel anderes sagen, aber sieh dir an wie er lebt. Er hat eine Frau und Familie und ein Haus.
Warum sollte er sich die Mühe machen und noch euinmal den ganzen Kram mit vollen Windeln, einer gestressten Ehefrau durchziehen und das bei doppelten Kosten bei einem nicht unbedingt Supergehalt?
Etwa aus Liebe?
Ne. Ich denke, er hat seine Lehre an der Uni, ein geklärtes Leben privat und für die kleinen Sexgeschichten nette, kleine Gänschen an der Uni. Davon gibt es einen unerschöpflichen Nachschub.Geändert von Dani (28.07.2010 um 11:19 Uhr)
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28.07.2010, 12:55
AW: Der Gebrauchte und ich
Liebe AussieGirl600,
wenn ich deine Zeilen lese, schießen mir wieder die Tränen in die Augen, denn ich steckte in fast der gleichen Situation wie Du- nun ist meine Beziehung zu einem verheirateten Mann zerbrochen und ich mache gerade die Hölle durch. Alle, wirklich alle in meinem Umkreis haben damals zu mir gesagt: LAUF, NIMM DIE BEINE IN HAND UND VERSCHWINDE VON DIESEM MANN. Aber ich habe nicht gehört, ich habe fest an diese Liebe geglaubt, ich liebe ihn noch immer. Ich hoffe immer noch, obwohl er nun den Schlusstrich gezogen hat.
Vielleicht bist du anders, vielleicht ist er anders, vielleicht ist die Situation anders, aber was ich hier lese, lässt mich zu 90 % vermuten, dass es so enden wird, wie meine.
Ich bin sehr viel jünger als mein Ex (wie bei Dir), er Betreuer meiner Diss. Er Kinder, Haus, Ehe. Er zog nach kurzer Zeit aus, wir zogen zusammen. Unsere Liebe wurde öffentlich, ich war nach nur kurzer Zeit keine Geliebte mehr, sondern NEXT. Aber er war ständig zerrissen, hatte Schuldgefühle, zog immer mal wieder aus, verkraftete die Trennung von seinen Kindern nicht. Ich kämpfte bis zum Umfallen, hatte panische Verlustangst, wollte ihn nicht verlieren, er war die Liebe meines Lebens. Ich weinte viel, weil ich dachte, er ginge bald wieder zu seiner Frau zurück, die er aber nicht mehr liebte. Es gab immer wieder wunderschöne Momente, Urlaube, Lachen, Lieben, Alltag genießen, Pläne für die Zukunft, Kinderwunsch und Gespräche darüber. Ich wurde sehr schnell schwanger, verlor mein Kind. Er wollte es nicht, obwohl er immer davon redete, war es ihm zu früh. Es war eine schreckliche Zeit für mich, aber wir rafften uns wieder zusammen. Ein Haus war auch geplant, aber es wurde nicht realisiert. Vielleicht ging es alles zu schnell, vielleicht war ich zu fordernd, zu unkontrolliert. ABER: es wurde hier schon geschrieben. Er hatte das alles schon, warum sollte er sich all dem noch mal aussetzen. Kindergeschrei, 100000ende für eine Haus ausgeben. Unsere Liebe ist an dem Alltag zerbrochen, den er selbst 30 Jahre lang hatte. Wäre es eine Affäre geblieben, er hätte sich niemals getrennt. Die Pflicht hatte er schon bei seiner alten Frau, ich sollte die Kür werden, was ich nicht wollte, ich wollte Alltag, eine normale Beziehung, keine Geliebte sein.
Aber er konnte mit meinem Druck nicht umgehen, mit meiner Eifersucht, mit meinen Wünschen nach mehr. Mit seiner eigenen Zerrissenheit.
Ich fühle mich nun so verschaukelt, habe ihm blind geglaubt, war blind vor Liebe. Man rutscht da immer tiefer rein, man hofft und bangt. Aber Du musst Deine eigenen Erfahrungen machen. Vielleicht kannst Du Dich mit Deiner Rolle als Geliebte arrangieren. Ich konnte und wollte es nicht.
Ich würde Dir raten, diese Frist auf alle Fälle einzuhalten Ich habe meine nie eingehalten. Als das Trennungsjahr vorbei war, wollte ich mich trennen, aber ich schaffte es nicht, zu groß war die Liebe, die Verstrickungen. Ich hoffte, dass sich alles irgendwann von allein entwickeln würde. NEIN, das tut es nicht. Menschen richten sich ein, vor allem wenn es bequem wird für alle Beteiligten. Seine Frau reichte auch niemals die Scheidung ein, sie saß alles aus. Obwohl er weg war von zu Haus, nur ab und zu dort noch schlief. Obwohl sie wusste, dass er sie auch schon vorher mit einer anderen betrog. Wie bei dir. Sie wusste vielleicht: Der kommt zurück. Und so war es dann auch. Vielleicht liebte sie ihn auch nicht mehr, und es war ihr egal, vielleicht ging es nur noch um das Haus, wer weiß das schon nach 30 Jahren Ehe, wie sich Partner plötzlich anders aufeinander einstellen. Man steckt nicht drin, man ist bei den Gesprächen nicht dabei. Man ist im Grunde naiv gewesen, zu gutmütig.
Ich kann gerade nicht weiter schreiben, weil mich gerade ein tiefe Verzweifelung überfällt und mir bewußt wird, dass gerade alles vorbei ist. Ich sollte froh sein, stecke aber gerade in einer Depression und weiß nicht wie es weitergehen soll. Ich hoffe, es wird dir niemals so ergehen wie mir.
Alles Liebe
Alicia


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