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    Ist das noch Liebe oder nur Gewohnheit?

    Hallo an alle, die das lesen,

    vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen Klarheit in meine Gedanken zu bringen. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich hier meine Geschichte veröffentlichen soll, aber mittlerweile kann ich nicht mehr und bin so durcheinander und weiß nicht mehr was richtig ist, das ich mich jetzt doch dazu entschlossen habe. Ich bin 45 Jahre alt und seit 8 Jahren mit einem 10 Jahre älteren Mann befreundet, wir haben beide Kinder aus früheren Partnerschaften (er hat 2, ich 1 Kind), 1 Sohn lebt bei ihm. Wir waren noch nicht lange zusammen als er den Wunsch äußerte mit uns zusammenzuziehen (da hatte ich noch nicht einmal daran gedacht). Wir haben uns dann aber Zeit gelassen, es war aber immer ein Thema. Ach ja, noch etwas zu unserer Ausgangssituation: Da ich alleinerziehend bin, arbeite ich, obwohl ich studiert habe, Teilzeit und habe dementsprechend wenig Einkommen, ich wollte aber lieber für meinen Sohn da sein als Karriere zu machen, da habe ich eben meine Prioritäten gesetzt. Ich habe daher auch nur eine normal große Wohnung und lebe in einem normalen Stadtviertel, nicht in der Superlage. Mein Freund findet den Stadtteil spießig und hat öfters abfällige Bemerkungen darüber gemacht, er kommt deshalb auch fast nie zu Besuch, vielleicht 1x im Jahr. Er selber hingegen ist Unternehmer, hat entsprechend viel Geld und eine sehr große Wohnung. Diese Konstellation hat dazu geführt, dass ich mit meinem Sohn mit Sack und Pack am Wochenende und 1x in der Woche zu meinem Freund auf Besuch war.

    So ging das eine Weile, aber ich dachte dann auch, dass es schön wäre zusammen zu sein, die Kinder waren ein Herz und eine Seele und wir waren ein richtig gutes Team. Und als er mich wieder mal fragte, ob ich zu ihm ziehen will, sagte ich ja und war im siebten Himmel. Das hielt aber nicht lange an, denn am nächsten Tag druckste er so komisch herum und als ich ihn dann konkret fragte, stellte sich heraus, dass er auf einmal Angst davor hatte, also einen Rückzieher machte. Das war für mich ein ziemlicher Schlag, und da ich sehr impulsiv und emotional sein kann, hat es dann erstmal ordentlich gekracht und es gab endlose Diskussionen, weil ich nicht verstehen kann, dass jemand so eine Kehrtwendung machen kann, schließlich hatte er mich so oft vorher gefragt! Er meinte dann, er hätte Angst, dass wir Probleme bekommen, auch mit den Kindern, dass er zu wenig Freiraum hat, nicht mehr machen kann, was er will, dass es in der Wohnung zu laut wird und später haben die Kinder immer Besuch und dann ist es wie auf dem Bahnhof etc.etc. Also habe ich das akzeptiert und wir haben so wie bisher weitergemacht.

    Ein paar Monate später machte er erneut einen Anlauf, und dann noch einen, er wollte sogar eine Wohnung umbauen lassen, damit wir noch mehr Platz haben, aber ich bin nicht darauf eingegangen, weil ich wusste, dass sich an seinen Bedenken nichts geändert hatte und er immer hin und her gerissen war. Übrigens vergaß ich eine Kleinigkeit: Nämlich, dass er bereits 2x verheiratet war und einen ziemlich beziehungsgeschädigten Eindruck macht. Denn er überträgt die Erfahrungen, die er gemacht hat auf seine neue Beziehung! Was auch schlimm für mich war: Ich wollte gerne noch ein Kind, worauf er nur geantwortet hatte: „Ich will das nicht!“ Er meint, Kinder machen nur eine Beziehung kaputt! Er hatte sogar gesagt, wenn ich schwanger werden würde, wäre er für eine Abtreibung. Das hat mir sehr weh getan, wir hatten daraufhin eine richtig miese Zeit, natürlich wollte ich nicht mehr zusammenziehen, bekam Depressionen, ging zum Psychotherapeuten, aber geliebt habe ich ihn noch.

    Langsam ging es wieder aufwärts, mit mir und auch mit der Beziehung und eine lange Zeit war alles o.k. und lief in geordneten Bahnen. Vom Zusammenziehen war keine Rede mehr. Aber in der letzten Zeit steuere ich auf eine Midlifekrise zu. Soll ich immer so weiter machen? Immer mit der Reisetasche in der Hand und kein richtiges Zuhause, keinen Mann an der Seite, immer alles allein machen und entscheiden? Hinzu kommt, dass die Kinder (mittlerweile in der Pubertät) sich nicht mehr verstehen, was dazu geführt hat, dass mein Sohn unter der Woche nicht mehr hinfahren will, so dass wir uns jetzt nur noch am Wochenende sehen. Jeder lebt unter der Woche sein eigenes Leben, wir telefonieren mal, aber eher selten. Natürlich habe ich ihm schon gesagt wie unzufrieden ich mit der Situation bin, und dass es wohl nicht sein kann, dass ich immer hinfahre, woraufhin er auch sagte, dass wäre nur Bequemlichkeit und er würde sich bessern. Aber wenn ich meinen Freund nicht ausdrücklich einlade, von sich aus kommt er nicht.

    Für ihn scheint es kein Problem zu sein, wenn wir uns nur am Wochenende sehen oder er ruft an und fragt, ob ich nicht schon eher kommen kann. Ich finde, von seiner Seite ist zu wenig Engagement da und ich glaube, er liebt mich nicht, obwohl er es sagt. Es ist ja nicht so, dass ich immer Händchen halten will, ich habe auch noch andere Sachen zu tun, aber mich beschleicht das Gefühl, das ihm nicht wirklich etwas an mir liegt. Ich will ja gar nicht mit ihm zusammenziehen, aber ich finde, er zieht nur sein Ding durch und wie es mir geht ist ihm ziemlich egal. Ich weiß nicht mehr, ob ich ihn noch liebe und wie das alles weitergehen soll, ich weiß nur, dass ich so total unglücklich bin, ich hätte eben gerne einen Mann, der sich um mich kümmert und für mich da ist, es muss ja gar nicht jeden Tag sein, aber eine Wochenendbeziehung ist mir zu wenig. Ich freue mich auf Eure Antworten!

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    AW: Ist das noch Liebe oder nur Gewohnheit?

    Hi,

    ich habe genauso eine Situation, wie du. 3,5 Jahre die WE-Beziehung und keine Aussichten auf das Zusammenziehen.
    Ich war auch sehr unglücklich, hatte Depressionen. Jetzt aber habe ich eine andere Strategie ausgewählt:
    also habe ich angefangen, nur für mich und für meinen Sohn zu leben:
    1. Mein Freund kommt seit ca. 2 Monaten am WE zu mir.
    2. Ich „bekoche“ ihn nicht mehr.
    3. Wenn ich am WE etwas anderes vorhabe, muss er warten. Er ist nicht mehr das Mittelpunkt meines Lebensund ich fühle mich bestens! Vielleicht versuchst du auch so, dann siehst du, ob er
    wirklich zu dir steht. Ihm ist zur Zeit einfach zu bequem.

    Lieben Gruß
    sara-dora

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    AW: Ist das noch Liebe oder nur Gewohnheit?

    Hi, Sara-Dora,

    vielleicht magst Du mal einen Beitrag "Kehrtwende in Sachen Zukunft" von mir lesen (leider weiß ich nicht, wie man den verlinkt...) - mir ging es nämlich ähnlich wie Dir.

    Und was ist seitdem passiert? Er wohnt seit 2 Monaten bei mir, fühlt sich pudelwohl, vermisst sein altes Leben und seine Wohnung nicht und es ist so, als ob es nie anders gewesen sei. Harmonisch und seeehr schön.

    Also, lass den Kopf nicht hängen!
    Bevor Du einen Riesen fürchtest,
    schau nach, ob es nicht der Schatten
    eines Zwerges ist!

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    AW: Ist das noch Liebe oder nur Gewohnheit?

    Hi shalimar und vielen Dank für deine Tipps!
    Ich habe deinen Beitrag "Kehrtwende in Sachen Zukunft" gelesen
    und freue mich für dich!
    Zur meiner Situation: ich bin seit 3,5 Jahren mit meinem WE-Freund zusammen. Erste zwei Jahre bin ich am WE zu ihm gefahren, jetzt kommt er meistens zu mir. Manchmal kommt er Freitagabend, fährt am Samstag nach dem Frühstück nach Hause, kommt dann Samstagabend wieder und bleibt bis Sonntag. Er wohnt in einem Dorf ca. 25 km weg
    von mir mit seiner Tochter (24) und seinem Sohn (22) zusammen, die noch zur Schule gehen und danach studieren wollen. Sie haben schon
    einige Ausbildungen abgebrochen und suchen sich noch.
    Die Tochter möchte Schauspielerin oder Psychologin werden und sehr verwöhnt. Sie hat noch nie gearbeitet. Der Sohn hat am WE 10 bis 20 Kumpel im Hause, dann gehen sie in die Disko.
    Mein Freund hat immer viel zu tun: entweder seine Arbeit oder sein Haushalt oder er muß den Kindern mit dem Auto o.ä. helfen.

    Zusammenziehen oder heiraten möchte er nicht und so entwickelt sich unsere Beziehung nur sehr lahm.
    Er weiß, dass ich nicht besonderes glücklich damit bin und er kann nicht anderes. Zu ihm kann ich auch nicht ziehen, weil da noch seine Kinder wohnen und mein Sohn (14 Jahre alt) möchte dorthin auch nicht.

    Wir waren schon ein paar Mal in Urlaub zusammen, aber immer nur 4-5
    Tagen, weil er keine Zeit hat.
    Erste Zeit habe ich mir viel Mühe gegeben, sein das Haus geputzt, gekocht, gebügelt. Jetzt mache ich das nicht mehr. Er kommt am WE zu mir. Aber wie kann ich ihn bewegen, dass wir zusammenziehen?
    Ich habe ihn sehr lieb und möchte ihn öfter sehen. Er sagte, er kann in der Wohnung nicht wohnen. Er braucht „Rasen“ und ist ein „Dorf“-Mensch. Zu ihm kann ich auch nicht ziehen, wir haben dort keinen Platz.
    Etwas zusammen erwerben, möchte er nicht. Er sagt: warte so lange bis alle Kinder selbständig sind. Aber das ist noch 10 Jahre und seine Tochter wird nie selbstständig! Ihr Freund und auch die Freundin des Sohnes übernachten immer dort. Der Vater arbeitet 60 Std. in der
    Woche, damit die Kinder ein schönes Leben führen können.
    Er hat Angst, wenn er Kinder anderes behandelt, dann werden sie sauer und vielleicht werden ihn verlassen. Die Kinder haben keinen Kontakt zu Mutter. Sie ist vor 9 Jahren abgehauen und niemand
    weiß, wo sie ist.
    Was soll ich machen? Wie kann ich etwas bewegen, dass
    mein Freund weniger arbeitet und dass wir näher zueinander
    kommen?

    LG
    sara-dora

  5. Inaktiver User

    AW: Ist das noch Liebe oder nur Gewohnheit?

    Hallo Marianne - hallo Sara-Dora,

    bei Euch beiden sehe ich keine glückliche Zukunft...Ihr seid beide zu Recht unglücklich.

    Es sieht bei beiden nicht so aus, als ob sich die Männer wirklich zu euch bekennen und etwas für eine gemeinsame Zukunft tun.

    Vermutlich werdet Ihr sogar noch unglücklicher...

    Entweder Ihr versucht ein eigenes Leben so zu leben, dass der Mann merkt, dass Ihr abspringen könntet - mal sehen, welche Reaktionen dann von den Männern kommen...oder Ihr denkt doch gleich darüber nach, sich neu zu orientieren.
    Klingt hart - ja - ich weiss. Ich habe allerdings auch einige Erfahrungen und ich kann Euch sagen, dass es durchaus Männer gibt, die sich für ein Leben mit einer neuen Partnerin entscheiden können - mit allem wenn und aber !

    Ihr habt schon sehr, sehr viel Zeit und Energie in Eure Beziehungen investiert - es kommt einfach viel zu wenig zurück.

    Wollt Ihr wirklich so weiter machen?

    Ganz liebe Grüße
    webixi

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