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  1. Avatar von Novemberwind
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    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Es gibt nun mal verschiedene Realitäten.

    Eine ambulante Behandlung mit stärkendem sozialen Umfeld kann so gut sein wie ein stationärer Aufenthalt. Wem ein gutes soziales Netz fehlt, für den ist letzteres sicher besser.

    Ich sagte nicht, dass es eine Schmach wäre, in dei Klinik zu gehen, aber ich weiß, dass sich dort Menschen oft sehr ausgeliefert fühlen. Dass auch schon mal "vergessen" wurde, Patienten um ihr Einverständnis zur Medigabe zu fragen.

    In der Klinik bist Du ein Patient, im gewohnten Umfeld bist Du ein Mensch.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    La esperanza muere al final.

  2. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Ich denke, das ist keine Frage des sozialen Umfeldes, sondern der Schwere der Erkrankung.

    Suizidgefährdete gehören meines Erachtens immer in die Klinik. Auch dann, wenn sie - wie weiter oben angesprochen - mit ihrer Suiziddrohung nur "Aufmerksamkeit" erregen wollen. In diesem Fall führt ein Klinikaufenthalt vielleicht zu der Erkenntnis, dass es andere Arten gibt, Aufmerksamkeit zu bekommen und mit solchen Aussagen vorsichtiger umzugehen - im Interesse derer, die wirklich ernsthaft gefährdet sind.

  3. Avatar von Novemberwind
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    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Wie viel Erfahrung hast Du denn mit Menschen, die suizidgefährt sind, und Menschen, die das nur vorgeben, um wie Du sagst, Aufmerksamkeit zu erregen?

    golddrops hat doch auch schon betont, dass kaum ein Mensch aus lauter Jux und Dollerei mit Suizid droht, sondern dass immer etwas Ernstes dahintersteckt.

    Und doch finde ich, dass das soziale Umfeld eine wichtige Rolle spielt.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    La esperanza muere al final.

  4. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Novemberwind: Ich hatte und habe ien gutes soziales Umfeld. Trotzdem hätten sie es nicht geschafft, ich war schon sehr weit in meinen Gedanken und Vorbereitungen.

    Im Übrigen empfinde ich es weder als Schmach noch als Unzulänglichkeit meiner Person (schwaches soziales Umfeld...) noch als Unzulänglichkeit meines Freundeskreises, dass ich in eine psychiatrische Klinik gegangen bin. Wenn es Menschen ohne diese Einrichtungen schaffen: wunderbar! Aber das, was hier bei einigen (nicht bei allen) so unterschwellig rausklingt, finde ich übergriffig und abwertend. (sowohl genen Patienten, Angehörige/Freunde als auch gegenüber dem Personal, das sich zum größten Teil sehr wohl bemüht!)
    Ich persönlich würde (und kann - ein PsychKG ist wirklich sehr schwer zu erreichen) niemanden zwingen, in eine Klinik zu gehen, würde ihm/ihr aber auch meinen Grenzen aufzeigen - wie es damals mein Freundeskreis getan hat. Und natürlich bist du in der Klinik ein Patient, aber eben auch Mensch.

  5. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Zitat Zitat von Novemberwind
    Wie viel Erfahrung hast Du denn mit Menschen, die suizidgefährt sind, und Menschen, die das nur vorgeben, um wie Du sagst, Aufmerksamkeit zu erregen? golddrops hat doch auch schon betont, dass kaum ein Mensch aus lauter Jux und Dollerei mit Suizid droht, sondern dass immer etwas Ernstes dahintersteckt.
    Ich habe Erfahrung mit suizidgefährdeten Personen. Und aus dieser Erfahrung heraus glaube ich eben nicht, dass die Betroffenen damit nur Aufmerksamkeit erregen wollen (wie golddrops schrieb). Ich nehme das sehr ernst - und genau aus diesem Grund kann ich nur sagen: Freunde und Angehörige sind damit überfordert, sie können diese Verantwortung nicht tragen.
    Geändert von Inaktiver User (02.08.2008 um 21:40 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Im Übrigen empfinde ich es weder als Schmach noch als Unzulänglichkeit meiner Person (schwaches soziales Umfeld...) noch als Unzulänglichkeit meines Freundeskreises, dass ich in eine psychiatrische Klinik gegangen bin.
    Bin ganz deiner Meinung, Ellipell.
    Auch für Freunde und Angehörige ist es eine riesige Entlastung, wenn die Patienten einsichtig sind und sich helfen lassen statt von ihrem Umfeld zu erwarten, dass es sie vor der Klinik "retten" soll, weil sie Vorurteile haben.
    In vielen Foren, in denen es um Depression oder Burn out geht, findet man verzweifelte Postings von Freunden / Angehörigen, die fix und fertig sind, weil sie sehen, dass der Betroffene Hilfe braucht, sich aber weigert, diese anzunehmen und statt dessen seine Freunde/Familie an die Belastungsgrenze treibt.

  7. AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    Suizidgefährdete gehören meines Erachtens immer in die Klinik. Auch dann, wenn sie - wie weiter oben angesprochen - mit ihrer Suiziddrohung nur "Aufmerksamkeit" erregen wollen.
    Was will denn eine Suizidandrohung anderes, als Aufmerksamkeit zu erregen?
    Ist es verwerflich, Aufmerksamkeit erregen zu wollen?
    Darf ein gesunder Mensch keine nicht therapiewürdige Schwäche einräumen, die mitmenschlich getragen werden will und soll?
    Sind psychisch destabile, situativ lebensüberforderte Menschen per se kranke Menschen, die einer "sauberen" Heilung bedürfen?
    1.) Der Unter zwischen einem Schied liegt immer oberhalb.

    2.) Das Brot lebt nicht vom Mehl allein.

    9.) Iss einen Keks.


    Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausblicken.
    (Georg Christoph Lichtenberg)

  8. AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich habe Erfahrung mit suizidgefährdeten Personen. Und aus dieser Erfahrung heraus glaube ich eben nicht, dass die Betroffenen damit nur Aufmerksamkeit erregen wollen (wie golddrops schrieb).
    Wer keine Aufmerksamkeit will, um ins Leben finden zu können, sondern sterben will, der schreibt einen Abschiedsbrief und gibt sich anschließend die Kugel.
    So sauber, dass es nicht einmal einen Lappen braucht, um
    hinterherzuwischen.
    1.) Der Unter zwischen einem Schied liegt immer oberhalb.

    2.) Das Brot lebt nicht vom Mehl allein.

    9.) Iss einen Keks.


    Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausblicken.
    (Georg Christoph Lichtenberg)

  9. Avatar von Novemberwind
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    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Richtig. Die anderen schreien (leise) nach Hilfe. Im übrigen muss Mensch ja bei Suizidgedanken nicht automatisch krank ( sprich "verrückt") sein und geheilt werden müssen.

    Golddrops hats getroffen. Sie verwendet den Ausdrück "situativ lebensüberfordert" , was ich sehr stimmig finde.

    Mir ging es so: alles war eigentlich gut und richtig- Kind, Wohnung, Arbeit, Freunde, Gesundheit....nur die Beziehung zum Mann nicht. Der war dann auch am schnellsten überfordert und wollte alles abgeben. Die blieben, waren Freunde und die Schwester. Und auf deren Anraten hin habe ich dann Hilfe gesucht, nicht auf das Drängen vom Ex, der sich einfach nicht auf seelische Fragen einlassen wollte- es hätte ja sein können, dass dann auch bei ihm was in Bewegung kommt! na, Hilfe!

    Im Nachhinein betrachtet war er der Hilfebedürftigere von uns zweien. Mir gehts gut und ich entwickle mich. Er ist noch da, in all seinen Verstrickungen, wie er`s damals war. aber das ist ein anderes Thema, bitte um Entschuldigung.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    La esperanza muere al final.

  10. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Zitat Zitat von Golddrops
    Was will denn eine Suizidandrohung anderes, als Aufmerksamkeit zu erregen?
    Ist es verwerflich, Aufmerksamkeit erregen zu wollen?
    Darf ein gesunder Mensch keine nicht therapiewürdige Schwäche einräumen, die mitmenschlich getragen werden will und soll?
    Sind psychisch destabile, situativ lebensüberforderte Menschen per se kranke Menschen, die einer "sauberen" Heilung bedürfen?
    Ich finde es interessant, Golddrops, wie du mein Hauptargument - dass die Angehörigen und Freunde damit überfordert sind - immer umgehst, indem du die Frage theoretisierst.

    Du forderst "mitmenschliches Tragen" ein, bestimmst auch genau, wer das machen muss - keine Profis, sondern Freunde und Angehörige - und verschwendest offenbar keinen Gedanken daran, ob diese das auch leisten können und wie es ihnen damit geht. Sie haben das einfach zu bringen - wenn nicht, sind sie keine Freunde oder gar "Verräter".

    Zitat Zitat von Novemberwind
    Richtig. Die anderen schreien (leise) nach Hilfe. Im übrigen muss Mensch ja bei Suizidgedanken nicht automatisch krank ( sprich "verrückt") sein und geheilt werden müssen.
    Ich staune immer wieder über die Vorurteile und Klischees der Betroffenen hier. ("verrückt", "Klapse")

    Zitat Zitat von Novemberwind
    Mir ging es so: alles war eigentlich gut und richtig- Kind, Wohnung, Arbeit, Freunde, Gesundheit....nur die Beziehung zum Mann nicht. Der war dann auch am schnellsten überfordert und wollte alles abgeben. Die blieben, waren Freunde und die Schwester. Und auf deren Anraten hin habe ich dann Hilfe gesucht, nicht auf das Drängen vom Ex, der sich einfach nicht auf seelische Fragen einlassen wollte- es hätte ja sein können, dass dann auch bei ihm was in Bewegung kommt! na, Hilfe!
    Du hast erwartet, dass ausgerechnet der, zu dem du Beziehung als "nicht richtig" beschreibst, genügend Abstand zum Thema hat, dass er das Ganze wieder ins Lot bringen kann? Logisch, dass Freunde und Schwester einen besseren Aussenblick hatten.

    Mein Eindruck in diesem Strang ist, dass viele Betroffene eine enorme Erwartungshaltung gegenüber ihrem Umfeld aufbauen und keinen Gedanken daran verschwenden, wie es den anderen, an die diese hohen Forderungen gestellt werden, dabei geht. Dieser Mangel an Empathie hat sicher viel mit der Krankheit zu tun - aber die Angehörigen haben auch das Recht, sich davor zu schützen, wenn sie sich überfordert fühlen.

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