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  1. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Zitat Zitat von Golddrops
    Intensive Begleitung und Betreuung von nahestehenden Personen, die nicht sofort selbst nach Hilfe schreien, halte ich für nottuend und selbstverständlich.
    Ist dir klar, was du da von anderen verlangst? Die nahestehenden Personen, von denen überhaupt nicht klar ist, wie stabil sie selbst sind und die weder Erfahrung noch eine fachliche Ausbildung haben, sollen die Verantwortung für einen Suizidgefährdeten übernehmen und dürfen dabei auch nicht gleich selbst um Hilfe schreien?

    Das ist weder selbstverständlich noch zu verantworten. Wenn du Pech hast, destabilisierst du damit die Betreuungspersonen so sehr, dass sie selbst in eine Depression rutschen. Wie willst du denn entscheiden, wann die situative Überforderung des Selbstmorderwägenden zu einer Überforderung der zur Hilfe gerufenen Freunde wird?

    Es ist für Angehörige und Freunde immer eine Mitbelastung, eine depressive und suizidgefährdete Person mit zu tragen. Wirklich schlimm wird es aber für sie dann, wenn die betreffende Person keine Krankheitseinsicht hat, sich nicht fachlich helfen lassen will und von den Freunden verlangt, die Verantwortung für sie zu übernehmen. Das ist absolut unverantwortlich und entbehrt jeglicher Empathie.

  2. AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ist dir klar, was du da von anderen verlangst? Die nahestehenden Personen, von denen überhaupt nicht klar ist, wie stabil sie selbst sind und die weder Erfahrung noch eine fachliche Ausbildung haben, sollen die Verantwortung für einen Suizidgefährdeten übernehmen und dürfen dabei auch nicht gleich selbst um Hilfe schreien?
    Wir schreiben ein wenig aneinander vorbei.

    Erstbetreuung und Krisenintervention durch Angehörige kann, sollte und muss nicht das "leisten", was eine überwachende, medizinische Betreuung leisten kann, soll und muss.
    Die Belastung der Angehörigen ist mitunter deshalb so gravierend, weil sie sich hilflos fühlen und - verständlicherweise - dankbar sind, wenn sie einen Tyl der Verantwortung, die sie im Akutfall für das Leben des Suiziderwägenden übernehmen zu müssen glauben.

    Theoretisch betrachtet ist eine Inanspruchnahme ergänzender Unterstützung diverser Kriseninterventionsdienste eine prima Maßnahme, aber es ist leider vielfach traurige Realität, dass aufgrund mangelhafter Professionalität der Profis Verantwortung nicht mitübernommen, sondern schlicht weitergereicht wird -
    bedauerlicherweise in vielen Fällen an Klinikpersonal, dessen sensibler, qualifizierter Betreuungplan medikamentöse Ruhigstellung und andere Maßnahmen vorsieht, die den Suiziderwägenden zutiefst verängstigen und verstören können.

    Ich denke, es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es keine wirklich qualifizierte Antwort auf die Fragen gibt, die einen am Leben verzweifelnden Menschen umtreiben.
    Gäbe es die, müssten wir hier nicht diskutieren.

    Das Äußern von Selbstmordgedanken ist ein Hilfeschrei, der zuerst einmal mit freundschaftlicher, menschlicher Zuwendung beantwortet werden sollte.
    Mit Beistand, mit Zuhören, mit Antylnahme.
    Ein Selbstmorderwägender verlangt keine prompte Patentlösung für seine Probleme, sondern Aufmerksamkeit.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen:
    Es liegen Welten zwischen dem Erwähnen von Suizidgedanken und einer klaren, unmissverständlichen Suizidandrohung.
    Ein "Ich-schneide-mir-jetzt-die-Pulsadern-auf" erfordert ein anderes, ein rigoroseres Handeln als die Äußerung, nicht mehr leben zu wollen.

    Wenn die Frage gestellt wird, wie man einem Freund begegnen soll, der Suizidgedanken äußert und die pauschale Antwort "Klapse" lautet, finde ich das höchst alarmierend.

    Das ist weder selbstverständlich noch zu verantworten. Wenn du Pech hast, destabilisierst du damit die Betreuungspersonen so sehr, dass sie selbst in eine Depression rutschen.
    Ich gehe davon aus, du beziehst dich auf eine langfristige Betreuung eines an Depressionen leidenden Suizidgefährdeten.
    In einem solchen Fall ist ein Freund überfordert und Hilfe kann nur noch über eine Fremdinstanz geleistet werden.


    Wie willst du denn entscheiden, wann die situative Überforderung des Selbstmorderwägenden zu einer Überforderung der zur Hilfe gerufenen Freunde wird?
    Ich will das gar nicht entscheiden, sondern deutlich machen, dass Sensibilisierung und ein differenzierter Umgang mit dem Thema Selbstmord ein dringendes Erfordernis sind.

    Es ist für Angehörige und Freunde immer eine Mitbelastung, eine depressive und suizidgefährdete Person mit zu tragen. Wirklich schlimm wird es aber für sie dann, wenn die betreffende Person keine Krankheitseinsicht hat, sich nicht fachlich helfen lassen will und von den Freunden verlangt, die Verantwortung für sie zu übernehmen. Das ist absolut unverantwortlich und entbehrt jeglicher Empathie.
    Du hast Recht.
    Wenn man als Freund und Angehöriger merkt, dass sämtliche Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen nicht erfolgreich sind, ist unbedingt "fachliche" Einbeziehung anzuraten.
    Wenn alle zur Verfügung stehenden Mittel, einem Freund oder Angehörigen in einer Lebenskrise beizustehen, ausgeschöpft sind, sollte man nicht zögern, auf professionelle Angebote hinzuweisen und auch ganz deutlich zu formulieren, dass man überfordert ist.

    Im Übrigen ist es absurd, Krankheitseinsicht vom Betroffenen zu fordern. Weder der kranke noch der gesunde Mensch ist zu dieser Einsicht fähig.
    Auch hier gilt es zu differenzieren: Ein Mensch, der eine Lebenskrise über längere Zeit nicht zu bewältigen lernt, ist nicht zwangsläufig krank.
    Den meisten Menschen widerstrebt es, die eigene, nachhaltige Hilflosigkeit einzuräumen und sich eingestehen zu müssen, sich nicht am eigenen Kopf aus dem Sumpf ziehen zu können.

    Umgekehrt ziehen hundert starke Helfershände niemanden dauerhaft aus dem Sumpf, der sich dagegen wehrt.
    Ich denke, es ist überaus wirksam und effektiv, den in der Krise versumpfenden Menschen zu stabilisieren, indem man eben nicht seine Hilfsbedürftigkeit und die eigene Überforderung in den Vordergrund stellt und ihn bezwingt, sondern bestärkend auf ihn (ein)wirkt.

    Ein wirklich guter Freund hat einmal - bezugnehmend auf das Sumpfbild - zu mir gesagt:
    Ich lasse deine Hand nicht los und lege sie in fremde Hand. Aber du hast noch eine andere Hand, die frei ist, nach dem starken Arm eines Menschen zu greifen, der darauf trainiert wurde, dabei zu helfen, jemanden aus dem Sumpf zu ziehen.

    Der Satz war sehr hilfreich, denn er hat mir bewusst gemacht, wie überaus tröstlich, motivierend und stärkend die Einsicht in Gesundungsmöglichkeit(en) ist, wenn es ein solches Kräftedreieck gibt.
    1.) Der Unter zwischen einem Schied liegt immer oberhalb.

    2.) Das Brot lebt nicht vom Mehl allein.

    9.) Iss einen Keks.


    Ein Buch ist wie ein Spiegel: Wenn ein Affe hineinschaut, kann kein Apostel herausblicken.
    (Georg Christoph Lichtenberg)

  3. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Zitat Zitat von Golddrops
    Theoretisch betrachtet ist eine Inanspruchnahme ergänzender Unterstützung diverser Kriseninterventionsdienste eine prima Maßnahme, aber es ist leider vielfach traurige Realität, dass aufgrund mangelhafter Professionalität der Profis Verantwortung nicht mitübernommen, sondern schlicht weitergereicht wird -
    bedauerlicherweise in vielen Fällen an Klinikpersonal, dessen sensibler, qualifizierter Betreuungplan medikamentöse Ruhigstellung und andere Maßnahmen vorsieht, die den Suiziderwägenden zutiefst verängstigen und verstören können.
    Du scheinst davon auszugehen, dass nicht geschulte Angehörige oder Freunde nur auf Grund ihrer Solidarität das leisten können, was geschultes Personal nicht kann? Noch dazu ohne tiefergehende Kenntnisse der Krankheit?
    Zitat Zitat von Golddrops
    Das Äußern von Selbstmordgedanken ist ein Hilfeschrei, der zuerst einmal mit freundschaftlicher, menschlicher Zuwendung beantwortet werden sollte.
    Mit Beistand, mit Zuhören, mit Antylnahme.
    In einem deiner letzten Postings hast du geschrieben
    Zitat Zitat von Golddrops
    Eine Selbstmordandrohung ist niemals der Versuch, "mal ein bisschen Dramatik" in eine Situation zu bringen.
    Eine Dramatik, die zur Dramatisierung reicht, ist immer und unbedingt ernst zu nehmen.
    Niemand kündigt einen Selbstmord aus Spaß an.
    Woher sollen die Freunde/Angehörigen wissen, wie ernst es ist?
    Zitat Zitat von Golddrops
    Ein Selbstmorderwägender verlangt keine prompte Patentlösung für seine Probleme, sondern Aufmerksamkeit.
    Damit wir uns nicht falsch verstehen:
    Es liegen Welten zwischen dem Erwähnen von Suizidgedanken und einer klaren, unmissverständlichen Suizidandrohung.
    Ein "Ich-schneide-mir-jetzt-die-Pulsadern-auf" erfordert ein anderes, ein rigoroseres Handeln als die Äußerung, nicht mehr leben zu wollen.
    Das dürfte von Fall zu Fall verschieden sein. Jemand, der Selbstmordgedanken äußert, um "Aufmerksamkeit" zu bekommen, tickt ganz anders als einer, der in seiner ganzen Art zurückhaltender ist, seine Suizidabsichten aber tatsächlich ernst meint, weil die Depression schon zu weit fortgeschritten ist.
    Zitat Zitat von Golddrops
    Wenn die Frage gestellt wird, wie man einem Freund begegnen soll, der Suizidgedanken äußert und die pauschale Antwort "Klapse" lautet, finde ich das höchst alarmierend.
    Ich teile deine Vorurteile gegenüber psychiatrischen Kliniken nicht. "Klapse" ist ein unangebrachter, abwertender Ausdruck.
    Zitat Zitat von Golddrops
    Ich will das gar nicht entscheiden, sondern deutlich machen, dass Sensibilisierung und ein differenzierter Umgang mit dem Thema Selbstmord ein dringendes Erfordernis sind.
    Das ist sicher richtig.
    Zitat Zitat von Golddrops
    Wenn alle zur Verfügung stehenden Mittel, einem Freund oder Angehörigen in einer Lebenskrise beizustehen, ausgeschöpft sind, sollte man nicht zögern, auf professionelle Angebote hinzuweisen und auch ganz deutlich zu formulieren, dass man überfordert ist.
    Das ist für mich dann der Fall, wenn jemand Suizidabsichten äußert, da ich nicht davon ausgehe, dass das nur ein Trick ist, um "Aufmerksamkeit" zu fordern.
    Zitat Zitat von Golddrops
    Im Übrigen ist es absurd, Krankheitseinsicht vom Betroffenen zu fordern.
    Eben deswegen halte ich die Forderung, Freunde und Angehörige müssten einen "retten", weil man nicht in eine Klinik will, für absurd.
    Zitat Zitat von Golddrops
    Auch hier gilt es zu differenzieren: Ein Mensch, der eine Lebenskrise über längere Zeit nicht zu bewältigen lernt, ist nicht zwangsläufig krank.
    Dann wird er auch keine Suizidabsichten äußern.
    Zitat Zitat von Golddrops
    Den meisten Menschen widerstrebt es, die eigene, nachhaltige Hilflosigkeit einzuräumen und sich eingestehen zu müssen, sich nicht am eigenen Kopf aus dem Sumpf ziehen zu können.
    Deswegen sollten sie soviel Einsicht entwickeln, dass sie sich von Profis helfen lassen
    Zitat Zitat von Golddrops
    Umgekehrt ziehen hundert starke Helfershände niemanden dauerhaft aus dem Sumpf, der sich dagegen wehrt.
    Das ist sicher richtig, heißt im Umkehrschluss aber keineswegs, dass der Kranke durch Freunde aus dem Sumpf gezogen werden kann. Es besteht vielmehr die Gefahr, dass er diese mit in den Sumpf zieht.
    Zitat Zitat von Golddrops
    Ich denke, es ist überaus wirksam und effektiv, den in der Krise versumpfenden Menschen zu stabilisieren, indem man eben nicht seine Hilfsbedürftigkeit und die eigene Überforderung in den Vordergrund stellt und ihn bezwingt, sondern bestärkend auf ihn (ein)wirkt.
    Ja. Die Gefahr der eigenen Überforderung dürfte bei Freunden und Angehörigen allerdings um einiges größer sein, da sie weder die fachlichen Kenntnisse noch den nötigen persönlichen Abstand zum Kranken haben.
    Zitat Zitat von Golddrops
    Ein wirklich guter Freund hat einmal - bezugnehmend auf das Sumpfbild - zu mir gesagt:
    Ich lasse deine Hand nicht los und lege sie in fremde Hand. Aber du hast noch eine andere Hand, die frei ist, nach dem starken Arm eines Menschen zu greifen, der darauf trainiert wurde, dabei zu helfen, jemanden aus dem Sumpf zu ziehen.
    Ja, mit Betonung auf "der darauf trainiert wurde" - Leute, die auf Grund von Fachkenntnissen und Supervision imstande sind, die eigene Überforderung zu vermeiden. Da die meisten Angehörigen und Freunde in ihrer Helferrolle allein gelassen werden, können sie den Kranken nur begleiten, sie können und sollen keine Co-Therapeuten sein.

  4. Avatar von Novemberwind
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    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    He, astraia, stell dir doch bitte mal drei Minuten lang vor, dir ginge es ganz schlecht und du wüsstest nicht mehr, wie Du weiter leben kannst. Keine Idee, keine Zukunft, alles tiefgrau, großes Gefühl von Verlassenheit.
    Und nun die Optionen: a) eine gute Freundin setzt sich an Dein Bett, aus dem Du ja nicht mehr rauskommst, hält Deine Hand, wenn sie darf, ist einfach da, verlangt nichts von Dir. Wenn Freundin gehn muss, denn sie hat ja eine Famile, eine Arbeit, versichert sie Dir, dass gleich Freund Nr. 2 kommen wird. Und der kommt auch. Du spürst, du bist angenommen, egal wie Sch...e alles ist mit Dir.
    option B): Freundin sagt, ich weiß auch nicht, ich ruf jetzt die Klinik an, bestsenfalls fährt sie Dich hin, Du findest Dich beim Aufnahmegespräch wieder, die Türen schließen sich hinter Dir, Freundin steht draußen, du fühlst Dich verraten und verkauft.

    Beides sind keine Märchen, sondern Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis und von mir.

    Ich bin sehr glücklich, dass meine Freunde option 1 mit mir durchgehalten haben, und sie musten dazu keine Fachleute sein.
    Diese Freunde werde ich in diesem Leben nie vergessen.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    La esperanza muere al final.

  5. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Hallo Novemberwind,

    stell dir mal folgende Situation vor: du bist eine Freundin / Angehörige.
    Jemand sagt zu dir: es hat alles keinen Sinn mehr, ich möchte nicht mehr leben.
    Option 1: du bist der Meinung, das geht vorbei, redest dem/der Betroffenen gut zu, er/sie erholt sich wieder, ist dir dankbar.
    Option 2: du bist der Meinung, das geht vorbei, redest dem/der Betroffenen gut zu, er/sie fühlt sich nicht ernst genommen und begeht Suizid.
    Tot. Mausetot. Und du hast nie wieder die Möglichkeit, deinen Fehler zu korrigieren. Wenn du Glück hast, kannst du damit leben. Wenn nicht, bist du die nächste Patientin, hinter der sich die Türen schließen.

    Kann jemand vorhersagen, welche Option eintritt?

  6. Avatar von Novemberwind
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    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Wir verstehen einander falsch.

    Ich habe nichts von "gut zureden" gesagt. Ich habe von Angenommen sein, von Geborgenheit gesprochen. Gut zureden wäre kontraindiziert. das hat nichts mit Ernst nehmen zu tun. Das wäre wie dieses: Ein Kind fällt hin, weint, du hebst es auf und sagst: Tut doch gar nicht weh: wie fühlt sich das Kind- ernstgenommen??

    Vielleicht kann es einfach nicht jeder. Ich selbst war schon in der Situation, Betroffene und Freundin zu sein und habe es beide male nicht bereut, es gemeinam durchgestanden zu haben.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    La esperanza muere al final.

  7. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Wer sagt denn, dass eine Einwesung in eine Klinik verhindert, dass Freunde sich weiter kümmern? diese Logik ist mir nicht ganz klar.
    Ich bin auf Anraten von meinen Freunden in eine Klinik gegangen. Damit ich nicht am Freitag nachmittag eingeliefert werde, haben sie mich ein Wochenende lang rund um die Uhr betreut - und ich möchte behaupten, das war schon sehr anstrengend.
    Am Montag haben sie mich (zu viert) sowohl zum Arzt, als auch in die Klinik begleitet. Sie haben mich regelmäßig besucht. Im Anschluss haben sie mir geholfen, die ersten Schritte zurück "ins Leben" zu machen. Ich werde meinen Freunden das nie vergessen.
    Der Aufenthalt in der Klinik war angemessen und ganz bestimmt kein Spaziergang - eher das Gegenteil. Aber die Übernahmen einer solch großen Verantwortung hätte mein Umfeld NIEMALS leisten können und ich hätte es ihnen auch nicht zumuten wollen. (Tja, und die waren sogar vom "Fach")
    Meine Erfahrungen in einer geschlossenen Station (ich war freiwillig dort) sind die: Es ist gut, für eine Weile die Verantwortung abgeben zu können, vor allem, wenn die Leute, denen man sie gibt, professionell genug sind, sie einem schrittweise wieder zu geben. Ich stelle mir das innerhalb eines Freundeskreises sehr schwierig vor.
    Das sind meine Erfahrungen und meine Rückschlüsse - ich denke, die sind, wie immer im Leben durchaus sehr unterschiedlich von Person zu Person.

  8. Avatar von Novemberwind
    Registriert seit
    14.12.2007
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    1.312

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Das ist richtig und ich will auch gar nicht starr und fest auf meinem Standpunkt beharren.
    Wir hatten uns in meinem eigenen Fall dafür "entschieden" zu Hause zu bleiben, ua. weil da noch mein Kind war...

    ...Was mir auch zusätzlich Halt gegeben hat.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    La esperanza muere al final.

  9. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    @Novemberwind,

    schade, dass du nicht auf mein Argument eingegangen bist - dass Angehörige die Situation nicht abschätzen können und mit einer solch gravierenden Verantwortung wie Suizidgefahr überfordert und ihrerseits gefährdet sind.

    Statt dessen machst du dich an Formulierungen fest
    Zitat Zitat von Novemberwind
    Ich habe nichts von "gut zureden" gesagt. Ich habe von Angenommen sein, von Geborgenheit gesprochen.
    Ob das nun reden ist oder angenommen sein: in beiden Fällen geht es darum, dass der Betroffene an einer Krankheit leidet, die man als Laie weder aus Erfahrung nachvollziehen noch richtig einschätzen kann. Das können vielleicht Leute, die schon sehr lange mit Kranken zusammen leben, aber auch dann besteht noch immer das Risiko einer Fehleinschätzung.

    Im Gegensatz zu einem gebrochenen Bein oder einer Infektionskrankheit kann man als FreundIn, Angehörige etc. die Situation nicht wirklich einschätzen. Ginge es nur um Befindlichkeitsstörungen, wäre das kein Problem. Aber wenn es um Suizidgefahr geht, sind Freunde und Angehörige überfordert.
    Geändert von Inaktiver User (02.08.2008 um 13:31 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Meine Freundin hat Depressionen und Selbstmordgedanken

    Sehe ich genauso, Ellipell. Ich habe es als Angehörige bei meinem Partner auch so erlebt. Es hat ihm sehr gut getan, eine Weile aus allem raus und völlig abgeschottet zu sein. Das hätte ich niemals leisten können.

    Natürlich ist die Untestützung durch Freunde und Angehörige sehr wichtig. Aber sie kann eine medizinische Betreuung nur begleiten und nicht ersetzen. Freunde und Angehörige haben keinen Abstand zum Erkrankten und deswegen auch nicht die nötige Außenperspektive, um die Krankheit richtig einschätzen zu können. Und sie müssen ja auch ihr gewohntes Leben weiter führen, ihrem Beruf nachgehen etc. Aber sie können dem Erkrankten ein stabiles Umfeld bieten, das ihm hilft, wieder ins normale Leben zurück zu kommen.

    Von Freunden/Angehörigen zu verlangen, sie sollten einem Kranken die Schmach der "Klapse" ersparen (wie es weiter oben anklang), geht völlig an der Realität vorbei.

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