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    Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Ich war lange nicht mehr hier, stolz darauf, seit 2019 keine Antidepressiva mehr zu nehmen, Job war alles okay.
    Was ich nicht gemerkt habe: Dass ich mein eigenes Leben verloren habe, da ich mich täglich um meine Eltern kümmere (PG3) Familienmanager sozusagen. Die letzten Wochen habe ich zunehmend an Lebensmut verloren, zudem auch noch Menschen um mich gestorben sind, sog. "Freunde" sich zurück gezogen haben, sogar ein "Ghosting" war dabei. Einer meiner liebsten Menschen um mich ist schwer krebs krank, ich weiß nicht, wie sich das noch entwickeln wird, die Ungewissheit schwebt stets über uns.

    Ich habe versucht, mir Hilfe zu holen, aber immer wenn ich jemanden brauchte - niemand da (Urlaub, andere Termine etc.).
    Im Job habe ich die Stundenanzahl reduziert, um alles besser in den Griff zu bekommen, mehr Zeit für mich - klappte nicht wirklich. Letztes Jahr Angststörungen, keinen Therapeuten gefunden - habe dann privat Hypnose bezahlt, damit habe ich mich wieder in den Griff bekommen.

    Mein Lichtblick war immer mein kleiner Hund, der irgendwie immer das Beste aus seiner Situation gemacht hat, eine kleine fröhliche Type mit dennoch schweren Erkrankungen. Es gab auch hier zunehmend Situationen, die mich an den Rand der Verzweiflung gebracht haben.
    Letzte Woche aber war eine Nacht so schlimm, dass ich dachte - jetzt war es das. Es ging ihm schlecht und ich habe an mir gemerkt, dass ich nicht mehr in der Lage war, Entscheidungen zu treffen. Seit letztem Sonntag heule ich nur noch, kann gar nicht mehr aufhören. Dem Hund geht es mittlerweile besser als mir, auch wenn die Zeit mit ihm nur noch kurz und auch intensiv in Pflege und Liebe sein wird. Zum gleichen Zeitpunkt haben wir erfahren, dass langjährige Nachbarn weg ziehen, ohne es uns gesagt zu haben. Sie hat mir bei Gelegenheit helfen können, meine Mutter zu spritzen, wenn ich einmal nicht da war oder später kam.

    Seit letzter Woche geht nichts mehr. Ich kann nicht arbeiten, nicht konzentrieren, vergesse sehr viel und bekomme die Traurigkeit nicht in den Griff. Denke ständig an die Vergangenheit, schöne Tage - habe Angst vor dem, was kommt.
    Der Arzt hat mich krank geschrieben, kommende Woche habe ich erst einen Termin bei einem Facharzt für Psychatrie.
    Ein wenig behelfe ich mich mit Bachblütentropfen, australischen Buschblüten, ich halte es fast nicht aus, aber ich will meine Familie nicht im Stich lassen. Trotz eigener schwieriger Situation hilft mir meine Mutter, so weit es geht, weil sie mich gut und lange kennt, wir verstehen uns gerade immer besser.

    Ich habe Angst vor Antidepressiva, da sie meinen Körper und mein Denken schon oft so beeinflusst haben, dass ich dachte: Das bin nicht ich.

    Mein nächster Versucht ist ein privates Gespräch, evtl. Caritas? Ich bekomme fast nichts zustande, wer selbst betroffen ist wird verstehen, was ich meine. Ich will in den Keller gehen, öffne die Tür und fange an zu weinen. Alles, was mir vorher ein wenig Freude gemacht hat, das ist weg. Ich versuche, den Alltag einigermaßen in der Struktur zu halten, meine kleine Fellnase braucht mich ja und ist so lieb.

    War schon einmal jemand in einer ähnlichen Situation und hat mir noch einen Tipp, wie ich da wieder raus komme ohne Klinikaufenthalt o. ä.?

    Bienie
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Hi Binie, ich erinnere mich an Dich. Du warst das mit dem Gummiband.

    Ich finde, Du kannst in Deinem Zustand nicht mehr die Eltern versorgen. Hast Du noch die Kraft, Dir Hilfe dafür zu holen? Bei einem Pflegedienst anrufen? Auch wenn sie es nicht wollen, Du bist krank! und musst Dich um Dich selber kümmern.

    Warum keine Klinik? Wegen der Fellnase oder den Eltern? Für beides gibt es Lösungen.

    Dann - hast Du schon mal über Erwerbsminderungsrente nachgedacht? Du hast eine langjährige schwere Depression, da sind die Aussichten nicht so schlecht.

    Alles Liebe und Gute Dir! Du kannst mir immer schreiben.

    Mir geht es zur Zeit auch nicht gut, aber ich sage mir immer, keine Situation ist auswegslos. Antidepressiva würde ich nie mehr nehmen, da ich einen reverse effect hatte.
    “You are the sky. Everything else- it’s just the weather.”

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Ich war selbst nie in der Situation, aber ich denke, Du musst auf jeden Fall die Versorgung Deiner Eltern auf professionelle Füße stellen. Jetzt bist erstmal Du dran.

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    ich kenne das.

    Auch wenn es vielleicht nicht ganz das Richtig ist für Dich, es gibt von der Bundeswehr eine App, moment
    CoachPTBS – Apps bei Google Play
    die auch für nicht Bundeswehrangehörige freigeschaltet ist.

    Einige Übungen (Menüpunkt "Übungen") sind echt hilfreich und könnten zumindest als quick fix die Zeit bis zum Termin erträglicher machen, andere sind vielleicht nicht so hilfreich.

    Alles Gute Dir

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    ich hatte eine antwort auf der tastatur.

    aber dein letzter satz- hat das zerbröselt.



    psychiatrische ambulanzen gibt es in sehr vielen städten. das wäre noch ein anlaufpunkt.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Psychiatrische Ambulanz wäre auch mein Stichwort - schau mal unter "Sozialpsychiatrischer Dienst", die können dich in viele unterschiedliche Richtungen beraten.
    Oder unter "Ambulante Psychiatrische Pflege", die kommen auch kurzfristig zu dir nach Hause und können sich ein entsprechendes Bild machen und dir dann weiterhelfen - sowohl bei der Organisation verschiedener Lebensbereiche (wie der Pflege deiner Eltern) als auch beim Umgang mit deiner eigenen momentanen Situation; da ist ja eine Menge zusammengekommen.

    Ich finde es toll, dass du nach Hilfe suchst! Das ist ja schon mal ein sehr wichtiger Schritt.

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Hallo Bienie,
    es tut mir leid, das es dir so schlecht geht.

    Ich möchte mich dem Gedanken anschließen, das du jetzt gerade gar nicht pflegen kannst.

    Kann es sein, das WENN du nicht mehr pflegen würdest, du dann eingingest vor schlechtem Gewissen?


    Lass das die Profis machen. Komm du zum Quatschen, Kaffeetrinken oder was immer ihr gerne zusammenmacht.
    (Ich mach da gerade die Erfahrung...)

    Therapie ist wichtig. (Bei mir wirken Antidepressiva auch nicht.)
    Versuch es weiter, und kontaktiere die psychiatrische Ambulanz. Vielleicht können die dich auf der Suche nach einem Klinikplatz und einer Therapie unterstützen?

    Ich wünsche dir alles Gute!
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Hallo Bienie,
    zunächst wünsche ich dir schnelle Hilfe und Besserung (habe selbst keine Depressionen, aber 2 Familienmitglieder).
    Es war doch schon das letzte Mal, als du hier schriebst, so dass du mit deiner Erkrankung, der deines Hundchens und der Pflege der Eltern überfordert warst. Schon da riet man dir, Hilfe anzunehmen.

    Schon für jmd Gesundes ist allein die Pflege 2er Älterer eine Riesenaufgabe. Erst recht für jemand, der selbst " angeschlagen" ist.
    Bitte übertrage diese Aufgabe an einen Pflegedienst! Auch gg den Willen der Eltern! Du musst nach dir schauen ! Etwas Anderes kann man dir nicht raten.

    Schon die Sache mit " Spritzensetzen". Das ist doch nicht deine Aufgabe.
    Was sagt der Hausarzt der Eltern?
    Für sie ist die Situation von Vorteil-oft wollen Ältere keine Änderung. Aber für dich ist das jetzt dringend.
    Hast du noch die Kraft, einen Sozialdienst anzurufen?
    Alles Gute.

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Zitat Zitat von Daphnia Beitrag anzeigen
    Schon die Sache mit " Spritzensetzen". Das ist doch nicht deine Aufgabe.
    Hab ich auch gedacht, schon gar nicht die der Nachbarin.

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Bieni bitte halte uns auf dem Laufenden, was Du zu tun gedenkst. Mache mir Sorgen. Natürlich nur, wenn Die Zeit und Erschöpfung es zulassen
    “You are the sky. Everything else- it’s just the weather.”

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