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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Hallo bienie,

    bitte ruf als "Erste Hilfe" bei der Telefonseelsorge an.

    LG Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Zitat Zitat von bienie Beitrag anzeigen
    [...]
    Ich habe Angst vor Antidepressiva, da sie meinen Körper und mein Denken schon oft so beeinflusst haben, dass ich dachte: Das bin nicht ich.

    [...]

    War schon einmal jemand in einer ähnlichen Situation und hat mir noch einen Tipp, wie ich da wieder raus komme ohne Klinikaufenthalt o. ä.?

    Bienie
    Liebe bienie,

    lass Dir bitte Mut machen - da ist in den letzten Jahren eine riesige Packung auf Deinem Rücken platziert worden. Es ist völlig normal, dass Du jetzt nach Hilfe suchst.

    Wenn Du mir antworten magst - "dass ich dachte: Das bin nicht ich. " Wie hat sich das geäußert?

    Ich nehme seit rund einem Vierteljahrhundert ADs, sie halten mich einerseits arbeitsfähig, andererseits bin ic
    h dadurch in der Lage, mich zu verhalten, wie ich wirklich bin: zugewandt, freundlich, offen, nur ohne Angst und ohne Grübeln.

    Nichtsdestotrotz weiß ich, dass ADs bei manchen Menschen nicht funktionieren.

    Liebe Bienie,

    ich habe sehr große Hochachtung vor dem Pensum, dass Du stemmst, und kann mir gleichzeitig vorstellen, dass die gesundheitliche Krise deines lieben kleinen Hundes dich völlig aus der Spur geworfen hat. Kenn ich.

    Dem, das Mendo um 13.59 über die Versorgung Deiner Eltern schrieb, kann ich mich nur leise anschließen.



    Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Nachdem ich einen langen Text geschrieben habe und das Speichern „vermasselt“, musste ich erst einmal durch atmen.

    Ich beginne neu: Zunächst ist die Spritze eine Insulinspritze und die darf ich setzen, auch die Nachbarin als Krankenschwester – das ging.

    Richtig, das Problem schleppe ich seit Jahren mit mir rum, genauer gesagt seit 2018, als ich plötzlich mit 2 Pfleglingen da stand. Damals war ich noch naiv und glaubte, ich würde das schon schaffen und Hilfe gibt es ja genug.

    Mittlerweile habe ich meine Stunden reduziert, die Beratungen von der Sozialstation sind sehr nett, aber im Grunde bleibt mir nur die Alternative des Abschiebens in ein Heim, was ich nicht möchte.
    Ich habe gesehen, was mit Menschen passiert, die mitten aus dem Leben in ein Heim geschoben werden, obwohl sie nicht körperlich und dauerhaft pflegebedürftig sind.
    So nehmen sie noch am Leben teil, auch wenn zumindest meine Mutter weiß, dass es so nicht weiter gehen kann.
    Ich arbeite weniger, der Hund bekam einen Buggy, dank Corona (ja, es gibt auch mal etwas Positives), durfte ich viel im Homeoffice arbeiten. Ich war jetzt ein Jahr lang nicht mehr krank! Dann aber kam wieder die Aufforderung zur Präsenz. Geahnt hatte ich es ja, im Juni noch einmal mit der Beratungsstelle gesprochen. Ja, dann müsse ich eben die Nachbarschaftshilfe mehr fordern. Gut, habe ich gemacht mit dem Resultat, dass diese (ist eine liebe Person, keine Frage), im Urlaub war, sonst wo – jedenfalls wenn wirklich Not am Mann oder der Frau war, war ich gekniffen.
    Ständig auf der Strasse, Hin- und Hergefahren, eingekauft, Termine vereinbart, kein Sport mehr, abends ins Bett gefallen, wo dann der Hund Randale machte (senile Hunde werden nachts gerne wach und mein Schatz fängt dann an zu husten).

    Die Arbeit macht mir im Grunde Freude, vor allem aber regelt sie meinen Alltag. Plötzlich letzten Montag ging gar nichts mehr. Ich saß vor dem Computer und habe nichts mehr verstanden. Hausarzt nicht da – zur Vertretung. Morgen ist meiner wieder da.
    Ich warte auf den Rückruf eines privaten Therapeuten, habe die Tel. der Caritas, wo aber die Beratungen vor Ort nur einmal in der Woche sind – ja, wir leben nämlich auf dem Land.

    Jetzt habe ich solche Angst vor der Zukunft, dass ich wie gelähmt bin. Alle um mich sind krank, alt oder einfach gedankenlos (zumindest ist das mein persönliches Empfinden).
    Ich habe diese Woche einen Termin bei einem neuen Arzt und Sorge, dass ich wieder einmal zu Medikamenten verdonnert werde. Therapeuten suche ich seit über einem Jahr. Erstgespräche sind immer möglich, ansonsten sehr lange Wartezeiten. Als es noch möglich war, habe ich sogar in einer Tagesklinik angefragt: Halbes Jahr Wartezeiten.

    Meinen Alltag versuche ich, so wie ich es einmal gelernt habe, zu strukturieren. Aber ich bin so müde, unendlich müde und kann nicht schlafen. Da niest eine Fliege und ich bin wach.

    Ich möchte wissen, wie andere das schaffen. Welche Lösungen sie gefunden haben. In der Theorie hört sich alles so easy an.

    Die Telefonseelsorge – wenn ich anrufe ist zumeist besetzt, natürlich ist die Nachfrage groß.
    Ich habe die Nummer im Speicher meines Telefons.
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Zitat Zitat von Lady_Emelia Beitrag anzeigen
    Wenn Du mir antworten magst - "dass ich dachte: Das bin nicht ich. " Wie hat sich das geäußert?
    Ich habe mich geritzt, war lethargisch, fett, kraftlos.

    Auch wenn ich mich jetzt kraftlos fühle, ständig heule, so fühle ich - und das empfinde ich als gut - meine Wertevorstellung und ein Versprechen, das ich mir gegeben habe: Niemals die Familie im Stich lassen. Auch wenn die Gedanken noch so tief sinken. Wie ein Mantra.
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Bienie,
    es geht nicht nur um Beratung, sondern um ganz konkrete Pflegeleistung eines Pflegedienstes.(da gehört auch Insulin-spritzen dazu).
    Beantragung Pflegegrads, Beauftragung eines Dienstes, geht zunächst über den HA.

    Mein Vater blieb bis wenige Monate vor seinem Tod in seinem Haus wohnen - der Pflegedienst kam zum Schluss bis 7x am Tag. Beginnend morgens mit Richten und Insulin bis abends zu Bett bringen..
    Ich wohnte ein paar Orte weiter und besuchte am Wochenende ,organisierte und brachte Einkäufe mit. Ich habe mich gehütet, wochentags dort zu erscheinen-ich wäre gleich vereinnahmt worden. Es wäre aber nie genug gewesen!

    Ich muss dich warnen: schau auf deine Bedürfnisse, von den Eltern werden sie leicht übersehen ( " die ist doch noch jung...").
    Halte ein bisschen emotionale Distanz. Mutter und du-beide nicht gesund-ziehen sich evt gegenseitig runter.
    Nicht dass du vor lauter Gewissensbisse dich aufreibst. Das wäre deiner Mutter sicher nicht recht.

    Das mit deinem Job finde ich auch richtig-gibt dir Struktur. Und vielleicht ist es garnicht so schlecht, wenn du rauskommst? Ein paar Stunden nicht vor Ort. Ablenkung.

  6. Moderation

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Der Pflegegrad der Eltern steht ja fest:Pflegegrad 3.

    Wie sieht denn die Unterstützung des Pflegedienstes aus, Bienie?
    Wäre eine "Teilzeit-Polin" ein gangbarer Weg?

    Ich kann nur davor warnen einmal vorgenommene Merksätze über das eigene Vermögen auf Teufel komm raus am Laufen zu halten.
    Es kann nur funktionieren, wenn es Dir selbst gut geht.

    Habt Ihr schon mal die Verhinderungspflege in Anspruch genommen? Woher kommt die Prämisse des "Abschiebens ins Heim"?
    Es kann ganz im Gegenteil ein Zeichen von Stärke sein, eben nicht die Familie im Stich zu lassen, wenn die Eltern in professionelle Obhut gegeben werden.
    Moderatorin in
    *Gesundheit* und *Frauengesundheit*
    *Fasten* und *Welchen Nutzen haben Diäten?*
    *Haushalt - Tipps und Tricks*


  7. Inaktiver User

    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Was bedeutet denn das mit der Nachbarschaftshilfe? Ich stelle mir darunter vor, dass man mal einkaufen geht oder den Rasen mäht, aber damit kann man doch keinesfalls irgendwelche Pflegeleistungen abdecken?

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Zitat Zitat von bienie Beitrag anzeigen
    Auch wenn ich mich jetzt kraftlos fühle, ständig heule, so fühle ich - und das empfinde ich als gut - meine Wertevorstellung und ein Versprechen, das ich mir gegeben habe: Niemals die Familie im Stich lassen.
    Dafür lässt du dich selbst im Stich.
    Du hast eine Verantwortung auch dir selbst gegenüber, der kommst du nicht nach.
    Deinen Glaubenssatz kannst und solltest du umformulieren in "Ich übernehme die Verantwortung für mein Wohlergehen und das meiner Familie".


    Zitat Zitat von Daphnia Beitrag anzeigen
    Mein Vater blieb bis wenige Monate vor seinem Tod in seinem Haus wohnen - der Pflegedienst kam zum Schluss bis 7x am Tag. Beginnend morgens mit Richten und Insulin bis abends zu Bett bringen..
    Ich wohnte ein paar Orte weiter und besuchte am Wochenende ,organisierte und brachte Einkäufe mit. Ich habe mich gehütet, wochentags dort zu erscheinen-ich wäre gleich vereinnahmt worden. Es wäre aber nie genug gewesen!

    Ich muss dich warnen: schau auf deine Bedürfnisse, von den Eltern werden sie leicht übersehen ( " die ist doch noch jung...").
    Halte ein bisschen emotionale Distanz. Mutter und du-beide nicht gesund-ziehen sich evt gegenseitig runter.
    Nicht dass du vor lauter Gewissensbisse dich aufreibst.
    Ich kann das nur unterschreiben - man macht sich kaputt. Bienie, schau auf deine Stränge der letzten Jahre. Was muss passieren, damit du endlich für dich sorgst?
    Was passiert mit deiner Familie, wenn du mit einem Zusammenbruch im Krankenhaus liegst?

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    Ich kann nur davor warnen einmal vorgenommene Merksätze über das eigene Vermögen auf Teufel komm raus am Laufen zu halten.
    Es kann nur funktionieren, wenn es Dir selbst gut geht.

    Habt Ihr schon mal die Verhinderungspflege in Anspruch genommen? Woher kommt die Prämisse des "Abschiebens ins Heim"?
    Es kann ganz im Gegenteil ein Zeichen von Stärke sein, eben nicht die Familie im Stich zu lassen, wenn die Eltern in professionelle Obhut gegeben werden.
    Unterschreibe ich vollumfänglich.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    Ich bin im Augenblick nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Termin bei Caritas steht.

    Was mich völlig erledigt ist der baldige Verlust meines Hundes. Auch dort die richtige Entscheidung zu treffen, bin wie gelähmt.
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica" 29.09.21 "Pirry"

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    AW: Depressionen, Angststörungen, Erschöpfung

    “You are the sky. Everything else- it’s just the weather.”

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