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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Ich stehe auf dem Standpunkt, dass man sich mit einem depressiven Menschen über eine neue, ihn belastende Situation unterhalten kann. Da würde ich auch so reden wie mit einem anderen Menschen und auch ähnliche Ratschläge erteilen, wenn gewünscht.

    Ich habe eine gute Kollegin, die depressiv ist. Nur: Nach einer Zeit fängt sie an, sich im Kreis zu drehen und kommt zu Zirkelschlüssen und rutscht auf einer Abwärtsspirale immer weiter runter.
    Da z.B. zeigt sich ihre Krankheit und es unterscheidet sich von einer kurzen, dunklen Stimmung.

    Ich habe mit ihr geredet, ihr Möglichkeiten aufgezeigt oder eine andere Sichtweise... das führte dann aber dazu, dass ich mich dann selbst mittendrin befand und mich das belastete.
    Denn auf meinen Einwand, folgte ein negativer Spruch. Auf den EInwand daraufhin, folgte noch ein noch negativerer Spruch. Und so ging es weiter.

    Sie sitzen im Kerker ihrer Gedanken und es bedarf eines anderen Schlüssels als den den ich in der Hand habe, um diese Leute zu befreien.

    Deswegen, ich habe an bestimmten Punkten gesagt, dass ich ihr ab da nicht mehr helfen kann, dass sie professionelle Hilfe braucht.

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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Hoffentlich kann sie wenigstens diesen Rat annehmen. Viele brauchen auch dafür eine Hand, die sie führt, aber das kann eine Kollegin normalerweise nicht leisten.
    Ratschläge, Lösungswege: da scheitern auch schon ganz normale. Problemgespräche mit Nicht-Depressiven. Kann ich nachvollziehen, aber trotzdem tappe ich als Amateurin immer wieder in die Falle

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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Würdest du?

    "Reiß dich mal zusammen" oder "sitz nicht so träge rum" finde ich generell unpassend. Jedenfalls unter ebenbürtigen Personen.
    Ich sag' natürlich nicht zu meiner Kollegin so eben mal "reiß dich zusammen" .

    Aber bei Leuten, die einem nahestehen (Partner, Geschwister, Freunde) kann es schon vorkommen, dass man (mehr oder weniger) implizit "einen Schubs gibt" - insbesondere, wenn sie selbst mit so einem Thema anfangen.

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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Aber bei Leuten, die einem nahestehen (Partner, Geschwister, Freunde) kann es schon vorkommen, dass man (mehr oder weniger) implizit "einen Schubs gibt" - insbesondere, wenn sie selbst mit so einem Thema anfangen.
    Gute Idee! Damit macht man auch Leuten Beine, die eines gebrochen haben. Oder die Ruhr. Ich dachte, das sei seit mindestens einer Generation Allgemeinwissen

    Zumindest Angehörige sollten schon unterscheiden können, ob jemand einfach mal schlecht drauf ist und den Anderen damit langsam auf den Keks geht.

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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Zitat Zitat von lunete Beitrag anzeigen
    Wenn man deine Signatur als Grundlage nimmt, fährt man wahrscheinlich in beiden Fällen, D und nicht-D richtig.

    Ich zitiere sie mal:

    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“
    Ja, sicherlich - allerdings kann ich auch ohne jemandem Bösartigkeit zu unterstellen und ohne Dinge persönlich zu nehmen, von Verhaltensweisen meiner Mitmenschen genervt sein und ggf. daraus die Konsequenzen ziehen. Und da bin ich mir wie gesagt nicht sicher, ob ich da bei Depressiven und Nicht-Depressiven das gleiche Maß anlegen sollte.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    ...da bin ich mir wie gesagt nicht sicher, ob ich da bei Depressiven und Nicht-Depressiven das gleiche Maß anlegen sollte.
    Mimosen-Hypochonder vs echte schwer Erkrankte: gleiches Maß?
    Entweder verstehe ich Einige hier nicht oder ich fasse es nicht: ist (Euch) nicht klar, was eine Depression ist, was sie bedeutet? Nein, ich bin gsd nicht betroffen, aber erinnert ihr euch nicht mehr an Robert Enke? Ein Weichei???

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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Mimosen-Hypochonder vs echte schwer Erkrankte: gleiches Maß?
    Entweder verstehe ich Einige hier nicht oder ich fasse es nicht: ist (Euch) nicht klar, was eine Depression ist, was sie bedeutet? Nein, ich bin gsd nicht betroffen, aber erinnert ihr euch nicht mehr an Robert Enke? Ein Weichei???
    Ich hoffe, dass du mich hier zitierst, ist nur Zufall. Falls nicht, weise ich auf folgende Aussage von mir in diesem Thread hin:

    Mein Zwischenfazit: Nein, Depressive genauso behandeln wie Nicht-Depressive, mit dieser Haltung macht man es sich ein bisschen zu einfach.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, dass du mich hier zitierst, ist nur Zufall. Falls nicht, weise ich auf folgende Aussage von mir in diesem Thread hin:
    Entschuldige bitte! .. du warst nicht gemeint..<<namensähnlichkeit?

  9. Moderation

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    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Mimosen-Hypochonder vs echte schwer Erkrankte: gleiches Maß?
    Man steckt nicht drin. Wenn jemand leidet, nehme ich das immer ernst.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. Inaktiver User

    AW: Umgang mit depressiven Personen

    Ich stecke gerade in einer Depression und ich versuche seit kurzem, diese mit Medikamenten zu Behandeln.
    Das wollte ich immer vermeiden, doch es ist gerade unerträglich.

    Am wenigsten möchte ich bemitleidet werden, das ist sehr kontraproduktiv.
    Auch Ratschläge möchte ich nicht bekommen, es sei denn, ich frage nach Hilfe oder nach Tipps.
    Manchmal ist es, als säße ich in meinem Sumpf und möchte da nicht gestört werden, was natürlich auch doof ist,
    ich bin zu müde oder nicht fähig, auf andere einzugehen oder mit Mühe zu erklären, wie es mir geht und warum es mir gerade so geht. Das wäre gefühlt eine Unfähigkeitserklärung und macht für mich nichts besser.

    Es tut mir gut, mich (mit sehr nahestehenden Menschen) ganz normal zu unterhalten, über meine Situation oder über Möglichkeiten zu einer Verbesserung zu sprechen.
    Mit anderen Personen, außer mit Ärzten, würde ich nie darüber sprechen, das tut mir nicht gut. Viele Menschen meide ich, auch Nachrichten, wo ich genau weiß, das zieht mich nur runter.

    Da ich "normal" bin, möchte ich auch so behandelt werden. Wenn es mir nicht gut geht, rede ich eh nicht, ich mache mein Ding mit mir selbst aus, ziehe mich zurück.
    Ich versuche nur, meine Stimmung nicht anderen anzuhängen, was schon mal geschehen kann, zum Beispiel meinen Kindern gegenüber. Meine Partnerin managt das ganz gut, sie geht wenig darauf ein und wir versuchen, möglichst normal weiterzuleben.

    Ich fühle mich überfordert und bin nicht leistungsfähig. Daher danke ich jedem, mit dem ich beruflich zu tun habe, sehr für Verständnis und Toleranz, es ist gerade nicht einfach mit mir. Privat würde ich mich freuen, wenn ich mehr entlastet werden würde, v.A. von meinen Kindern, dies einzufordern kostet mich aber zu viel Energie.

    Das beste für mich ist, einfach zu arbeiten, mit anderen Kontakte haben, etwas zu unternehmen, "wie immer". Das gelingt mir an manchen Tagen wegen der schlechten Stimmung nicht so richtig, an anderen Tagen bin ich so tiefenerschöpft, da habe ich keine Energie für nichts.

    Suizidgedanken teile ich mit niemandem. In meiner Familie gab es einen Selbstmord, ich weiß, was das für die Hinterbliebenen bedeutet, darum mache ich das nicht. Das habe ich meiner Ärztin neulich genau so gesagt, sie ist sichtlich erschrocken.

    Kurz gefasst: So normal wie möglich behandeln, kein Mitleid, nicht zuviel nachfragen, keine oberflächlichen Ratschläge. Nicht aufdrängen, lieber etwas Distanz halten und bei Bedarf ein offenes Ohr anbieten. So ist es für mich gut.

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