Liebe Ichwillnachhause,

schon Dein Name lässt mich Dich einfach nur umarmen wollen, der klingt so verzweifelt - wirklich wie das kleine Mädchen damals im Supermarkt, das seine Mama im Trubel verloren hat und sich wünscht, dass alles gut ist.

Ich kenne dieses Gefühl, eigentlich alle, die Du beschreibst, auch. Und gerade bricht alles über Dir zusammen, der fordernde Job, bei dem nie etwas zum Abschluss kommt und Du das Gefühl hast, im Hamsterrad zu stecken, aus dem es kein Entkommen gibt... Deine Erkrankung, einhergehend mit dem Ängsten vor dem Schlimmsten, die Corona-Situation im Allgemeinen, die uns alle mürbe macht, der nicht endende Winter... Es ist hart - ich lese, dass Du allein lebst, das kommt vielleicht noch on top - veränderte menschliche Beziehungen... Es ist hart.

Ich möchte Dir wünschen, dass Du den Gedanken zulassen kannst, dass Du ein schönes und gutes Leben verdient hast. Dass Du glauben kannst, dass Dein Arbeitgeber, jeder Arbeitgeber gut für sich selbst sorgt - und Du es daher auch für Dich darfst. Und es gibt das unternehmerische Risiko, das schließt erkrankte Beschäftigte mit ein - es ist nicht Deine Verantwortung, dafür zu sorgen, dass der "Laden" läuft. Es ehrt Dich - nur, es hilft niemandem. Am wenigsten Dir selbst.

Lass Dir helfen. Finde den Weg zurück zu Dir selbst, lerne Dich kennen, lerne Dich selbst schätzen, das ist der Weg nach Hause, auch wenn er lange und beschwerlich sein mag. Icb weiß, es klingt dahergeredet, aber glaube mir, ich kenne dieses Tal, in dem Du Dich befindest.