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  1. Inaktiver User

    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Können das depressive?
    Oftmals nicht.
    Denn oft ist es so, dass man nicht einmal mehr wollen kann.

  2. Inaktiver User

    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Opeius, ganz genau.

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    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Ich denke "selbst schuld" ist man nicht daran, wenn man Depression bekommt. Jeder Mensch kann dort reinschlittern. Sei es durch Schicksalsschläge, Veranlagung oder ungünstige Lebensumstände in die man sich unbemerkt nach und nach hineinmanövriert hat. Oder alles zusammen. Besonders was die Lebensumstände betrifft, ist es dann schwer dort wieder hinauszukommen, weil eben die nötige Energie, der Wille, der Antrieb fehlen.

    Von "Schuld" würde ich dabei aber nicht sprechen. Es ist eine Krankheit, die jeden packen kann und wo man sich nicht gegen wehren kann.

    Selbst verschuldete Krankheit wäre für mich z.B. Lungenkrebs, verursacht durch jahrelanges Kette rauchen. Allerdings kann man da auch wieder von Sucht sprechen, was wiederum eine Krankheit ist.

  4. Moderation

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    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Zitat Zitat von Sunny123456 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen
    Ich weiß das mag auf den ersten Blick vielleicht komisch klingen. Aber denkt ihr das man eine Depression auch irgendwie selbst (mit) verschulden kann? Zum Beispiel durch Fehler die man im Leben mal begangen hat. Irgendwelche Fehlentscheidungen die man bereut etc. Das dadurch Depressionen entstehen können und man quasi selbst Schuld hat? Was denkt ihr darüber?
    Falsche Eltern?
    Pech bei der DNA-Kombination?
    Mangel an Allwissenheit?
    Im blöden Winkel von einem kosmischen Teilchen getroffen?
    Jemanden zu sehr geliebt, der gestorben ist?
    30 Jahre bei einer Firma gearbeitet, die pleitegegangen ist?
    Medikamente verschrieben bekommen, die Depression als mögliche Nebenwirkung haben und sie genommen, weil man doch irgendwie am Leben hängt?

    Was ich darüber denke:

    Klar will man gerne wissen, was man falsch gemacht haben könnte, weil man es dann in Zukunft richtig machen könnte. Schöner Gedanke.
    Manchmal ist das ja auch so. Wenn deine Depression eine Auswirkung davon ist, daß du das letzte Jahr zu wenig Sonne gekriegt hast, kannst du zusehen, daß du dieses Jahr mehr kriegst.

    Aber ganz oft läuft das Leben nicht so. Ganz viel Mist passiert ohne irgendeinen Grund, auf den man Einfluß hätte. Man kann sich immer denken, "Hätte ich nur", aber selbst wenn in zwanzig Jahren die Wissenschaft zweifelsfrei (ha!) feststellt, daß Kinder, die ihr ZImmer im ersten Stock haben 100% als Erwachsene Depression kriegen und Kinder, die ihr Zimmer im Keller haben, nie, hättest du es damals nicht ändern können, und du kannst es heute nicht ändern.

    Sich die Verantwortung für etwas zuzuschieben, über das man keine Macht hat, ist Selbstbetrug und irrationale Selbstüberhöhung, wie der König in "Der Kleine Prinz", der meinte, der Sonne befehlen zu können, aufzugehen.

    Wenn du Krankheit als moralisches Versagen, als "Schuld" betrachtest, dann kannst du nie frei von ihr werden, weil du den Schaden, den du genommen hast nie wieder gutmachen kannst, und Buße den Schaden lediglich erhöht.

    Es ist Karwoche. Ein guter Moment, um über Schuld nachzudenken. Aber Sonntag ist Ostern, dann muß damit auch mal Schluß sein.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  5. Moderation

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    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Zitat Zitat von SaSu85 Beitrag anzeigen
    Selbst verschuldete Krankheit wäre für mich z.B. Lungenkrebs, verursacht durch jahrelanges Kette rauchen. Allerdings kann man da auch wieder von Sucht sprechen, was wiederum eine Krankheit ist.
    Und man kann auch Lungenkrebs kriegen, ohne zu rauchen. Schlecht gelaunte kosmische Teilchen. Ungünstiger Arbeitsplatz. Frau in einer Gegend, wo Frauen auf offenem Feuer für die Famile kochen. Umgefallenes Bit in der Zellteilung.

    Das Leben ist immer lebensgefährlich, endet meistens tödlich, und Mutter Natur ist eine fiese Möpp. Die Annahme, daß man nur alles richtig machen müßte um unsterblich zu werden ist Machbarkeitswahn, für den Null Evidenz vorliegt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  6. Inaktiver User

    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Aber Sonntag ist Ostern, dann muß damit auch mal Schluß sein.
    wie immer- genialer Beitrag!


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    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Zitat Zitat von Sunny123456 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen
    Ich weiß das mag auf den ersten Blick vielleicht komisch klingen. Aber denkt ihr das man eine Depression auch irgendwie selbst (mit) verschulden kann?
    Kannst Du ein gebrochenes Bein selbst verschulden?
    Trägst Du die Schuld an einer Krebserkrankung?

    Fragen, über die Du nachdenken kannst, aber die in erster Linie eines sind: nicht zielführend.
    Fakt ist, dass bei Depressionen sowohl neurobiologische Aspekte, als auch psychosoziale Aspekte eine Rolle spielen. Und ein großer Teil beider Aspekte sind für den Menschen schlichtweg nicht willentlich beeinflussbar.

    Eine Depression ist in Teilen auch eine Kompensationsstrategie der Psyche, um Faktoren wie z.B. traumatische Erlebnisse oder chronische Überlastung auszugleichen.

    Zielführend ist es m.E. deshalb zu erkennen, dass und welche besseren Strategien es gibt, um diese Faktoren zu bewältigen. Genau dazu ist eine Therapie notwendig und sinnvoll.

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    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Erstmal vielen Dank für eure ganzen Sichtweisen auf das Thema. Das hat mir schon weitergeholfen zu sehen wie andere darüber denken. Das es oft einfach keine Schuldfrage ist. Sondern sich aus vielen Faktoren zusammen setzen kann

  9. Inaktiver User

    AW: Depressionen selbst verschulden?

    was auf jeden fall mit zur diagnostik/behandlung gehört: risiko-faktoren.

    beispiel: hormonwechsel/schilddrüsenprobleme- stichwort: hashimoto.

  10. Inaktiver User

    AW: Depressionen selbst verschulden?

    Ich denke schon, dass es zielführend sein kann, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Das kann manchmal auch bedeuten, dass man sich etwas eingestehen muss: "Wenn ich in dieser Beziehung früher die Reißleine gezogen hätte, ginge es mir jetzt vielleicht besser." Oder: "Wenn ich mich rechtzeitig um eine Therapie bemüht hätte, wäre ich gar nicht erst so weit reingeschlittert." Wie gesagt: kann sein. Muss aber nicht.

    Aber wenn man zu einer solchen Erkenntnis kommt, muss der nächste Schritt heißen, dass man sich verzeiht. Und das heißt dann oft: Ich wusste es zu dieser Zeit nicht besser. Oder: Ich wusste es, hatte aber nicht die Kraft dazu.

    Und der dritte Schritt: Wie kann ich diese Erkenntnis verwerten? Habe ich etwas gelernt? Werde ich nächstes Mal anders handeln, und wenn ja, wie kann ich mir das selbst garantieren? Wie passe ich den Moment ab, an dem ich mir noch selbst helfen kann, bevor das eben nicht mehr geht?

    Trotzdem gibt es die Dinge, die als Blitz aus heiterem Himmel kommen. Dagegen ist niemand gefeit.

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