Ich bin Mitte 50, verheiratet, 3 Kinder (20,8 und 6). Meine gesundheitliche Probleme sind Bluthochdruck, Polyneurophatie, Chores Huntington, Depressionen und generalisierte Angststörung.Ich arbeite seit Januar nur noch 6 Stunden am Tag und mein Rentenantrag läuft. Ob es klappt ist schwer zu sagen. Meine Frau interessiert sich nicht wirklich darum wie es mir geht. Wir sind finanziell total am Ende noch mal verschärft durch meine Teilzeit und das meine Frau arbeitslos ist. Auch das is für die nicht interressant und so genau weiss sie es auch nicht. Ich wil! es auch eigentlich nicht erzählen. Ich habe Angst vor den zu erwartenden Anwürfen usw. Ich will meinen letzten Rest von Stolz nicht verlieren. Ich bin nicht mehr in der Lage meine Familie zu ernähren. So alt und nichts geschafft im Leben. Es ist als würde man von einer grossen Welle überrollt und hat eigentlich keine Chance mehr aufzutauchen.
Das einzige warum ich noch weitermache sind nur meine Kids. Aber wie lange ich das noch kann weiss ich nicht.
Ich funktioniere mehr schlecht als recht aber mehr nicht . Meine Psychotherapeutin hat mich gefragt was ich mir wünsche, wie mein Leben sein sollte. Ich hatte keine Antwort.
Ich bin nicht verzweifelt oder so. Ich denke eigentlich das ich alles ziemlich distanziert betrachte . Ich sehe keinen Weg der mich herausführt und den ich auch bereit wäre zu gehen. Übersehe ich was oder war es das?Was denkt ihr?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 60
Thema: Übersehe ich was?
-
15.09.2020, 00:35
Übersehe ich was?
-
15.09.2020, 01:13
AW: Übersehe ich was?
Ich schicke dir mal einen nächtlichen Gruß mit guten Wünschen.
Sicher kommen noch welche, die mehr Hilfreiches sagen können.
-
15.09.2020, 01:43Inaktiver User
AW: Übersehe ich was?
Lieber Tolot,
ja, Du übersiehst etwas.
Nämlich: In Deinem Fall (- ich habe auch die Infos aus Deinem vorigen Strang) ist Hartz IV die bessere Option als der Status Quo.
Wann erfährst Du, ob der Rentenantrag durchkommt? Ich gehe zu 99% davon aus, dass er positiv beschieden wird.
Deine Einstellung zu Arbeit und Leistung musst Du zumindest ein Stück weit loslassen, unabhängig vom Ausgang bzgl. Berentung.
Du musst!
Schau, Du bist Mitte 50 und hast bis jetzt Deine Familie ernährt. Jetzt darf es auch mal gut damit sein. Deine Kids haben schon genug Grund, auf Dich stolz zu sein, weil Du so lange so verantwortungsbewusst durchgehalten hast.
Solange Dich der (aus Sicht von außen: völlig überzogene und ungerechtfertigte) Leistungsdruck quält, hast Du null Energie, Dich auf die Suche nach Freude zu machen.
-
15.09.2020, 11:01
AW: Übersehe ich was?
Danke für die Wünsche und lieben Worte. Da ich immer noch arbeite ist Hartz 4 keine realistische Option. Ich arbeite gerade daran eine Privatinsolvenz einzuleiten bzw. soweit es geht es zu verhindern und mit den Banken eine Übereinkunft zu finden. Das Problem ist aber das das Geld hinten und vorne nicht reicht. Ich habe panische Angst wenn viele Briefe kommen , ich trau mich nicht mein Konto anzusehen. Ich jongliere um wenigstens einkaufen zu gehen usw. Es ist die Hölle zu sehen wie mein Leben gerade anfängt zu zerbröseln und keinen Ausweg zu sehen. Ich sehe einfach keine Perspektive mehr. Der Rentenantrag hat zwei Seiten. Zum einen natürlich reduziert es den Stresslevel und hilft meiner Gesundheit zum anderen fehlt dann natürlich noch mehr Geld
Gesundheitlich ist ja auch nicht unbedingt alles ok. Meine Schwester mit CH hat von der Diagnose bis in den Rollstuhl rund 5 Jahre gebraucht. Sie ist zwar älter als ich und das heisst nicht das es bei mir auch so sein wird aber trotzdem. Aus der bisher eher diffusen "Bedrohungslage" wird es nun konkreter.
Es ist halt kompliziert.
-
15.09.2020, 11:05
AW: Übersehe ich was?
Bist du denn bei einer guten Schuldner-Beratung?
Und (wo) könnt ihr Ausgaben reduzieren?
-
15.09.2020, 11:41
AW: Übersehe ich was?
Ob sie gut ist wird sich erst zeigen Im Moment sammeln sie erstmal alles ein. Reduzieren kann ich eigentlich nichts mehr. Ich bin am Limit. Im Gegenteil es kommen noch grössere Ausgaben auf mich zu die ich nicht bedienen kann. Es ist eine einzige Katastrophe
-
15.09.2020, 12:01Inaktiver User
AW: Übersehe ich was?
Hallo Tolot,
Deine vorherigen Stränge kenne ich nicht.
Nimmst Du Medikamente?
Falls nicht, frage Deine Therapeutin mal danach bzw. ob sie Dir einen Arzt empfehlen kann, der sich damit auskennt.
"Ich sehe keinen Weg, ich bin am Limit und es ist eine Katastrophe" sehe ich schon als sehr verzweifelt an (weil Du das im Eingangspost verneint hast).
Und ob Du das als Betroffener wirklich distanziert betrachten kannst, kann Dir im Grunde nur ein Arzt sagen.
Bitte hole Dir weitere Hilfe, eine Therapeutin reicht da evtl. nicht.
Alles Gute
-
15.09.2020, 12:21
AW: Übersehe ich was?
Ich nehme Sertralin, Pregabalin und abends noch Mirtazapin zum schlafen. Dazu kommen noch Medikament für bzw. gegen den Bluthochruck. Therapie mach ich seit März nicht mehr. Kann sein das es falsch ist ich hatte aber nicht das Gefühl das es mir hilft. Ich brauch niemanden der mir zuhört und nickt und mir dann sagt was mir schon klar ist. Ich weiss das ich was tun muss aber ich weiss nicht was . Beim Psychiater bin ich auch. Der nächste Termin ist aber erst in 6 Wochen aber im Grundsatz ist es das gleiche Problem. Theoretisch ist mir klar was zumindest ein erster Schritt wäre. Aber alles in mir sträubt sich dagegen. Ich kann das (noch) nicht. Naja.
Distanziert da meine ich das ich eigentlich so gut wie gar nichts mehr fühle. Wahrscheinlich ein Effekt des Sertralin. Katastrophe ist vielmehr eine rein sachliche Feststellung . Ich kann das nicht wirklich beschreiben wie es ist. Es ist aber nicht gut. Eigentlich will ich nur abschalten, meine Ruhe haben, niemanden sehen mit niemanden reden. Keiner der irgendwas von mir will oder so. Schwierig.
-
15.09.2020, 12:33Inaktiver User
AW: Übersehe ich was?
Schwierig schon, aber nicht unlösbar, Du hast Dein Problem doch ziemlich nachvollziehbar beschrieben.
Vielleicht kannst Du das Sertralin gegen ein besseres Medikament tauschen, wenn Du so "gefühlstaub" davon wirst.
Die richtigen Medikamente sind nach meiner Ansicht sehr wichtig, es kann sein, dass man verschiedene ausprobieren muss, bis das richtig stimmig ist, das war bei mir so.
Es gibt im Gegensatz zu früher viele Medikamente zur Dauertherapie, die kann man jahrelang nehmen.
Dein letztes Post liest sich so, als wärst Du zur Zeit völlig überfordert.
Dass Du nichts in Deinem Leben geschafft hast, kann nicht sein.
Schließlich hast Du früher für Deine Familie sorgen können und hast 3 Kinder, das ist nicht gar nichts.
Wie wäre es z.B. mit einer stationären Aufnahme (evtl. danach Tagesklinik), nur bis Du handlungsfähiger bist?
-
15.09.2020, 12:34Inaktiver User
AW: Übersehe ich was?
Hast Du Rückhalt bei Deinen Freunden oder eine Familie, die Dir beistehen und helfen kann?


Zitieren
