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    Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Ich bin immer mal wieder hier im Forum. Das ist aber das erste Mal, dass ich zum Thema Depression etwas schreibe. Mitgelesen habe ich schon öfter mal, da mich das Thema so unterschwellig immer schon begleitet.

    Ich erzähl einfach mal:

    Ich weiß nicht, was mit mir los ist!
    Vor ca. 5 Wochen habe ich mir mit meiner Tochter nach langem Überlegen einen Welpen ins Haus geholt. Sie wollte schon immer gerne einen Hund, ich im Grund auch, habe das aus Vernunftsgründen bisher aber immer abgelehnt. Nun hat sich unsere Situation so verändert, dass wir uns das beide zutrauen und vor allem meine Tochter in einem Alter ist, in dem sie wirklich unterstützt und nicht alles an mir hängen bleibt.
    Depressive Stimmungen und Stimmungsschwankungen sind mir nicht neu. Ich habe immer wieder mal damit zu kämpfen. Mal mehr mal weniger. Ich hab das aber immer wieder gut in den Griff bekommen.

    Nun ist der Welpe bei uns eingezogen. Eine ganz entzückende junge Hundedame, aber natürlich hat sie unser Leben komplett auf den Kopf gestellt (nicht, dass ich das nicht vorher wusste….). Wir müssen nachts raus (wechseln uns ab) und natürlich muss die Maus erstmal einiges lernen. Wir haben die Zeit. Ich hatte 3 Wochen Urlaub genommen, jetzt bin ich im home office und bald sind Sommerferien, sodass wir wirklich bis Ende der Sommerferien ganz viel Zeit haben, auch das stundenweise Alleinsein zu üben. Eigentlich alles gut.

    ABER, mir geht es zwischendurch richtig schlecht. Ich würde es fast schon mit einer Wochenbettdepression vergleichen. Manchmal kreisen meine Gedanken nur darum, dass ich mein altes Leben wieder haben will, meine Freiheiten und darum, dass ich den Hund wieder loswerden möchte. Dieses Gefühl löst zum Teil regelrecht Panik in mir aus. Das wurde schon so schlimm, dass ich ganz verzweifelt vor meiner Tochter geweint habe, ihr gesagt hab, dass ich nicht sicher bin, ob ich das packe. Das ist mir in 17 Jahren noch nie so passiert!! Objektiv betrachtet erscheint mir das total unverhältnismäßig. Wir sprechen uns gut ab und ich weiß ja auch, dass diese ganz anstrengende Zeit am Anfang auch vorbei geht, wenn die Kleine mal stubenrein ist. Dennoch habe ich diese Gefühle, dass mein Leben vorbei ist, ich total eingeschränkt und unbeweglich bin. Ich schäme mich total dafür, dass mir das passiert. Das habe ich nicht kommen sehen! Phasenweise ist es so schlimm gewesen, dass ich kaum essen konnte und dauernervös und angespannt war. Das ist etwas besser geworden, aber dieses Thema Hund ist sooo groß, da ist gerade kaum Platz für irgend was anderes. Ich kenne solche Zustände von mir nur nach z.B. einer schweren Trennung.

    Am Schlimmsten finde ich, dass ich auch gerade dabei bin, nach langer Zeit mal wieder einen Mann in mein Leben zu lassen. Das passt alles so wunderbar und er unterstützt mich auch total und ist einfach toll. Ich könnte also auf Wolke 7 schweben. Aber was mache ich?? Blase Trübsal wegen des Hundes. Ich habe auch gute Momente dazwischen, wo ich mich richtig drüber freue, aber mich drücken diese Gefühle immer wieder runter wie ein schwerer Stein. Das fühlt sich ganz schrecklich an! Warum kann ich das nicht einfach genießen? Warum ist die Freude über den Mann nicht stärker als diese negativen Gefühle? Und es ist ja auch nicht so, als würde ich den Hund nicht mögen. Ich hab sie gern und sie ist toll. Warum kann ich mich nicht einfach freuen? Das alles macht mich so traurig ☹

    Ich habe echt schon überlegt, ob ich mir was aufschreiben lasse, damit es mir endlich besser geht. Bisher bin ich immer ohne Medikamente zurechtgekommen. Morgens nach dem Aufwachen ist es immer am Schlimmsten.

    Würde es nur mich betreffen, hätte ich wohl schon versucht, ein anderes, schönes Zuhause für den Hund zu finden. Allerdings bin ich mir manchmal auch gar nicht sicher, ob der Hund wirklich das Problem ist, aber ich bekomme das gerade alles nicht so richtig sortiert.

    Habt ihr vielleicht ein paar hilfreiche Gedanken für mich?

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    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Zitat Zitat von esprit70 Beitrag anzeigen
    Warum kann ich mich nicht einfach freuen? Das alles macht mich so traurig ☹

    Ich habe echt schon überlegt, ob ich mir was aufschreiben lasse, damit es mir endlich besser geht. Bisher bin ich immer ohne Medikamente zurechtgekommen. Morgens nach dem Aufwachen ist es immer am Schlimmsten.
    hallo esprit70,

    tut mir leid, dass es Dir nicht gut geht- und ja, das liest sich nach Überforderung an, was total verständlich ist.

    Ein Welpe stellt auch alles dauerhaft auf den Kopf und das ganze Leben richtet sich nach den Bedürfnissen des Hundes- das ist nun mal so.

    Ganz ehrlich: normalerweise gebe ich keinen so direkten Rat, aber hier wäre es:

    Hund abgeben und erst einmal sich um die eigenen Bedürfnisse kümmern, so dass es Dir dauerhaft gut geht und Du die Depression in den Griff bekommst

    alles Gute Dir!

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    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Ja, da kommt viel zusammen....

    Aber du hast einige Wochen frei... Der Hund wird älter und dann kehrt Ruhe ein.

    Den Hund abgeben? Nein.... Bzw. Nur als letzte Möglichkeit...

    Deine Tochter ist auch noch da. Vielleicht kann sie etwas mehr machen weil es dir momentan zuviel ist?

    Vielleicht spielt der neue Mann auch eine Rolle?

    Kommen da vielleicht Ängste hoch die nun falsch kanalisiert werden?
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

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    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Danke für deine Antwort! Den Hund abzugeben ist natürlich eine Option. Allerdings weiß ich auch, dass es das Verhältnis zu miener Tochter sehr stark beinträchtigen würde. Ich habe ja auch mit ihr gesprochen und sie weiß, wie schlecht es mir geht. Wir haben den Deal gemacht, dass wir die Situation nach den Sommerferien nochmal in Augenschein nehmen. das sollte mich vielleicht beruhigen, tut es aber nicht. Mir würde es ja auch nicht leicht fallen, die Maus abzugeben. Es tut mir auch wahnsinnig leid für den Hund und ich könnte mich dafür ohrfeigen, dass ich mich in eine solche Situation gebracht hab!!!

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    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Diese Gedanken, dass es auch mit dem Mann zu tun hat, hatte ich auch. Der Hund hat massiv was losgetreten bei mir.
    Das ist schon alles irgendwie komisch. Ich warte sehnsüchtig darauf, dass ich mich wieder "normal" fühle :(
    Danke euch jedenfalls schon mal!

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    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Ich würde den Hund sofort abgeben - und zwar dem Hund zuliebe.

    Du bist warum auch immer nicht belastbar, und ich denke, du solltest dich erstmal um dich kümmern. Ich sehe nicht, dass du die Verantwortung für den Hund übernehmen kannst.

  7. Moderation

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    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Liebe Esprit,

    Könntest du ein bisschen mehr zu folgenden Punkten schreiben:

    -wie deine Depressionen bisher verlaufen sind
    -welche Themen in der Depression vorkommen bzw welche Themen sie verstärken (auch „Glaubenssätze“, wenn du welche identifizieren konntest)
    -wie du sie bislang meistern konntest

    Das wäre hilfreich für den Versuch einer Einschätzung.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  8. Moderation

    User Info Menu

    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Darf ich auch noch fragen, wie alt deine Tochter ist?
    Und ob und wie du auch unter den allgemeinen Einschränkungen wegen Corona leidest und auch das eine Rolle spielen könnte.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  9. gesperrt

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    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Was den Hund betrifft würde ich euch eine Hundeschule empfehlen, die kann ja teilweise deine Tochter mit ihm besuchen. So lernt der Hund schneller alle wichtigen Dinge.
    Wichtig finde ich auch, dass du deine Tochter nicht zu sehr mit deinen Gefühlen beaufschlagst, sie ist 17 Jahre und da kann das sehr belastend auf sie wirken.

    Vielleicht kannst du versuchen, das lockerer zu betrachten, noch ein paar Wochen durchhalten und schon geht's aufwärts mit der Hündin; sie wird älter und händelbarer und einfacher, alles pendelt sich ein und geht in Routine über.
    Ich würde nur als letzte Notlösung den Hund weggeben, wenn ihr gar nicht mehr damit klar kämt und sie euch überfordert.

    Alles Gute
    Maren

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    AW: Depression ausgelöst durch Hundekauf??

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen

    Der Hund wird älter und dann kehrt Ruhe ein.
    Nicht unbedingt - wenn er bis dahin konsequent und gut erzogen ist, was sehr viel Mühe macht, und dann auch noch die Pubertät überstanden ist, ja, vielleicht. Aber das ist u.U. noch ein langer Weg und viel Arbeit.

    Es gibt viele Hundemenschen, mich eingeschlossen, die sich genau deshalb keinen Welpen zutrauen. Dazu muss man noch nicht mal irgendwie eingeschränkt sein kräftemäßig.

    Was wenn die Tochter in Kürze eine Ausbildung oder ein Studium anfängt - dann ist das Thema Angebundensein sehr akut.

    Tut mir leid wenn ich jetzt nur aus Hundesicht argumentiere, aber tatsächlich kommt das oft vor, dass ein Hund dann eben später abgegeben wird, und es wäre besser gewesen sich schneller zu trennen. Für alle Beteiligten.

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