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    Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Hallo miteinander,

    das Thema Despressionen beschäftigt mich seit einiger Zeit.

    Vor 2 Monaten hat sich in unserem Ort eine Mutter mit 2 Kindern das Leben genommen. Sie litt schon länger an Depressionen (als Außenstehender merkte man es ihr nicht an, es kam nur "raus", weil sie bereits seit Jahren in Behandlung ist und das auch stationär. 2 Wochen vor ihrem Tod war sie ebenfalls stationär in Behandlung). Ich bin der Außenstehende. Wenn ich sie sah, merkte ich genau .... nichts.

    Mir sind weitere Menschen bekannt, die sich das Leben genommen haben. Immer hieß es "Depressionen".

    Ich frage mich, hätte man einen Tod verhindern können?
    Sicherlich wurden durch Therapien auch schon Tode verhindert.
    Merken fremde Menschen wirklich nichts und als Nahestehende, hat man da noch einen Einfluss oder ist diese Krankheit einfach zu mächtig?

    Diese Krankheit muss unglaublich schlimm sein. Wie muss man durch die Hölle gehen, um sich das Leben zu nehmen und wie in diesem Fall seine kleinen Kinder zurücklassen.

    Liebe Grüße
    Venice

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Schwierig @Venice.

    sehr sehr schwierig. Denn selbst wenn wer was "merkt" heißt "merken" nicht, Linderung oder gar Heilung.

    Ich finde auch schwierig, diese Fragestellung "merken fremde Menschen wirklich nichts"
    Und selbst wenn?

    Meinst du, die konkrete Suizid-Situation? Die man verhindern oder lebensrettend agieren könnte?
    Damit ist es ja nicht getan.
    ich fürchte, das ist der Denkfehler. Wird leider auch oft so in den Kliniken gehandhabt. Aus Personalnot oder aus Budgetgründen. Hauptsache, erstmal gerettet und dann bissl stabilisiert und dann entlassen - das bringt oft nicht viel.

    Eine schwere Depression ist eine sehr schwere und oft chronische Erkrankung. Mit Remission und mit neuen Episoden.

    Wenn Hinterbliebene Kinder sind, ist das sehr schlimm und tragisch.

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Man kann schon helfen. Alles, was das Leben leichter und schöner macht.
    Ich meine nicht Worte, sondern Taten.
    Im Haushalt helfen. Im Garten helfen. Auf einen schönen Ausflug mitnehmen. Zusammen Spazieren gehen. Cafe trinken.
    Too blessed to be stressed

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Mendo Beitrag anzeigen
    Man kann schon helfen. Alles, was das Leben leichter und schöner macht.
    Ich meine nicht Worte, sondern Taten.
    Im Haushalt helfen. Im Garten helfen. Auf einen schönen Ausflug mitnehmen. Zusammen Spazieren gehen. Cafe trinken.
    Einerseits. Für den jeweiligen Lebenspartner aber manchmal eine völlige Überforderung, es sei er selbst besucht eine Angehörigengruppe, die ihm vermitteln kann, wie man damit umgeht. Wer meint das alleine zu schaffen, wird nicht glücklich dabei, denn Depressionen können andere Menschen mit runterreißen.

    Außenstehende bekommen das selten bis nie mit, weil niemand innerhalb der Familie das nach außen trägt.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Mendo Beitrag anzeigen
    Man kann schon helfen. Alles, was das Leben leichter und schöner macht.
    Ich meine nicht Worte, sondern Taten.
    Im Haushalt helfen. Im Garten helfen. Auf einen schönen Ausflug mitnehmen. Zusammen Spazieren gehen. Cafe trinken.
    Sorry, aber Du scheinst keine Ahnung von der Krankheit zu haben...

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Mendo Beitrag anzeigen
    Man kann schon helfen. Alles, was das Leben leichter und schöner macht.
    Ich meine nicht Worte, sondern Taten.
    Im Haushalt helfen. Im Garten helfen. Auf einen schönen Ausflug mitnehmen. Zusammen Spazieren gehen. Cafe trinken.
    Sagen wir es so, wenn der Erkrankte in der Lage dazu ist, dann ist das sicher nicht verkehrt. Auch, dass man einen Menschen nicht auf seine Krankheit fokussiert oder gar reduziert.

    aber bei einer schweren akuten Depressionsepisode sind solche schönen Zerstreuungen vielleicht oft überfordernd und nicht möglich.

    es ist schwer. Und es gibt keinen "Goldstandard"

    Ich fände es mit am wichtigsten und am erleichterndsten für alle Beteiligten, wenn es als schwere Krankheit wie andere gesehen würde. Wie Krebs oder Infarkt oder schwerer Unfall mit bleibenden Folgen.
    Wenn die Depression also einerseits alltäglicher und undramatischer gesehen würde, andererseits offener und irgendwie selbstverständlicher. Eine schwere Krankheit von leider sehr vielen, die einem treffen kann.

    Dann könnte es nämlich sein, dass weniger Energie zur "Fassadenbeleuchtung" aufgewandt werden muss und schneller und offener Hilfe geholt wird.

    Solange das Schwert "reiß dich zusammen, ich hab auch Probleme" über dem Erkranken hängt, ist das schwerer.
    Auch und gerade für die Angehörigen!

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Außenstehende bekommen das selten bis nie mit, weil niemand innerhalb der Familie das nach außen trägt.
    Was ein Fehler sein kann.

    Eine Krebserkrankung, einen Schlaganfall oder einen Unfall vertuscht man doch auch nicht so, oder?

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Mendo Beitrag anzeigen
    Man kann schon helfen. Alles, was das Leben leichter und schöner macht.
    Ich meine nicht Worte, sondern Taten.
    Im Haushalt helfen. Im Garten helfen. Auf einen schönen Ausflug mitnehmen. Zusammen Spazieren gehen. Cafe trinken.
    Mir als chronisch Kranker hilft es nicht.
    Mit etwas Glück kann ich von 12 bis mittag ein winzig bisschen was anfangen ...ich bin nicht durchgehend depressiv ...
    aber wirklich "helfen" ...da kenne ich nichts.
    Auch in Psychiatrien gibt es Suizide ...es sei denn, er ist mit starken Medikamenten ausser gefecht gesetzt oder steht unter ständiger Beobachtung.
    Wer keinen Ausweg mehr sieht, der will gehen.
    Wenn der Entschluss gefasst ist, gibt es vielleicht hin und wieder Aufschübe, aber was wirklich "helfen" könnte, ist mir bisher noch nicht begegnet.
    Es ist immer JETZT

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Was ein Fehler sein kann.

    Eine Krebserkrankung, einen Schlaganfall oder einen Unfall vertuscht man doch auch nicht so, oder?
    Das ist ja auch offensichtlich ...Depressionen sieht man nicht!
    Depressive haben, trotz allem, noch die Kraft, anfangs ihren Zustand zu verheimlichen ....sie haben die Faxen dicke, zu hören:
    Du stellst dich nur an, stell dich nicht so an.
    Es ist immer JETZT

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Mir hat eine Psychologin gesagt, dass viele depressive Menschen perfekte Schauspieler sind. Ich musste es leider in unmittelbarer Nähe erleben

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