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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    #60 - Cool Lizzie64! Das hört sich super an und freut mich total für Dich.

    Ich hatte seinerzeit auch die Möglichkeit, Tagesklinik oder Reha weiter weg. Ich habe mich für Reha weiter weg entschieden. 6 Wochen, die ich niemals missen möchte. Es war so toll da!

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    Venice, ich werde einfach den Eindruck nicht los, dass dich im Grunde umtreibt, warum deine Hilfsbereitschaft nicht abgerufen wurde. Warum du oder "man" nicht als Retter/in dastehen kann.


    .
    Lizzie64, nein, so ist es nicht, warum fängst Du wieder damit an? Ich habe das doch in einem anderen Post schon verneint. Ich kenne diese Frau nur vom Sehen und nahm sie als Beispiel, weil eben aktuell und natürlich sehr tragisch. Mich lässt es halt nicht kalt. Ich hätte auch den Familenvater als Beispiel nehmen können, der sich das Leben genommen hat. Oder den 16-jährigen Gymnasiaten oder den 25-jähren Sohn eines Kunden von uns. Die alle kenne ich nicht persönlich, mich beschäftigt es aber trotzdem. Auch was Vienna von der Mutter geschrieben hat oder Mendo. Und nicht alles führt zum Tod, es gibt doch sehr viele Menschen, die mit dieser Krankheit leben.

    ICH hätte da niemanden helfen können, deshalb schrieb ich von "man". Ich kenne niemanden, der an Despressionen leidet, aber deshalb kann ich mir doch trotzdem Gedanken machen. Das mache ich bei vielen Themen.

    Da wird ständig von Empathie gegenüber Depressiven gesprochen und zeigt man sie, schwupps landet man in einer Schublade und als Retter dastehen zu wollen.
    Fairerweise mussich sagen, dass nur Du damit ankommst und natürlich auch, dass Du Recht haben könntest. Hast Du in meinem Fall aber nicht und ich bitte Dich, das zu akzeptieren. Ich habe das bereits verneint.

    Ich finde die Antworten hier sehr aufschlussreich, danke an ALLE, auch wenn ich nicht auf jeden einzelnen Beitrag eingehen kann.

    Es beschäftigt mich auch dahingehend, dass ich die Reaktionen von anderen Menschen sehe. Beim Gynasiasten war es natürlich der Druck der Schule, dem der Junge sind standhalten konnte, beim 25-jährigen kam der Kommentar, dass die Eltern da wohl versagt hätten und die Mutter vom Eingangspost gilt als Egoistin.
    Da ich selber Kinder habe, möchte ich sie auch dahingehend sensibilisieren, dass man eben nicht einfach so urteilen darf und man nicht weiß, wie es im Inneren eines Menschen aussieht.

    Und ich finde eben auch, dass bei Depressionen irgendeine Schuldfrage mitschwingt, sei es die verkorkste Ehe, der Job, die Kindheit.
    Hat jemand Krebs, verurteilt auch niemand die Eltern, sie hätten ihr Kind falsch ernährt (beispielsweise).

    Und ich frage mich eben allgemein, hätte irgendetwas verhindert werden können bzw. hätte oder kann man Depressionen heilen oder wie kann jemanden helfen. Ich denke, diese Frage kann nicht beantwortet werden, da diese Krankheit von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Das sieht man hier an den Antworten.

    Ich interessiere mich allgemein und es geht mir nach und tut mir einfach sehr leid für alle Betroffenen und für deren Angehörigen und Nahestehenden. Denn, mit dieser Situation muss man weiterleben und auch mit der Erkenntnis, dass der Betroffene kein schönes Leben hatte. Finde ich schlimm und traurig, ich bespreche meine Gedanken mit meinem Mann und habe hier diesen Strang eröffnet, ich stelle mich nicht auf den Dorfplatz und beteilige mich am Dorfklatsch. Ich wundere mich eher über Menschen, die keinerlei Verständnis haben.

    Ich finde es stark, wie Ihr hier, die mit der Krankheit zu kämpfen haben, Euren Umgang damit gefunden habt!

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Post von Venice:
    Und ich finde eben auch, dass bei Depressionen irgendeine Schuldfrage mitschwingt, sei es die verkorkste Ehe, der Job, die Kindheit.
    Das kann nur bestätigen. Wir alle suchen gerne nach den Schuldigen oder Schuld.

    Die Frage hat mich als Mann geplagt, als meine Frau an Depression erkrankte. Bin ich Schuld? Was habe ich falsch gemacht? Was muss ich jetzt tun?
    Zuerst wurde meine Frau von unserem Hausarzt behandelt, er schrieb sie jede Woche weiter krank, Schilddrüse untersucht, Lunge geröntgt, Darm- und Magenspiegelung und einiges mehr. Nach zweimonatiger Behandlung schlug er neurologische Untersuchung vor. Meine Frau wehrte sich mit Händen und Füßen: "ich bin doch nicht bekloppt".
    Sie quälte sich noch 6 Monate mit ihren Beschwerden, dem Desinteresse an allem, den Heulkrämpfen und den nächtlichen Bettfluchten und dem tagsüber im Bett die Decke anstarren rum.

    Ich musste aber täglich zur Arbeit. Angst vor dem Nachhausekommen. Immer wieder ihr angeboten, dass ich sie natürlich begleite. Als sie endlich einwilligte wochenlanges Warten auf einen Termin. Und dann ging es sehr schnell: am nächsten Tag Aufnahme in gemeindenahe Psychiatrie.

    Unsere Verwandschaft am Ort hat das alles nicht mitbekommen. Wenn tagsüber wer anrief, vertröstete sie mit dem >hinweis, es ginge ihr nicht gut. Mich fragte keiner, aber ich hätte nichts erzählt.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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