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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Oh, da bin ich wohl missverstanden worden. Ich bin keine Bekannte dieser Frau. Ich "kenne" sie, weil sie bei uns im Ort wohnt. Mir tut die ganze Sache einfach furchtbar leid und ich fragte mich, ob man (also ich nicht, da ich sie nicht kenne) die Tragödie hätte verhindern können.
    Ich habe sie auch nur als Beispiel genommen, weil aktuell.

    Ich frage mich, ob ein Nahestehender hätte helfen können (Außenstehende erkennen es ja oft gar nicht) und dann vermute ich, dass man sehr viel Zeit und Empathie investieren muss und das ja auch nicht jeder leisten kann. Denn da ist es mit netten Worten und mal Kaffeetrinken nicht getan bzw. könnte sowas eher das Gegenteil bewirken.
    So meinte ich es.

    Warum es mich beschäftigt? Es tut mir einfach leid und ich denke mir, die Menschen leiden sehr. Aber wenn man von nichts weiß, kann man ja auch nicht helfen. Das Vertuschen oder Schauspielen nach Außen kommt ja noch dazu.

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Lyanna Beitrag anzeigen
    Ich denke, doch, man kann fragen, ob demjenigen irgendetwas helfen könnte/würde?
    Natürlich kann man fragen, aber es kommt leider oft trotzdem dazu.

    Ich kenne das auch aus dem engsten Freundeskreis. Sie hat sich in der Garage ihrer Eltern aufgehängt - zwei tolle Kinder hinterlassen mit 13 und 14 Jahren. Den Tag vergesse ich auch nie, als mein Freund, ihr Bruder, mich anrief und sagt: "Vienna, ... ist tot. Sie hat sich heute bei Mama und Papa in der Garage aufgehängt!" Wir waren dann auch ein Stück weit "sauer" auf sie. Wieso in der Garage in ihrem Elternhaus? Sie hatte eine eigene Wohnung mit den Kids. Auch wenn sie oft im Elternhaus war mit den Kids. Tja, anyway. Man weiß es nicht und wird nie Anworten bekommen.

    Tolle, coole, moderne, liebe Familie, ich kenne diese schon seit sehr vielen Jahren, immer hinter ihr gestanden, gefragt, getan, sie unterstützt aber nie übergriffig gewesen. Es war allen bekannt, dass sie psychische Probleme hatte seit einigen Jahren, sie war auch in Therapie, das wurde aber von allen offen angenommen, keiner hat da je was Negatives gesagt, im Gegenteil, dass sie das aber dann zu genau dem Zeitpunkt macht und auch das wie, damit hat keiner gerechnet. Niemand. Kann man auch nicht.

    Ich glaube einfach nicht, dass man es verhindern kann, wenn sich jemand wirklich das Leben nehmen möchte.

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Lyanna, grad was du "nicht wegreden von irrealen Ängsten" nennst find ich unglaublich schwierig.
    Ich versteh was du meinst, man soll sein Gegenüber ernst nehmen, aber eben grad wenn es irreal ist ist es so schwer das erstmal so stehen zu lassen.
    Das kann ja bedeuten zuzuschauen wie jemand sich in Sorgen wegen was verliert, wegen dem er sich tatsächlich wirklich keine Sorgen machen MUSS.

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    "Helfen" - Darunter verstehe ich nicht unbedingt die Einkäufe zu erledigen oder zu irgendetwas animieren (außer die Person möchte das), sondern Da-Sein, Zuhören und zwar richtig (ohne Blick auf die Uhr und mit halbem Bein schon aus der Tür raus). Und das braucht Zeit und viel Energie. Und da frage ich mich dann schon, wer das in seinem Alltag leisten kann.

    Ganz klar finde ich auch, dass über Depressionen offen gesprochen werden sollte wie über jede andere Krankheit auch. Sicherlich ist das auch schon viel besser geworden als noch vor 50 Jahren.

    Ein Depressiver redet wahrscheinlich nicht so leicht wie jemand über seine Knieverletzung. Psychische Erkrankungen kann man nicht auf den Punkt bringen, da hat jeder Kranke seine eigene persönliche Baustelle, anders als bei einem Knochenbruch, der aus Fakten besteht. Und das macht das Reden sicher sehr, sehr schwer.

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Vienna__ Beitrag anzeigen
    Ich glaube einfach nicht, dass man es verhindern kann, wenn sich jemand wirklich das Leben nehmen möchte.
    So sehe ich das auch!
    Vielleicht lässt es sch aufschieben?
    Und dann?
    Ist "man" eines Tages noch mehr überrascht, dass es trotzdem geschehen ist ...und macht sich selbst noch Vorwürfe.
    Es ist immer JETZT

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von umsonst Beitrag anzeigen
    Lyanna, grad was du "nicht wegreden von irrealen Ängsten" nennst find ich unglaublich schwierig.
    Ich versteh was du meinst, man soll sein Gegenüber ernst nehmen, aber eben grad wenn es irreal ist ist es so schwer das erstmal so stehen zu lassen.
    Das ist es, umsonst, das ist es wirklich ...
    Es ist immer JETZT

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Vienna__ Beitrag anzeigen

    Ich glaube einfach nicht, dass man es verhindern kann, wenn sich jemand wirklich das Leben nehmen möchte.
    Und das war eben meine Frage bzw. meine Gedanken. Lag es an der Krankheit bzw. hätte es irgendjemand geschafft, sie aus der Krankheit rauszubringen? Oder ist da jeder und alles chancenlos?

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Das macht für mich psychische Erkrankungen eben doch speziell.

    Ich meine, es würde doch auch niemand erwarten, ich kann ihm gegen Krebs helfen, oder gegen einen Herzinfarkt?

    Das ist bei psychischen Erkrankungen schon anders und eben auch für ein Umfeld so verwirrend und schwer greifbar. 🙁

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Venice Beitrag anzeigen
    Und das war eben meine Frage bzw. meine Gedanken. Lag es an der Krankheit bzw. hätte es irgendjemand geschafft, sie aus der Krankheit rauszubringen? Oder ist da jeder und alles chancenlos?
    Ich glaube es nicht, dass jemand geschafft hätte, sie da rauszubringen, nein. Wenn jemand offensichtlich (für die Behörden, Ärzte) akut suizid gefährdet ist, dann kann man den Suizid aufgrund Zwängen abhalten, das natürlich schon. Dann kommt er in eine geschlossene Anstalt - dort hat er so gut wie keine Möglichkeiten, sich umzubringen. Klar.

    Aber bei Depressiven, die in Behandlung sind, aber nicht (wie oben beschrieben, was ja ein seltener Fall ist und nicht leicht durchzusetzen) stationär, sehe ich keine Chance, das zu verhinden. Kein Mensch, sprich kein Facharzt, kann hellsehen. Wir hätten niemals zu dem Zeitpunkt auch nur daran gedacht, dass sie sich das Leben nimmt. Sie hatte einen Job, war in Behandlung tolle Family im Background (Geld war auch nie ein Thema), die sie entlastet hat (Kids) etc. Besser geht eigentlich nicht. Man kann nicht in einen Menschen in sein tiefstes Inneres hineinsehen. Das kann niemand.

  10. Moderation

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von umsonst Beitrag anzeigen
    Ich meine, es würde doch auch niemand erwarten, ich kann ihm gegen Krebs helfen, oder gegen einen Herzinfarkt?
    Nicht gegen Krebs oder Herzinfarkt helfen. Aber zugänglich sein, wie für andere Menschen auch, für jemand der mit Krebs oder Herzerkrankung lebt?
    that was the river - this is the sea


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