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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Was ein Fehler sein kann.

    Eine Krebserkrankung, einen Schlaganfall oder einen Unfall vertuscht man doch auch nicht so, oder?
    Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass eine Depression zu haben immer noch wie ein Stigma ist. Mit dem Unterschied, dass inzwischen, im Gegensatz zu früher, viel mehr über die Krankheit bekannt ist und mehr darüber geredet wird, aber die meisten Leute trotzdem damit überfordert sind, wenn sie erfahren, dass man eine Depression hat.

    Wobei das meist nicht in böser Absicht geschieht, viele sind sehr bemüht, den Anderen zu verstehen und zu unterstützen. Nur, es ist halt schwierig, jemandem einen Zustand zu vermitteln, den man als Betroffener selbst nicht wirklich versteht. Das ist wesentlich einfacher mit "normalen" Krankheiten.

  2. User Info Menu

    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von stjerneskud Beitrag anzeigen
    Wobei das meist nicht in böser Absicht geschieht, viele sind sehr bemüht, den Anderen zu verstehen und zu unterstützen. Nur, es ist halt schwierig, jemandem einen Zustand zu vermitteln, den man als Betroffener selbst nicht wirklich versteht. Das ist wesentlich einfacher mit "normalen" Krankheiten.
    Aber mit diesem Gedankengang legst du dir doch selbst Steine in den Weg!

    Ich kenne Depressionen auch; zum Glück sind die Phasen lange her, und ich habe sie mit etlichen Jahren Therapie gut in den Griff bekommen bzw. bin ich sie größtenteil losgeworden. Meine Erfahrung und mein sehr, sehr eindringlicher Rat: Betroffene sollen so offensiv wie möglich mit der Krankheit umgehen und Behandlung und Therapie einfordern! Anders geht es nicht.

    Wer ein gebrochenes Bein hat, geht selbstverständlich ins Krankenhaus. Wer Depressionen spürt - und die sind schlimmer als ein einigermaßen glatter Beinbruch - soll gefälligst zum Arzt und sich Hilfe holen, das ist wirklich absolut alternativlos.

    Heute sage ich mit großer Überzeugung: Es hat sich gelohnt. Es geht mir heute besser, als ich es damals auch nur zu träumen gewagt hätte. Damals, vor knapp 20 Jahren, ging es mir wirklich beschissen, aber ich habe es nicht versteckt. So geht's.
    dadadadiamoisongdesisahoidaso!

    Dialektfreiheit ist kein kulturelles Verdienst

    (Ulrich Maly)

    Was Leute tun, tun sie normalerweise wegen sich. Nicht wegen dir.
    (wieder mal ein wunderbares Zitatgeschenk vom Wusel)


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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    Mir hat eine Psychologin gesagt, dass viele depressive Menschen perfekte Schauspieler sind. Ich musste es leider in unmittelbarer Nähe erleben
    Ich denke das auch. Und habe es so auch in der Familie erlebt.

    Wobei, das kann man hier in der Bricom in Dutzenden Strängen nachlesen, viele lieber an sich selbst einen Burnout diagnostizieren. Das ist dann chic, man hat sich fast zu Tode gearbeitet. Aber die "Überarbeitung" ist nichts anderes als eine Depression. Man ist nicht mehr vernünftig handlungsfähig.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Babsi64 Beitrag anzeigen
    Sorry, aber Du scheinst keine Ahnung von der Krankheit zu haben...
    Ich habe seit vielen Jahren mittelschwere Depressionen, bin in einer Selbsthilfegruppe und habe etliche Therapien gemacht.

    @ Babsi64: Ich darf Deine Antwort ziemlich blöd finden
    Too blessed to be stressed

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    Aber mit diesem Gedankengang legst du dir doch selbst Steine in den Weg!


    Wer ein gebrochenes Bein hat, geht selbstverständlich ins Krankenhaus. Wer Depressionen spürt - und die sind schlimmer als ein einigermaßen glatter Beinbruch - soll gefälligst zum Arzt und sich Hilfe holen, das ist wirklich absolut alternativlos.

    Heute sage ich mit großer Überzeugung: Es hat sich gelohnt. Es geht mir heute besser, als ich es damals auch nur zu träumen gewagt hätte. Damals, vor knapp 20 Jahren, ging es mir wirklich beschissen, aber ich habe es nicht versteckt. So geht's.
    Also, anfangs bin ich auch sehr offen damit umgegangen. Das war vor ca. 10 Jahren, zu der Zeit, als der Tod von Robert Enke sehr präsent war in den Medien. Aber ich, für mich persönlich, habe aus meinen Erfahrungen irgendwann den Schluss gezogen, meine Depression nicht zu sehr zu thematisieren. Zum Selbstschutz.

    Was für mich aber gleichzeitig ein Dilemma darstellt, denn meinen eigenen Ansprüchen zufolge möchte ich eigentlich nicht darüber schweigen, schon aus Solidarität (mir fällt grad kein anderes passendes Wort dafür ein) anderen Betroffenen gegenüber.

    Ich denke, jeder geht mit seiner Krankheit anders um, und die Depression äußert sich auch bei jedem anders.

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Was ein Fehler sein kann.

    Eine Krebserkrankung, einen Schlaganfall oder einen Unfall vertuscht man doch auch nicht so, oder?
    Es gibt Menschen, die eine merkwürdige Einstellung zu Depressionen und Psychotherapien haben. Insbesondere, wenn eine Behandlung in einer Klinik stattfindet. Besonderer Ausspruch "ich bin nicht verrückt". Und es wird Depressiven gegenüber noch ganz andere Aussagen geben. Aus dem Grund gibt es viele Menschen, die sich für Aufklärung einsetzen.
    Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.

    Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)

    Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)


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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Das darfst Du, nix für ungut
    Das Thema triggert mich sehr und dein Rat ist mir zu "banal" gewesen. Manchen mag es helfen für viele nicht passend.

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Es gibt ja auch verschiedene Schweregrade einer Depression. Menschen mit einer schweren Depression merkt man das schon an, sie wirken zumeist sehr in sich gekehrt und unzugänglich. Man spürt einfach, da hat jemand ein sehr schweres Paket zu tragen.

    Bei mittelschweren oder leichten Depressionen muss das die Außenwelt nicht unbedingt bemerken. Ich kenne das von mir auch. Nach einer sehr schwierigen Lebenssituation litt ich auch einige Zeit an als "mittelschwer" diagnostizierter Depression.

    Ich ging weiter arbeiten (bis auf wenige Wochen), ich lachte, ich nahm (etwas eingeschränkt) am gesellschaftlichen Leben teil. Und dann saß ich wieder im Auto und dachte: "so, an die nächste Mauer, die kommt, fahre ich!"

    Total irreal und merkwürdig. Wie man bei mir sieht, gibt es aber Therapien und Medikamente und mir ging und geht es wieder gut, oft besser als vor der Depression.
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Ich kenne einer Schwester aus der Klinik, eine Kollegion dmals, jung verheiratet, 1 Kind, immer ausgeglichen und freundlich. Eines Tages sagte sie in der Mittagspause, sie ginge ein bisschen raus. Ging zum See, nahm Tabletten, schnitt sich die Pulsadern auf und ging ins Wasser.
    Ihr Schwester lag schon mit "Todessehnsucht" im Krankenhaus.
    Keiner in der Familie hatte etwas bemerkt.
    Ich denke, der Wunsch nach Sterben ist bei einigen so übermächtig, dass Hilfe nicht einfach ist.

    Jeder Tag weiterleben, ist eine Qual. Wie soll man das erkennen? Wie soll man da helfen?

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    AW: Wie bzw. hätte man überhaupt helfen können?

    Ich kann meine Geschichte leider nicht erzählen, aber was ich daraus gelernt habe:
    Nicht in jedem Fall kann man helfen
    Achtsam sein, Hilfe anbieten (ich weiß es geht Dir schlecht, ich bin da)
    Man kann niemandem hinter die Stirn schauen
    Es kann jeden treffen

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