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    Bin ich zu sensibel? bzw. zu komisch?

    Hallo, ich bin 20(w) und mache mir Sorgen um mich selbst. Ich bin eher introvertiert und schüchtern. Mittlerweile habe ich kaum Freunde. Nur Familie als sozialen Kontakt. Meine letzte beste Freundin war eine sehr narzisstische Person. Sie hat es geliebt mich und meine Interessen fertig zu machen. Ich habe es zugelassen (kein Selbstvertrauen, hab Angst gehabt den Mund aufzumachen, da sie sehr impulsiv war). Meine Mutter hat auch sehr wenig Selbstbewusstsein. Als ich in der 8ten Klasse war, wurde sie von einer Arbeitskollegin stark gemobbt. Sie ist auch ängstlich. (liegt wohl in der Familie). Sie ist nach diesem Trauma in eine Depression gestürzt und ich habe das Gefühl, dass sie immer noch leidet. Seit meinem 16 bzw. 17 Lebensjahr muss ich mir immer wieder von meiner Mutter anhören, wieso ich nicht endlich mal anfangen würde zu "leben" (ich trinke, rauche nicht und mag Partys auch nicht besonders,habe keinen Freund). Ich würde meine Jugend verschwenden und würde genau so alleine wie sie und ohne Spaß enden, wenn ich so weiter machen würde. Ich weiß, dass ich volljährig bin und meine eigenen Entscheidungen treffen und mein Leben selbst gestalten kann, dennoch mache ich mir Sorgen. Wie gesagt : Sie hatte eine depressive Phase, die sie nicht wirklich therapiert hat (hatte Probleme mit dem Psychologen). Als sie letztens einen Streit mit ihrem Bruder hatte, der bei uns zu Besuch war, fielen Sätze wie : "Wieso sterben wir nicht einfach, damit wir unsere Ruhe haben".

    Nun zu mir : Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich zu ruhig und zu dumm für diese Gesellschaft bin. Wenn ich mit Menschen rede, habe ich das Gefühl, dass ich ihre Emotionen durch die Wörter, die sie mir sagen, fühle. Ich bin sehr sensibel (ist das schlimm?) und auch ein bisschen anhänglich, durch die negativen Erfahrungen (wie oben erwähnt) die ich mit Menschen gemacht habe. Ich weiß momentan nicht, was mit mir los ist. Ich habe 2016 erfahren, dass ich am Turner Syndrom leide. (meine Periode bleibt aus, kann keine eigenen Kinder zeigen, Eierstöcke zu klein, bin nur 150 cm groß). November 2017 ist mein Großvater verstorben. Natürlich spielt das alles eine Rolle. Mittlerweile werden meine Noten schlechter und ich muss das letzte Jahr auf dem Gymnasium wiederholen. Musste in der 8ten und 10ten Klasse eine Nachprüfung machen. Wollte die 10 wiederholen. Meine Mutter hat das nicht interessiert. Ich sollte durchhalten, nicht so faul sein und das durchziehen.

    In der 10 und 11. Klasse habe ich mich dazu noch in meine Lehrerin verliebt. Mein erster "realer" Schwarm (war sonst immer in Sänger etc. verliebt mit 14/15/16). Sie hat mir in den 2 Jahren den Kopf verdreht. Es war eine (zum Glück!) heimliche Schwärmerei. Wieso ich mich in sie verknallt habe weiß ich nicht.

    Bin ich zu komisch? Werde ich mein Leben jemals auf die Reihe kriegen? Wird mich jemals jemand so lieben, wie ich bin? (ob männlich oder weiblich)

    Meine Zeit in der Grundschule verlief eigentlich sehr positiv. Ich hatte nicht viele Freunde, dafür aber gute. Es gab damals nur einen Vorfall, der mir schon in diesem jungen Alter gezeigt hat, dass ich irgendwie "anders" war. Eine Mitschülerin zog mich an den Haaren und schubste mich die Treppen runter. Meine ehemalige beste Freundin stand daneben und lachte damals nur.

    Als ich 10 war, fuhr mir die Freundin einer Nachbarin ,die ebenfalls im gleichen Alter war, mit ihrem Fahrrad in meinen Schritt. Meine Mutter war schon damals sehr distanziert und hatte ihre eigenen Probleme. Sie fing an sich zu beschweren, meinte immer wieder ich wäre handysüchtig und wenn ich so weitermachen würde, würde man mich in eine Klinik einliefern müssen. Ich gebe zu, dass mein Handy-Konsum damals viel mehr war, als er jetzt ist. Ich benutzte es damals sehr viel (auch am Esstisch) und es war damals meine zweite Hand. Ihr Verhalten war damals schon sehr manipulativ und unverschämt. Ihre Patentochter hatte damals Cyberbullying erfahren und wurde über WhatsApp bedroht. Sie hat bei einer türkischen Freundin geputzt, anstatt in den Unterricht zu gehen. Meiner Mutter zu erklären, dass sie ernsthafte Probleme hatte und deswegen in einer Klinik war, bringt nichts. Das Handy war Schuld, dass ihre Patentochter in der Klinik war. Obwohl ich die ganze Technik nun anfange zu hinterfragen, trag ich immer noch Schuldgefühle in mir, die ihre Aussagen in mir ausgelöst haben. Natürlich ist mir klar, dass es bei vielen Menschen da draußen teilweise immer noch so ist, aber ich möchte das nicht mehr sein. Ich habe wieder angefangen zu lesen, mache Spaziergänge in der Natur und mache momentan ein FSJ.

    Ich habe mich damals isoliert(mit 15/16 wegen dem Mobbing) und hab Musik gehört, YouTube Videos geschaut und Geschichten geschrieben. Als ich eine Freundin eingeladen habe und sie mich gefragt hat, wann ihr Vater sie abholen soll, habe ich ihr gesagt, dass er sie ruhig etwas früher abholen kann. Nachdem diese Freundin weg war, ist meine Mutter ausgeflippt. "Du schickst sie doch nur weg, damit die an dem blöden Ding spielen kannst! Aber mach ruhig so weiter. Wenn du am Ende in eine Klinik musst, ist das nicht mein Problem!". Abends hat sie dann meine Oma angerufen und beide haben dann über meine Handysucht geredet. Meine Oma hat dann meinen Onkel angerufen um ihm zu sagen, dass das ja so mit mir nicht mehr weiter geht. Wenn ich jetzt meine Oma frage, wieso sie sich so verhalten hat, sagt sie : "Ja, wir wollten ja, dass du für die Schule lernst. Was hätten wir denn machen sollen?".

    Als wir letztens mit meinem Onkel und meiner Oma (70+) zusammen saßen meinte mein Onkel, dass er momentan das Thema Sucht in einem Seminar hat. Meine Oma ist da natürlich sofort drauf angesprungen und meinte : "Ja, *mein Name*. Du bist ja auch handysüchtig". Mein Onkel meinte dann sofort, dass ich mal süchtig war, es aber jetzt nicht mehr bin.


    Als ich auf's Gymnasium kam, schloß ich mich einer Gruppe an. Ich hatte auch eine beste Freundin. Diese "Freunde" fingen nach einer gewissen Zeit an zu sehen, dass ich sehr passiv und ruhig war. Sie fingen an sich über meine "Schweißhände" lustig zu machen. Auch über meine Größe (1,50)machten sie sich lustig. Oft hieß es dann : "Die *️mein Name*️ macht garnichts". In der 8. Klasse hieß es von einem männlichen Gruppenmitglied, dass ich so dick und klein wäre, wie die Feder, die auf dem Pult lag. Das passierte im Physik-Unterricht. Von meinen Freunden hieß es, ich sollte das alles nicht so ernst nehmen. Es war ja nur "Spaß". Als ich die Nachprüfung in der 8 bestanden habe, hat mich meine Englischlehrerin umarmt und meinte, dass sie so jemanden wie mich nicht verlieren möchte und in ihrer Klasse behalten möchte. Dieser Optimismus und diese Wärme/das Positive war so komisch. Das passierte ja parallel zu dem Thema mit der Handysucht. Klar, meine Lehrerin wusste damals ja auch nicht, was bei mir zu Hause war.

    Ich habe mich schon immer komisch und anders gefühlt. Gestern habe ich mir das Buch "Du bist anders, du bist gut" von Nora Imlau gekauft. Dort geht es um gefühlsstarke Kinder und ihre Probleme. Ich habe einiges realisiert. Naja, ich möchte das nicht zu lang halten.

    Danke fürs Zuhören!
    Geändert von flowerpower0601 (10.05.2020 um 11:12 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Bin ich zu sensibel? bzw. zu komisch?

    Du klingst ziemlich genau wie ich in dem Alter:


    Ich mochte Diskos, Feiern und typische Teenageraktivitäten überhaupt nicht, habe unter Gleichaltrigen den Mund nicht aufbekommen, jeden Spott persönlich genommen (aus heutiger Sicht: der war auch persönlich) und war über Jahre recht heftig in eine Lehrerin verknallt.




    Heute: im Leben angekommen, glücklich verheiratet.




    20 Jahre später eben, das wird!


    Ich würde Dir allerdings raten, nach dem Abitur baldmöglichst von zu Hause auszuziehen, am besten in eine andere Stadt, und dann auch nicht jedes Wochenende nach Hause zu fahren.


    Das war bei mir,w as mich im Grunde "gerettet" hat, ich wäre sonst nie aus der Kindrolle herausgekommen.



    Zu fiesen Menschen (Teenager,....) um Dich rum:


    1. die verspotten Dich wahrscheinlich, weil sie es können und sehen, dass Du drauf anspringst, vielleicht auch weil sie cool wirken wollen. Das macht es für Dich nicht angenehmer, aber
    2. Das bleibt nicht ewig so. In den 20ern spotten viele nicht mehr ganz so offen, und man ist auch nicht mehr jeden Tag in der Woche in genau derselben sozialen Gruppe (Schulklasse), aus der man nicht herauskommt, man hat viel mehr Wahlmöglichkeit. Für Schüler wie Dich und mich, die zu Schulzeiten geeignete Opfer sind, ist das Erwachsensein ein Segen!
    3. Fast jeder Teenager fühlt sich "zu komisch", das istd as eine. Das andere ist, dass es in jeder Teenagergruppe (das heißt: Mindestens in jeder Klasse!) einen oder 2 gibt, die am unteren Ende der Hackordnung stehen (Du z.B. anscheinend, ich zeitweise auch!)
    Heißt: Es gibt in Deutschland noch jede Menge andere, Du wirst einige davon kennenlernen. Und es gibt jede Menge Leute, die das Gespotte nicht gut finden, sich aber nicht trauen, den Mund aufzumachen. Auch die wirst Du noch kennenlernen.
    Schule muss man einfach durchhalten - es wird danach so unglaublich viel besser!
    4. Als Ratschlag: Sei sehr sehr wählerisch bei Deinen Freunden. Wenn in einer Gruppe gar keiner dabei ist der passt, dann ist das so. In der nächsten Gruppe wird es besser.

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    AW: Bin ich zu sensibel? bzw. zu komisch?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen






    Ich würde Dir allerdings raten, nach dem Abitur baldmöglichst von zu Hause auszuziehen, am besten in eine andere Stadt, und dann auch nicht jedes Wochenende nach Hause zu fahren.


    Das war bei mir,w as mich im Grunde "gerettet" hat, ich wäre sonst nie aus der Kindrolle herausgekommen.



    dem stimme ich voll und ganz zu!

    und hab mal Geduld mit dir!

    Finde heraus, wer Du bist und was D u willst!

    Orientiere Dich nicht zu sehr an dem "was man tun soll oder wie man sein soll.."

    Werde einfach Du selbst!

    Du bist, wie Du bist: einmalig und total ok!

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    AW: Bin ich zu sensibel? bzw. zu komisch?

    Zitat Zitat von flowerpower0601 Beitrag anzeigen
    Bin ich zu komisch? Werde ich mein Leben jemals auf die Reihe kriegen? Wird mich jemals jemand so lieben, wie ich bin? (ob männlich oder weiblich)
    Du bist stinknormal!

    Nein ehrlich, wie die anderen schon vor mir schrieben: alles im grünen Bereich.
    Ich war auch ein einsamer, seltsamer Teenager, mir hat Musikhören damals sehr viel gegeben.

    Und das allerwichtigste ist: sich abzunabeln. Dann rücken Streitigkeiten und Unverständnisse familienseits und was welcher Onkel sagt weit in den Hintergrund.

    Was machst du denn so mit 20? Was ist mit Schule und Ausbildung?

    PS: es ist keine gute Idee, zwei fast identische Threads parallel aufzumachen. Vielleicht kann man die zusammenführen?
    ************************************************** ******************

    „Nimm Dein Leben ein bisschen in die Hand. Wenn Du es gut behandelst, dann beisst es auch nicht! “
    [Geschenkt von Gustave]

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    AW: Bin ich zu sensibel? bzw. zu komisch?

    Da die TE nicht weiter diskutieren kann, schließen wir an dieser Stelle.
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