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    Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    Mein Problem ist folgendes: Ich bin Autistin und lebe sehr isoliert, meine einzigen Kontakte sind meine Eltern, meine Verwandten und meine Psychologin.
    Ich leide seit Jahren an schweren Depressionen, und jetzt, wo ich auf die 40 zugehe, wird es schlimmer, denn ich habe nichts, rein gar nichts im Leben erreicht, bin ein wertloses Nichts, noch nie in meinem Leben hatte ich Freunde.
    Ich flüchte mich in Tagträume, in denen ich mit meiner Lieblingsschauspielerin, von der ich seit 2002 ein Megafan bin, befreundet bin und in diesen Tagträumen bin ich gut im Smalltalk(was ich im realen Leben nicht bin) und es gibt keine Probleme und ich bin glücklich.
    Ich verbringe mittlerweile mehr Zeit in der Traumwelt als im realen Leben und schaue jeden Tag die Filme der Schauspielerin.
    Was kann ich tun damit mein Wunsch aufhört, sie mal treffen zu wollen?
    Mein ganzes Leben lang, schon in der Schule, bin ich gemobbt worden, und bin jetzt in Frührente, weil ich schwere Depressionen und eine Sozialphobie und eben diesen blöden Autismus habe.
    Ich hasse meinen Autismus, weil er es mir unmöglich macht, von normalen Menschen so gemocht zu werden wie ich bin, ich bin immer der Freak, der Loser.
    Ich mache seit 5 Jahren eine Therapie die mir leider noch gar nichts geholfen hat, bin noch genauso depressiv und meine Angst vor andern Menschen ist noch genauso groß.
    Seit 18 Jahren bin ich jetzt Fan von der Schauspielerin, und wünsche mir so verzweifelt, die mal treffen zu können, ich hab mir sogar schon überlegt, ihr einen Fanbrief zu schreiben, in der ich ihr meine Geschichte schildere und um ein Treffen bitte.
    Aber solche Briefe sind doch aussichtslos, da kriegt man niemals im Leben eine Antwort darauf.
    Ich bin sehr traurig deswegen, weil diese Frau für mich die Hoffnung, dass es doch auch das Gute im Menschen geben muss, symbolisiert, ich glaube, dass sie ein sehr gutes Herz hat, weil sie sich mit ganzer Leidenschaft für Flüchtlinge einsetzt.
    Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Ich bin nicht in sie verknallt oder sowas, ich mag sie einfach, weil ihre Filme mir immer sehr helfen, wenn es mir total dreckig geht, fühle ich mich hinterher immer ein bisschen besser wenn ich ihre Filme angeschaut habe.
    Ich weiß, dass mein Leben nicht besser werden würde, nur weil ich sie treffe, aber ich wünsche es mir so sehr, weil es mir echt Freude machen würde.
    Ist das noch normal, oder ist das schon Fanatismus wie bei diesem verrückten Mann, der immer vor Gwyneth Paltrows Haus rumgelungert hat? Ich würde sowas nie machen, würde nie zu ihrem Haus reisen oder sie stalken, dieser Fanbrief ist nur ein VErsuch, mit ihr in Kontakt zu treten, und wenn das nicht klappt, dann ist das eben so.
    Ist das noch normales Fansein, oder nicht?
    Ist es nötig, dass ich mich vom Fansein löse.....weil ich vielleicht zu sehr, zu intensiv Fan bin?
    Wie gesagt, ich kenne sie nicht, aber für mich hat sie sowas VErtrautes, Sympathisches.

    Diesen Brief hier hab ich ihr geschrieben, findet ihr den gut, oder ist das peinlich und muss ich mich schämen, wenn ich den abschicke?
    Ich weiß, dass ich nie ne Antwort kriegen werde, da die so viele Briefe bekommt, aber ich wollte es einfach mal versuchen:
    Was meint ihr, ist der Brief zu aufdringlich, wäre das schon Stalking?
    Und übertreibe ich es mit meinem Fansein?
    WArum kann ich diesen sehnlichen Wunsch sie mal zu treffen nicht einfach aufgeben? Ist doch nicht normal, oder?


    Ich bin ein großer Fan von Ihnen, seit ich vor 18 Jahren zum ersten Mal Herr der Ringe gesehen habe. Ihre Filme sind für mich etwas ganz Besonderes, ein Lichtblick in meinem Leben. Ich bin Autistin und lebe sehr isoliert, die einzigen Menschen zu denen ich Kontakt habe sind meine Eltern, meine Verwandten und meine Therapeutin.
    Während meiner gesamten Schulzeit und auch danach bin ich ständig gemobbt worden, weswegen ich heute unter massiven Minderwertigkeitskomplexen und schweren Depressionen leide. Depressionen zu haben, das fühlt sich oft so an, als ob man in der Dunkelheit stehen und schreien würde, und keiner kann einen hören, ich kämpfe aber dagegen an, weil ich mich nicht in der tiefen Traurigkeit verlieren will. Wenn ich richtig traurig bin, schaue ich mir Ihre Filme an und oft hilft das dann auch und ich fühle mich hinterher ein bisschen besser.
    Ich bin nicht nur ein Fan von Ihnen, wie Sie eine gute Schauspielerin sind, sondern auch, weil Sie sich von ganzem Herzen für Flüchtlinge einsetzen. Es hat mich sehr beeindruckt, dass Sie für diese Menschen, denen in unserer Gesellschaft oft keine Stimme gegeben wird, sprechen. Das zeigt mir, dass Sie ein gutes Herz haben und ich hoffe, dass Sie mit Ihrer Arbeit dazu beitragen können, dass viele Flüchtlinge in einem sicheren Land eine neue Heimat finden.
    Aufgrund des jahrelangen Mobbings dem ich ausgesetzt war, fällt es mir extrem schwer, noch an das Gute im Menschen zu glauben, aber Ihr Beispiel gibt mir Hoffnung, dass ich vielleicht eines Tages wieder anderen Menschen vertrauen und das Gute in ihnen sehen kann
    Ich habe gelesen, dass sie als Teenager extrem schüchtern gewesen sein und auch heute noch manchmal Selbstzweifel haben sollen. In diesem Moment habe ich mich Ihnen sehr verbunden gefühlt, das hat Sie für mich nur noch sympathischer gemacht. Ich finde es beeindruckend, dass Sie trotz aller Rückschläge in Ihrem Leben hart gearbeitet und als Schauspielerin so viel erreicht haben.
    Meine Depressionen und die Einsamkeit stürzen mich oft in tiefe Verzweiflung, dann habe ich das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben. Seit meiner Kindheit ist es mein Traum, Schriftstellerin zu werden, das Schreiben ist meine größte Leidenschaft im Leben, aber in depressiven Momenten glaube ich, das nicht schaffen zu können, und eine Versagerin, ein wertloses Nichts zu sein.
    Aber dann sehe ich wieder, wie aus Ihnen, dem einst schüchternen Mädchen, eine mutige und selbstbewusste Frau geworden ist, die tapfer ihren Weg gegangen ist und stolz auf das sein kann was sie erreicht hat.
    Dann weiß ich, dass ich mich und meinen Traum nicht aufgeben darf und gegen meine Depressionen kämpfen muss, denn nur so wird es mir gelingen, aus meiner Isolation herauszukommen und irgendwann ein normales Leben zu führen.
    Ich wünsche mir so sehr, Sie einmal treffen zu können, ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir das ermöglichen könnten.
    Ich bin fasziniert von ihrem Optimismus, durch den aus einem schüchternen Teenager eine starke Frau wurde. Damit sind Sie für viele Frauen ein Vorbild, egal ob sie Schauspielerin, Schriftstellerin oder Mechanikerin werden wollen. Für mich sind Sie ein Vorbild, und zwar eines, das mir Mut macht, dass ich es vielleicht eines Tages schaffe, meine Schüchternheit ein wenig ablegen und selbstbewusster werden zu können.

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    Herzlich willkommen

    Ich empfinde den Brief nicht als Stalking. Wenn es dir hilft, dann schick ihn ab.

    Es tut mir sehr leid, das du dermaßen unter deinem Leben leidest.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    @Kleinfeld

    Danke für das nette Willkommen.
    Ich bin Autistin, und da fällt es mir immer schwer einzuschätzen, wie normale Leute so einen Brief sehen könnten, danke für deine Hilfe. Ich werde ihn abschicken, auch wenn ich im Grunde weiß, dass die Chancen auf eine Antwort sehr gering sind.
    Leider habe ich es schwer im Leben und flüchte mich deswegen zu sehr in diese Traumwelten, ich komme leider nicht davon los.
    Geändert von Elyn80 (20.02.2020 um 11:00 Uhr)

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    Zitat Zitat von Elyn80 Beitrag anzeigen
    @Kleinfeld

    Danke für das nette Willkommen.
    Ich bin Autistin, und da fällt es mir immer schwer einzuschätzen, wie normale Leute so einen Brief sehen könnten, danke für deine Hilfe. Ich werde ihn abschicken, auch wenn ich im Grunde weiß, dass die Chancen auf eine Antwort sehr gering sind.
    Leider habe ich es schwer im Leben und flüchte mich deswegen zu sehr in diese Traumwelten, ich komme leider nicht davon los.
    Gerne. Und zu einem großen Teil verstehe ich dich gut. Ich habe so einen Menschen in der Familie,keinen Authisten, ansonsten so ziemlich genau die gleiche Problematik.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    @Kleinfeld

    Ja, da bin ich bestimmt nicht die Einzige, die solche Probleme hat. Das Fansein ist für mich auch eine Art Flucht aus einer Realität, die ich nicht ertragen kann, aber es macht mir eben Angst, dass ich sie mal so gerne treffen will, wünsche ich mir schon seit 18 Jahren, das ist in meinem Alter nicht normal.
    Ihre Filme haben mir immer in besonders schweren, depressiven Phasen geholfen und ich vergöttere sie für ihr Engagement für Flüchtlinge....das hilft mir, auch weiterhin an das Gute im Menschen zu glauben.
    Ist das Mitglied deiner Familie auch so unfähig dazu wie ich, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten? Dann kennst du die Problematik ja nur zu gut.

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    Zitat Zitat von Elyn80 Beitrag anzeigen
    Ist das Mitglied deiner Familie auch so unfähig dazu wie ich, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten? .
    Ja, völlig. Außenseiter, immer schon. Auch krankheitsbedingt.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

  7. gesperrt

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    @Kleinfeld

    Das tut mir leid, ich weiß ja aus eigener bitterer Erfahrung wie das ist. Ich hoffe, dass die Person zumindest bei euch in der Familie den Rückhalt hat, den sie braucht. Ist wirklich traurig, dass gerade Menschen die eine Behinderung oder psychische Probleme haben, oft lebenslang Außenseiter sind.

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    Hallo Elyn,

    Ich finde den Brief auch gut,
    nicht stalkend und gut geschrieben.

    Im Prinzip würde ich ihn allerdings umformulieren und ihn an Dich selber schreiben (und dann an Dich selbst schicken.)

    Da gehört er irgendwie hin und es bringt vielleicht mehr.

    Es gibt Dir Mut, wie die Schauspielerin ihren Weg gefunden hat und es inspiriert Dich.
    Solche Wege gibt es ja (bei vielen Menschen, auch wenn man die meisten nicht kennen lernt, wenn man wenig im real life unterwegs ist) und es ist tröstlich, gut und sehr wichtig, das zu erfahren.

    Deine Verehrung für die Schauspielerin kannst Du auch ausweiten auf das Team aus Produzenten, Regisseuren und allen, die am Gelingen der Figur beteiligt sind, die sie in der Serie und in ihren Filmen darstellt.
    Und auch auf diejenigen, die ihr helfen, ihr gesellschaftliches Engagement auszuüben und sie dahingehend beraten.

    Das hätte eine reale Dimension - diese Menschen gehören alle mit zu dem Bild von ihr, was Du kennst, verehrst und aus dem Du auch viel gute Kraft ziehst.

    Und hilft vielleicht aus der isolierten Bewunderung für diese eine Person heraus (und damit aus der Angst, sie diese Dir selber macht?)

    Dein Traum zu schreiben:
    Hast Du schon mal etwas Kleines begonnen?
    Du erklärst und beschreibst gut!

    Liebe Grüße
    Kaffeewasser

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    Zitat Zitat von Elyn80 Beitrag anzeigen
    @Kleinfeld

    Das tut mir leid, ich weiß ja aus eigener bitterer Erfahrung wie das ist. Ich hoffe, dass die Person zumindest bei euch in der Familie den Rückhalt hat, den sie braucht. Ist wirklich traurig, dass gerade Menschen die eine Behinderung oder psychische Probleme haben, oft lebenslang Außenseiter sind.
    Dankeschön Ja, auf alle Fälle.

    Schreiben und zeichnen ist auch hier das Ventil.
    Viele Dinge fallen mir einfach so zu,.......Augen zum Beispiel.

  10. gesperrt

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    AW: Depressiv....und bin ich zu sehr Fan?

    @Kaffeewasser

    Ja, ich bin in einem Schreibforum angemeldet und dort stelle ich öfters Geschichten rein und in einem geschützten Bereich auch meinen dystopischen Roman. Den würde ich gerne an die Verlage schicken, hatte aber bisher nicht den Mut dazu, will es aber versuchen.
    Du hast Recht, der Brief ist vielleicht wirklich zu persönlich um den zu verschicken. Und wahrscheinlich hast du Recht, sie hat die Filme ja nicht alleine gedreht und auch beim gesellschaftlichen Engagement hat sie sicherlich auch viele die ihr helfen.
    Ich wünsche mir schon seit ich ein Kind bin Schriftstellerin zu werden und schreibe sehr viel, aber leider hatte ich nach zwei Absagen von Verlagen nicht mehr den Mut, da wieder was hinzuschicken.
    Deswegen ist diese Schauspielerin auch so inspirierend für mich, sie war ja als Teenager eine schücherne Außenseiterin, hat es aber trotzdem als Schauspielerin geschafft und dadurch auch viel Selbstbewusstsein gewonnen, das beeindruckt mich eben sehr und macht mir auch Mut.
    Wenn man von einem Verlag eine Absage bekommt, denkt man sich, dass man vielleicht gar nicht gut genug schreiben kann und deswegen keine Chance hat, ich bin da immer schnell entmutigt.
    Aber vielleicht habe ich da auch zu schnell aufgegeben. Das Schreiben liebe ich...aber einen Verlag zu suchen, das fällt mir schwer.
    Danke für deine Antwort, hilft mir wirklich sehr.

    @Kleinfeld

    DAs ist gut, ich hoffe, es hilft der Person, mir hilft das Schreiben immer sehr.

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