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  1. Avatar von bienie
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    Frage Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Meine Diagnose lautet "rezidivierende Depression".
    Ich pflege meine Eltern, meinen Seniorhund, arbeite Vollzeit, habe Mobbing überstanden und arbeite jetzt an einem Platz, wo mir die Arbeit im Grunde gut gefällt.
    Seit letztem Jahr nehme ich keine Antidepressiva mehr. Für Therapie war/bin ich lt. Gutachter erst einmal gesperrt (nach dem Mobbingdrama mit Schmerzklinik - habe hier im Forum darüber geschrieben).

    In den letzten Wochen aber ist die Depression immer mehr zum Bestandteil in meinem Leben geworden, sprich - ich werde zunehmend lethargischer, bin am Wasser gebaut, denke sehr negativ, habe Angst und es gibt Phasen, wo ich nicht mehr aufwachen möchte (nein, keine Sorge, ich tue mir nichts an). Ich kann einfach keine Freude mehr empfinden, ziehe mich zurück und von Freunden ist nicht mehr viel übrig geblieben, schon aus Zeitmangel. Vor allem spüre ich eine massive Wut und Aggression in mir.

    Mein Hausarzt meint, mir wieder ADs verschreiben zu wollen, aber ich will das nicht mehr. Seit letztem Jahr weiß ich, dass ich Diabetes habe. Meine Blutwerte, die Leberwerte, waren mega schlecht. Die Hormontherapien, Antidepressiva und Schmerzmittel, das hinterlässt eben Spuren.
    Ich habe meinen Lebensstil umgekrempelt und habe auch ziemlich abnehmen können. Trotz Pflegesituation.
    Ich weiß, dass meine Lebenssituation nicht das bietet, was ich mir für mein Leben wünsche - es fehlt mir gerade an Kraft für alles.

    Ich bin zu meiner Krankenkasse marschiert und wenn ich Glück habe, bekomme ich aufgrund der Pflegesituation noch einmal Therapie. Ich habe sogar mit dem Gedanken einer Tagesklinik gespielt, weil ich das Gefühl habe, dass mir mein Leben einfach entgleitet und ich alleine ins Trudeln gerate. Psychosomatik lässt ebenfalls grüßen.

    Heute z. B. habe ich einen sehr "schwarzen" Tag. Auch wenn ich meine Verpflichtungen irgendwie geschafft habe , so habe ich das Gefühl, alles zu vernachlässigen, auch meine Eltern. Ich hake alles nur noch ab und bin - wie erwähnt - aggressiv. Manchmal schließe ich mich ein und heule los. Jetzt "erwischt" es mich schon während der Arbeit, dass mir die Tränen kommen. Dabei habe ich mich bisher immer gut ablenken können.

    Aus meinen Therapiezeiten habe ich viel gelernt, was ich an "Sofortmaßnahmen" treffen könnte - aber vieles funktioniert nicht mehr, weil ich ja jetzt eine ganz andere Verpflichtung im Leben habe.

    Das Warten, ob ich einen Therapietermin bekomme, ob ich die Therapie überhaupt bewilligt bekomme, ob ich lieber in die Tagesklinik gehe - ich habe einfach keinen Plan und es geht mir gerade von Tag zu Tag schlechter.
    Ich möchte keine Antidepressiva mehr nehmen, versuche es mit Hanföl - damit kann ich zumindest schlafen.
    Tagsüber?

    Wie kann man überhaupt wieder das Gefühl bekommen, sich freuen zu können? Braucht es wirklich dazu Medikamente? Geht es nicht auch ohne? Wie kann die Zeit bis zur möglichen Therapie überbrückt werden?

    Ich habe viel geschrieben, es bewegt mich gerade so viel.
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica"

  2. Avatar von Mendo
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    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Hi liebe Bieni,

    ich nehme auch keine Antidepressiva mehr. Zum Teil, weil sie nicht gewirkt haben, zum Teil massive Nebenwirkungen hatten und beim Absetzen von einem besonders starken Medikament wäre ich beinah hops gegangen und keiner hat mir geholfen.

    Ich kämpfe mich so von Tag zu Tag und versuche diszipliniert zu sein. Dazu gehört auch, jeden Tag etwas Schönes zu tun.
    Was hilft nach den langen Jahren der Depression ist das Wissen, es geht auch wieder aufwärts.

    Also nicht verzweifeln, wenn einem alles zuviel wird und man meint, das Leben nicht mehr ertragen zu können, sondern denken, das ist jetzt eine schlechte Phase, aber ich weiß genau, es kommen wieder bessere Zeiten.
    Und in der schlechten Phase halt funktionieren so gut es geht.

    Kannst Du denn bei all Deinen Belastungen Dir etwas Gutes tun? Die Eltern mal in die Kurzzeitpflege abgeben, ein paar Tage Urlaub nehmen, wegfahren, Wellness oder so?

    Zu den Genehmigungsverfahren der KV kann ich nichts sagen, ich mache keine Therapie mehr, weil mir das Nichts gebracht hat und in eine psychosomatische Klinik würde ich nie wieder gehen, weil ich die Gruppentherapien dort furchtbar fand.

    Alles Gute. Du kannst mir auch eine PN schreiben.
    Too blessed to be stressed

  3. Avatar von bienie
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    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Ich kann meinen Hund nicht einfach abgeben. Er hält immerhin mit dem Tempo meiner Eltern mit, sprich meine Mutter kann ihn tagsüber mal raus lassen, viel laufen muss er nicht mehr. Seine Medikamente gebe ich ihm.

    Ich würde gerne einmal über ein Wochenende weg fahren. Es gibt noch eine Schwester, aber bei ihr muss ich mich Monate vorher anmelden, da sie immer schwer beschäftigt ist. Ich möchte einfach nicht mehr betteln.
    Meine Eltern klammern an mir, das ist sehr belastend. Letztes Jahr war ich 2 x abends weg und das war es dann.
    Urlaub ist meistens verplant mit Dingen, zu denen man unter der Woche während der Arbeit nicht kommt.

    Ich vertrage die Medikamente auch nicht. Als es mir das letzte Mal so schlecht ging, habe ich ein Medikament aufs Auge gedrückt bekommen, das meine Persönlichkeit verändert hat - vom Absetzen möchte ich gar nicht reden. Außerdem ändern Medikamente nicht die Situation, sie betäuben nur.

    Vielleicht fehlt mir die Aussicht auf positive Phasen. Ich weiß, es wird nicht besser. Ich weiß, ich werde meine Eltern verlieren. Ich weiß, ich werde meinen Hund verlieren. Spiraldenken....

    ich danke Dir Mendo
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica"

  4. Avatar von Daphnia
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    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Hallo bienie,
    Hast du denn keine Hilfe bez deiner Eltern?
    Sozialstation zb?
    Oder haben sie keinen Pflegegrad und es geht finanziell nicht?

    Du wirst Aufgaben abgeben müssen, dass du nicht so erschöpft bist und aus der Spirale rauskommst. Eltern versuchen oft zu klammern. Wenigstens regelmässi raus und dir -wie schon jmd sagte-dir was Gutes tun.
    Wenn du zusammenklappst, haben deine Eltern auch keine Hilfe mehr.

    Könntest du mit deinem Hund ein paar Tage verreisen-oder ist er zu alt?
    Ich hoffe, du findest eine Lösung
    LG daphnia

  5. Avatar von bienie
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    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Mein kleiner Vierbeiner ist schon zu alt. Lange werde ich ihn nicht mehr haben. So lange soll es ihm gut gehen.

    Doch, beide haben einen Pflegegrad. Mein Vater aber lehnt kategorisch alles ab, Demenz ist eben schon schwierig.

    Mich beschäftigen eben die Verlustängste und lösen ständig depressive Phasen aus. Was für mich gut ist - das kann ich nicht mehr spüren.
    Ich habe auch Angst davor, in meinem neuen Job zu versagen, ich bin gelegentlich unkonzentriert, dauermüde und anfällig für Infektionen.
    Deswegen dachte ich auch an eine Tagesklinik. Ich bekomme den Focus nicht mehr auf mich gelenkt.
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    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica"

  6. Inaktiver User

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Ich habe selbst keine Erfahrungen, aber denkst Du nicht, dass Du da mal komplett raus musst?

  7. Avatar von bienie
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    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe selbst keine Erfahrungen, aber denkst Du nicht, dass Du da mal komplett raus musst?
    Theoretisch - ja, praktisch - nein. Meine Eltern haben mir sehr viel geholfen, jetzt bin ich dran (meine persönliche Einstellung).
    Sicher klingt es komisch, aber ich habe u. a. auch Angst, ich wäre weg, es passiert etwas und sehe sie dann nie wieder.
    Aber mit solchen Gedanken will ich niemanden belasten, das wird Teil einer Therapie sein.
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    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica"


  8. Registriert seit
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    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Liebe bienie,

    ich musste Dir gleich antworten. Ich erinnere mich gut an Dich. Ich kämpfe auch immer noch. So sind wir jetzt sowas wie Weggefährten und ich freue mich, Dich wieder zu lesen, obwohl ich einen angenehmeren Anlass vorgezogen hätte.

    Die Möglichkeiten der unmittelbaren Entlastung wirst Du geprüft haben. Pflegehilfe, Schwester in die Pflicht nehmen usw Wenn Du auf der Arbeit weinst, ist es wohl mal Zeit für eine Krankschreibung.

    Ich kann allem, was Du über Psychopharmaka schreibst, nur beipflichten. Es gibt andere Möglichkeiten. Wobei ich gerade dann doch zum ersten Mal zu Johanniskraut greife. Mit durchwachsenem Erfolg, ich komme bei Interesse gern drauf zurück.

    Manchmal untertags hilft mir Baldrian. Ich musste aber lange probieren, Perlen und Tabletten unterschiedlicher Dosierung bis ich bei den Tropfen gelandet bin.

    Beherrschst Du ein Entspannungsverfahren? Das viele Weinen konnte ich schwer aushalten, zu Zeiten, als ich nur noch weinte, hat mir autogenes Training sehr geholfen. Abends etwas ätherischen Öl Deiner Wahl auf ein Taschentuch neben dem Kopfkissen - naturreine ätherische Öle wirken über den Geruchssinn direkt auf das Gehirn, das begleitet sanft durch die Nacht.

    Kannst Du die Grübelzeiten irgendwie konstruktiv nutzen? Sanfte Bewegung oder an die Luft wenn Du kreiselst? Hier im Forum wurde Mood Gym genannt, vielleicht macht es Spass, das auszuprobieren, ich selbst komme trotz Bedarf gerade nicht dazu. Es gibt unter den vielen Möglichkeiten ganz sicher auch eine für Dich. Oder mehrere.

    Tauschst Du Dich mit Gleichgesinnten aus? Es gibt Gruppen für pflegende Angehörige.

    Liebe Bienie, alle diese Belastungen werden nicht für immer andauern. Du hast jedes Recht, Dich mal hängen zu lassen und gerechten Zorn auch zu spüren.

    Alles Liebe und Gute
    neustart
    naja wenigstens hab ich es versucht

  9. Avatar von Daphnia
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    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Hallo Bienie,
    Zur Krankheit bzw Medikamenten kann ich (noch) nichts sagen-habe aber Angehörige ,die an Depression leiden. Da hat der Vorbeitrag Hilfreiches geschrieben.

    Ich habe aber jahrzehntelange Erfahrung mit kranken/pflegebedürftigen Eltern.
    Und ich kann dich da nur warnen: achte-wenigstens minimal-auf dich!
    Selbstverständlich kümmert man sich um seine Eltern, wenn ein gutes Verhältnis besteht -sie waren ja auch für uns da.
    Das darf aber nicht bis zur Selbstaufgabe gehen. Dann klappst du völlig zusammen, und dann fällst du für Eltern und dein Hundchen ganz aus. Alte Leute sind mMn oft Egoisten -auch ohne Demenz. Viele wehren sich, wenn prof. Hilfe kommen soll. Das war bei meinem Vater auch so. Nach kurzer Zeit war er aber froh darüber.

    Die prof. Hilfe kann ja als zusätzliche Unterstützung gesehen. Du bist doch nach wie vor da. Aber hast ein bisschen Freiraum für dich, wo du rauskommst und dein Gedankenkarusell unterbrochen wird.

    Gibts in deinem Ort oder Arbeitsort keine Gruppe, wo du dich anschliessen könntest? Betriebssport, Singen, Kochen, Literatur-oder wie erwähnt-angehörigengruppen?
    Einfach raus für ein paar Stunden!
    Deine Vater wird NIE zufrieden sein, wieviel du für ihn tust-das kenne ich. (" verlassen kann ich mich nur auf meine Nachbarn,nicht auf meine Kinder....". Obwohl wir viel getan und organisiert haben).
    Eine Spur Rationalität und Eigenschutz ist notwendig. Diese Erkenntnis ist in deiner jetzigen emotionalen Phase schwer. Mir fällt noch ein,was mir in schlimmen Phasen geholfen hat (und die kommen)-obwohl nicht religiös, haben mir manchmal Kirchenbesuche geholfen.

    Hast du denn keine Freundin,mit der du dich,evt auch telefonisch, austauschen kannst? Oder alle 2 Wochen treffen?
    Ich wünsche dir für das Organisatorische einen rationaleren Blick für eine Lösung. Das ist Voraussetzung, dass du gesund wirst. Daphnia

  10. Avatar von ereS
    Registriert seit
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    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Zitat Zitat von bienie Beitrag anzeigen
    Theoretisch - ja, praktisch - nein. Meine Eltern haben mir sehr viel geholfen, jetzt bin ich dran (meine persönliche Einstellung).
    Sicher klingt es komisch, aber ich habe u. a. auch Angst, ich wäre weg, es passiert etwas und sehe sie dann nie wieder.
    Aber mit solchen Gedanken will ich niemanden belasten, das wird Teil einer Therapie sein.
    es ehrt dich ja das du sagst jetzt kuemmere ich mich um meine eltern, aber es nutzt doch nichts wenn du dabei auf der strecke bleibst, und das wird dir auch jeder therapeut so sagen
    das auge der moderatoren ist ueberall...

    ueber rechtschreibfehler in meinen beitraege bitte ich hinwegzusehen, ich sehe sie aktuell auch nicht richtig...

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