+ Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 35
  1. Avatar von schafwolle
    Registriert seit
    17.09.2008
    Beiträge
    23.860

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Zitat Zitat von bienie Beitrag anzeigen
    Meine Eltern klammern an mir, das ist sehr belastend. Letztes Jahr war ich 2 x abends weg und das war es dann.
    Liebe bienie,

    bei aller Hochachtung für Deinen Pflegeeinsatz und bei allem Verständnis dafür, dass
    Du Deinen Eltern gerne etwas zurück geben möchtest ... aber das, was Du da beschreibst,
    geht mE gar nicht.

    Versuche, Dich ganz bewusst aus dieser Umklammerung zu befreien, auch wenn es erstmal
    gegen das geht, was Deine Eltern erwarten. Sie haben Dich, ihre Tochter, anscheinend gar nicht
    im Blick. Auf Dauer hältst Du das nicht aus, ohne noch mehr Schaden zu nehmen.

    Auch eine Therapie wird gegen die tatsächlichen Belastungen nicht helfen. Da musst Du schon
    selbst aktiv werden, um Deine Grenzen zu erkennen und sie zu respektieren.

    Was die Medikamente angeht .... das soll jetzt kein allgemeines Plädoyer für Antidepressiva
    sein, aber gerade angesichts Deiner Ängste kann das richtige Mittel schon viel im positiven
    Sinn bewirken. An Deiner Stelle würde ich mich dagegen nicht prinzipiell sperren.

  2. Avatar von agathe13
    Registriert seit
    26.08.2007
    Beiträge
    3.610

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Zitat Zitat von bienie Beitrag anzeigen
    Doch, beide haben einen Pflegegrad. Mein Vater aber lehnt kategorisch alles ab, Demenz ist eben schon schwierig.
    Du schreibst in einem anderen Posting, dass du dich jetzt revanchierst für alles, was deine Eltern für dich getan haben. Dann überleg doch mal: haben deine Eltern dir als Kind immer in allem nachgegeben, dir alles gegeben, was du wolltest und alles unterlassen, was du nicht wolltest?
    Musstest du nicht Zähne putzen, wenn du keine Lust dazu hattest, oder haben deine Eltern dafür gesorgt, in deinem eigenen Interesse, dass du das machst?
    So ähnlich sehe ich es mit deinem Vater auch: er hat ein Recht darauf, gut versorgt zu sein - aber nicht, dass alles nach seinem Willen geht und alles unterlassen wird, was ihm nicht passt.
    So wie deine Eltern früher für dich als Kind Dinge entscheiden musste, auch wenn sie dir vielleicht gegen den Strich gingen, so musst du es jetzt bei deinem dementen Vater.
    Eine Entscheidung für eine externe Entlastung ist eine sinnvolle Entscheidung, dein Vater wird damit leben müssen. Auch ihm ist damit gedient, wenn du nicht irgendwann mit einem Burnout zusammenklappst.

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Versuche, Dich ganz bewusst aus dieser Umklammerung zu befreien, auch wenn es erstmal
    gegen das geht, was Deine Eltern erwarten. Sie haben Dich, ihre Tochter, anscheinend gar nicht
    im Blick. Auf Dauer hältst Du das nicht aus, ohne noch mehr Schaden zu nehmen.
    Das kann ich nur unterstreichen.
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

  3. Inaktiver User

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Ich persönlich habe ja die küchenpsychologisch fundierte These, dass Depression oft eine Reaktion auf das falsche Leben ist. So seh ich das bei dir auch, wer sollte da noch gutgelaunt durchs Leben tanzen, bei der Belastung?

    Für mich ist das oft wie eine Blase, wenn der Schuh drückt, es zeigt dir, da läuft was schief.

    Und das kriegst du meiner Meinung nach auch nicht wegtherapiert wenn du weiter im Joch bleibst, oder Tabletten schluckst. Es heisst - du bist überfordert. Und solange du dich nicht entlastest wird es dir nicht besser gehen.

    Sorry wenn das sehr nüchtern klingt, aber tatsächlich seh ich keine andere Lösung. Auch wenn ich es dir wünschen würde.

  4. Inaktiver User

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Hallo Bienie, wie geht es dir mit den Antworten? Vielleicht hast du dir was anderes erhofft, aber der Tenor ist ja ähnlich. Ich weiß gar nicht was man dir anderes schreiben sollte.


  5. Registriert seit
    17.07.2019
    Beiträge
    599

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Hallo Bienie,

    von mir die Frage, was Du Dir von der Überbrückung erhoffst, wenn doch eigentlich auf der Hand liegt, dass das Ziel einer Therapie vor allen in der Veränderung liegt - also genau das, was Du gerade für Dich ausklammerst?


  6. Registriert seit
    03.06.2016
    Beiträge
    441

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Hallo,

    ich sehe in allen Beiträgen hilfreiche Gedanken. Da nun Psychotherapie für die genannte Diagnose eine erwiesenermaßen wirksame Behandlung ist, würde ich das auch nicht unter den Tisch fallen lassen.

    Liebe Grüße
    neustart
    naja wenigstens hab ich es versucht

  7. Avatar von Mendo
    Registriert seit
    25.04.2006
    Beiträge
    2.107

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Ich bin gestern auf einen sehr interessanten Beitrag in der Mediathek gestossen. Es geht um Alternativen zu Antidepressiva und Therapie und neue Behandlungsansätze.
    Ich fand das sehr interessant, zumal die Autorin selbst an Depressionen leidet.

    Das mit dem Ketamin würde ich gerne ausprobieren.
    Hat das jemand schon ausprobiert oder kennt eine Adresse in München?

    Ich weiß jetzt schon, daß meine Ärztin da nicht weiter hilft.
    Too blessed to be stressed
    Geändert von Mendo (19.02.2020 um 11:29 Uhr)

  8. VIP Avatar von katelbach
    Registriert seit
    02.03.2011
    Beiträge
    17.316

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Zitat Zitat von Mendo Beitrag anzeigen
    Das mit dem Ketamin würde ich gerne ausprobieren.
    Hat das jemand schon ausprobiert oder kennt eine Adresse in München?

    Ich weiß jetzt schon, daß meine Ärztin da nicht weiter hilft.
    Sie kann und darf dir (noch) nicht weiterhelfen. Soweit ich weiß, ist Ketamin in der Indikation Depression noch nicht zugelassen bzw. nur von der FDA. Für Europa gibt es wohl eine Empfehlung der EMA, aber noch keine Zulassung. Ich hab jedenfalls kürzlich noch nichts gefunden, als ch für jemanden recherchiert habe.
    Ohne Zulassung (= "off label") dürfen Medikamente nicht verordnet werden.

    Versuch es bei den Uni-Klinika (TU, LMU), vielleicht sind die an Studien beteiligt.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin


  9. Registriert seit
    11.11.2016
    Beiträge
    1.236

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Mendo, ich hatte dir das schon mal in einem anderen Strang geschrieben: dein Verhalten und deine Entscheidungen halten dich in der Depression. Wenn du diese nicht veränderst, bleibst du auch in der Depression (und den anderen Beschwerden mit Psychokomponente). Ein Medikament heilt nicht, es kann nur als Unterstützung dienen, dass du die Änderungen einsehen und umsetzen kannst.

    Deshalb für dich und Bienie: ohne Änderung in der Lebensführung keine Besserung der Depression.

  10. Avatar von bienie
    Registriert seit
    17.09.2006
    Beiträge
    2.730

    AW: Depressionen - ohne Medikamente Überbrückung bis zur Therapie

    Hallo an alle,

    es ging mir die letzten Tage so schlecht, dass ich weder lesen noch schreiben konnte. Heute bin ich wieder klar.

    Meine Depressionen hatte ich schon, bevor meine Eltern zum Pflegefall wurden. Schon als Jugendliche, wo man mir sicher nicht zum anderen Lebensstil raten würde.

    Natürlich spielt das eine Rolle, keine Frage. Dazu aber braucht es Kraft - und die habe ich einfach nicht. Ich schaffe es nicht alleine. In der Beratung für Angehörige, die ich im Netz gefunden habe, wurde mir zur Therapie geraten, um nicht völlig alleine da zu stehen und evtl. auch im Umgang mit meinen Pflegefällen noch etwas zu lernen. Ich komme nicht mit der Veränderung der Persönlichkeit meiner Eltern zurecht und auch nicht mit dem drohenden Verlust. Meinen Hund werde ich ohnehin bald verlieren, er ist alt und krank.

    Ich habe mich letztendlich gegen eine Therapie und gegen Medikamente entschieden. Manches ist eben Schicksal und man sollte es annehmen. Ich für meinen Teil mag einfach nicht mehr kämpfen, es gibt andere Ventile.

    Danke für Eure Antworten.
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica"

+ Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •