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  1. Registriert seit
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    Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Ich poste es mal hier in der Rubrik Depression, da ich denke, es passt hier am besten und es besteht ein Zusammenhang.
    Ich habe eigentlich schon mein ganzes Leben Depressionen, bzw. immer wieder depressive Phasen, kPTBS, Burnout...nun habe ich eine Lebenskrise die mittlerweile bestimmt schon 5 oder eher 6 Jahre andauert. Ich mache und tue und kämpfe und strampele...Es wurde zwischendurch besser, dann passierte wieder was...und es ist immer so eine Instabilität. Umzüge, Jobwechsel, Todesfälle. Es ist einfach zu viel, es kommt keine Ruhe rein.
    Mittlerweile habe ich nach meinem Burnout in mir wieder ein Fundament, wo ich sagen kann: Mein Alltag ist schaffbar. Das war es aber auch schon. Keinerlei Lebensfreude oder ähnliches, weil mir dieser Alltag (arbeiten, Haushalt) eben auch alle Kraft raubt. Hinzu kommt eine sehr kraftraubende Wohn- und familiäre Situation, wo ich auch dringend raus will, aber im Moment ist es wie es ist. Mit der Herkunftsfamilie kompletter Kontaktabbruch bei gezwungener räumlicher Nähe.
    Das schlimmste aber ist: Da ist sonst nichts und niemand. Ich habe über die Jahre ALLE meine Kontakte verloren. Es gibt NIEMANDEN, den ich anrufen kann, wenn es mir schlecht geht, aber auch nicht, wenn es mir gut geht.
    Es ging schleichend. Es war schon immer so, dass ich immer eher der forcierende Part war. Es wurde immer weniger und weniger. Es kam nie was zurück. Irgendwann habe ich mal die Probe aufs Exempel gemacht und mich einfach mal gar nicht mehr gemeldet, um mal zu schauen, ob noch was kommt und wer sich noch meldet. Es kam nichts, keiner mehr hat sich gemeldet. Ich könnte mich einfach in Luft auflösen, es merkt keiner. Außer die Herkunfstfamilie, die mich stalkt obwohl ich keinen Kontakt will.
    Ich denke mir mittlerweile: "Okay, du bist keine attraktive Freundin. Warum bist du keine attraktive Freundin?" Darüber grüble ich viel. Ich kann mir vorstellen, dass es anstrengend ist, mit jemandem befreundet zu haben, dem es dauerhaft schlecht geht. Das doofe ist, dass man durch die Einsamkeit eben auch tatsächlich immer unsicherer und verschrobener wird.
    Ich merke oftmals, wie ich ausgeschlossen werde. Bspw. bekomme ich mit, wie Arbeitskollegen am Telefon über Verabredungen zum Essen etc. sprechen. Es kommt aber keiner auf die Idee, mich einzuladen. Und das sind die Leute, mit denen ich mich so schon gut verstehe, also es scheint nicht so zu sein, dass sie mich generell nicht mögen, ich gehöre nur halt eben auch nicht so wirklich dazu.

    Ich habe das mal in meiner Studienzeit angesprochen und da hieß es: "Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass du Kontakt suchst". Aber darauf kommt es doch gar nicht an, sondern darauf, ob derjenige (also in dem Fall die Frau die das sagte) Kontakt mit mir haben will. Dann ist es doch ganz egal, ob derjenige "suchend" wirkt. Wenn ich jemanden dabei haben will, frage ich den. Auch wenn er nicht einsam wirkt. Fakt ist ja auch, dass Leute mit denen andere gern zusammen sind, eben nicht einsam sind!
    Ich glaube mittlerweile, Einsamkeit wirkt total abschreckend auf die meisten. Das ist der totale Teufelskreis. Es wäre nun natürlich super, wenn man seine Depression alleine überwinden könnte und sich dann gut gelaunt neue Freunde suchen. Für mich ist aber mittlerweile eben gerade diese Einsamkeit ein ganz großer, wenn nicht sogar der Hauptfaktor für die Depression. Ein Teufelskreis.
    Zu den Tipps wie "Meld dich zum Yoga an...", "Geh auf Menschen zu..." etc...das habe ich alles schon probiert, es ändert aber nichts. Die Aura der Einsamkeit bleibt. Es kommt keine Verbindlichkeit auf.
    Ich habe eigentlich nicht so das Problem Menschen kennenzulernen, sondern es geht eben einfach nicht weiter, es kommt keine Verbindlichkeit zustande.

    Gibt es hier vielleicht Leute, denen es ähnlich ging und die es überwunden haben? Auch Leute, denen es nicht ähnlich ging oder geht sind willkommen, weil mich auch interessiert, ob ihr Leute kennt, wo ihr vermutet oder wisst, dass sie einsam sind und ob ihr Ideen habt, warum das so ist, dass man eben mit denen nichts zu tun haben will.

    Liebe Grüße und vielen Dank schonmal!


  2. Registriert seit
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Mir sind über die Jahre recht viele Leute begegnet, die langsam in die Einsamkeit glitten und bei einigen konnte ich das ein wenig mitkriegen, wie es sich entwickelte.

    Ein Mensch z. B. litt jahrelang an mittelschwerer Depression. Psychotherapien brachten nichts. Eher wurde er darin bestärkt, dass man mit ihm nicht auskommen kann.
    Er erzählte viel von sich und nichts auf der Welt konnte ihm klar machen, dass man ihn doch gern haben kann. Er hielt das für unmöglich. Zusätzlich fand er sich auch hässlich.
    Angebote, sich mal zu treffen, wurden manchmal angenommen, aber sie waren für ihn eher eine Last.
    Irgendwann traute sich niemand mehr, den Kontakt zu suchen oder vielleicht nur ein Mal im Jahr.

    Mein Eindruck war, dass es letztlich daran lag, dass er nicht wollte.
    Also er wollte zwar die Einsamkeit nicht, konnte aber mit Menschen auch nichts anfangen.

    Ob das aber dir etwas sagt, weiß ich nicht, denn jeder Mensch hat seine individuelle Geschichte.

  3. Moderation Avatar von Sternenfliegerin
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Hallo xaira,
    schön, daß Du Dich traust, Dich mit Deinem Problem und Deinen Gefühlen diesbezüglich hier zu öffnen.

    Mein Mitgefühl, daß Du Dich so einsam fühlst und meinen Respekt, daß Du Wege aus der emotionalen Isolation suchst, auch wenn Deine Kraftreserven gerade sowieso relativ am Limit sind.
    Mir ist ein Absatz besonders aufgefallen und darauf möchte ich reagieren.

    Zitat Zitat von xaira Beitrag anzeigen
    Ich habe das mal in meiner Studienzeit angesprochen und da hieß es: "Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass du Kontakt suchst". Aber darauf kommt es doch gar nicht an, sondern darauf, ob derjenige (also in dem Fall die Frau die das sagte) Kontakt mit mir haben will. Dann ist es doch ganz egal, ob derjenige "suchend" wirkt. Wenn ich jemanden dabei haben will, frage ich den. Auch wenn er nicht einsam wirkt.
    Die von Dir beschriebene Situation würde ich (und hat scheinbar die Studienbekannte) anders interpretieren.
    Bei einem Menschen, von dem man denkt, er ist gebunden, drängt man sich doch auch nicht auf.
    Vielleicht wirkte das bei Dir ähnlich, ohne daß Du das wolltest.
    Manche Menschen strahlen eine Unnahbarkeit aus, bei der man nicht erwarten würde, daß sie sich eigentlich über Kontakte freuen würden.


    Ich glaube mittlerweile, Einsamkeit wirkt total abschreckend auf die meisten. Das ist der totale Teufelskreis. Es wäre nun natürlich super, wenn man seine Depression alleine überwinden könnte und sich dann gut gelaunt neue Freunde suchen. Für mich ist aber mittlerweile eben gerade diese Einsamkeit ein ganz großer, wenn nicht sogar der Hauptfaktor für die Depression. Ein Teufelskreis.
    Vieles in Deinem Leben ist ungut gelaufen, wie Du es beschreibst, das ist ein trauriger Fakt, aber für die Vergangenheit leider nicht zu ändern, nur hoffentlich für die Zukunft.
    Könntest Du Dir vorstellen, innerlich gedanklich und emotional einen Schlußstrich unter all diese Fakten zu ziehen und durch so einen Schlußstrich emotional irgendwie erleichtert, weil akzeptierend einen Neuanfang zu wagen?

    Mein Gedanke dahinter ist, daß es wichtig wäre, diese Spirale der Hoffnungen, Erwartungen und Enttäuschungen anzuhalten.

    Es ist auffallend, daß Menschen sehr unterschiedlich mit ihren Gefühlen umgehen, in der Liebe wie im Freundschaftsbereich.
    Manche erholen sich nach Enttäuschungen und Schmerz relativ gut und schnell, andere kämpfen zum Teil ihr Leben lang mit den Themen Vertrauen und Hoffnung.

    Zeigst Du Dich den Menschen in Deinem Umfeld denn?
    Die beschriebene Szene läßt Anderes vermuten.

    Schenkst Du einen Vertrauensvorschuß?

    Alles Liebe,
    Sternenfliegerin
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
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  4. Registriert seit
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Hallo putulu, danke für deine Antwort.

    Zitat Zitat von putulu Beitrag anzeigen

    Mein Eindruck war, dass es letztlich daran lag, dass er nicht wollte.
    Das hört man leider sehr oft, auch von Therapeuten etc.
    Es kann natürlich gut sein, dass nicht können nach außen wie nicht wollen aussieht.
    Ich sehe oft, dass die Menschen bei denen es nach außen so aussieht, als wollten sie nicht, gar nicht können.
    Es stimmt sogar tws., dass Kontakt der über meine Arbeit hinaus, gerade weil ich ja schon so viel Energien aufnehme (ich arbeite mit Menschen), recht anstrengend sein kann. Viele verstehen nicht, dass ein einfaches Treffen zum Kaffee Ressourcen kostet, die dann für etwas anderes fehlen. Insofern wieder der Teufelskreis: Kontakte knüpfen ist anstrengend!

    Das ist schon mal ein Punkt an dem ich ansetzen kann. Meinen Alltag und auch meinen Job so zu gestalten, dass ich überhaupt wieder Energie übrig habe.


  5. Registriert seit
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Liebe xiara willkommen in der Bri!

    Also folgendes hätte auch von mir kommen können:

    Die Aura der Einsamkeit bleibt. Es kommt keine Verbindlichkeit auf.
    Ich habe eigentlich nicht so das Problem Menschen kennenzulernen, sondern es geht eben einfach nicht weiter, es kommt keine Verbindlichkeit zustande.
    Ich finde seit Jahren keine Lösung und wünsche Dir mehr Glück!

    Alles Liebe und Gute
    neustart
    naja wenigstens hab ich es versucht


  6. Registriert seit
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Zitat Zitat von xaira Beitrag anzeigen
    Es kann natürlich gut sein, dass nicht können nach außen wie nicht wollen aussieht.
    Ich sehe oft, dass die Menschen bei denen es nach außen so aussieht, als wollten sie nicht, gar nicht können.

    Er sagte mir, er hätte das Gefühl, dass er sich verstellen müsse, seine schlechte Stimmung unterdrücken, wenn er mit anderen zusammen ist und das wollte er natürlich auch nicht.
    Er konnte einfach nicht glauben, dass er sich nicht zu verstellen brauchte.
    Er hielt sich für eine Zumutung, für unannehmbar.


    Ich glaube, du machst den Fehler, von der Person, über die ich erzählt habe, auf dich zu übertragen.
    Was ich über sie gesagt habe, habe ich keineswegs über dich gemeint.
    Wie könnte ich auch? Woher sollte ich dieses Wissen über dich nehmen?

  7. Inaktiver User

    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Liebe xaira,

    Menschen, die traurig, krank oder sonstwie akut belastet sind, werden meist von Menschen gemieden, die sich nicht schon vor der Belastung mit ihnen angefreundet hatten, mitunter sogar von diesen - denke z.B. an Menschen, die einen Angehörigen verloren haben und bemerken, dass ihnen auf einmal aus dem Weg gegangen wird.
    Dass eine "trauerdunkle" Aura zunächst abschreckt, führe ich auf energetische Phänomene zurück. Sie kann abfärben, anderen Menschen Energie entziehen, diese mental runterziehen. Das muss nicht so sein, aber instinktiv spürt ein Mensch, dass ihm diese "Gefahr" drohen könnte beim Umgang mit dem Belasteten - und eine Art Selbsterhaltungstrieb wird aktiviert.

    (Die andere Seite dieser Medaille ist, dass Du sicherlich keine "Energievampire" anziehen wirst, oder Menschen, die sich in Deiner Gesellschaft nur sonnen wollen.)

    Ich schreibe Dir das auch, weil es, denke ich, eine Entlastung ist, wenn man sich klar dieser Tatsache stellt.
    Du hast in Deiner Situation aus o.g. Grund viel weniger Möglichkeiten, aus Deiner Isolation zu entkommen, als andere.
    Die üblichen Tipps (VHS-Kurs, Verein, etc.) fände ich daher auch sehr an Deiner Fragestellung vorbeigehend.

    Du brauchst eine Aufwärtsspirale der Art:
    "Es geht Dir mit Dir selbst etwas besser --> Du kommst ein wenig aus der Isolation heraus --> Es geht Dir mit Dir selbst noch etwas besser --> Du kommst noch mehr aus der Isolation heraus, usw."

    D.h.: Was Du aktiv tun kannst gegen die Isolation, ist (wie bisher), weiter versuchen, Dich an Deinen eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen, so schwer das auch ist.
    V.a. die Wohnsituation sollte gelöst werden, denn da diese Dir offenbar überhaupt nicht entsprichst, lebst Du in dieser Hinsicht ein falsches, unauthentisches Leben. Authentizität hingegen gibt Dir nicht nur selbst Auftrieb, sondern wirkt auch magnetisch auf andere.

    Liebe xaira,
    trotz des eingangs genannten Grunds, warum Du meiner Vermutung nach im Moment nicht weiterkommst, kann es trotzdem gelingen.
    Voraussetzung dafür ist wohl ein verbindendes positives Element, welches ein Gegengewicht zum Traurigen darstellen kann, so dass Dein Gegenüber einen "energetischen Gewinn" hat.

    Ergibt das für Dich einen Sinn?


  8. Registriert seit
    04.10.2015
    Beiträge
    8

    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Vielen Dank euch allen!

    Zitat Zitat von putulu Beitrag anzeigen


    Ich glaube, du machst den Fehler, von der Person, über die ich erzählt habe, auf dich zu übertragen.
    Was ich über sie gesagt habe, habe ich keineswegs über dich gemeint.
    Wie könnte ich auch? Woher sollte ich dieses Wissen über dich nehmen?
    Naja, das war ja meine Intention, Parallelen zu finden. Ein Unterschied ist aber auf jeden Fall, dass ich sogar manchmal ganz gut gelaunt bin. Vor allem im Zusammensein mit anderen. Aber das mit dem Verstellen ist insofern auch auf mich übertragbar, dass ich mir schon oft denke, wenn ich mich so zeige, wie ich wirklich bin, dann will niemand was mit mir zu tun habe, dann werde ich als Freak angesehen: Depressiv, bindungsgestört, völlig destruktive Familie etc. etc...

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Hallo xaira,
    schön, daß Du Dich traust, Dich mit Deinem Problem und Deinen Gefühlen diesbezüglich hier zu öffnen.

    Mein Mitgefühl, daß Du Dich so einsam fühlst und meinen Respekt, daß Du Wege aus der emotionalen Isolation suchst, auch wenn Deine Kraftreserven gerade sowieso relativ am Limit sind.
    Mir ist ein Absatz besonders aufgefallen und darauf möchte ich reagieren.


    Die von Dir beschriebene Situation würde ich (und hat scheinbar die Studienbekannte) anders interpretieren.
    Bei einem Menschen, von dem man denkt, er ist gebunden, drängt man sich doch auch nicht auf.
    Vielleicht wirkte das bei Dir ähnlich, ohne daß Du das wolltest.
    Manche Menschen strahlen eine Unnahbarkeit aus, bei der man nicht erwarten würde, daß sie sich eigentlich über Kontakte freuen würden.
    Das mit dem Gebundensein verstehe ich nicht so Recht. Meinst du damit partnerschaftlich? Oder jemand der schon genug Freunde hat? Wenn letzteres: Sehe ich einfach im Alltag nicht so. Menschen, die beliebt sind, also schon viele Freunde etc. haben, sammeln immer mehr davon und werden dauernd eingeladen etc. Das mit der Unnahbarkeit, ja, das scheint tatsächlich so zu sein. Ich kann auch erahnen, wie das zustande kam. Es war tatsächlich in meiner Familie so, dass man einfach keine Schwäche zeigen durfte. Wer das tat, der wurde ausgelacht und auf dem wurde dann noch mehr rumgehackt. So habe ich es auch später im Job kennengelernt, speziell auf einer Stelle. Meine Schwachstelle wurde herausgefunden und daraufhin ganz subtil darin herumgebohrt, bis ich den völligen Burnout hatte. Ich bin dadurch immer noch ziemlich belastet. Leider wurde nach einigen Monaten, wo ich mich so langsam erholt hatte, ein erneutes Trauma durch einen tätlichen Übergriff durch eine Frau auf der Straße, wieder alles eingerissen.
    Und nun sagen natürlich ganz viele inneren Anteile, dass man auf gar keinen Fall die Maske fallen lassen darf. Es ist sehr, sehr schwer da raus zu kommen.

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Vieles in Deinem Leben ist ungut gelaufen, wie Du es beschreibst, das ist ein trauriger Fakt, aber für die Vergangenheit leider nicht zu ändern, nur hoffentlich für die Zukunft.
    Könntest Du Dir vorstellen, innerlich gedanklich und emotional einen Schlußstrich unter all diese Fakten zu ziehen und durch so einen Schlußstrich emotional irgendwie erleichtert, weil akzeptierend einen Neuanfang zu wagen?
    Ich habe tatsächlich schon überlegt, vom jetzigen Wohnort wieder wegzuziehen und woanders nochmal neu zu starten. Jobangebot wäre da. Und ein Umzug ist sowieso unerlässlich. Aber ob es etwas nutzt? Mein Inneres nehme ich ja mit. Nur hier ist es sehr schwer loszulassen.

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Mein Gedanke dahinter ist, daß es wichtig wäre, diese Spirale der Hoffnungen, Erwartungen und Enttäuschungen anzuhalten.
    Ja, das ist wohl so. In einem sehr guten Buch habe ich mal gelesen, dass es manchmal sein muss, jegliche Hoffnung fallen zu lassen. Aber wie geht das? Es erscheint mir sehr schwierig einfach die Einsamkeit so zu akzeptieren und keinerlei Erwartungen mehr zu haben. Aber vielleicht ist das wirklich die Lösung? Ich schaffe das aber ehrlich gesagt nicht, nicht an dieser beißenden Einsamkeit zu verzweifeln!

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Es ist auffallend, daß Menschen sehr unterschiedlich mit ihren Gefühlen umgehen, in der Liebe wie im Freundschaftsbereich.
    Manche erholen sich nach Enttäuschungen und Schmerz relativ gut und schnell, andere kämpfen zum Teil ihr Leben lang mit den Themen Vertrauen und Hoffnung.
    Der Grund liegt in der Kindheit. Menschen die schon in der Kindheit oder gar als Säugling (chronisch und immer wieder) traumatisiert wurden, sind auch schneller wieder traumatisiert als Erwachsene.
    Menschen die eine gute Kindheit hatten und ein sehr stabiles Fundament hatten, sind in der Regel weniger anfällig für Traumata und haben nunmal einfach weniger zu verarbeiten, als wenn man sowieso schon voller Schmerz, Angst etc ist.

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Zeigst Du Dich den Menschen in Deinem Umfeld denn?
    Die beschriebene Szene läßt Anderes vermuten.

    Schenkst Du einen Vertrauensvorschuß?

    Alles Liebe,
    Sternenfliegerin
    Nein, ehrlich gesagt gar nicht mehr. Ich bin wohl ziemlich verbittert mittlerweile und ehrlich gesagt von Grund auf misstrauisch... Diese Verbitterung merke ich manchmal und kann dann nach einer Phase wieder gegensteuern. Aber eben nicht immer. Das ist wohl sehr anstrengend für andere.

    @Neustart_jetzt: Lies doch einfach mal mit, vielleicht kannst du auch was für dich rausziehen!

    Liebe Grüße
    xaira


  9. Registriert seit
    04.10.2015
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Vielen Dank, Galah3,

    ja, das ergibt total Sinn! Ich sehe es auch so, dass es umso schwieriger ist, mit Menschen umzugehen, je schlechter es denen geht. Es ist a) einfach viel, viel anstrengender und b) sind sie eben sehr verletzlich und man muss im Umgang mit ihnen vorsichtig sein. Ich gebe mir zwar sehr viel Mühe meinen "Müll" bei mir zu behalten, aber das wirkt dann eben auch irgendwie angestrengt und verschlossen.
    Das Haus in dem ich lebe ist mMn energetisch auch sehr belastet. Seit dem ich hier wohne ist es immer schlimmer geworden mit der Isolation, bis tatsächlich noch nicht mal ein einziger Mensch übrig blieb!

    LG xaira


  10. Registriert seit
    24.10.2019
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Zitat Zitat von xaira Beitrag anzeigen

    Ich habe tatsächlich schon überlegt, vom jetzigen Wohnort wieder wegzuziehen und woanders nochmal neu zu starten. Jobangebot wäre da. Und ein Umzug ist sowieso unerlässlich. Aber ob es etwas nutzt? Mein Inneres nehme ich ja mit. Nur hier ist es sehr schwer loszulassen.
    Hallo xaira, ich lese deinen Thread gerade und kann mich sehr in dem, was du schreibst, wiederfinden, was die Einsamkeit betrifft. Ich habe leider auch noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

    Mir ist aber der von mir zitierte Absatz ins Auge gesprungen. Du schreibst von einer belastenden Familiensituation. Eventuell wirkt es sich ja schon positiv auf deine Psyche aus, wenn du dich räumlich von deiner Familie entfernst. Nicht als Allheilmittel gegen alles, sondern als positiver Einfluss.

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