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  1. Registriert seit
    05.06.2018
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Hallo Xaira,
    mein erster Gedanke war nach dem Lesen deines Eingangsposts- warum dir die Arbeit mit Menschen, netten Kollegen nichts gibt?
    Wenn es dich so anstrengt, auslaugt- kannst du an deiner Arbeitssituation was ändern?
    Das mit dem sich isoliert fühlen, schwer Kontakt finden kenne ich auch.
    Früher ist es auch vorgekommen, daß ich Bekannte getroffen hab, die sich gefreut haben, mich zu sehen und wenn ich dann direkt nach mehr Kontakt gefragt hab, haben sie freundlich abgelehnt,- so quasi - sie haben schon genug Freunde. Vielleicht schreckt die Bedürftigkeit ab? Hab mich auch oft bemüht um mir sehr sympathische Leute,- aber wenn immer nur ich mich melde?
    Ich habe ja auch schon fast mein Leben lang Depressionen, seit einigen Jahren nehme ich ein Antidepressivum und es geht mir viel besser, aber fehlen tut mir trotzdem was.


  2. Registriert seit
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Zitat Zitat von LilyHydrangea Beitrag anzeigen
    Hallo xaira, ich lese deinen Thread gerade und kann mich sehr in dem, was du schreibst, wiederfinden, was die Einsamkeit betrifft. Ich habe leider auch noch keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

    Mir ist aber der von mir zitierte Absatz ins Auge gesprungen. Du schreibst von einer belastenden Familiensituation. Eventuell wirkt es sich ja schon positiv auf deine Psyche aus, wenn du dich räumlich von deiner Familie entfernst. Nicht als Allheilmittel gegen alles, sondern als positiver Einfluss.
    Ja, das wird sicherlich so sein! Ich muss eben solange noch aushalten, bis ich ausziehen kann.


    Zitat Zitat von Ruba Beitrag anzeigen
    Hallo Xaira,
    mein erster Gedanke war nach dem Lesen deines Eingangsposts- warum dir die Arbeit mit Menschen, netten Kollegen nichts gibt?
    Wenn es dich so anstrengt, auslaugt- kannst du an deiner Arbeitssituation was ändern?
    Es ist nicht so, dass mir die Arbeit nichts gibt. Ich liebe meine Arbeit (jetzt wieder! Es ist eine andere Stelle). Freue mich jetzt sogar schon, dass ich morgen wieder arbeiten gehe. Aber das ersetzt keine Privatkontakte.
    Dass es mich anstrengt, stimmt. Das liegt aber auch daran, dass es einfach zu viel ist. GsD kann ich bald die Arbeitsstunden reduzieren und das wird mir auch mehr Freiraum für die Freizeitgestaltung geben. Darauf freue ich mich sehr!


    Zitat Zitat von Ruba Beitrag anzeigen
    Das mit dem sich isoliert fühlen, schwer Kontakt finden kenne ich auch.
    Früher ist es auch vorgekommen, daß ich Bekannte getroffen hab, die sich gefreut haben, mich zu sehen und wenn ich dann direkt nach mehr Kontakt gefragt hab, haben sie freundlich abgelehnt,- so quasi - sie haben schon genug Freunde.
    Ja, das ist ein wenig so wie mit Umweltzerstörung und Massentierhaltung...alle findens schlimm, aber die wenigsten wollen selbst was dran tun.
    Ich kenne auch noch solche Gespräche über die eigene Einsamkeit, mit Leuten die sich zuvor selbst monatelang nicht gemeldet haben. Ja, das verstehen die ja gar nicht..."aber du bist doch soooo nett"...Nur selbst mit einem befreundet sein, wollen sie ja scheinbar dann doch nicht. Mittlerweile behalte ich es eher für mich. Ich denke, es bringt auch nichts, damit hausieren zu gehen.
    Mich würde schon mal interessieren, wie das so rüberkommt, wenn ihr merkt, dass jemand GAR NIEMANDEN hat?

    Liebe Grüße
    xaira

  3. Avatar von Sneek
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Zitat Zitat von xaira Beitrag anzeigen
    Ja, das wird sicherlich so sein! Ich muss eben solange noch aushalten, bis ich ausziehen kann.
    Wovon hängt denn das ab?

    Es ist nicht so, dass mir die Arbeit nichts gibt. Ich liebe meine Arbeit (jetzt wieder! Es ist eine andere Stelle).
    Das ist doch schon mal viel wert.

    Mich würde schon mal interessieren, wie das so rüberkommt, wenn ihr merkt, dass jemand GAR NIEMANDEN hat?
    Das merkt man doch erstmal gar nicht. Ich kann für mich nur sagen, dass es mich anstrengt, wenn Menschen bedürftig rüberkommen und selbst nichts zu erzählen haben. Ob das bei Dir der Fall ist, weiß ich natürlich nicht.


  4. Registriert seit
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    @xaira
    Ich kenne das auch, aber ein bisschen anders.
    Ich war nie gut darin, Freundschaften zu schließen (ich bin ein bisschen sozial-doof) und noch viel schlechter darin, sie dann am Leben zu halten. Besonders in depressiven Phasen neige ich zum Einigeln und will niemanden um mich haben - ich blocke dann auch jeden gut gemeinten Kontaktversuch ab; teilweise bin ich dabei wirklich patzig.
    Geht es mir dann etwas besser und ich möchte gerne wieder "rauskommen", habe ich alle Bekanntschaften erfolgreich vergrault..
    Das versteht halt kein "normaler" Mensch: Viele Wochen absolutes Schweigen im Walde, Verabredungen werden in letzter Sekunde platzen gelassen...und dann ist auf einmal wieder Friede, Freude, Sonnenschein.

    Meine Therapeutin riet mir zuletzt, neuen Bekanntschaften direkt auf den Kopf zu zu erklären, dass ich zu solchen Phasen neige, es aber nicht persönlich meine. Aber wie bringt man sowas locker-lässig im Gespräch unter ohne wie eine Irre zu klingen..?

  5. Avatar von guerteltier
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Zitat Zitat von xaira Beitrag anzeigen
    Ich habe das mal in meiner Studienzeit angesprochen und da hieß es: "Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass du Kontakt suchst". Aber darauf kommt es doch gar nicht an, sondern darauf, ob derjenige (also in dem Fall die Frau die das sagte) Kontakt mit mir haben will. Dann ist es doch ganz egal, ob derjenige "suchend" wirkt. Wenn ich jemanden dabei haben will, frage ich den. Auch wenn er nicht einsam wirkt. Fakt ist ja auch, dass Leute mit denen andere gern zusammen sind, eben nicht einsam sind!
    Ich denke, die meisten Menschen brauchen irgendeine Art von positiver Rückmeldung, um näher Kontakt aufzunehmen, und zwar auch Menschen, die sehr selbstbewusst auftreten/wirken. Wenn jemand das Signal "kein Interesse/lass mich in Ruhe" ausstrahlt, auch wenn es subtil ist, dann gehen die meisten Menschen erst mal auf Abstand.

    Und wie Galah ganz gut erläutert hat wirkt stark nach außen getragene Belastung tatsächlich auch abschreckend. Nicht in dem Sinne, dass Leute sagen "bäh, die ist einsam, mit der will ich nichts zu tun haben". Aber wenn jemand sehr negativ und/oder bedürftig ist überfordert das und weckt auch nicht den Wunsch nach mehr Kontakt.

    Leider kann ich deine Situation ganz gut nachvollziehen, mir ging es über lange Phasen hinweg auch so, und auch heute habe ich mit sozialen Kontakten noch große Probleme. Bei mir ist es so, dass ich weiß, dass ich tendenziell eher den Wunsch nach Distanz ausstrahle bzw. unnahbar/abweisend wirke - es aber kaum steuern/abstellen kann. Das hat sicher auch was mit meiner Depression/Angstzuständen zu tun, evtl. spielen da auch noch andere Dinge mit rein.

    Trotzdem ist es finde ich wichtig, sich klarzumachen, dass man eine Veränderung nur selbst herbeiführen kann. Es wird niemand kommen und dich aus deiner Einsamkeit erretten. Du klingst zum Teil so ein bisschen vorwurfsvoll, z.B. deinen Kollegen gegenüber, die dich nicht zum Essen mitnehmen. Ich denke das ist nicht förderlich für die Kontaktsuche. Genauso könnten sich ja die Kollegen fragen, warum du sie nicht fragst, ob sie mir dir essen gehen wollen?

    Und du willst doch auch sicherlich nicht, dass Menschen sich nur aus Mitleid mit dir abgeben? Mir ist es schon passiert, dass Menschen mich als eine Art "soziales Projekt" auserkoren haben, das fand ich sehr unangenehm, und gegen echte Einsamkeit hilt es nicht.

    Was ich nicht so ganz verstehe: du beschreibst deine Wohnsituation/familiäre Situation als sehr belastend. Was hält dich denn da? Wenn du ein interesantes Jobangebot woanders hast würde ich sagen: nichts wie weg! So etwas zieht doch auch viel Energie. Die Energie kannst du sicherlich besser nutzen, um woanders neu anzufangen.

  6. Avatar von Pola
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    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Liebe Xaira,

    ich kann Deine Situation nachvollziehen - wie offensichtlich viele hier. Ist das nicht auch schon ein kleiner Trost? Man denkt ja oft, alle haben soo tolle Freunde und einen Riesen-Bekanntenkreis, aber die sind vielleicht einfach nur sehr sichtbar. Die anderen, die in der Vorweihnachtszeit alleine zuhause sitzen und nicht auf 1000 Weihnachtsfeiern tanzen, sieht man ja logischerweise kaum.

    Oberflächlich betrachtet, habe ich persönlich meine tiefe Einsamkeit, die ich über viele, viele Jahre empfand, überwunden. Wenn man etwas genauer hinschaut, fühle ich mich zwar immer noch manchmal einsam, aber das wird wohl einfach ein Lebensthema bleiben, und es belastet mich zumindest nicht mehr so stark. Noch habe ich auch die Hoffnung, dass ich einfach immer noch in einem Prozess stecke, der sich bereits gut entwickelt hat und künftig immer besser wird. Eine Aufwärtsspirale, wie hier schon jemand schrieb.

    Was hat mir geholfen? Viele Kleinigkeiten. Erstens: Ich habe mich bemüht. Und zwar immer dann, wenn es "gerade mal wieder ging" (das war eben leider auch nicht immer der Fall). Ich war zum Beispiel viele Jahre Single und hatte überhaupt keine Lust mehr auf Singlebörsen & Co. und habe es dann trotzdem nochmal versucht und dabei meinen Mann kennengelernt. Ein (passender) Partner ist einfach schon mal ein Riesen-Schritt aus der Einsamkeit heraus.

    Zweitens: Ich habe mir ein Hobby gesucht, das mich erfüllt und in Kontakt mit Menschen bringt. Das klingt total banal, aber ich glaube ganz fest daran, dass Beziehungen oft auch über Rollen entstehen, die man übernimmt. Insofern wäre es bei der Auswahl des Hobbys auch sinnvoll, dass man z.B. nicht die zweite Zumbatänzerin von rechts ist, sondern vielleicht lieber der Torwart beim Handball? Verstehst Du, was ich meine? Ich bin in meinem Verein nicht die Vorsitzende, aber es gibt dort eine Menge Möglichkeiten, sich einzubringen (die gibt es in vielen Vereinen) und darüber habe ich dann nach und nach eine Menge netter Kontakte bekommen, so dass ich mich inzwischen total gut integriert fühle. Man hilft mal zusammen beim Renovieren des Vereinsheims, verkauft beim Stand auf dem Weihnachtsmarkt, sitzt nebeneinander beim Sommerfest... Inzwischen (das hat aber fast 4 Jahre gedauert) bekomme ich darüber auch Geburtstagseinladungen etc. und gehöre quasi zum harten Kern.

    Wenn ich so darüber nachdenke, sind es tatsächlich die vielen Rollen, die mich in Kontakt und aus der Einsamkeit heraus gebracht haben. Vielleicht auch der Umzug aus der Großstadt in den "Speckgürtel". Ich bin dort Nachbarin (hatte aber auch Nachbarn immer mal wieder eingeladen, als wir umgezogen sind), ich bin Vereinsmitglied und -helferin, ich bin die Mutter von X und Y, die in Kita und Schule bei Festen hilft, ich bin Kollegin, Kundin, ehemalige Schulkameradin und Kommilitonin... und über jede Rolle haben sich Kontakte ergeben, die sich so langsam, langsam zu einem Netz geformt haben, weil im Laufe der Jahre auch die Bindungen einfach stärker geworden sind.

    Das dauert leider alles seine Zeit, aber ich finde, es lohnt sich dranzubleiben. Wobei ich weiß, dass das verdammt schwer sein kann. Wer geht schon abends weg, wenn er sich gerade total mies fühlt und denkt, in der Stimmung mag mich ja eh keiner leiden. Und da kommt das Problem mit der Selbstliebe und dem Selbstmitgefühl ins Spiel. NATÜRLICH ist das alles schwer, aber man darf es sich eben nicht noch schwerer machen, indem man sich auch noch selbst für seine Lage verurteilt. Deine ganze Situation hat ohnehin auch viel mit anderen Leuten zu tun und nicht nur mit Dir. Mit der Gesellschaft, mit Lebens- und Arbeitsbedingungen, mit Deiner Herkunftsfamilie - mach Dir immer klar, dass DU ganz normal bist, wahrscheinlich sogar die logische Konsequenz dessen, wie Du bisher aufgewachsen bist und was alles in Deinen Genen steckt. Und trotzdem kannst Du Dich auch davon wegentwickeln. Über Dich hinauswachsen. Du solltest Dir nur ganz viel Zeit dafür nehmen und geben.

    Ich wünsche Dir dafür alles Gute!
    Liebe Grüße
    Pola


  7. Registriert seit
    24.06.2018
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    194

    AW: Wer kennt´s? Völlige Isolation!

    Völlige Isolation kenne ich aus einer Zeit, in der es mir gesundheitlich wegen Schmerzen nicht gut ging. Neben der Arbeit hatte ich keine Kraft mehr für Unternehmungen.
    Jemand, der immer nur zuhause ist, wird dann langweilig für andere. Soziale Kontakte sind oft an Aktivitäten gebunden.

    Mittlerweile treffe ich regelmäßig Leute, aber oft auch nur, wenn ich mich melde. Und natürlich wollen immer alle etwas unternehmen: Veranstaltungen besuchen, Essen gehen...Ich mache das mit, fühle mich aber manchmal wie ein Statist.
    Zusammen zuhause abhängen scheint nicht mehr angesagt zu sein. Zumindest nicht bei Singles.

    Bei Pärchentreffen würde ich mich fremd fühlen. Das entfällt auch.

    Dazu kommt, dass ich wohl irgendwie speziell bin, nicht Mainstream....zumindest ist es schwer, zu mir passende Menschen zu finden. Bei den Leuten, die ich treffe, habe ich das Gefühl, mich ihnen anpassen zu müssen.

    Dazu gehören z.B. ein paar Frauen, die super nett sind, aber total esoterisch. Sie wissen, dass ich damit nichts anfangen kann. Ich höre mir auch interessiert ihre Ansichten an, aber sie versuchen zu missionieren.

    Dann habe ich noch zwei Frauen in meinem Stadtteil kennen gelernt. Allerdings auch sehr anders als ich. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn sie mich nicht immer mit ihren Ansichten belehren wollten. Sie können z.b. meinen bewusst minimalistischen Wohnstil nicht verstehen und unterstellen mir deshalb Probleme. Die eine scheint einen Hang zum Alkohol zu haben und wird dann gerne mal laut, wenn ich nicht ihre Vorstellungen teile.
    Gute Seiten hat sie natürlich trotzdem, aber irgendwie passt es nicht.

    Bin auch leider kein Vereinsmensch und niemand, der sich in großen Runden wohl fühlt.

    Ich habe keine Probleme neue Leute kennen zu lernen, könnte eine Runde unterhalten und amüsant sein, aber ich fühle mich dabei nicht wohl.

    Familie habe ich nicht mehr.

    Bei mir ist es auch so, dass ich eher distanziert von der Ausstrahlung her wirke. Ich bemühe mich aber dagegen anzusteuern und herzlich zu wirken, wenn ich Leute treffe. Im Job natürlich auch.

    Ich arbeite übrigens im sozialen Bereich, kann mich auch selbst beschäftigen, aber einsam bin ich trotzdem.
    Geändert von Blumenfrau11 (12.12.2019 um 23:44 Uhr)

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