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Ergebnis 1 bis 8 von 8

  1. Registriert seit
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    Depression und kranke Mutter

    Hallo zusammen, aufgrund einer schweren Depression mit starken Ängsten war ich 12 Wochen in einer psychosomatischen Klinik. Letzten Mittwoch bin ich entlassen worden, aber noch längst nicht wieder gesund. Eine ambulante Therapie muß sich anschliessen, noch habe ich allerdings keinen Platz.

    Meiner 87jährigen Mutter geht es seit gestern sehr schlecht, es ist gut möglich, dass sie bald stirbt.

    Diese Situation überfordert mich total. Eigentlich brauche ich alle Kraft für mich, um wieder ganz gesund zu werden, andererseits mache ich mir schreckliche Sorgen um meine Mutter. Die Betreuung meiner Mutter ist sicher gestellt, sie hat auch keine Angst vorm Sterben, aber ich kann sie jetzt noch nicht gehen lassen. Sie vielleicht bald zu verlieren macht mir große Angst.

    Ich wollte mir das einfach mal von der Seele schreiben. Vielleicht hat jemand von Euch eine Idee, wie ich mit dieser schwierigen Situation umgehen kann. Ich habe schon sehr viel geweint.

    Vielen Dank und viele Grüße
    Maria

  2. Avatar von Roundabout
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    AW: Depression und kranke Mutter

    Hallo Maria,
    es ist sehr schwer, in einer so emotionalen Ausnahmesituation etwas wirklich Hilfreiches zu raten, aber ich kann gut verstehen, wie du dich fühlst. Leider liegt es nicht in unserer Hand, wie lange wir unsere Liebsten um uns haben dürfen, aber ich finde es trostreich, wenn man weiss, dass derjenige keine Angst hat und weiss, was kommt.
    Wir, als Angehörige, empfinden es eigentlich immer als zu früh und oft unfassbar.
    Vielleicht kannst du die Zeit, die du jetzt mit deiner Mutter verbringst, sofern es dir gut genug dafür geht, etwas intensiver nutzen, nochmal über Dinge sprechen, die dir und ihr wichtig sind, Erinnerungen austauschen, Bilder betrachten, Rückschau halten.
    Hast du Angehörige oder Freunde, die dich begleiten und evtl. etwas stützen können? Oder gibt es eine seelsorgerische Einrichtung?
    Hoffentlich klappt es bald mit deiner Anschlusstherapie.
    Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn die können sollen, müssen wollen dürfen.

    "Es gibt zwei Wege aus der Dunkelheit. Entweder Du machst Licht, da wo Du bist, oder Du gehst in die Sonne."

  3. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Depression und kranke Mutter

    ist dein Mutter in einem Krankenhaus oder zuhause?
    Du schreibst, dass ihre Betreuung sicher gestellt ist - das ist gut. Und auch, dass sie keine Angst vor dem Sterben hat.

    Versuche einfach eine gute Zeit mit ihr zu verbringen.
    Sei bei ihr, trinkt einen Tee, lies ihr etwas vor, lass dir aus ihrer Jugend erzählen (oder worüber sie sonst reden mag).

    Und such dir sofort eine Möglichkeit, dich auffängen zu lassen. Wenn sie im Krankenhaus ist, gibt es dort sicher einen psychologischen Dienst, einen Seelsorger oder so etwas in der Art, habe keine Scheu diese Leute anzusprechen oder auch einfach das Pflegepersonal nach einer Betreuung für dich zu fragen.

    Gibt es Freunde, Bekannte oder Verwandte, die dich unterstützen können?
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
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  4. Registriert seit
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    AW: Depression und kranke Mutter

    Liebe Maria,
    vielleicht hilft es dir, wenn du es mehr aus der Perspektive deiner Mutter sehen kannst. Vielleicht KANN sie jetzt gehen, vielleicht ist es ihre Zeit - wenn es so ist, dann ist es für deine Mutter gut, vielleicht tröstet dich das.

    Und wenn es so kommt, dann nimm dir DEINE Zeit und DEIN Tempo zum Abschied nehmen.

    Natürlich ist das schwer in der jetzigen Phase, das wird jeder verstehen, leider kann man sich die äußeren Umstände nicht immer aussuchen und man kann es kaum verhindern, dass man (erneut) überfordert wird.
    Gib auf dich acht und bitte andere um Hilfe, wenn du sie brauchst.
    Viel Kraft!


  5. Registriert seit
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    AW: Depression und kranke Mutter

    Auch das geht vorbei.

    Alles Liebe und Gute für Dich!
    neustart
    naja wenigstens hab ich es versucht

  6. Avatar von Akzent
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    AW: Depression und kranke Mutter

    @maria1005. Vielleicht eine Hilfe. Deine Mutter hat das Recht und sicher in dem Alter mit Krankheit und anderen Bewschwerden, leicht gehen zu können. Also sterben zu können ohne große Komplikationen im Bereich der Psyche und des körperlichen. Lass ihr doch diese Zeit um das Sterben gut überstehen zu können. Wenn sie sieht, das du viel leidest, wird sie unglücklich und der Prozess ist gestört.

    Ein Zeitraum, dieser Sterbeprozess für die Beteiligten, den die Angehörigen gut bewältigen können. Denn für deine Mutter ist der Sterbeprozess schon entgültig. Sie kann nicht mehr viel bewegen und organisieren. Sei gut zu ihr mit dem was du tust.

    Versuche dich darauf einzustellen, ohne jetzt schon zu überlegen, was mache ich, wenn sie nicht mehr da ist.

    Sei auch organisatorisch, wie zum Beispiel Beerdigungsinstitut und auch über all die formalen Dinge Bescheid zu wissen. Erzähl das deiner Muter wenn sie dich darüber fragt. Das ist recht sinnvoll, wenn deine Mutter weiss, das dein Leben danach gut weitergeht und sie selbst auch gut versorgt ist.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  7. Registriert seit
    30.05.2014
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    AW: Depression und kranke Mutter

    Hallo zusammen, danke für Eure Antworten. Leider komme ich erst heute dazu, mich zu melden. Z.Zt. geht es meiner Mutter wieder etwas besser und sie konnte noch einmal aus dem Krankenhaus nachhause gehen. Mal schauen, für wie lange. Beim letzten Mal waren es zwei Wochen zwischen den Krankenhausaufenthalten.

    Am Mittwoch bin ich zwei Wochen aus der Klinik zurück. In der Klinik gab es immer jemanden zum Reden, das fehlt mir zuhause am meisten. Mit meinem Mann geht das nur bedingt, vor allem kann er es überhaupt nicht haben, wenn ich weine. Und ich weine sehr viel im Moment. Nächste Woche beginne ich mit der ambulanten Psychotherapie und werde zusätzlich zum ersten Mal eine Selbsthilfegruppe Depressionen besuchen.

    Viele Grüße
    Maria


  8. Registriert seit
    04.10.2015
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    AW: Depression und kranke Mutter

    Zitat Zitat von maria1005 Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen, danke für Eure Antworten. Leider komme ich erst heute dazu, mich zu melden. Z.Zt. geht es meiner Mutter wieder etwas besser und sie konnte noch einmal aus dem Krankenhaus nachhause gehen. Mal schauen, für wie lange. Beim letzten Mal waren es zwei Wochen zwischen den Krankenhausaufenthalten.

    Am Mittwoch bin ich zwei Wochen aus der Klinik zurück. In der Klinik gab es immer jemanden zum Reden, das fehlt mir zuhause am meisten. Mit meinem Mann geht das nur bedingt, vor allem kann er es überhaupt nicht haben, wenn ich weine. Und ich weine sehr viel im Moment. Nächste Woche beginne ich mit der ambulanten Psychotherapie und werde zusätzlich zum ersten Mal eine Selbsthilfegruppe Depressionen besuchen.

    Viele Grüße
    Maria
    Hallo Maria,

    ich habe etwas ganz ähnliches durch.
    Ich habe damals einfach so viel Zeit wie ich nur konnte mit der sterbenden Person verbracht. Allerdings gab es auch immer wieder Tage, wo ich nicht mehr konnte und zuhause bleiben musste. Das dauerte ein halbes Jahr! Es war sehr, sehr anstrengend, aber auch eine sehr intensive und teils schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Große Hilfe waren 24-Stunden-Pflegekräfte. Dadurch konnte sie zuhause sterben. Es gibt auch ambulante Hospizdienste.
    Und bitte: Weine, wenn dir danach zumute ist!

    Alles Gute dir!
    xaira

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