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  1. Registriert seit
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Zitat Zitat von Skygirl77 Beitrag anzeigen
    Was hat Dir die Kraft gegeben, das durchzuhalten? Ich bin von den Ängsten wegen dieser Gefühllosigkeit so kraftlos. Ich kann mich gar nicht spüren und sehe keine Besserung.
    Gute Frage. Musste ich nochmal nachdenken wie das war - ist schon etwas her.

    Ich wollte, dass das aufhört und hatte Vertrauen in meinen Hausarzt, meine Therapeuten.
    Die haben mir gut erklärt dass es eben eine Krankheit der Seele ist und wie eine Krankheit behandelt werden kann. Ich hatte bis dahin gedacht, ich wäre irgendwie "verkehrt".
    Da war noch so ein Restfunken, sonst hätte ich wohl einen anderen Weg gewählt.

    Tut mir leid, so genau kann ich es nicht sagen. Ich hatte auch nicht das Gefühl viel Kraft aufwenden zu müssen, eher das Gegenteil - ich konnte mal loslassen. Ich musste nicht funktionieren. Das war wohl schon der erste Schritt zur Heilung.
    Think before you print.

  2. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Hallo Skygirl,
    ich antworte mal auf die Frage, was Kraft gegeben hat...
    Ich habe gestrickt, klingt jetzt blöd, aber ich bin echt aufgestanden, UM 2cm Socke zu stricken, vorher habe ich mir nicht ERLAUBT, mich wieder hinzulegen. Das Pensum habe ich jeden Morgen festgelegt. NICHTS zu machen, habe ich mir verboten....

    Und wenn ich dann dieses Projekt (2cm) erledigt hatte, war ich in der Lage, zu duschen und mich "menschheitstauglich" zu machen.

    Klingt vielleicht blöd das Ganze, ich kenne das allerdings von mehren strickenden Bekannten, dass das "Projekt" geholfen hat, es gab plötzlich ein Ziel.

    Alles Gute!
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!


  3. Registriert seit
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Vielen lieben Dank für Eure Beiträge! Das mit dem Stricken klingt super. Leider bin ich in Handarbeit gänzlich unbegabt. Aber das Prinzip ist toll.

    Ja, leider braucht das viel Geduld mit der Medikation. Ich nehme jetzt auch schon das dritte 4 Wochen und spüre keinen Unterschied.

    Achtsamkeitsübungen sind klasse. Es gibt dafür auch super Apps. Danke für den interessanten Artikel Awe Some.

    Was mir am meisten zu schaffen macht, ist die Akzeptanz und Krankheitseinsicht. Ich war davor ein sehr aktiver und wacher Mensch. Jetzt fühle ich mich so benommen und stehe oft neben mir. Vieles kostet Kraft. Ich habe Angst, nach 7 Jahren alleinerziehend nicht mehr richtig für mein Kind da sein zu können und in den Alltag zu finden.

  4. Avatar von Akzent
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Du hast sicher jetzt keine leichte Phase. Eine Station ist auch kein Ort der Zukunft, wenn du Zukunftsängste hat. Es hilft dir vielleicht die Medikamenteneinstellung durchzuchecken und zu erfahren, was Langsamkeit und Ruhe bedeuten kann. Reduziere doch deine Einstellung für deine Zukunft auf das was dir wirklich wichtig ist und auch notwendig. Mehr muss es doch oft gar nicht sein.

    Dafür braucht man allerdings die nötige Energie und die Medikamentenwirkung würde ich mir auch genauer anschauen. Ob sich was verändert. Benommenheit hängt vielleicht mit der Ruhestellung zusammen und ist kein guter Zustand. Aber ist halt gerade so.

    Du muss im Zusammenhang mit Medikamenten in irgendeiner Form aktiv bleiben, dann kannst du dich stabilisieren. Manche Medis sind auch unverträglich. Wenn du über Aktivitäten, wie die angebotene Musiktherapie oder andere Bewegungstherapie wieder zu dir findest, kann dir das Kraft geben. Du hast doch sonst nichts anderes zu tun auf Station.

    Überlege dir was du nach deiner Entlasung machen willst und was dir wichtig ist. Alles Gute und viel Erfolg aus dieser Phase herauszukommen und du wieder findest, was dir wichtig ist und du damit gut umgehen kannst.

    Du schreibst von Gefühllosigkeit; Du hast eine Menge Gefühle wie Ängste und Benommenheit. Das ist alles andere als Gefühllos. Die Unwirklichkeit erklärt sich vielleicht über die Handlungsunfähigkeit, die dich gerade erwischt.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee



  5. Registriert seit
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Danke für Deinen Beitrag und die Genesungswünsche, Akzent! Ich muss tatsächlich Langsamkeit und Geduld lernen. Denn die Erkrankung hat mich schlimm erwischt. Ich merke die Defizite im Denken und stehe ständig neben mir. Ich habe mit Angst zu kämpfen, nicht mehr ich selbst zu sein/zu werden. Die Genesung wird nur in kleinen Schritten gehen.

    Medikamentös bin ich nicht richtig eingestellt in meinen Augen. Ich spüre keine Veränderung.

  6. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Liebe Skygirl,
    ich hatte noch was vergessen....

    Als es mir besser ging, hab ich begonnen mit Bullet Journaling, hat mir sehr geholfen, mein Buch aus der Zeit ist kunterbunt, wenig gemalt, mehr Sticker und Washi Tapes, so ne bunte Insel gegen das Alltagsgrau....

    Statt stricken vielleicht malen, Sudokus oder Zentangle, muß ja nicht perfekt sein....

    UND das mit der Krankheitseinsicht, was habe ich gehadert, ich das Powergirl, permanent 150% Leistung, immer helfend und und und, meine Power fühlte sich endlos an.....war auf einmal so n Weichei, so ne Jammertante, so ne Nullpowerfigur wie ein leerer Luftballon. DAS ging ja gar nicht, ich fühlte mich komplett verar....vom Schicksal, vom Körper und von allem und allen um mich rum....(Das war damals meine Wahrnehmung, in der Rückschau, sehr wenig nett zu mir selbst) Gib Dir Zeit, diese Erkrankung kommt schleichend , man hört nur oft nicht auf die Signale des Körpers. Egal, wie es genau läuft bei Dir, ich kann Dir versprechen, ES WIRD BESSER und irgendwann so gut, dass Du wieder die Alte bist.....Neeeee, nicht ganz....besser "die Neue Alte mit mehr Eigenfürsorge" Alles, alles GUTE!!!
    Einfach machen...wird gut

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  7. Registriert seit
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Danke Uni-Corn für deine lieben Zeilen! Im Moment kann ich mir gar nicht vorstellen, mal wieder glücklich zu sein. Ich leide sehr unter der Situation und im speziellen unter diesem Gefühl, den ganzen Tag neben mir zu stehen, nicht richtig da zu sein. Seit der Medikamentenumstellung ist das noch schlimmer geworden. Kennst du so ein Gefühl auch? Ich habe Angst, dass es nicht aufhört.

    So ein Journal habe ich mir auch zugelegt. Ich schreibe darin viel und zeichne. Momentan aber eher trauriges. Zentangle mag ich auch.

    Mir geht es gebauso. Ich kann manchmal nicht verstehen warum ich so krank geworden bin und fühle mich wie eine andere Person.

  8. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Das Nebenmirstehen hatte ich durch starke Schmerzmittel, ich bin gegen unsere Badtür gelaufen, hab mir den Zeh aus der Gelenkkapsel gezerrt und mich völlig unbeteiligt gewundert, warum der auf einmal hochsteht. Hab mir den Zeh gerade gebogen und total emotionslos den restlichen Tag verbracht. Am nächsten Morgen hab ich nicht mehr gewusst, warum der Zeh so schmerzt. Ich habe dann darauf gedrungen, die Schmerzmittel umzustellen... Es hat dann noch etwa 9 Monate gedauert (incl Reha), bis ich wieder "normal" drauf war.
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  9. Avatar von Akzent
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Ich meine wirklich Langsamkeit im Sinne von Entschleunigung und Ruhephasen von Situationen, welche dich belasten. Geduld haben müssen ist ja eher etwas was agressiv machen kann. Es ist fast normal. wie in deiner Situation, neben dir zustehen, da du zuschaust was in der Zeit sein wird. Es wird nicht viel sein. Dein eigentliches Leben findet immer noch zu Hause mit deinen Verpflichtungen, Freuden und Voraussetzungen statt. Vergiss das niemals.

    Wenn du mit den jetzigen Medikamenten aktiv bleiben kannst, dann ist das ein Zeichen, dass sie positiv wirken. Wenn nicht, dann sind es nicht die richtigen.
    Leider ist diese Zeitspanne von Wochen meist viel zu lang.

    Wenn du gute Gespräche dort auf Station haben kannst, dann nutze sie, vielleicht auch mit anderen Patienten. Wie kommst du denn mit dem Stationsaufenthalt zurecht

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee

    Geändert von Akzent (07.10.2019 um 19:10 Uhr)


  10. Registriert seit
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    AW: Gefühllosigkeit und Unwirklichkeit / schwere Depression

    Oh du Arme Uni-Corn. Was war das für eine Reha? Ich habe auch eine Reha beantragt für den Anschluss. Aber zuerst muss ich hier stabil werden. Ich werde heute in der Visite ansprechen, dass ich vom Medikament keinen Effekt spüre und das Gefühl habe, das Neben sich stehen wird noch verstärkt.

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