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  1. Registriert seit
    11.04.2014
    Beiträge
    8

    Schwere Depression bei meinem Mann

    Ich brauche Rat von anderen Angehörigen oder sonst wer sich damit auskennt.
    Ich leg mal los, mein Mann hat seit Ende April 2019 eine schwere Depression diagnostiziert, es folgten 12 Wochen stationäre Behandlung in einer Klinik spezialisiert auf Depression mit sämtlichen Therapien, jetzt seit 3 Wochen Tagesklinik, die noch ca. 3 Wochen weiter läuft. Er bekommt Antidepressiva, Medi zum besser schlafen und vitamin D Tabletten.
    Bei den Gesprächen in Therapie und Gesprächskreis redet er nicht viel und auch mit mir nur wenn ich ihn Frage. Er muss doch merken das reden hilft und nicht nur die Medikamente im helfen. Er war am Anfang seiner Krankheit sehr verschlossen, das hat sich ja schon gebessert, aber sonst ist er sehr in sich gekehrt, keine Emotionen.
    Ich kann da nur schwer mit umgehen, ich bin auch sehr sauer auf ihn, das er so eine Depression hat. Weil ich ihm immer gesagt habe er überfordert sich zu sehr, beruflich alles immer perfekt machen zu wollen, privat Familie war im zwar sehr wichtig aber immer an 2. Stelle, seine Musik war ihm immer wichtiger und auch da bloß den perfekten Mann zeigen. Jetzt ist das ganze gekippt und er wift es sich vor hätte ich doch jemals auf dich gehört und macht sich grosse Vorwürfe nicht häufiger für mich und seine 2 Kinder da gewesen zu sein.
    Ich bin am Ende meiner Kräfte und ich weiß halt nicht wie ich mich verhalten soll.
    Ich weiß das ich an mich denken muss, ich gehe zu Gesprächskreisen, treffen mich mit Freundinnen, mache Sport und beruflich bin ich auch tätig.
    So das war jetzt verdammt viel Text, hoffe mich kann man verstehen und das ich auch Rückmeldung bekomme.
    VG Sonnenherz


  2. Registriert seit
    20.01.2019
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    AW: Schwere Depression bei meinem Mann

    Ich höre da zu viel an Ärger und Vorwürfen.
    Du schreibst, dass du sehr sauer auf ihn bist, weil er so eine Depression hat, denn du hättest ihm ja schon immer gesagt, dass ....
    Und auch er macht sich deswegen Vorwürfe.

    Gut. Jetzt ist es halt so. Da muss man erst einmal durch.
    Wichtiger ist, was danach kommt, wenn man diese Phase der (Selbst)vorwürfe hinter sich hat.

    Vielleicht muss er weitere Therapien anschließen.
    Es ist ja gar nicht sicher, dass er "nur" deswegen depressiv ist, weil er nicht auf dich gehört hat.
    Überhaupt kann sein Verhalten, dass er sich - nach deiner Schilderung - viel mehr um seine Arbeit gekümmert hat als um seine Familie, auch ursächlich mit der Depression zusammenhängen, d.h. vielleicht "konnte" er nicht anders und wäre sonst noch früher in eine Depression gefallen?
    Möglich wäre es vielleicht.

    Alles Spekulation.
    Gemeinsam kann man eher was erreichen als mit Vorwürfen.
    Man muss zwar Gefühle nicht unter den Teppich kehren, aber wie man mit ihnen umgeht, kann durchaus wichtig sein.
    Kannst ja vielleicht überlegen, was du beitragen kannst.


  3. Registriert seit
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    AW: Schwere Depression bei meinem Mann

    Zitat Zitat von sonnenherz Beitrag anzeigen
    Er muss doch merken das reden hilft und nicht nur die Medikamente im helfen. Er war am Anfang seiner Krankheit sehr verschlossen, das hat sich ja schon gebessert, aber sonst ist er sehr in sich gekehrt, keine Emotionen.
    Und wenn das Reden nicht das ist, was ihm hilft? Bist du so sicher, dass es hilfreich für ihn ist? Vielleicht braucht er etwas anderes oder hat schlichtweg die falschen Gesprächspartner? Wie verhältst du dich denn so, wenn er mit dir redet?

  4. Avatar von kuhliebe
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    1.245

    AW: Schwere Depression bei meinem Mann

    Das du auf ihn wütend bist und er sich dann noch Vorwürfe macht ist absolut nicht förderlich. Hört auf damit sonst kann es schlimmer werden.

    Schuldzuweisungen und hinterher reden nützt nux.

    Er braucht Zeit Ruhe und Anleitung um Stück für Stück sein Leben wieder auf eine Bahn zu bringen die er schafft.

    Nicht jeder kann ausserhalb seiner Therapie darüber reden. Das müssen Angehörige mittragen.

    Ich drück auch die Daumen.


  5. Registriert seit
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    101

    AW: Schwere Depression bei meinem Mann

    hallo
    habe selber depris und auch schon theras gemacht.
    falle auch immer wieder in ein loch wo ich der meinung bin ich hätte ja......
    rede mit ihm immer wieder wenn es geht ohne vorwürfe. es ist eine schwere zeit und sicherlich kommt seine depri nicht einfach so.
    vieleicht auch wirklich der falsche thera. dann muss er anderes probieren.
    tagesklinik ist schon mal gut wird aber nicht alles lösen.
    viel kraft dir


  6. Registriert seit
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    1.140

    AW: Schwere Depression bei meinem Mann

    So ist das halt mal, dem einen helfen Reden und Gesprächstherapie. Und bei dem anderen bringt das nicht so viel oder wird verweigert.

    Denke mal über folgendes nach: wenn ich rede, wenn ich etwas anspreche, dann geht das über das Bewusstsein, über den Intellekt. Ich denke nach und bringe meine Gedanken in Worte oder Sätze.

    Oft kommt man aber über dieses Bewusste gar nicht an alles heran. Daher gibt es ja in den Kliniken auch Therapien wie Gestalttherapie, Musiktherapie, Tanztherapie, Autogenes Training usw.

    Hatte selbst schon Depressionen und Burn-out, das Schlimmste in der psychosomatischen Klinik fand ich die Gesprächsgruppen, dabei bin ich ein sehr kommunikativer Mensch. Aber so eine Gruppe, das ging bei mir gar nicht, mir halfen da wirklich z. B. die Gestalttherapie weitaus mehr, an meine Gefühle und Probleme heran zu kommen.

    Das nur mal am Rande zum Verständnis, wenn er nicht reden will oder kann.
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

  7. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Schwere Depression bei meinem Mann

    Ich will auch immer "reden".

    Mein Mann meinte mal, wenn man ihn zum Reden "zwingt" ist es, wie den Bauch aufschneiden.

    Ich denke auch, dass dein Mann andere Ansätze braucht.

    Hat er einen Freund?

    Mal rauskommen, wortlos (für uns gesprächige Frauen) mit einem Kumpel was unternehmen...
    LG Ivi

  8. Avatar von Horus
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    08.04.2005
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    AW: Schwere Depression bei meinem Mann

    Bei den Gesprächen in Therapie und Gesprächskreis redet er nicht viel und auch mit mir nur wenn ich ihn Frage. Er muss doch merken das reden hilft und nicht nur die Medikamente im helfen.
    Nein, nicht zwingend.
    - Depression ist nicht gleich Depression, sondern die können sehr unterschiedliche Ausprägungen und auch unterschiedliche Ursachen haben (nein, nicht für alle Depressionen sind Stress, hohe Belastungen etc. die Ursache!). Das heisst auch, dass nicht bei jeder Art von Depression der gleiche Therapieansatz "hilft". Bei manchen Depressionserkrankungen hilft "Reden" (also professionelle Gesprächstherapie). Bei manchen Arten von Depression hingegen ist Gesprächstherapie nicht im Vordergrund, sondern höchstens anfangs unterstützend und in späteren Phasen weniger wichtig bzw. gar nicht mehr wichtig. Etwa bei der Art von Depression, die ich habe.
    - Nicht bei jedem Menschen hilft "reden". Menschen sind unterschiedlich
    - Und falls doch "Reden" wichtig und helfend ist, dann im Rahmen einer Gesprächstherapie. Und nicht mit der Ehefrau, die versucht, Sekundärtherapeutin zu spielen. Im Gegenteil - oft ist es besser, mit Angehörigen eben gerade nicht über die Krankheit zu reden, sondern sich auf alle Aspekte des Lebens ausserhalb der Krankheit zu konzentrieren.

    aber sonst ist er sehr in sich gekehrt, keine Emotionen.
    Das ist eine sehr abschätzige Beurteilung.
    Natürlich hat er Emotionen! Nur, weil er nicht darüber redet, heisst das noch lange nicht, dass er keine fühlt. Er will oder kann halt nicht darüber reden. Das gilt es zu respektieren.
    Leute, die nicht über ihre Emotionen reden, haben sie trotzdem. Sie ihnen abzusprechen, nur weil man sie nicht mitbekommt, ist ziemlich abwertend.

    Ich kann da nur schwer mit umgehen, ich bin auch sehr sauer auf ihn, das er so eine Depression hat.
    Wärst du auch sauer, wenn er Krebs hat oder eine Autoimmunerkrankung?
    Wie gesagt: längst nicht jede Depression wird durch Stress verursacht, also durch "ungesunden Lebenswandel", hohe Belastung etc. An Depression zu erkranken, ist in vielen Fällen nicht "eigene Schuld".

    Wenn du ihn wirklich unterstützen willst: hör auf, ihm Vorwürfe zu machen, und zwar sowohl explizit als auch unterschwellig. Das Letzte, was ein Depressionskranker auf seinem Genesungsweg brauchen kann, ist Druck seines nächstens Umfeldes. Hör auf, darauf zu bestehen und zu erwarten, dass er mit dir darüber spricht, sondern überlass das den Profis (Therapeuten).
    Mach stattdessen viele schöne Dinge mit ihm und zeig ihm, wie lebenswert das Leben in der Familie jenseits der Krankheit ist.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

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